Ruth Hellberg

Sie agierte mehr auf der Bühne als vor der Kamera. Ruth Hell-berg (1906-2001) hat als Schau-spielerin in Deutschland ein erlebnisreiches Leben geführt, das uns Thomas Blubacher – Autor einer beeindruckenden Gustaf Gründgens-Biografie – mit seinem neuen Buch in Erinnerung ruft. Sie war offen-bar eine selbstbewusste Person, uneheliche Tochter einer Schau-spielerin und eines Theater-intendanten, verließ früh die Schule, um Schauspielerin zu werden, debütierte in Meiningen, zog mit der Theatertruppe von Hans Holtorf durch die Provinz und verschaffte sich ein Engagement bei den Münchener Kammerspielen unter Otto Falckenberg. Damit begann ihre Karriere. In den 1930er Jahren drehte sie ihre wichtigsten Filme, darunter YVETTE von Wolfgang Liebeneiner, HEIMAT von Carl Froelich, DREI UNTEROFFIZIERE von Werner Hochbaum. Von 1934 bis 1944 war sie mit Wolfgang Liebeneiner verheiratet. Hörbar war sie als Synchronsprecherin von Vivien Leigh, Myrna Loy, Elisabeth Bergner und Jeanne Moreau über viele Jahrzehnte. Nach Kriegsende spielte sie vorwiegend Theater u.a. in Stuttgart, Berlin, Frankfurt, Hamburg und München. In ihrer letzten Filmrolle war sie die Mutter von Karin Baal und Barbara Auer in Hermine Huntgeburths Film IM KREIS DER LIEBEN (1991). Ich habe Ruth Hellberg einige Male auf der Bühne gesehen und schätze auch ihre Filmarbeit. Thomas Blubacher hat hervorragend recherchiert, in den Anmerkungen (über 100 Seiten) findet man viele interessante Kurzbiografien. Mit Abbildungen in guter Qualität. Mehr zum Buch: ruth-hellberg.html

Helge Schneider

Er ist vielseitig kreativ: als Sän-ger, Musiker, Schauspieler, Autor, Zeichner, Filmemacher. Helge Schneider (*1955 in Mühlheim an der Ruhr) gilt als Multitalent. In der 100-Seiten-Reihe des Reclam Verlages würdigt ihn Peter Kemper mit einem sehr zugeneigten Text, der die einzelnen Tätigkeiten kenntnisreich und differenziert darstellt. Natürlich habe ich JOHNNY FLASH (1986) von Werner Nekes, MENU TOTAL (1986) von Christof Schlingen-sief und MEIN FÜHRER (2007) von Dani Levy gesehen, in denen Helge Schneider jeweils die Hauptrolle spielte, aber ich war nie ein Fan von ihm. TEXAS – DOC SCHNEIDER HÄLT DIE WELT IN ATEM (1993) fand ich originell, seine vier anderen Regiefilme kenne ich nicht. Das kleine Buch hat mich neugierig gemacht. Zunächst werde ich einen seiner Kriminalromane lesen, dann sehen wir weiter. Mehr zum Buch: Peter/Helge_Schneider__100_Seiten

