Die Welt von AVATAR

Das großformatige Bilderbuch, zusammengestellt von Joshua Izzo, entführt uns in das Universum von James Camerons AVATAR. Die Texte der acht Kapitel informieren über die Welt Pandora mit Hallelujah-Bergen und Regenwald, Flora, Fauna mit Thanator, Natterwolf, Schreckenspferd, fliegenden Tieren und Wassertieren, die Na’vi mit Zeremonien und Riten, Clans der Na’vi, die heilige Stätten mit dem Baum der Seelen und dem Baum der Stimmen, das Interstellare Vehikel Venture Star, das die Transporte zwischen der Erde und dem Sternensystem Alpha Centauri bewältigt, und Neuanfänge jenseits des Regenwalds. Auch das Forscherteam der RDA-Wissenschaftsabteilung wird porträtiert: Dr. Grace Augustine, Dr. Norm Spellman, Dr. Max Patel . Zum Sicherheitsdienst gehören Parker Selfridge, Corporal Lyle Wainfleet und die Pilotin Trudy Chacón. AVATAR ist der bis heute erfolgreichste Kinofilm weltweit. Die Einblicke in die Pandorawelt im Buch sind aufschlussreich, die Hintergrundinformationen spannend. Jüngst erschienen bei Dorling Kindersley. Mehr zum Buch: joshua-izzodie-welt-von-avatar-9783831038695

Filmblatt Nr. 78

Seit 27 Jahren gibt es die Zeitschrift Filmblatt, heraus-gegeben von CineGraph Babelsberg. Auch das jüngst erschienene Heft enthält viele lesenswerte Beiträge. Wolfgang Jacobsen erinnert an den Film KÖNIG FÜR EINE NACHT (1950) von Paul May mit Adolf Wohlbrück, Willy Fritsch und Elisabeth Flickenschildt. Guido Altendorf beschreibt die Entstehungsgeschichte der DREIGROSCHENOPER (1962/63) von Wolfgang Staudte mit Curd Jürgens, Hildegard Knef, Gert Fröbe, Lino Ventura und Samy Davis jr. Von Jeanpaul Goergen stammt ein Beitrag über bundesdeutsche Dokumentarfilme zum Thema Jugend und den Interviewfilm MENSCHEN VON MORGEN (1965) von Kees Brusse. Frederik Lang beschäftigt sich mit den kurzfristigen Genreambitionen von Hartmut Bitomsky und Harun Farocki. Gary Vanisian äußert sich zu dem Großstadtwestern ALPHA CITY (1985) von Eckart Schmidt. Tarek Strauch entdeckt als Fundstück das Archiv der „Tödlichen Doris“ in der Deutschen Kinemathek. Bei Philipp Stiasny geht es um den Produzenten Karl Spiehs und die Lisa Film. Michael Grisko vermittelt seine Eindrücke von der Ausstellung „Methode Rainer Werner Fassbinder“ in der Bundeskunsthalle Bonn. Außerdem gibt es DVD-Rezensionen und Buchbesprechungen. Mehr zur Zeitschrift: filmblatt-27-jg-nr-78-fruehjahr-2022/

Anthologieserie

Anthologieserien haben ein gemeinsames Thema, aber unterschiedliche Figuren und jeweils abgeschlossene Episoden. Der von Kilian Hauptmann, Philipp Pabst und Felix Schallenberg heraus-gegebene Band informiert über Systematik und Geschichte dieses Formats. Dirk Rose macht Vorschläge zu einer Systematisierung. Moritz Baßler äußert sich zur strukturellen und semantischen Äquivalenz-bildung von TRUE DETECTIVE. Irene Husser befasst sich mit Modellen anthologischer Zeitlichkeit am Beispiel von TRUE DETEKTIVE 1-3. Kilian Hauptmann untersucht strukturelle und funktionalistische Aspekte der Anthologieserie am Beispiel von FARGO. Bei Martin Hennig geht es um Ästhetik, Erzählformen und kulturelle Funktionen von Horror-Anthologien in Film und Fernsehen von TALES FROM THE CRYPT bis AMERICAN HORROR STORY. Ilona Mader und Nicola Mattern versuchen eine Systematisierung am Beispiel von THE BALLAD OF BUSTER SCRUGGS und AMERICAN HORROR STORY. Sebastian Berlich und Johannes Ueberfeld sehen BLACK MIRROR als Meta-Anthologie und innovierenden Serialisierungsprozess. Bei Philipp Pabst und Felix Schallenberg geht es um die populäre Ästhetik der „NSFW Animated Anthology“ LOVE, DEATH & ROBOTS. Philipp Ohnesorg entdecken Pathologien des anthologischen Verfahrens in der Serie PHILIP K. DICK’S ELECTRIC DREAMS. Sven Grampp beschäftigt sich mit der „Disneyzität“ der Anthologieserie. Raphael Krause platziert den TATORT zwischen Episoden-, Fortsetzungs- und Anthologieserie. Alle Texte sind auf hohem Niveau um Begriffsklärung bemüht. Mehr zum Buch: 713-anthologieserie.html

