VERBOTENE LIEBE (1990)

Helmut Dziuba (1933-2012) hat für die DEFA vor allem Kinder- und Jugendfilme gedreht. VER-BOTENE LIEBE entstand in der Vorwendezeit. Er erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem 18jährigen Georg und der 13jährigen Barbara, die zu einer Gerichtsverhandlung wegen Kindesmissbrauch führt. Die Eltern von Georg und Barbara sind verfeindet, in der Schule wird der Fall heftig diskutiert. Viele Mitschüler solidarisieren sich mit Georg und Barbara, auch die Lehrerin Laube, während der Direktor Strenge für angebracht hält. Das abschließende Gerichtsurteil wird am Ende ausgespart, aber wir erfahren, dass Georg und Barbara später geheiratet haben. Hervorragend gespielt von Julia Brendler (Barbara), Hans-Peter Dahm (Georg), Gudrun Ritter (Lehrerin Laube), Heide Kipp und Peter Sodann (Barbaras Eltern), Karin Gregorek und Rolf Dietrich (Georgs Eltern). Helmut Bergmann stand hinter der Kamera, Monika Schindler war für den Schnitt verantwortlich. Die DVD ist jetzt bei Absolut Medien erschienen. Unbedingt zu empfehlen. Bonusfilm: BANALE TAGE (1991) von Peter Welz – die Geschichte einer Freundschaft im Ost-Berlin der 70er Jahre. Mit einem Audiokommentar des Regisseurs im Gespräch mit Ralf Schenk. Mehr zur DVD: 7050/Verbotene+Liebe

Architekturen in Fotografie und Film

In der Architektur spielen Modelle geplanter Gebäude und Räume eine große Rolle. Sie sollen eine Vorstellung von der späteren Realität vermitteln. Der von Kirsten Wagner und Marie-Christin Kajewski herausge-gebene Band dokumentiert die Beiträge des Bielefelder Fotosymposiums „Modelle und Modellierungen von Räumen und Lebenswelten in Fotografie und Film“ 2019. Elf Texte sind zu lesen. Kirsten Wagner erzählt einleitende Fallgeschichten („Ein Modell ist ein Modell ist eine Fotografie“). Davide Deriu reflektiert über Architekturmodelle und das Realismusproblem („Mind the Gulliver Gap“). Sarine Waltenspül vermittelt eine Geschichte des Blicks im Modell. Inaki Bergera befasst sich mit der spanischen Moderne. Ralf Liptau beschäftigt sich mit der Analogfotografie im modernen Entwurfsprozess. Marie-Christin Kajewski äußert sich zu Fotomontagen als Verfahren zur Visualisierung eines suggerierten Wird-Zustands. Bei Lutz Robbers geht es speziell um Ludwig Mies van der Rohes Umgang mit Bildern. Ein Bogen wird zu Eisensteins „Glasshouse-Projekt“ (1926-29) geschlagen. Cora Waschke beschreibt das „Modell Glashochhaus“ an Beispielen von van der Rohe und Gropius. Matthias Noell und Anna Zika richten ihren Blick auf Wohnungen und Einrichtungen in den 20er und 30er Jahren. Annette Tietenberg würdigt den Interieurfotografen Robert Haas („Die sprechende Leere des Raumes“). Lohnende Lektüre vor allem für Architektur-Interessierte. Mit Abbildungen in guter Qualität. Mehr zum Buch: titelnummer=101639&verlag=4

