Celebration!

In Berlin und Brandenburg fand in diesem Jahr zum 25. Mal das Jüdi-sche Filmfestival statt. Aus diesem Anlass haben das Jüdische Kultur-institut in Deutschland und die Festivalleiterin Nicola Galliner im Verlag Neofelis eine Festschrift publiziert: „Celebration!“. Grußworte von Heiko Maas, Dietmar Woidke, Michael Müller und Kirsten Nie-huus eröffnen den Band. 26 sehr lesenswerte Textbeiträge zu übergrei-fenden Themen oder einzelnen Filmen sind zu lesen. J. Hoberman aus New York äußert sich zur Geschichte des Jiddischen Kinos. Frank Stern aus Wien gibt Antworten auf die Frage „Was ist jüdischer Film und was leisten Jüdische Filmfestivals?“. Julia Friedrich aus Köln erinnert an den Filmgeschichtsunterricht in Günter Peter Strascheks Serie FILM-EMIGRATION AUS NAZIDEUTSCHLAND. Lihi Nagler aus Tel Aviv schreibt über Bilder von Jüdinnen und Juden im deutschen Kino und Fernsehen nach der Wiedervereinigung. Toby Anne Axelrod aus New York porträtiert fünf israelische Filmemacher*innen, die in Deutsch-land arbeiten. Eva Lezzi aus Berlin beschäftigt sich mit dem Auseinan-derklaffen von Bild- und Tonspuren im Dokumentarfilm. Ariel Schweizer aus Paris reflektiert über weibliches israelisches Kino als minoritäres Schreiben. Bei Avner Shavit aus Tel Aviv geht es um das Bild der Ultraorthodoxen im israelischen Kino. Peter Stein aus San Francisco berichtet vom jüdischen Filmfestival in seiner Heimatstadt. Aviva Weintraub aus New York richtet ihren Blick zurück auf den Film HESTER STREET von Joan Micklin Silver. Sissi Tex spricht mit Ulrike Ottinger über den Film EXIL SHANGHAI. Nicola Galliner und Shimon Stein erinnern an die Journalistin Sylke Tempel, von der zwei Texte dokumentiert sind. Katharina Schmidt-Hirschfelder aus Berlin beschäftigt sich mit der Serie AVODA ARAVIT. Peter Stephan Jungk aus Paris erzählt, wie es zu seinem Film TRACKING EDITH kam. Ellen Presser aus München schreibt über Abraham Sutzkever und den Film SCHWARZER HONIG, Petra Palmer aus Berlin über den Essayfilm FOUR PARTS OF A FOLDING SCREEN, Thomas Arbeitshauser aus Berlin über die Hitlersatire MRS.MEITLEMEIHR. Johannes Rhein aus Frankfurt am Main porträtiert den Filmproduzenten Artur Brauner, Katharina Schmidt-Hirschfelder die Kinolegende Gerhard/Gershon Klein. Fritz Göttler aus München befasst sich mit den Filmen von Jeanine Meerapfel, Hannah Brown aus Jerusalem mit den Filmen von Eytan Fox, Régine-Mihal Friedman aus Haifa mit den Filmen von Emmanuel Finkiel, Nirit Anderman aus Tel Aviv mit den Filmen von Iris Zaki. Bildstrecken zu den Jüdischen Filmfestivals der Jahre 2007 bis 2018 durchziehen das Buch, das man als Basis einer Geschichte des jüdischen Films ansehen kann. Mehr zum Buch: 9783958082397