Blaues Blut (Remix!)

Drei Generationen kommen in diesem „Roman“ zu Wort und erzählen ihre individuellen Erfahrungen: Friedrich Freiherr von Fürstenberg, „Fritz“ (1862-1944), Friedrich Leopold Freiherr von Fürstenberg, „Leo“ (1902-1969) und Veith Freiherr von Fürstenberg (*1947). Fritz, ein passionierter Jäger, übernimmt als junger Mann ein Gut im oberschlesischen Kopanina, das er dank der Unterstützung seiner wohlhabenden Ehefrau durch verschiedene Krisen führt. Er war ein Verehrer von Adolf Hitler. Leo verlässt als 25jähriger Deutschland, lebt zunächst in New York, dann in der Karibik und kehrt 1937 mit dem Schoner So Fong von Hongkong nach Deutschland zurück. 1956 wird er Botschafter der Bundesrepublik auf den Philippinen. Veith verlebt seine Kindheit in Chicago und auf den Philippinen, besucht das Internat in Salem und wird Ende der 60er Jahre Filmproduzent in München. Er war mit fünfzig Tatorten sehr erfolgreich. Fritz erzählt seine Vita in einem hinterlassenen Buch „Meine Lebenswege“. Von Leo ist das Tagebuch des Jahres 1937 überliefert. Veith hat seine Erinnerungen assoziativ zu Papier gebracht. Die Collage der Texte ist mit zahlreichen Zeichnungen verbunden, die eine erstaunliche Qualität haben. Die Lektüre ist sehr spannend. Mehr zum Buch: blaues-blut-remix-200445.html

HOLLYWOOD-STORY (1955)

Sieben Jahre war der Schauspieler Charlie Castle bei dem Produzenten Stanley Hoff unter Vertrag. Über eine Verlängerung um weitere sieben Jahre wird verhandelt. Hoff will sie mit aller Gewalt, Castle möchte sich aus der Umklammerung befreien, und seine Frau Marion, die sich zwischenzeitlich von ihm getrennt hat und Hoff nicht ausstehen kann, würde dann zu ihm zurückkehren. Hoff verfügt über ein Druckmittel: Castle hat vor einigen Jahren in betrunkenem Zustand einen Unfall mit tödlichen Folgen verursacht, Hoff rettete ihn vor der Strafverfolgung. Aber es gibt eine Zeugin, die damals neben Castle im Auto saß und jetzt aussagen will: das Starlet Dixie Evans. Die Konflikte spitzen sich zu, Castle scheint davon überfordert. Wie kommt er aus dem Dilemma raus? Der Film von Robert Aldrich basiert auf einem Theaterstück von Clifford Odets und hat große Qualitäten. Dazu gehören die Darsteller/innen Jack Palance (Castle), Ida Lupino (Marion), Rod Steiger (Hoff) und Shelley Winters (Dixie). Hinter der Kamera stand Ernest Laszlo. Bei Koch Media ist jetzt die DVD des Films in restaurierter Fassung erschienen. Unbedingt sehenswert. In der deutschen Synchronisation spricht Wolfgang Lukschy für Jack Palance. Mehr zur DVD: details/view/film/hollywood_story_dvd/

Vier Romane

In den vergangenen vier Wochen habe ich vier Kriminalromane gelesen, die viele filmische Elemente haben und sehr zu empfehlen sind: „Vertrauen“ von Dror Mishani, „Der Donnerstagsmordclub“ von Richard Osman, „Die Experten“ von Merle Kröger und „Der russische Spion“ von Daniel Silva.