Ulrich Seidl

Er gilt als provokantester Filmemacher Österreichs. Ulrich Seidl (*1952) realisiert seit vierzig Jahren Dokumentar- und Spielfilme, in denen gesell-schaftliche Konflikte themati-siert werden. Ihm ist das neueste Heft der Film-Konzepte gewidmet. Die Nr. 59. Die Herausgeberin Corina Erk unternimmt in ihrem einleiten-den 20-Seiten-Essay eine sehr informative Werksichtung: „Faction, Tableaus, Voyeuris-mus“. Bei Sandra Kristin Knacke geht es um Wirklichkeit und Interpretation in Seidls BILDER EINER AUSSTELLUNG (1996) und DER BUSENFREUND (1997). Jörn Glasenapp beschäftigt sich mit dem Dokumentarfilm MODELS (1998): „Die Welt der Mode ist nicht schön“. Fatima Naqvi erlebt aus der Perspektive einer Zuschauerin ein „Fremdschämen“ bei den Filmen JESUS, DU WEISST (2003), IMPORT EXPORT (2007) und PARADIES: HOFFNUNG (2013). Der Co-Herausgeber Brad Prager richtet seinen Blick auf Inszenierung und Bildkomposition in PARADIES: LIEBE (2012): „Real oder realistisch?“. Claudia Lillge beschreibt Sonne, Sand und Großwildjagd in SAFARI (2016): „Out of Austria“. Alle Texte haben ein hohes Niveau. Mit Abbildungen in guter Qualität. Coverfoto: PARADIES: LIEBE. Mehr zum Buch: ISBN=9783967074253#.X3iZWzsgBW8

Eingeschlossene Räume

Eine Dissertation, die an der Universität Zürich entstanden ist. Nepomuk Zettl erforscht darin das Motiv der Box im Film. 112 Titel werden im Anhang aufgelistet, die im Buch eine Rolle spielen. Drei Teile strukturieren den Text: I. Die Box als Dispositiv. II. Räumli-che Relationen eingeschlossener Räume. III: Raum-zeitliche Relationen eingeschlossener Räume. Es gibt verheißungs-volle Zwischenüberschriften: „Magische Kästen“, „Die Büchse der Pandora“, „Rahmen und Schachtelungen“, „Erinnerungs-kisten und eingeschlossenes Wissen“, „Resonanzräume und Inversion“. Dies sind zwanzig Filme, die ausführlicher behandelt werden: ILLUSIONS FANTASMAGORIQUES (1898) von Georges Méliès, THE X-RAY FIENS (1897) von G. A. Smith, DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929) von G. W. Pabst, ROPE (1948) von Alfred Hitchcock, MON ONCLE (1958) von Jacques Tati, THE LIFE AQUATIC WITH STEVE ZISSOU (2004) und MOONRISE KINGDOM (2012) von Wes Anderson, THEY LIVE BY NIGHT (1948) von Nicholas Ray, THE GLASS EYE (1957) von Alfred Hitchcock (TV), CITIZEN KANE (1941) von Orson Welles, SYNECDOCHE, NEW YORK (2008) von Charlie Kaufman, BARTON FINK (1991) von Joel und Ethan Coen, SE7EN (1995) von David Fincher, KISS ME DEADLY (1955) von Robert Aldrich, INTERSTELLAR (2014) von Christopher Nolan, TOUTE LA MÉMOIRE DU MONDE (1956) von Alain Resnais, OBLOMOK IMPERII (1929) von Friedrich Ermler, MUSIC BOX (1989) von Costa-Gavras, MULHOLLAND DRIVE (2001) von David Lynch, THE LIMITS OF CONTROL (2009) von Jim Jarmusch. Die Beschreibungen einzelner Szenen, in den Boxen eine zentrale Rolle spielen, sind sehr präzise, die einschlägige wissenschaftliche Literatur wird mit zahlreichen Quellenverweisen einbezogen. Das Buch enthüllt viele Geheimnisse. Mit kleinen Abbildungen in guter Qualität. Mehr zum Buch: eingeschlossene-raeume/?number=978-3-8376-4895-9

