31. Dezember 2011
Filmbuch des Jahres
Das Jahr geht zu Ende. Ich habe meine zwölf Filmbücher des Monats vorgestellt. Nun muss ich entscheiden, welches davon das „Filmbuch des Jahres“ werden soll. Ich habe drei Kandidaten: die Autobiografie von Werner Schroeter, aufgeschrieben von Claudia Lenssen (April), „Filmhochschulen in Deutschland“ von Peter Slansky (Juli) und „Floating Food“ von Ulrike Ottinger (Okto-ber). Meine Wahl fällt auf das Buch von Peter Slansky, weil es ein solches Stück Grund-lagenliteratur bisher nicht gab und die jahrelangen Recherchen des Münchner HFF-Professors vorbildlich sind. Ein beeindruckendes Buch! Mehr unter www.hhprinzler.de/filmbuecher/filmhochschulen-in-deutschland/
27. Dezember 2011
Filmkonzepte: Max Ophüls
Seit sechs Jahren gibt es die Reihe „Film-Konzepte“, herausgegeben von Thomas Koebner und Fabienne Liptay in der edition text + kritik, alle drei Monate erscheint ein Band. Folgerichtig liegt jetzt der Band 24 vor, von Ronny Loewy als Gast-herausgeber betreut. Er ist Max Ophüls gewidmet. Sein Werk wird in vier klugen Texten erschlossen: Verena Lueken schreibt über die frühen Jahre in Deutschland, Fritz Göttler über die 1930er, Lutz Bacher über die Erfahrungen in Hollywood und Martina Müller über die 1950er. Angefügt ist eine kurze Biografie (Loewy). Das Titelfoto stammt aus dem wunderschönen Film LIEBELEI (1933).
19. Dezember 2011
Volker Schlöndorff
Der Germanist Hans-Bernhard Moeller (University of Texas, Austin) und der Kom-munikationswissenschaftler George Lellis (Coke College, South Carolina) haben 2002 bei der Southern Illinois University Press ein Buch über Volker Schlöndorff publiziert, das jetzt revidiert und erweitert seinen Weg nach Deutschland gefunden hat und bei Vorwerk 8 erschienen ist (422 S., 24 €). Die Film-für-Film-Analyse ist profund, es kommen nicht nur die speziellen Qualitäten des „Literatur-verfilmers“ zur Sprache, auch die Kontexte des Neuen Deutschen Films der 1960er und 70er Jahre werden thematisiert. Grenzwertig ist die Papierqualität im Hinblick auf die Fotos.
11. Dezember 2011
Die Filme von Nanni Moretti
In den deutschen Kinos kann man zurzeit seinen Film HABEMUS PAPAM sehen. Da trifft es sich gut, dass gerade ein Buch erschienen ist, das sich intensiv mit dem bisherigen Gesamtwerk des Regisseurs auseinandersetzt: „Die Filme von Nanni Moretti“ (Schüren Verlag, 392 S., 29,90 €). Die Autorin Charlotte Lorber stellt den Blick auf Raum und Zeit in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung, mit der sie, betreut von Heinz-B. Heller, in Marburg promoviert hat. Die zehn Filmanalysen (HABEMUS PAPAM ist noch nicht dabei) sind gut strukturiert, erschließen die italienische Sekundärliteratur und charakterisieren sehr konkret Morettis Stil als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller. 335 Screenshots begleiten den Text.
06. Dezember 2011
Tenöre, Touristen, Gastarbeiter
Es ist eine gute Tradition, dass jeweils ein Jahr nach dem CineGraph-Kongress in einem Buch die wichtigsten Konferenz-beiträge dokumentiert werden. So ist jetzt, redaktionell betreut von Francesco Bono und Johannes Roschlau, der Band über den 2010-Kongress erschienen: „Tenöre, Touristen, Gastarbeiter“ (Verlag edition text + kritik, 190 S., 21,80 €). Thema sind die deutsch-italienischen Filmbeziehungen. In 14 Beiträgen werden biografische, künst-lerische, politische und ökonomische Zusammenhänge konkretisiert, von den frühen zwanziger Jahren bis in die Gegenwart. Zu den Autoren gehören Alfons Maria Arns, Evelyn Hampicke, Marcus Stiglegger, Michael Töteberg und Chris Wahl.
22. November 2011
Diane Keatons Memoiren
Sie ist inzwischen 65 Jahre alt, lebt mit ihren zwei Adoptivkindern in L.A. und denkt gern an die Zeiten mit Woody Allen zurück. Sie hat – sehr assoziativ – ganz persönliche Erinnerungen an ihr Leben aufgeschrieben, die im Frühjahr in New York und nun auch in Deutschland erschienen sind: „Damals Heute“ (btb Verlag/Random House, 320 S.). Eine unterhaltsame Rezension von Christiane Heil erschien am 20.11. im Gesellschaftsteil der FAS 11534124.html
16. November 2011
Filmkritiken von Uwe Nettelbeck
Bei Philo Fine Arts in Hamburg sind ausgewählte Filmkritiken von Uwe Nettelbeck aus den sechziger Jahren als Anthologie erschienen (320 S., 16 €). Er war – als Filmkritiker der Zeit und Mitarbeiter der Filmkritik – ein Wegbereiter des Neuen (west) deutschen Kinos. Seine streitbaren Texte hatten höchstes Niveau. Es ist erfrischend, sie wiederzulesen.
10. November 2011
David Cronenberg: Film und Buch
Heute kommt David Cronenbergs neuer Film A DANGEROUS METHOD in die deutschen Kinos. Ein guter Zeitpunkt, um ein lange erwartetes Buch über den Regisseur zu publizieren, herausgegeben von Marcus Stiglegger im Verlag Bertz + Fischer in der Reihe ‚film’ (316 S., 19,90 €). Zu lesen sind neun Texte über den Regisseur und 24 Kom-mentare zu seinen einzelnen Filmen. 34 Autoren haben daran mitgearbeitet, darunter die besten, die es in Deutschland gibt. Viele Abbildungen, hervor-ragender Druck. Das Buch ist dem im Mai verstorbenen Filmkritiker Michael Althen gewidmet.
25. Oktober 2011
Die Filmkritikerin Pauline Kael
Pauline Kael, die legendäre amerikanische Filmkritikerin, ist vor zehn Jahren gestor-ben. Vor allem als Mitarbeiterin des New Yorker in den 1970er und 80er Jahren hatte sie internationale Bedeutung. Nun hat der Autor Brian Kellow eine sehr lesenswerte Biografie über sie publiziert: „A Life in the Dark“, erschienen bei Viking in New York (432 S., 27,95 $). Mehr über das Buch unter http://artforum.com/words/id=29262
21. Oktober 2011
Audrey Hepburn als Callgirl
Ein berühmter Film, eine populäre Schauspielerin, eine unterhaltsame Publikation zur amerikanischen Filmgeschichte. Der Filmhistoriker Sam Wasson hat viele Informationen zu dem Film BREAKFAST AT TIFFANY’S von Blake Edwards zusammen-getragen und daraus ein höchst lesenswertes Buch gemacht: „Verlieben Sie sich nie in ein wildes Geschöpf“, erschienen im Verlag Lagerfeld/Steidl (254 S. 22 €).