Inspektor Avi Avraham in Tel Aviv hat Sehnsucht nach spannenden Ermittlungen. Aber zunächst geht es nur um ein Baby, das vor einem Krankenhaus ausgesetzt wurde. Wer ist die Mutter und was sind die Motive? Dann verschwindet ein Mann aus einem Hotel, Verwandte holen sein Gepäck, es gibt einen Toten im See, aber was ist der Hintergrund? Möglicherweise ist der Geheimdienst Mossad beteiligt. Im Falle des Babys übernimmt Avrahams Kollegin Esthi Wahabe die Ermittlungen und klärt zumindest, dass es eine 16-jährige Mutter gibt. Fand eine Vergewaltigung statt? Das behauptet die Mutter der jungen Mutter. Kompliziert wird die Aufklärung des Mordes. Avraham fährt nach Paris, wo er sich mit der Tochter des Ermordeten trifft. Eine definitive Klärung deutet sich an dank der Hilfe der französischen Kollegen. In Paris lebt auch die Mutter des ausgesetzten Babys. Avraham verhört sie dort und kommt zu einem Ergebnis. Der neue Roman von Dror Mishani – dessen Buch „Drei“ ich herausragend fand – ist ziemlich kompliziert, aber die parallelen Fälle verbinden sich beim Lesen im Kopf, auch wenn sie sehr unterschiedlich sind. Und Mishanis Sprache hat Stil. Mehr zum Buch: dror-mishani/vertrauen-9783257071771.html

Richard Osman ist ein englischer Fernsehmoderator und hat seinen ersten Kriminalroman verfasst. Schauplatz ist die luxuriöse Seniorenresidenz Coopers Chase in der Grafschaft Kent. Donnerstags treffen sich dort regelmäßig vier Bewohner, um ungelöste Kriminalfälle aufzuklären: Elizabeth, früher Geheimagentin, Ron, ehemals Gewerkschaftsführer, der Psychiater Ibrahim und die achtzigjährige frühere Krankenschwester Joyce. Ein Mord in unmittelbarer Nähe animiert sie zu aktiver Unterstützung der Polizei. Sie sind dabei sehr erfolgreich. Mordopfer ist der Bauunternehmer Tony Curran, der mit der Seniorenresidenz viel Geld verdient hat. Er wird mit einem Schraubenschlüssel erschlagen. Am Tatort findet man ein Foto, unter den Abgebildeten ist der Boxer Jason Ritchie, ein Sohn von Ron. Ermittelt wird vom DCI Chris Hudson und der aus London kommenden PC Donna de Freitas. Die Perspektivwechsel beim Erzählen der Geschichte erhöhen die Spannung. Originell finde ich im Klappentext die Information über den Autor: „Der Donnerstags-mordclub“ ist sein erster und bisher bester Roman.“ Mehr zum Buch: der-donnerstagsmordclub-die-mordclub-serie-1-9783471360149.html

Kann ein Thriller die Geschichte eines Jahrzehnts erschließen? Merle Kröger gelingt das mit ihrem Buch „Die Experten“. Es geht um die 1960er Jahre. Hauptfigur ist die 20jährige Rita Hellberg, deren Vater als renommierter Flugzeugingenieur gilt. Er lässt sich von der ägyptischen Regierung als Experte für die Entwicklung einer Flugzeug- und Raketenindustrie engagieren und zieht mit Frau und Tochter nach Kairo. Der Sohn Kai bleibt in Deutschland. Auch Rita bekommt einen Job in Kairo. Und sie erlebt dort die konfliktreiche Zeit des Nasser-Regimes in der Nachbarschaft zu Israel. Erzählt werden Ritas Erfahrungen anhand von Fotos aus drei Alben, die ihr Leben dokumentieren. Eine zweite Ebene sind Zeitungsmeldungen, Aktenvermerke und biografische Notizen, die zusätzliche Fakten vermitteln und die Gegenwart mit der deutschen Vergangenheit verbinden. Der Roman ist spannend, hat starke emotionale Momente und ist hervorragend geschrieben. Die thematische Initialzündung stammt von Stefanie Schulte Strathaus, deren Großvater als Experte engagiert war. Herausgegeben von Thomas Wörtche im Suhrkamp Verlag. Mehr zum Buch: Die%20Experten%20&tab=1