Die Odyssee der Drehbuchschreiber

Christopher Vogler ist Story-Editor von 20th Century Fox und Dozent an der University of Southern California, er kennt die Strukturen erfolgreicher Drehbücher und erzählt hier die Grundmuster einer „Heldenreise“. Seine theoretischen Paten sind der Mythenforscher Joseph Campbell und der Psycho-loge C. G. Jung. Das Buch entstand 1998, wurde damals auch ins Deutsche übersetzt, die vorliegende Ausgabe stammt aus dem Jahr 2010 und wurde jetzt im Autorenhaus Verlag neu herausgegeben. Der Text endet mit sechs Fragen, die nach Meinung des Autors schon immer die Mythen beherrscht haben: „Wer bin ich? Woher komme ich? Was wird geschehen, wenn ich sterbe? Was ist der Sinn von alledem? Wo ist mein Platz in dieser Welt? Wohin wird meine eigene Reise des Helden mich führen?“. Der Text (400 Seiten) teilt sich in zwei „Bücher“: „Die Reise“ (Praktische Einführung, Die Archetypen, Der Held, Der Mentor: weiser alter Mann, weise alte Frau, Der Schwellenhüter, Der Herold, Der Gestaltwandler, Der Schatten, Der Trickster) und „Stadien der Reise“ (insgesamt zwölf und ein Rückblick). Filmbeispiele, die vom Autor oft herangezogen werden, sind: THE WIZARD OF OZ (1939) von Victor Fleming, STAR WARS (1977) von George Lucas, ROMANCING THE STONE (1984) von Robert Zemeckis, BEVERLY HILLS COP (1984) von Martin Brest, FATAL ATTRACTION (1987) von Adrian Lyne, THE SILENCE OF THE LAMBS (1988) von Jonathan Demme, DANCES WITH WOLVES (1990) von Kevin Costner, THE LION KING (1994) aus den Disney-Studios und TITANIC (1997) von James Cameron. Dramaturgische Veränderungen der vergangenen zwanzig Jahre im Zusammenhang mit TV-Serien spielen keine Rolle. Ein Klassiker der Drehbuchliteratur. Keine Abbildungen. Mehr zum Buch: grundmuster-für-schriftsteller.phtml

Irving Penn

Im C/O Berlin ist zurzeit die Ausstellung „Centen-nial“ des „Jahrhundert-fotografen“ Irving Penn (1917-2009) zu sehen. Ich finde sie grandios. Auf zwei Etagen werden rund 240 Exponate gezeigt, elf Themen geben die Zeit- und Raumstruktur vor: „Lebenszeichen, 1939-47“ (Momente und Arrange-ments aus New York, Mexiko, Italien), „Existentielle Portraits, 1947-48“ (Prominente in einem jeweils speziellen, meist engen Raum, darunter Georgia O’Keeffe, Elsa Schiaparelli, George Grosz, Salvador Dali, Jerome Robbins, Igor Strawinsky, Le Corbusier, Alfred Hitchcock, Peter Ustinov, Truman Capote, Joe Louis, W. H. Auden, Spencer Tracy), „In Vogue, 1947-50“ (Titelgeschichten für die Zeitschrift), „Cuzco, 1948“ (Menschen in der peruanischen Stadt), „Aktaufnahmen 1949-50“ (eigenwillige Körperausschnitte), „Kleine Gewerbe, 1950-51“ (Menschen in London und New York mit Werkzeugen oder Gegenständen aus ihrem Arbeitsbereich), „Klassische Portraits, 1948-62“ (darunter T. S. Eliot, Marlene Dietrich, Jean Cocteau, Miró und seine Tochter, Richard Burton, Cecil Beaton, Audrey Hepburn, Yves Saint Laurent, Francis Bacon, Colette, Carson McCullers, Pablo Picasso), „Ethnographische Portraits, 1967-71“ (meist aufgenommen für Vogue in Neuguinea und Marokko), „Zigaretten, 1972“ (fotografiert in New York), „Zeitkapseln, 1960er Jahre-2007)“ (ungewöhnliche Portraits u.a. von Tom Wolfe, Truman Capote, Arthur Penn und Warren Beatty, Ingmar Bergman, Joan Didion, Zaha Hadid, Richard Avedon, Gianni Versace; Personen in exotischen Kostümen), „Stillleben, 1968-2007“. Es lohnt sich, die Ausstellungsräume mehrmals zu durchqueren. – Die erste Station der Ausstellung war im vergangenen Jahr das Metropolitan Museum of Art in New York. Der Katalog ist bei Schirmer/Mosel erschienen, herausgegeben von Maria Morris Hambourg und Jeff L. Rosenheim, mit Texten von Alexandra Dennett, Philippe Garner, Adam Kirsch, Harald E. L. Prins, Vasilios Zatse und dem Herausgeberteam. 365 Abbildungen in bester Qualität. Man kann sich stundenlang mit diesem Buch beschäftigen. Mehr zur Ausstellung: irving-penn-centennial-berlin . Mehr zum Buch: Penn_Centennial.pdf