„Ich bin eine Hexe“

Sie war Tänzerin, Schauspie-lerin, Kabarettistin und ein unruhiger Geist. Valeska Gert (1892-1978) lebte und arbeitete in München, Berlin und auf Sylt, ab 1935 vorwiegend in Paris, London, New York und Princetown, ab 1949 wieder in Berlin und in Kampen auf Sylt. Sie brauchte vor allem eine Bühne für ihre Auftritte. Ihre erste Autobiografie veröffent-lichte sie 1931: „Mein Weg“. 1950 folgten die Erinnerungen an die Exilzeit: „Die Bettlerbar von New York“. 1968 erschien erstmals „Ich bin eine Hexe – Kaleidoskop meines Lebens“. Das Buch ist jetzt in einer Neuauflage vom Alexander Verlag publiziert worden. Der Text ist von ständiger Unruhe geprägt. Es wird fast alles, was Valeska Gert erlebt hat, zur Sprache gebracht, aber nichts mit größerer Ausführlichkeit. Immerhin sind 13 Zeilen der Arbeit an der FREUDLOSEN GASSE von G. W. Pabst mit der „noblen Kollegin“ Greta Garbo gewidmet (S. 67), aber nur Zeile einer anderen Schlüsselrolle: „Ich war die Mrs. Peachum in der verfilmten Dreigroschenoper“. Schön zu lesen: die Begegnungen mit Sergej Eisenstein in Moskau, die Erlebnisse bei einem kurzen Aufenthalt in Hollywood, die Passagen über die Arbeit mit Federico Fellini an GIULIETTA DEGLI SPIRITI (1965). Ihre Beziehung zu dem Schauspieler Aribert Wäscher ist fester Bestandteil des Kaleidoskops. Man darf sich von der Geschwindigkeit der Lebenserzählung nicht außer Atem bringen lassen. Dann liest man ein spannendes Stück Kulturgeschichte. Mit einem Nachwort von Frank-Manuel Peter, zahlreichen Abbildungen in akzeptabler Qualität und einem Namensregister. Mehr zum Buch: ich-bin-eine-hexe.html

7 OHRFEIGEN (1937)

Dies ist eine sehr sehenswerte Screwball-Comedy aus Deutsch-land. Sie spielt in England. Der junge William Tenson MacPhab verliert durch einen Kursverfall des Stahlmagnaten Astor Ter-banks sein Vermögen, genau: sieben Pfund. Dafür will er sich beim Verursacher durch sieben Ohrfeigen rächen. Jeden Tag eine. Dies gelingt ihm auf originelle Weise. Auch der Einsatz von Terbanks Tochter Daisy zum Schutz ihres Vaters ist erfolglos – sie verliebt sich in William. Die letzte Ohrfeige gibt es in Gretna Green, dann kann mit Einwilligung des Vaters geheiratet werden. Ein Ufa-Film mit prominenter Beteiligung. Die Dialoge stammen von Curt Goetz und haben einen entsprechenden Pointenreichtum. Hinter der Kamera stand Konstantin Irmen-Tschet, wir sind nahe an den Figuren. In den Hauptrollen: das Traumpaar Lilian Harvey und Willy Fritsch, ihr Zusammenspiel ist herausragend. Alfred Abel als Astor Terbanks und Oskar Sima als Zeitungsreporter sind amüsant. Die Bauten stammen von Erich Kettelhut, zur Musik von Friedrich Schröder gehört das Lied „Ich tanze mit Dir in den Himmel hinein“ (in konzertanter Form). Paul Martin hat – wie schon im Jahr zuvor bei GLÜCKSKINDER – mit leichter Hand Regie geführt. Vom NS-Klima des Jahres 1937 ist nichts zu spüren. Bei Concorde ist jetzt die DVD des Films in restaurierter Fassung erschienen. Mit einem sehr informativen Booklet von Georg Seeßlen. Mehr zur DVD: a58eb7927c4d9

TRAUTMANN (2018)

Ein Biopic über eine Torwart-legende. Bert Trautmann (1923-2013) wird gegen Ende des Krieges von den Engländern in der Nähe von Manchester interniert. Bei einem Lebens-mittelhändler wird er als Ladenhilfe beschäftigt und darf bei einem Provinzteam als Torwart einspringen. Es gibt natürlich Vorbehalte gegen den „Nazi-Keeper“. Aber Trautmann ist integrierbar, bleibt in England auch nach seiner Freilassung und wird von Talent-Scouts von Manchester City entdeckt. Seine Karriere ist mit Rückschlägen verbunden, aber am Ende feiert er beim Cup-Final 1956 zwischen Manchester City und Birmingham im Wembley-Stadion einen Triumph, als er trotz schwerer Verletzung in den letzten 20 Minuten seiner Mannschaft den Sieg rettet. Die Sportebene des Films wird von einer privaten Geschichte begleitet, in der Trautmann und die Tochter seines ersten Trainers zu einem Paar werden. Der Film von Marcus H. Rosenmüller ist eine deutsch-britische Koproduktion. Die Atmosphäre der Nachkriegszeit wird erstaunlich gut getroffen, David Kross hat als Trautmann alle Sympathien auf seiner Seite, Freya Mavor spielt den Wechsel von Skepsis zu Zuneigung überzeugend. Ich habe den Film, der jetzt bei Capelight Pictures als DVD erschienen ist, mit großem Interesse gesehen. Mehr zur DVD: trautmann