Dies ist der 18. Roman der Gabriel Allon-Serie von Daniel Silva, erschienen 2018. Der Originaltitel „The Other Woman“ führt uns auf eine Spur, die im letzten Drittel zu einer Verfolgungsjagd wird. Es geht um Rebecca Manning, die Tochter von Kim Philby und Charlotte Bettencourt, die in Washington das Büro des britischen Geheimdienstes leitet, aber in Wahrheit für den russischen Aufklärungsdienst WSR tätig ist. Zuvor werden wir Zeugen der Verfolgung des russischen Überläufers Konstantin Kirow in Wien, die für ihn tödlich endet, und des britischen Spions Alistair Hughes, der des Doppelspiels verdächtigt wird, aber nur psychische Probleme hat. Auch er muss sterben. Zwischen den Schauplätzen Wien, Tel Aviv, Bern, London, Sevilla und Washington ist Gabriel Allon, inzwischen Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, ständig unterwegs, oft ohne Personenschutz. Nur gelegentlich erholt er sich bei seiner Frau Chiara. Und sein freundschaftliches Verhältnis zum englischen MI6-Chef Graham Seymour droht zu zerbrechen. Wieder ein spannender Roman mit einem Personal, das Silva-Lesern sehr vertraut ist. Mehr zum Buch: krimi-couch.de/titel/20752-der-russische-spion/

Beyond Prince Achmed

Lotte Reiniger (1899-1981) war eine deutsche Animations-künstlerin. Ihr berühmtestes Werk ist der Silhouettenfilm DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED (1926). Die Herausgeberin Rada Bieberstein öffnet zunächst den Blick auf Lotte Reiniger beyond Prince Achmed. Es folgen neun umfangreiche Texte, sechs in englischer, drei in deutscher Sprache. Aneka Meier und Christiane Schönfeld erinnern an Lotte Reiniger and Female Creativity in the Weimar Republic. Katherine Rochester befasst sich mit Silhoutte Films, Weimar Cinema and Ornaments from the Orient. Bei Angela Breidbach geht es um die Symbolik des Schattens bei Lotte Reiniger. Von Tashi Petter stammt ein A to Z of Lotte Reiniger’s Early Years in Exile. Evamarie Blattner beschreibt den unvollendeten Traum von DREAM CIRCUS. Rada Bieberstein informiert über Lotte Reiniger’s Writings on Animation. Jörg Herrmann dokumentiert die Verbindung zwischen Bruno J. Böttge und Lotte Reinger, der sich als Schüler von ihr sah und für die DEFA tätig war. Hannes Rall und Bernhard Schmitt befassen sich mit der Southeast Asian Silhouette Animation in the Twenty-First Century. Rachel Palfreyman äußert sich zu Lotte Reiniger’s Fabrications and the Paper Art of a Post-Digital World. Das Buch öffnet eine neue Sicht auf die Pionierin. Mit Abbildungen in hervorragender Qualität. Band 90 der „Marburger Schriften zur Medienforschung. Mehr zum Buch: titel/687-beyond-prince-achmed.html

