100. Geburtstag

 

 

 

 

 

 

Heute feiert meine Schwiegermutter, Erika Goldau, in Hannover ihren 100. Geburtstag. Ein besonderer Tag in schwieriger Zeit. Wir umarmen sie aus der Ferne.

Im Herzen Gaukler

Im vergangenen Dezember wurde Armin Mueller-Stahl 90 Jahre alt. Sein Lebenswerk als Schauspieler, Musiker, Maler und Schriftsteller ist voluminös. Das Buch von Frank-Burkhard Habel konzentriert sich auf seine Arbeit vor der Kamera. In chronologischer Folge werden alle Kino- und Fernsehfilme kommentiert, in denen er mit-gewirkt hat, beginnend 1955 mit der Aufzeichnung der Theater-aufführung EIN FREMDES KIND in der Volksbühne für das Fernsehen der DDR, endend 2017 mit der ZDF-Dokumenta-tion MANFRED KRUG – EINE DEUTSCH-DEUTSCHE GESCHICHTE, in der Mueller-Stahl als Zeit-zeuge befragt wurde. 146 Titel werden in diesem Zusammenhang ausführlicher gewürdigt, mit kurzen Inhaltsangaben, der Charakterisie-rung der Rolle von AMS, Zitaten zur Rezeption und aus Interviews des Darstellers. Die umfangreichsten Texte gibt es zu KÖNIGSKINDER (1962), …UND DEINE LIEBE AUCH (1962), NACKT UNTER WÖL-FEN (1963), PRELUDIO 11 (1964), DAS UNSICHTBARE VISIER (1973-76), GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT (1978), LOLA (1981), AVALON (1990), DIE MANNS – EIN JAHRHUNDERTROMAN (2001) und THE INTERNATIONAL (2009). Hinweise gibt es auch auf seine Synchronarbeit und die Mitarbeit an Hörspielen. Die Lektüre des Bandes erhöht den Respekt vor der künstlerischen Leistung. Mit Abbildungen in guter Qualität. Coverfoto: DIE MANNS. Mehr zum Buch: im-herzen-gaukler.html

Ein Leben auf unserem Planeten

David Attenborough (*1926) ist Naturforscher und gilt als einer der berühmtesten Tierfilmer der Welt. Er engagiert sich seit vielen Jahrzehnten für die Zu-kunft unseres Planeten und hat jetzt, 94jährig, seine Lebens-geschichte als Buch publiziert. In einem ersten Teil erzählt er als „Zeugenbericht“ konkrete Erlebnisse aus den Jahren 1937: erste Wahrnehmungen der Natur; 1954: erste Afrikareise für die BBC; 1960: zweite Afri-kareise, Erinnerungen an Bernhard Grzimek; 1968: Über-tragung der Mondlandung im Fernsehen; 1971: Reise nach Neuguinea; 1978: 13-teilige Sendereihe LIFE ON EARTH; 1989: in den Regenwäldern von Borneo; 1997: Filmarbeit auf dem Ozean; 2011: in der Arktis und der Antarktis; 2020: Bestandsaufnahme des Zustands der Erde. Der zweite Teil stellt Prognosen „Was vor uns liegt“: in den 2030er, 2040er, 2050er, 2080er, 2100er Jahren. Im dritten Teil wird eine „Vision für die Zukunft“ formuliert: Wie wir die Wildnis zurückbringen. Der letzte Satz des „Fazits“ heißt: „Die Zukunft unseres Planeten, der, soweit wir wissen, der einzige Ort ist, an dem Leben in den unterschiedlichsten Formen möglich ist, steht auf dem Spiel.“ (S. 251). Ein beeindruckendes Buch. Mit Abbildungen in guter Qualität. Mehr zum Buch: David-Attenborough/Blessing/e585493.rhd

Top! Die Wette gilt

Ein Quiz zur Fernsehgeschichte der 1980er Jahre. Der Autor und Verleger Ulrich Hamann (Klartext Verlag) stellt 444 Fragen und gibt die entspre-chenden Antworten jeweils auf der Rückseite. 15 Bereiche sind im Fokus: Kultfiguren – Kult-serien – Polizei und Detektive – Politik und Nachrichten – Quiz und Show – Musik und Froh-sinn – Allgemeine Sendeplätze – Fußball und andere Sportarten – Familie und Soaps – Abenteuer und Spannung – Unvergessliche Werbung – Bildung und Kultur – Humor und Satire – Kinder und Jugend – Filme aus aller Welt. Die erste Frage lautet: „Wo praktizierte Professor Klaus Brinkmann?“ (Antwort, natürlich: In der Schwarzwaldklinik). Die letzte, 444. Frage: „Finsterer Mittelalterkrimi um einen Mord in einer Abtei, den William von Baskerville (Sean Connery) aus England und sein Novize, der junge Adson von Melk (Christian Slater) aus Niederösterreich aufklären sollen.“ Antwort: DER NAME DER ROSE. In den 80er Jahren begann das Privatfernsehen in der Bundesrepublik. Es spielt bei den Fragen eine große Rolle. Auch das DDR-Fernsehen ist einbezogen. Unterhaltsame Lektüre. Mehr zum Buch: 3193/top-die-wette-gilt?c=226