Columbo

Ein 500-Seiten-Buch über die legendäre Hauptfigur der amerikanischen Fernsehserie aus der Zeit zwischen 1968 und 2003. Columbo ist Inspektor im Morddezernat des Los Angeles Police Departments. Er klärt insgesamt 69 Fälle auf, die uns vom Autor Michael Striss bestens strukturiert vermittelt werden: Ausgangssituation, Mordmotiv, Eintreffen von Columbo am Tatort, Täterprofil, Schwierigkeiten der Ermittlun-gen, Familie/Hund/Mitarbeiter, Auto und Fahrstil, Gesundheit und Ernährung, Tücken des Alltags, Banalitäten, wie Columbo die Täter zur Strecke bringt; das alles von S. 221-462. Sechs Kapitel führen zum Hauptteil hin: Die Geschichte des Columbo-Mythos inklusive genauer Antworten auf die Frage „Wer war Peter Falk?“, die Person Columbo (Name, Personalakte, das verkannte Genie, die physische Konstitution), das öffentliche Auftreten (Ankunft am Tatort, Servilität, Interesse am Banalen, Tücken des Objekts, Essgewohnheiten, fröhliches Pfeifen), weitere Mitwirkende (die starken Gegner, die unsichtbare Ehefrau, die große Verwandtschaft, der lethargische Hund, einflussreiche Freunde, überflüssige Mitarbeiter), Requisiten (Kleidung, Zigarre, Auto, Schusswaffen), die Waffen des Inspektors (endlose Fragerei, Zweckbündnis, oratio interrupta, Bagatellisierung, entscheidender Fallstrick, das letzte Wagnis); alles auf 180 Seiten. Die 69 Fälle werden jeweils mit Sternen bewertet (* = mangelhaft, **** = ein Höhepunkt). In der subjektiven Hitliste des Autors steht die Episode 53, RUHE SANFT, MR. COLUMBO, an erster, die Episode 60, BLUTHOCHZEIT, an letzter Stelle. Die Bewertungen werden einleuchtend begründet. Eine erste Fassung des Buches erschien 2007 als Book on Demand, jetzt ist eine gründliche Überarbeitung vom Büchner Verlag publiziert worden. Wunderbar, nicht nur für Columbo-Fans. Mehr zum Buch: der-mann-der-vielen-fragen/

Paris Calligrammes

Noch zehn Tage ist die Ausstel-lung „Paris Calligrammes – Eine Erinnerungslandschaft von Ulrike Ottinger“ im Haus der Kulturen der Welt zu sehen. Sie dokumentiert Fotos der Jahre 1962 bis 1968, die Ulrike in Paris verbracht hat. Es ist ein Blick zurück in die kulturelle Vielfalt einer lebendigen Stadt mit ersten Signalen der Studentenrevolte. Auch ihr neuester Film heißt PARIS CALLIGRAMMES. Zur Ausstellung ist ein wunderbarer Katalog erschienen, den Bernd Scherer im Verlag Hatje Cantz herausgegeben hat. Ulrike Ottinger unternimmt darin „eine kleine Flanerie“ durch Paris. Aleida Assmann beschreibt den neuen Film mit vielen Hintergrundinformationen. Laurence A. Rickels erinnert mit großer Empathie an die frühen Filme von Ulrike Ottinger. Zu lesen gibt es Drehbuchauszüge, zu sehen gibt es unendlich viele Fotos in hervorragender Druckqualität. Dies alles zweisprachig (Deutsch und Französisch) mit einer englischen Übersetzung im Anhang. Ich bin beeindruckt von der Ausstellung und dem Buch dazu. Mehr zum Buch: paris-calligrammes-7620-0.html