Nazis können nicht lieben

Der Titel des Buches resultiert aus dem Befund von drei NS-Filmen der frühen 40er Jahre: ALARM (1941) von Herbert B. Fredersdorf, ICH KLAGE AN (1941) von Wolfgang Lieben-einer und DIE DEGENHARDTS (1944) von Werner Klingler. Ein Kriminalfilm, ein Arztfilm, ein Kriegsfilm. Wolfgang Jacobsen analysiert nicht in konventio-neller Form, die gradlinig zu einem Ergebnis kommt, son-dern schafft interessante Querverbindungen. Zum Beispiel zwischen dem hinduistischen Gott Shiva und dem nationalsozialistischen Strafrecht, zwischen einem Gemälde von Giovanni Segantini und den Euthanasie-Morden der Nazis, zwischen Joseph Haydns „Schöpfung“ und dem „totalen Krieg“. „Mörderspiel“ heißt der Text über ALARM. Er gibt fundierte Definitionen zum Kriminalfilm, verweist auf den exemplarischen Roman „Der Fall Deruga“ von Ricarda Huch (1917) und dessen Verfilmung von Fritz Peter Buch 1938, schlägt einen interessanten Bogen zu dem Kriminalroman „Die grüne Laterne“ (1938) von Wolf Larsen, der eigentlich Gunter Groll hieß und später Filmkritiker der Süddeutschen Zeitung war. „Menschenkind“ ist die Überschrift zum Essay über ICH KLAGE AN. Die Beschreibung des Films und die formale Analyse sind eng verbunden mit Hinweisen auf den NS-Umgang mit Euthanasie, Informationen über den Regisseur Liebeneiner und die politische Resonanz. Der Großvater von Wolfgang Jacobsen wurde 1941 in der Gaskammer der ‚Euthanasie’-Anstalt Bernburg ermordet. „Totentanz“ steht über dem Kapitel zu DIE DEGENHARDTS. Der Film spielt überwiegend in Lübeck, der Geburtsstadt von Jacobsen. Natürlich ist Thomas Mann eine Bezugsperson, aber es gibt aufschlussreiche Verweise auf Murnau, den amerikanischen Film MRS. MINIVER von William Wyler und die Schriftstellerin Gabriele Tergit. Heinrich George als Hauptdarsteller wird angemessen gewürdigt, die Rezeption des Films präzise dokumentiert. Ein kleines, beispielhaftes Buch. Band 18 der Reihe „Filit“. Coverabbildung: Mathias Wieman in ICH KLAGE AN. Mehr zum Buch: book/detail/1024

DIE BLECHTROMMEL (1979)

Vor vierzig Jahren verfilmte Volker Schlöndorff den Roman von Günter Grass: die Ge-schichte des kleinen Oskar Matzerath, der als Dreijähriger in Danzig beschließt, nicht mehr zu wachsen, um gegen die Entwicklung der Erwachse-nenwelt zu protestieren. Auf seiner Blechtrommel und mit seiner Stimme, die Glas zum Zerspringen bringen kann, leistet er Widerstand. Zwiste in der Familie und ideologische Konflikte verzahnen sich, bis 1945 Vater Alfred Matzerath von den Russen erschossen wird und der inzwischen 20jährige Sohn Oskar endlich zu wieder wachsen beginnt. David Bennent spielt diesen Oskar auf legendäre Weise. Zum Ensemble gehörten damals Mario Adorf (Alfred), Angela Winkler, Katharina Thalbach, Tina Engel, Heinz Bennent, Andréa Ferréol, Ilse Pagé, Otto Sander und Charles Aznavour. In Cannes gab es 1979 die Goldene Palme und in Hollywood 1980 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Bei Studio Canal sind jetzt DVD und Blu-ray des Films in 4K-Restaurierung erschienen. Zu sehen sind die ursprüngliche Kinofassung (136 min.) und der Director’s Cut (156 min.) Zum Bonus-Material gehören ein neues Interview mit Volker Schlöndorff und ein Gespräch mit dem Produzenten Eberhard Junkersdorf. Mit einem umfangreichen Booklet. Mehr zur DVD: digital_remastered_