Der deutsch-türkische Film

13 Texte analysieren deutsch-türkische Filme aus unterschied-lichen Perspektiven. Das Heraus-geber-Quartett Deniz Bayrak, Enis Dinç, Yüksel Ekinci und Sarah Reininghaus begründet dies in der Einleitung. Bei Monika Riedel geht es um die Darstellung der türki-schen Frau im deutschen und deutsch-türkischen Dokumentar-, Spiel- und Fernsehfilm in 32 Bei-spielen. Klaus Schenk reflektiert über filmische Narration und Semiotik transkultureller Missver-ständnisse. Ali Osman Öztürk & Derya Canbolat beschäftigen sich mit der Rezeption des Films SHIRINS HOCHZEIT (1976) aus der Perspektive der türkischen Musikproduktion in Deutschland. Haci-Halil Uslucan untersucht die stereotype Darstellung von ZuwanderInnen in den Medien und ihren Einfluss auf kulturelle Teilhabe. Gudrun Marci-Boehnke erinnert an den Film HAPPY BIRTHDAY, TÜRKE (1992) von Doris Dörrie, Nils Jablanski an LOLA UND BILIDIKIT (1999) von Kutluğ Ataman, Hilal Keskin an ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND (2011) von Yasemin Şamderelli. Stefan Schroeder äußert sich zu zwei Litera-turverfilmungen von Nuran David Calis: FRÜHLINGS ERWACHEN (2009) und WOYZECK (2013). Deniz Bayrak & Sarah Reininghaus erforschen städtische Räume und Regionalität in TATORTEN von Züli Aladağ und Umut Dağ. Ludger Hoffmann beschreibt aus sprach-wissenschaftlicher Perspektive das mehrsprachige Handeln im Film am Beispiel von GEGEN DIE WAND (2004) von Fatih Akin, Pembe Şahiner die Funktion der Sprache im Film SOLINO (2002) von Fatih Akin. Tuncer Cabadağ & Stephan Holz stellen interkulturelle Begegnungen in fiktionalen Welten in einen pädagogischen Rahmen. Anna Khalizova sieht Möglichkeiten des Filmeinsatzes im DaF-Unterricht, ihr Beispiel: HAYMATOZ: EXIL IN DER TÜRKEI (2016) von Eren Önsöz. In der Summe fügen sich die Texte zu einer deutlichen Erweiterung des besseren Verständnisses des deutsch-türkischen Films. Mit Abbildungen in guter Qualität. Mehr zum Buch: der-deutsch-tuerkische-film/?number=978-3-8376-5439-4

SURVIVE THE NIGHT (2020)

Zwei junge kriminelle Brüder, Jamie und Matthias, überfallen eine Tankstelle, aber der Raub misslingt und Matthias hat eine Kugel im Bein, die entfernt werden muss. So verfolgen sie den Chirurgen Rich Clark in sein Haus, nehmen die Familie als Geiseln und fordern medizi-nische Hilfe. Richs Vater, der frühere Sheriff Frank, leistet Widerstand. Die Konflikte zwischen Jamie & Matthias und der Familie Clark eskalieren in der Nacht, es gibt Tote. Der Film von Matt Eskandari ist überschaubar im Plot, es fließt viel Blut, die kriminellen Brüder sorgen aber auch für komische Momente, weil sie so unprofessionell handeln. Bruce Willis als Frank spielt fast eine Nebenrolle, als Arzt Rich Clark steht Chad Michael Murray im Zentrum und macht seine Sache gut. Shea Bruckner und Tylor Jon Olsen als Jamie und Matthias haben unsere Sympathien, weil sie chancenlos sind. Ein kleiner Genrefilm. Bei EuroVideo ist jetzt die DVD des Films erschienen. Mehr zur DVD: survive-the-night,tv-kino-film.html

Věra Chytilová

Sie war eine Protagonistin der Neuen Welle des tschecho-slowakischen Films in den 1960er Jahren. Berühmt wurde sie mit dem Film TAUSEND-SCHÖNCHEN (1966). Věra Chytilová (1929-2014) ist das jüngste Heft der Film-Konzepte gewidmet, herausgegeben von Margarete Wach. Andreas Rauscher befasst sich mit ihren frühen Kurzfilmen. Nicole Kandioler untersucht die Filme VON ETWAS ANDEREM (1963) und DAS ERBE (1992). Kateřina Svatoňová entdeckt in ihren Filmen die Stilisierung als Möglichkeit der Annäherung an die Wahrheit. Margarete Wach ist mit einem informativen Vorwort und zwei Texten vertreten: einmal geht es um das Verhältnis von Chytilová zur französischen Nouvelle Vague, im zweiten Beitrag um drei dokumentarische Künstlerporträts. Schamma Schahadat richtet ihren Blick auf den Film GESCHICHTE DER WÄNDE ODER WIE EINE SIEDLUNG ENTSTEHT (1979). Mit Biografie, Filmografie und Abbildungen in guter Qualität. Eine schöne Würdigung der Filmemacherin. Coverabbildung: TAUSEND-SCHÖNCHEN. Mehr zum Buch: Margarete-Wach/dp/3967070875