Die Verheimatlichung der Welt

Ein sehr reflektiertes Buch über den Westernfilm ist im Neofelis Verlag erschienen. Es hat den Titel „Die Verheimatlichung der Welt“ und stammt von der Kunst- und Medienwissenschaftlerin Heike Endter. Ihre Überlegungen zum Western sind in fünf Kapitel unterteilt: „Raumbewusstsein“ (Filmbeispiele sind hier SHANE, DER KAISER VON KALIFOR-NIEN, THE BIG COUNTRY und THE BIG TRAIL), „Heimat-bindung“ (WESTERN UNION, DER KAISER VON KALIFOR-NIEN, DJANGO UNCHAINED, HEAVEN’S GATE und BONES OF CONTENTION), „Beweglichkeit“ (THE GOLDRUSH, THE FAR COUNTRY, WILL PENNY, APACHE und POWWOW HIGHWAY), „Statik“ (THE TRAP, JEREMIAH JOHNSON, THE BIG TRAIL, THE THREE BURIALS OF MELQUIADES ESTRADA, DEADWOOD, DJANGO UNCHAINED), „Ichbewusstsein“ (LITTLE BIG MAN, HOMBRE, THE MAGNIFICENT SEVEN). Es ist klar, dass sich das Westerngenre mit dem Thema Migration eng verbinden lässt. Die Lektüre des Buches ist spannend, weil die Autorin ihre Erkenntnisse konkret und präzise vermittelt, nur selten wissenschaftliche Verweise einfügt und der Text Lust macht, einige der genannten Filme bald einmal wiederzusehen. Mit 25 Abbildungen in sehr guter Qualität. Heike Endter hat 2011 ein Buch über „Ökonomische Utopien und ihre Bilder in Science-Fiction-Filmen“ publiziert. Das werde ich jetzt unbedingt lesen. Mehr zum Buch: 9783958081352

Jeanine Meerapfel

Gestern wurde die amtie-rende Präsidentin der Akademie der Künste für drei weitere Jahre in ihrem Amt bestätigt (wie auch die Vizepräsidentin Kathrin Röggla). Ab heute ist im Bundesplatz Kino eine Werkschau von Jeanine Meerapfel zu sehen: neun Filme, meist in Anwesenheit von Jeanine und anderen, an den Filmen beteiligten Personen. Eröffnet wird heute um 18 Uhr mit MALOU (1981), ihrem ersten langen Spielfilm. Hinter der Kamera stand damals Michael Ballhaus, die Hauptrollen spielten Ingrid Caven, Helmut Griem und Grischa Huber. Zu Gast ist dann auch die Produzentin Regina Ziegler. Am 10. Mai (Himmelfahrt) steht der Dokumentarfilm DIE KÜMMELTÜRKIN GEHT (1985) auf dem Programm. Als Gast wird der Kameramann Johann Feindt erwartet. In den Folgewochen sind die Filme DESEMBARCOS – ES GIBT KEIN VERGESSEN (1989), DIE VERLIEBTEN (1987), LA AMIGA (1988), AMIGOMIO (1993) und IM LAND MEINER ELTERN (1981) zu sehen. Beendet wird die Werkschau mit dem jüngsten Film von Jeanine, DER DEUTSCHE FREUND (2012), am 14. Juni. An diesem Tag feiert Jeanine ihren 75. Geburtstag. Mehr zur Werkschau: youtube.com/watch?v=Pr-nY8I3XY8 und m&mid=1123