PSYCHO Rätsel

Wer viel über Alfred Hitchcock weiß, fühlt sich mit diesem Buch auf der sicheren Seite. Wer viel über ihn wissen will, erhält interessante Informationen. In einer Mischung aus Texten und Grafiken werden wir durch das Werk des berühmten Regisseurs geführt. Aber selbst Spezialisten werden ihre Schwierigkeiten bekommen, alle Fragen zu beantworten. Beispiel: „Um wie viel Uhr versucht der Rächer den Zeitungsjungen in dem Film DER MIETER zu töten?“. Die richtige Antwort ist: 22.21 Uhr. 176 Fragen werden insgesamt gestellt. Die meisten betreffen die Filme PSYCHO, DAS FENSTER ZUM HOF, DIE VÖGEL, DER UNSICHTBARE DRITTE und VERTIGO. Aber es gibt auch zu allen anderen mindestens eine, meist mehrere Fragen. Hier einige Beispiele: „Nenne den MacGuffin in folgenden Hitchcock-Filmen: 1. ERPRESSUNG, 2. NUMMER SIEBZEHN, 3. DIE 39 STUFEN, 4. JUNG UND UNSCHULDIG, 5. DER AUSLANDSKORRESPONDENT, 6. BERÜCHTIGT, 7. BEI ANRUF MORD, 8. DAS FENSTER ZUM HOF, 9. IMMER ÄRGER MIT HARRY, 10. FAMILIENGRAB.“ Dies sind die Antworten: 1. Die Handschuhe. 2. Die Halskette. 3. Die Pläne für einen Flugzeugmotor. 4. Der Gürtel eines Mantels. 5. Klausel 27. 6. Uranerz in Weinflaschen. 7. Der zusätzliche Wohnungsschlüssel. 8. Das, was im Garten vergraben ist. 9. Die Ursache für Harrys Tod. 10. Die Diamanten. Und noch drei relativ einfache Fragen: „In welchem Film hatte Hitchcock seine einzige Sprechrolle?“ Antwort: DER FALSCHE MANN. „Wer singt in dem Film DIE ROTE LOLA das Lied ‚The Laziest Gal in Town’ von Cole Porter?“. Antwort: Marlene Dietrich. „Wen tötet die Figur Lars Thorwald in DAS FENSTER ZUM HOF?“. Antwort: Seine Frau Anna und den Hund des Mieters über ihm. Das Rätselspiel ließe sich fortsetzen. Abgebildet sind Zeichnungen, Plakate und Filmfotos. Im Buch werden nur die deutschen Titel genannt. Mit 9,99 € sehr preiswert. Mehr zum Buch: buch/psycho-raetsel/

Franz Schnyder

Er war Schweizer mit Leib und Seele. Eine Schauspielausbil-dung hat er in Deutschland absolviert und hier in den 30er Jahren auch zahlreiche Büh-nenengagements gehabt, bevor er 1939 in sein Heimatland zurückkehrte und zur Theater-regie wechselte. Seinen ersten Film, GILBERTE DE COURGE-NAY, realisierte er 1941. Seine große Zeit waren die 50er und 60er Jahre, seine erfolgreich-sten Filme waren ULI DER KNECHT (1954) und ULI DER PÄCHTER (1956) mit Hannes Schmidhauser und Liselotte Pulver nach den Romanen von Jeremias Gotthelf. DIE 6-KUMMER-BUBEN (1968) wurde sein letzter Kinofilm. Zahlreiche Projekte blieben unrealisiert, seine Energien schienen ungebrochen, bis er am Ende an der Welt verzweifelte und in der Psychiatrie endete. Er starb im Februar 1993, drei Monate nach seinem Zwillingsbruder Felix, im Alter von 82 Jahren. Ursula Kähler und Raff Fluri haben eine hervorragend recherchierte Biografie über Franz Schnyder geschrieben. Ihr Untertitel: „Regisseur der Nation“. Detailliert werden die Lebensstationen erzählt, die privaten und die künstlerischen Ereignisse, die oft auch zu Konflikten führten. Einerseits galt Schnyder als eher konventioneller Regisseur, anderseits hatte er große politische und formale Ansprüche. Die Ambivalenzen dieses Lebens werden genau dargestellt. Mit zahlreichen Abbildungen in guter Qualität. Mehr zum Buch: franz-schnyder_19000081/