Die Elmore-Leonard-Story

„King of Cool“ haben Frank Göhre und Alf Mayer ihr wunderbares Buch über den Schriftsteller Elmore Leonard betitelt, das im Verlag Cultur-Books erschienen ist. Leonard (1925-2013) war einer der großen amerikanischen Krimi-autoren, hat 44 Romane publi-ziert, darunter auch acht Western, zahlreiche Drehbücher verfasst und wird endlich ein-mal angemessen gewürdigt. Denn dies ist natürlich keine konventionelle Biografie, sondern: „Ein Mix aus vielen Interviewäußerungen, Textpassagen, Nacherzählungen, Schlaglichtern, Bekenntnissen, Anekdoten, dazu Songs und Stimmen von außen, all das seinem Werk entlang aufgefächert, arrangiert wie eine große und vergnügliche Jamsession. Ein Leseabenteuer. Ein Lebensroman.“ (Vorwort, S. 10-11). Und es gibt viele Ausflüge in die Filmwelt, denn mehr als 30 Romane von Leonard wurden fürs Kino adaptiert, darunter THE TALL T (Regie: Budd Boetticher) mit Randolph Scott, 3:10 TO YUMA (Delmer Daves) mit Glenn Ford, MR. MAJESTIC (Richard Fleischer) mit Charles Bronson, GET SHORTY (Barry Sonnenfeld) mit John Travolta und Danny DeVito, JACKIE BROWN (Quentin Tarantino) mit Pam Grier und Samuel L. Jackson, OUT OF SIGHT (Steven Soderberg) mit George Clooney und Jennifer Lopez. Bei Leonard gibt es keine Serienhelden, sondern immer wieder wechselnde Milieus, Settings und Plots. Mehrfach sind die Schauplätze Detroit, Miami oder Atlantic City, aber wir machen auch Ausflüge nach Lateinamerika, Europa oder in den Nahen Osten. Ungewöhnlich: Leonard hatte einen Rechercheur, Gregg Sutter, der ihm viele Informationen verschafft hat, denen der Autor dann eine individuelle Form gab. Am Ende des Buches findet man eine „Bio-Bibliografie“, „Elmore Leonard’s 10 Rules of Writing“ und  Quellenverweise für alle Zitate. Ich werde jetzt mit Sicherheit einige Romane von ihm wiederlesen. Mehr zum Buch: die-elmore-leonard-story/

Der Traum vom Totalen Kino

Eine Dissertation, die im Studiengang Literaturwissen-schaft der Ludwig-Maximilians-Universität München entstanden ist. Karin Janker analysiert darin sechs Romane, „die auf unterschiedliche Arten das Kino als ‚Totalmedium’ imaginieren und seine Rezeptionsästhetik narrativ ausloten.“ (S. 20/21). Es handelt sich dabei um „L’Ève future“ (1886) von Auguste de Villiers de l’Isle Adams, „Le Chateau des Carpathes“ (1892) von Jules Verne, „Quaderni di Serafino Gubbio operatore“ (1916/25) von Luigi Pirandello, „Graue Magie“ (1922) von Salomo Friedlaender/Myona, „Brave New World“ (1932) von Aldous Huxley und „La invención de Morel“ (1940) von Adolfo Bioy Casares. In „L’Ève future“ geht es um die Erschaffung der Androiden Adaly durch den Erfinder Edison, die von seinem Klienten Lord Ewald nicht von seiner Verlobten Alicia unterschieden werden kann. Er hält die Reproduktion für die Realität. „Le Chateau des Carpathes“ erzählt vom geheimnisvollen Leben eines Barons auf einem Schloss in den Karpaten, der sich von einem Erfinder die Auftritte einer Sängerin imaginieren lässt. „Quaderni di Serafino Gubbio operatore“ sind die Tagebuchaufzeichnungen eines Kameramannes, der die melodramatische Liebesgeschichte zwischen einer Schauspielerin, ihrem Ex-Geliebten und ihrem aktuellen Geliebten miterlebt. „Graue Magie“ ist ein Berlin-Roman mit einem Philosophen und einem Verbrecher als Hauptfiguren, die sich in der Welt des Aufbruchs mit den neuen Technologien des Films, des Radios und des Telefons konfrontiert sehen. „Brave New World“ lässt uns eine Zukunftsvision des Jahres 2540 miterleben. „La invención de Morel“ konfrontiert einen Mann auf einer einsamen Insel mit der Vision eines Totenreichs, zu dem ein Keller mit einem Projektionsgerät gehört. Die literarischen Beispiele wurden von der Autorin gut ausgewählt. Ihre Darstellung ist kinoaffin und lesenswert. Filmstills aus Lumières ARRIVÉE D’UN TRAIN À LA CIOTAT separieren die einzelnen Kapitel. Mehr zum Buch: 978-3-8376-4756-3