Nico Hofmann

Er ist seit 1. September 2017 Chef der UFA und damit einer der großen Produzenten in diesem Land. Nico Hofmann (*1959) hat jetzt ein Buch publiziert, das er nicht als Autobiografie verstanden wissen will, sondern als „Debattenbeitrag zur Analyse des Zustands unserer Gesell-schaft und zu der Frage, in welcher Welt wir heute und in Zukunft leben wollen“. Der Titel „Mehr Haltung, bitte!“ und der Untertitel „Wozu uns unsere Geschichte verpflichtet“ verwei-sen auf die Zielrichtung: den Leserinnen und Lesern mit seiner Lebensgeschichte die Verantwortung für die filmische Thematisierung gesellschaftlicher Konflikte zu vermitteln. Ich fühle mich mit Nico seit vielen Jahren befreundet, er war einige Zeit unser Nachbar in der Sybelstraße. In seinem Buch schreibt er über Eckpunkte in seinem Leben: die Verbindung zu seinen journalistisch tätigen Eltern, die sich beide bei der Mannheimer Filmwoche engagierten, aber scheiden ließen, als Nico 15 Jahre alt war, die Filmarbeit mit Super-8 seit der Schulzeit, das Sehen der amerikanischen Fernsehserie HOLOCAUST, die Ausbildung an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen, der Abschlussfilm DER KRIEG MEINES VATERS, der Film LAND DER VÄTER, LAND DER SÖHNE, die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Götz George, der Abschied von der Filmregie nach SOLO FÜR KLARINETTE, die Gründung der Firma teamWorx, die Produktion speziell der Filme DER TUNNEL, DRESDEN, UNSERE MÜTTER, UNSERE VÄTER, die Übernahme der Chefposition in der UFA. Nicos Text, bei dessen Formulierung er von dem Dramaturgen Thomas Laue unterstützt wurde, hat eine große Empathie. Immer wieder kommen Menschen ins Spiel, denen sich der Autor zu Dank verpflichtet fühlt, zum Beispiel der Theaterregisseur Dieter Dorn, die Produzentin Regina Ziegler, die Produzenten Bernd Eichinger, Fred Kogel und Jan Mojto. Auch die Tätigkeit an der Filmakademie in Ludwigsburg wird thematisiert. Es gibt Lücken, die mir aufgefallen sind (zum Beispiel die Nibelungenfestspiele in Worms), aber es gibt eine Konstante, die deshalb auch im Titel genannt ist: Haltung! Das ist für Nico Hofmann nicht nur ein Begriff, sondern eine Forderung. Mehr zum Buch: 488550.rhd

Film-Konzepte 50: Wim Wenders

Dies ist Band 50 der Reihe „Film-Konzepte“, die 2006 von Thomas Koebner gegründet wurde. Jährlich erscheinen vier Bände, Herausgeber *innen sind inzwischen Michaela Krützen, Fabienne Liptay und Johannes Wende. Jeder Einzelband hat einen verantwortlichen Heraus-geber, Jörn Glasenapp hat das jetzt erschienene Buch über Wim Wenders ediert. Sein einleitender Essay legt das Fundament: „Vom Geschichtenverweigerer, der bisweilen Geschichten erzählt, zum Geschichtenerzähler, der bisweilen Geschichten verweigert“. Er richtet den Blick auf Wim Wenders und seine Spielfilme. Corina Erk reflektiert über den Roadmovie-Stil von Wenders am Beispiel von ALICE IN DEN STÄDTEN, FALSCHE BEWEGUNG und IM LAUF DER ZEIT. Brad Prager untersucht die Autorenrolle von Wenders in NICK’S FILM: LIGHTNING OVER WATER („Angst um die Echtheit des Gefilmten“). Christina Bartz beschäftigt sich mit dem Dokumentarfilm TOKYO-GA und den Möglichkeiten eines filmischen Erinnerns. Bei Florian Lehmann geht es um die Sehnsucht nach der Gegenwart in DER HIMMEL ÜBER BERLIN und IN WEITER FERNE, SO NAH!. Jessica Nitsche reflektiert über Wenders’ Figuren der Fotografie in PALERMO SHOOTING, ALICE IN DEN STÄDTEN und SALZ DER ERDE. Felix Lenz äußert sich zu den späten US-Filmen von Wenders. Lisa Gotto entdeckt den Raumzauber des 3D-Kinos in PINA. Die acht Beiträge fügen sich zu einem Gesamtbild, das das Werk von Wenders angemessen würdigt. Mit Biografie und Filmografie. Coverfoto: Nastassja Kinski in PARIS, TEXAS. Mehr zum Buch: WtuYMun-BW8