Kein Mensch, der sich für normale Zeiten eignet

Herbert Engelsing (1904-1962) war promovierter Jurist, arbeitete ab 1935 bei der Firma Tobis als Produktionsleiter, wurde 1937 „Herstellungsgruppenleiter“ und betreute Film wie ALLOTRIA und SERENADE von Willi Forst, DER MUSTERGATTE von Wolfgang Liebeneiner, DIE UMWEGE DES SCHÖNEN KARL von Carl Froelich. Nach Kriegsausbruch war er auch für propagandistische Film wie DER FUCHS VON GLENARVON von Max W. Kimmich und JAKKO von Fritz Peter Buch verantwortlich. Er war Mitglied der NSDAP, hatte aber in den 40er Jahren enge Kontakte zur Roten Kapelle. Er half zahlreichen Gefährdeten und Verfolgten. 1938 heiratete er mit offizieller Erlaubnis die „Halbjüdin“ Inge Kohler. In den letzten Kriegsmonaten betreute er auf der Insel Mainau die Dreharbeiten zu dem Film LEB’ WOHL, CHRISTINA von Gustav Fröhlich, der unvollendet blieb. In der Nachkriegszeit arbeitete er vorwiegend als Anwalt. Herbert Engelsings Sohn Tobias (*1960) hat eine Biografie verfasst mit dem Untertitel „Mein Vater zwischen NS-Film und Widerstand“. Sie ist sehr gut recherchiert, nutzt unterschiedlichste Quellen und erzählt quasi ein Doppelleben. Die Lektüre ist spannend, es gibt zahlreiche Abbildungen. Ein ärgerlicher Fehler: der Vorname von Gustaf Gründgens ist durchgehend mit v geschrieben. Mehr zum Buch: kein-mensch-der-sich-fuer-normale-zeiten-eignet-9783549100264.html

Endlich noch nicht angekommen

Désirée Nosbusch (*1965) ist in zwei Berufen erfolgreich, als Moderatorin und als Schauspielerin. In ihrer Autobiografie, verfasst zusammen mit dem Stern-Redakteur Jochen Siemens, erzählt sie die wechselvolle Geschichte ihres bisherigen Lebens. Als Tochter eines luxemburgischen LKW-Fahrers und einer italienischen Schneiderin wuchs sie vielsprachig auf, hatte mit zwölf Jahren ihren ersten Auftritt als Kindermoderatorin bei Radio Luxemburg und spielte mit 16 Jahren die Hauptrolle in Wolf Gremms Film NACH MITTERNACHT. Am New Yorker Herbert Berghof-Studio ließ sie sich zur Schauspielerin ausbilden. Für ARD und ZDF moderiert sie seit den 1970er Jahren verschiedene Sendungen, auch im französischen Fernsehen war sie zu sehen. Ihr Privatleben wurde durch wechselnde Beziehungen kompliziert, ihr Manager übte in den 80er Jahren starke Macht aus, von der sie sich schwer befreien konnte. Während ihrer Ehe mit dem österreichischen Komponisten Harald Kloser brachte sie zwei Kinder zur Welt. Inzwischen ist sie mit dem Kameramann Tom Alexander Bierbaumer verheiratet. In der Serie BAD BANKS (2018ff) spielte sie die Investmentchefin Christine Leblanc, seit 2019 ist sie in der Reihe DER IRLAND-KRIMI die Polizeipsychologin Cathrin Blake. Im Buch erzählt sie von ihrer Arbeit, von vielen Begegnungen und gibt Einblick in ihr Denken und Fühlen. Die Lektüre ist spannend. Mehr zum Buch: endlich-noch-nicht-angekommen-9783550201738.html

GRAND OPERA (1979) + O PANAMA (1985)

James Benning, der in diesem Jahr achtzig Jahre alt wird, macht Experimentalfilme und agiert als Einzelkämpfer. Er ist für Kamera, Ton und Schnitt verantwortlich. Er zeigt oft Landschaften und Orte in langen Einstellungen. GRAND OPERA. AN HISTORICAL ROMANCE dauert 81 Minuten ist eine Hommage an Hollis Frampton, George Landow, Yvonne Rainer und Michael Snow. Zur Sprache kommen Bennings eigene Biografie – er ist Sohn deutscher Emigranten – und Aspekte der Kinogeschichte. Man muss den Film mehrfach sehen, um die verschiedenen Ebenen zu entdecken und die Verbindungen herzustellen. Dann erschließt sich der Reichtum. O PANAMA dauert 27 Minuten und wirkt als Collage wie der Fiebertraum eines Kranken (Willem Dafoe), der Reales und Imaginiertes erlebt. Der Österreichische Filmmuseum kümmert sich um die Restaurierung der Filme von James Benning. GRAND OPERA und O PANAMA sind jetzt in der Edition Filmmuseum als DVD erschienen. Mit einem informativen Booklet. Sehr zu empfehlen, wenn man an filmischen Experimenten interessiert ist. Mehr zur DVD: /info/p205_Grand-Opera.html