DER KANDIDAT (1980)

Als vor rund 40 Jahren in der BRD die Bundestagswahlen anstanden, drehten vier Regisseure einen Dokumen-tarfilm über den Kanzler-kandidaten der CDU/CSU: Franz-Josef Strauß. Stefan Aust, Alexander von Eschwege, Alexander Kluge und Volker Schlöndorff machten sich von Januar bis März 1980 auf die Spurensuche nach dem bisherigen Wirken eines Politikers, den sie sich nicht als Regierungschef wünschten. Das Ergebnis war ein kritisches, aber differenziertes Porträt mit Ausflügen in die bundesdeutsche Parteienlandschaft: zum Parteitag der Grünen in Karlsruhe, zum politische Aschermittwoch in Passau, zum Deutschland-Tag der Jungen Union in Hannover, zu Veranstaltungen in Bonn, Berlin, Essen und München. Zu erleben sind neben Franz-Josef Strauß u.a. Ernst Albrecht (der im Vorfeld gegen Strauß verloren hatte), Karl Carstens, Edmund Stoiber, Helmut Schmidt, Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher, Walter Scheel, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl. Hinter den Kameras standen Igor Luther, Werner Lüring, Jörg Schmidt-Reitwein, Bodo Kessler und Thomas Mauch. Entstanden ist ein interessantes Zeitbild, das auch aus heutiger Sicht viel Spannendes aus der Welt der Politik vermittelt, als es noch kein Internet gab. Bei Studio Canal ist jetzt die DVD des digital remasterten Films erschienen, die sehr zum empfehlen ist. Mehr zur DVD: kandidat-digital_remastered

LAMPENFIEBER (2019)

Alice Agneskirchner hat viele Dokumentarfilme realisiert, die ich sehr schätze, zum Beispiel HERR, FRAU, HUND (1995), WASCHEN UND LEGEN (1998) und ein Porträt von Doris Dörrie. Bei der letzten Berlinale war ihr Film LAMPENFIEBER zu sehen, der mich beeindruckt hat. Schauplatz des Films ist der Berliner Friedrichstadt-Palast, wir erleben das Casting, die Proben und schließlich die Uraufführung der Show „Spiel mit der Zeit“. Im Focus steht das Kinder- und Jugendensemble. Nick, Luna, Alex, Maja, Amira Pauletta und Oskar haben – jeder auf seine individuelle Weise – das Casting geschafft und gehen stolz in die Probenphase, die ihnen viel abverlangt. Wir erfahren ein bisschen über ihr Privatleben und einiges über die Geschichte des Friedrichstadt-Palastes, vor allem aber sind wir Augen- und Ohrenzeugen des Probenprozesses aus der Perspektive hinter den Kulissen. Auf der großen Bühne des Hauses wird hart gearbeitet und wenig ausgeruht. Es geht auch recht emotional zu. Das ist spannend zu beobachten. Bei EuroVideo ist jetzt die DVD des Films erschienen, die ich sehr empfehle. Mehr zur DVD: kEAQYASABEgLC3fD_BwE