Tarantino

Man kann ihn noch immer als Kultregisseur bezeichnen, er hat international viele Fans und sein Werk – von RESERVOIR DOGS (1992) bis THE HATE-FUL 8 (2015) – ist sehr präsent. Quentin Tarantino (*1963) bereitet einen Film über die Morde der Manson Family vor, war im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Weinstein-Skandal kurzfristig in den Schlagzeilen, hat sich aber in akzeptabler Weise daraus befreit. Im Knesebeck Verlag ist jetzt eine voluminöse Publikation über ihn erschienen. Sie beeindruckt sofort durch ihren Bilderreichtum. Immer wieder schaut uns der Regisseur (wie auf dem Coverfoto) direkt an. Standfotos, Aufnahmen von den Dreharbeiten, meist in Farbe, einige auch in Schwarzweiß, erinnern an die neun Filme, die Tarantino als Regisseur realisiert hat. Sie stehen im Mittelpunkt des Buches. Mit dem Autor Tom Shone kommen wir zur zweiten wichtigen Ebene der Publikation, einem Text, der sehr gut recherchiert ist, die Filme angemessen würdigt und der Persönlichkeit Tarantinos gerecht wird. Als Übersetzerin hat Claire Roth gute Arbeit geleistet. Von Tarantinos Filmen gefallen mir PULP FICTION, INGLORIOUS BASTARDS und DJANGO UNCHAINED am besten. Das liegt natürlich auch an den Schauspielern. Mehr zum Buch: tarantino/t-1/675

Erzählte Moderne

Immer wieder werden die künstlerischen Aufbrüche der Weimarer Republik themati-siert. In diesem von Andreas Blödorn, Christof Hamann und Christoph Jürgens herausge-gebenen Buch geht es um „Fiktionale Welten in den 1920er Jahren“. Der erste und umfangreichste Teil – 13 Texte – ist der deutschsprachigen Literatur gewidmet. Drei Beiträge haben mir besonders gut gefallen: Susanne Catreins und Christof Hamanns Essay über „Betrachten und Beschreiben in Robert Walsers ‚Seeland’“, Jacques Le Riders Anmerkungen zu Karl Kraus („Der Mann, der Romane nicht mochte“) und Luisa Bankis Gedanken zu „Leidenschaft und weiblichem Genießen in Stefan Zweigs ‚Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau’“. Die fünf Texte des zweiten Teils richten den Blick auf die internationale Literatur, spannend: „Der enzyklopädische Strukturplan des ‚Ulysses’ von James Joyce“ von Ulrich Ernst. Im dritten Teil geht es um „Mediale Aspekte des Erzählens in der Moderne“. Kristina Fink hat Arthur Schnitzlers Typoskripte untersucht und daraus eine Textgenese von „Fräulein Else“ und „Flucht in die Finsternis“ entwickelt. Metin Genç schreibt über „Medienpositionen und -negationen in Melchior Vischers ‚Sekunde durch Hirn’“ („Gehirnkino“). Stephan Brössel entdeckt die drei Filmromane von Arnold Höllriegel (eigentlich: Richard A. Bermann) wieder und gibt ihnen eine neue Bedeutung. Michael Töteberg erinnert daran, wie die Filmindustrie mit dem Drehbuchautor einen Schriftsteller-Typus kreierte („Die Ufa sucht keine Dichter“). Andreas Blödorn beschäftigt sich mit Dr. Mabuse als einer intermedialen Reflexionsfigur zwischen Film (Fritz Lang) und Roman (Norbert Jacques). Und Christoph Jürgensen äußert sich schließlich zum Exotismus im Schlager der Zwanziger Jahre („Was macht der Maier am Himalaya?“). Eine interessante Publikation, erschienen im Wallstein Verlag. Mehr zum Buch: erzaehlte-moderne.html