DEFA-Geschichte in Filmen

Michael Grisko ist ein fleißiger Autor und Herausgeber, sein Lieblingsthema: die DEFA. Zu-letzt erschienen: „DEFA in Thü-ringen“, herausgegeben mit Patrick Rössler (2018), „Drehort Thüringen“ (2019), „Biographi-sche Filme der DEFA“, heraus-gegeben mit Günter Helmes (2020) und jetzt „DEFA-Ge-schichte in Filmen“. Zu lesen sind elf interessante Texte, beginnend mit dem Film DER UNTERTAN (1951) von Wolf-gang Staudte. Drei Beiträge sind Günter Reisch gewidmet, drei Texte Rainer Simon, ein Beitrag dem Film DAS LIED DER MATROSEN von Günter Reisch und Kurt Maetzig, ein Text Lothar Warneke mit zwei Filmen, ein Beitrag dem Film DAS MÄDCHEN AUF DEM BRETT von Kurt Maetzig, ein Text den Kinderfilmen von Rolf Losansky und ein Beitrag dem Science-Fiction-Genre bei der DEFA. Die Auswahl ist sehr subjektiv. Einige Texte wurden bereits in anderem Zusammenhang veröffentlicht. Kann man ein Buch zur DEFA-Geschichte publizieren, in dem Konrad Wolf und Frank Beyer, die beiden wichtigsten Regisseure der DEFA, nicht vorkommen? Mehr zum Buch: defa-geschichte-in-filmen-id-87091/

Suchtfaktor Serie

Serien sind außerordentlich po-pulär und haben für Zuschauer eine große Bedeutung. Sie be-schäftigen nicht nur die Me-dienwissenschaft, sondern auch die Psychosozialwissenschaft. Das Buch „Suchtfaktor Serie“, herausgegeben von Gerald Poscheschnik, Professor an der Fachhochschule Kärnten, ord-net die untersuchten Serien nach Genres: Krimis und Thriller (Teil I), Comedy, Sitcom und Satire (Teil II), Drama und Tragödie (Teil III), Mystery, Fantasy und Horror (Teil IV). 15 Texte beschäftigen sich mit BABYLON BERLIN, TRUE DETECTIVE, SHERLOCK (Teil I), THE OFFICE, DIE SIMPSONS, ALLY McBEAL, KING OF QUEENS, GILMORE GIRLS (Teil II), THE DEUCE, FAUDA, CHERNOBYL, BREAKING BAD (Teil III), GAME OF THRONES, AKTE X, STRANGER THINGS (Teil IV). Die Texte stammen von 18 Auto-rinnen und Autoren. Sie vermitteln psychoanalytische Erkenntnisse, die sich auf interessante Weise mit medienwissenschaftlichen Befunden verbinden. Die Lektüre des Bandes ist unbedingt lohnend, nicht nur für Serien-Fans. Sehr lesenswert: der einleitende Aufsatz des Herausgeber „Psychoanalyse und Fernsehen“. Keine Abbildungen. Mehr zum Buch: product_info.php/products_id/3026

Time to Act

Der Fotograf Simon Annand hat über viele Jahre Schau-spielerinnen und Schauspie-ler in Londoner Theatern in den letzten 35 Minuten vor ihrem Auftritt beobachtet, in ihren Garderoben, kostü-miert vor dem Spiegel, in der Phase der Konzentration, bevor der Vorhang sich hebt. Eigentlich sind das Momente, in denen man unbeobachtet sein möchte. Aber alle hier Fotografierten waren natürlich mit dem Procedere einverstanden, weil sie wissen, welch hervorragender Fotograf Simon Annand ist. Zu sehen sind u.a. F. Murray Abraham, Juliet Binoche, Cate Blanchett, Hugh Bonneville, Ellen Burstyn, Glenn Close, Benedict Cumberbatch, Judi Dench, Sally Field, Edward Fox, James Fox, Jeff Goldblum, John Goodman, Ed Harris, Ethan Hawke, Sally Hawkins, Jeremy Irons, Jude Law, Helen Mirren, Keira Knightley, Vanessa Redgrave, Kristin Scott Thomas, Rachel Weisz. Zu jedem Foto gibt es einen kurzen Kommentar des Fotografen. Coverfoto: Eddie Redmayne als Richard II. (2012). Mit Einleitungstexten des Produzenten Peter Wilson, der Schauspielerin Cate Blanchett und der Kuratorin Victoria Broackes vom Victoria and Albert Museum London. Ein wunderbares Buch für die Überbrückung einer Zeit, in der die Theater in Europa aus Corona-Gründen geschlossen sind. Der Verlag spendet von jedem verkauften Exemplar 1 € an die Corona-Künstler-Hilfe. Mehr zum Buch: .salzundsilber.de/produkt/timetoact/