Die Entstehung des Mediensports

Dies ist, man kann es kaum glauben, das erste fundamen-tale Buch zur Geschichte des Sportdokumentarfilms. Drei kompetente Personen haben dabei hervorragend zusam-mengearbeitet, zunächst in Köln (an der Deutschen Sporthoch-schule und an der Kunsthoch-schule für Medien) gemeinsame Seminare veranstaltet und schließlich eine 550-Seiten-Publikation auf den Weg ge-bracht, die alle Ansprüche an ein Basiswerk erfüllt. Dietrich Leder, Jörg-Uwe Nieland und Daniela Schaaf schaffen in drei Essays zunächst die Grundlagen und öffnen die Zugänge: Nieland beschreibt die Entstehung des modernen Sports als Mediensport, Leder rekonstruiert die Geschichte des Dokumentarfilms vom Kino über das Fernsehen bis zum Internet, Schaaf reflektiert über die Bedeutung des Körpers in der medialen Sportvermittlung. Im Mittelunkt des Buches stehen beispielhafte Analysen ausgewählter Sportdokumentarfilme. Dietrich Leder befasst sich mit dem zweiteiligen OLYMPIA-Film von Leni Riefenstahl (1938), dem WM-Film DEUTSCHLAND – EIN SOMMERMÄRCHEN (2006) von Sönke Wortmann, der experimentellen Beobachtung FUSSBALL WIE NOCH NIE von Hellmuth Costard (1971), die nur einen Spieler (George Best) im Blick hat, der Tour de France-Dokumentation HÖLLENTOUR (2004) von Pepe Danquart und der Zuschauer-Beobachtung THE FINAL KICK (1994) von Andreas Rogenhagen. Daniela Schaaf richtet ihren Blick auf den Film FOOTBALL UNDER COVER (2008) von Ayat Najafi und David Assmann und die Skateboarder-Dokumentation DOGTOWN AND Z-BOYS (2001) von Stacy Peralta. Jörg-Uwe Nieland analysiert das Muhammad Ali-Porträt WHEN WE WERE KINGS (1996) von Leon Gast und das Porträt des Tischtennis-Spielers SENNA (2010) von Asif Kapadia. Zwei Texte haben Schaaf und Nieland gemeinsam verfasst, sie handeln von „Alten Sporthelden und jungen Cyborgs“ (drei Filme), von Trainern und Schiedsrichtern (ebenfalls drei Filme). Das Herausgebertrio zieht am Ende ein gemeinsames Fazit. Eine zehnseitige Filmliste und eine Bibliografie (76 Seiten) bilden den Anhang. Es gibt 16 gut ausgewählte Abbildungen. Eine herausragende Publikation. Mehr zum Buch: sportdokumentarfilm/

BABYLON BERLIN

Seit Sonntag wird in der ARD die dritte Staffel der Serie BABYLON BERLIN ausgestrahlt. Ein Schauplatz ist dies-mal das Studio Babelsberg, wo der Star Betty Winkler von einem Schein-werfer erschlagen wird. Ein armeni-scher Unterweltboss finanziert den Film „Dämonen der Leidenschaft“. Es gibt weitere Morde an Schauspielerinnen. Gereon Rath ermittelt, unterstützt von Charlotte Ritter. Bei Zweitausendeins ist, herausgegeben von Michael Töteberg, ein prachtvolles Begleitbuch zu diesem Fernsehereignis erschienen. Es erinnert an die bisherigen Geschehnisse, führt uns mit Bildern und Texten durch die neuen Folgen und liefert interessantes Hintergrundmaterial. Vom Herausgeber stammen ein schöner Beitrag über die filmhistorischen Bezüge in BABYLON BERLIN, ein kleines Lexikon historischer Orte und Personen (von Aschinger bis Zörgiebel), Porträts der „Masterminds“ Achim von Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer und des Autors Volker Kutscher. Lisa Oldenburg reflektiert über das Babylon-Motiv, Alexandra Vasa richtet den Blick auf Börsencrash und Spekulation, der Kameramann Bernd Fischer äußert sich zur Bildgestaltung, der Ausstatter Uli Hanisch beschäftigt sich mit Menschen und ihren Räumen (mit besonders eindrucksvollen Fotos), der französische Kostümbildner Pierre-Yves Gayraud beschreibt die besonderen Herausforderungen bei dieser Serie, Arne Krasting informiert über spezielle Drehorte in Berlin und Brandenburg. Abgebildet sind die Storyboards zur ersten Szene der ersten Episode. Die unzähligen Stand- und Werkfotos in hervorragender Druckqualität stammen von Frédéric Batier und Joachim Gern. Ein überwältigendes Buch! Die Serie ist noch bis zum 22. Oktober zur besten Sendezeit in der ARD zu sehen. Mehr zum Buch: babylon-berlin-herausgegeben-von-michael-toteberg-200438.html