Ein letztes Wort zum Kino

2016.Letztes Wort zum KinoDer französische Comic-Autor Blutch (eigentlich: Christian Hincker, * 1967) hat seine sehr persönliche Kinogeschichte vor fünf Jahren publiziert, jetzt ist sie bei Reprodukt auf Deutsch erschienen. Schauspielerinnen und Schauspieler tauchen aus der Erinnerung auf, aber auch Regisseure und vor allem: Film-szenen, die in den Zeichnungen auf den entscheidenden Punkt gebracht werden. Es beginnt mit der Nachricht vom Tod von Paul Newman und endet mit Michel Piccolis Ankündigung „Hier steige ich aus.“ Dann fährt ein Zug in einen Tunnel. Wir sehen Jean-Luc Godard in einer Industriehalle beim Angeln, aber die Fische verrotten, wenn er sie aus dem Wasser zieht. Wir sehen als Porträt von Luchino Visconti „Fragmente aus dem Leben des Künstlers in sieben Vignetten“. Wir sehen eine Meditation über Burt Lancaster von seiner Jugend bis ins Alter; sein Dialog mit Claudia Cardinale in IL GATTOPARDO ist als Altersvision formuliert, und auf einer Seite sind zwanzig Lancaster-Gesichter in Filmen von zwanzig Regisseuren gezeichnet, von Siodmak bis Peckinpah. Im Kapitel „Frau im Film“ fragen u.a. Marilyn Monroe, Brigitte Bardot, Anita Ekberg, Carol Baker, Rita Hayworth, Betty Grable und Ava Gardner ihre Partner ob ihnen ihre Beine, ihr Po, ihre Brüste, ihre Arme, ihr Gesicht, ihr Mund, ihre Augen gefallen, und ein Kinozuschauer antwortet: „Ja, alles!“. King Kong und Tarzan sind präsent, die Missetaten von Kirk Douglas sehen bedrohlich aus, und aus dem imaginären Museum meldet sich Orson Welles mit der Botschaft: „… die Gefahr beim Film ist, dass Sie dank der Kamera alles sehen, alles ist da. Es gilt, das zu beschwören und hervorzukehren, was eigentlich nicht sichtbar ist…“ Die Personen kommen und gehen in diesem Panoptikum der Filmgeschichte wie es dem Autor beliebt. Und Blutch fungiert dabei als Stichwortgeber. Alles ist in seinem Kopf entstanden und wurde von ihm gezeichnet. Ein starkes Bilderbuch. Mehr zum Buch: ein-letztes-wort-zum-kino/

MYSTERIOUS OBJECT AT NOON

2016.DVD.MysteriousObjectDer thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul gilt, seit er 2010 in Cannes für UNCLE BOONMEE ERINNERT SICH AN SEINE FRÜHEREN LEBEN die Goldene Palme gewonnen hat, nicht mehr als Geheimtipp. Sein jüngster Film, CEMETERY OF SPLENDOUR, lief Anfang des Jahres auch bei uns im Kino. Er handelt, wie die meisten Weerasethakul-Filme, von Erinnerungen, von Träumen und von der Realität seines Landes. Sein erster Langfilm, MYSTERIOUS OBJECT AT NOON, ist, verantwortet vom Österreichischen Filmmuseum, jetzt in der „Edition filmmuseum“ als DVD erschienen. Er beginnt mit einer langen Autofahrt durch die Straßen von Bangkok, wir hören zuerst aus dem Off Fragmente einer dramatischen Liebesgeschichte und dann Werbesprüche für gedünsteten und gesalzenen Thunfisch. Ein Schnitt am Ende der Autofahrt zeigt uns, dass wir mit einem Fischverkäufer unterwegs waren. Die Bilder sind schwarzweiß, sie wirken dokumentarisch, aber der Regisseur versteht sich nicht als Dokumentarist. Neue Figuren kommen ins Spiel, eine Frau erzählt vom Schicksal eines Jungen, der an den Rollstuhl gefesselt ist, und von einer Frau, die ihn liebevoll betreut. Mit immer neuen Informationen wird diese Geschichte erweitert und durch andere Personen vertieft. Man weiß zwar nicht genau, was all diese Figuren miteinander verbindet. Aber man hört ihnen mit Interesse zu. Wir bewegen uns durch Thailand, der Regisseur unternimmt eine Reise von Norden nach Süden, wir fahren mit der Eisenbahn, mit dem Schiff, mit dem Auto. Wir lernen ein Land kennen. Der Film wurde im Jahr 2000 realisiert, er dauert 85 Minuten. Für die DVD wurde er vom Österreichischen Filmmuseum restauriert. Die Investition hat sich gelohnt. Zum Bonusmaterial gehören drei Kurzfilme des Regisseurs und als pdf im ROM-Bereich das Buch über Apichatpong Weearsethakul von James Quandt in englischer Sprache. Der Text über MYSTERIOUS OBJECT AT NOON wurde fürs Booklet der DVD ins Deutsche übersetzt. Mehr zur DVD: Mysterious-Object-at-Noon.html

Ressentimentalität

2016.RessentimentalitätElf Aufsätze, die als kumulative Habilitationsschrift an der Universität St. Gallen einge-reicht und angenommen wurden. Jörg Metelmann stellt einen kulturhistorischen Zusammen-hang her zwischen den gesell-schaftlichen Ressentiments und dem Genre des Melodrams, „denn das Melodram ist wie das Ressentiment gefühlsethische Zeichenbestimmung. Die Texte untersuchen die Kulturlogik und Funktionsweise dieses sehr prominenten, wandlungsfähigen und weit verbreiteten Darstel-lungsmusters, dessen Erzählmodus viele Elemente in sich vereint: die Dualisierung der Welt, die moralisch eindeutige Zuordnung von Gut und Böse, die klare emotionale Selbstpositionierung, die Konstruktion eines Raums des unschuldig-glücklichen Miteinander, die vor allem visuelle Kommunikation über kraftvolle Bilder, der Aufruf und der Schritt zur moralisch gebotenen Tat.“ (S. 10). In den Texten findet man – nach theoretischer und historischer Klärung der Elemente des Melodrams – viele Filmanalysen mit interessanten Erkenntnissen. Ich nenne nur einige Filme, auf die Metelmann intensiver eingeht: TOTER MANN von Christian Petzold, BLACK SWAN von Darren Aronofsky, WUT von Züli Aladag, KNALLHART von Detlev Buck, CHIKO von Özgür Yildirim, ZIVILCOURAGE von Dror Zahavi. Ein eigenes Kapitel ist italienischen und deutschen Melodramen der Migration gewidmet, darunter DIE UNBEKANNTE von Giuseppe Tornatore, SHANDURAI UND DER KLAVIERSPIELER von Bernardo Bertolucci, SOLINO, AUF DER ANDEREN SEITE und SOUL KITCHEN von Fatih Akin, DER ALBANER von Johannes Naber. 119 kleine Abbildungen in guter Qualität begleiten uns durch die Filmanalysen. Coverfotos: DIE UNBEKANNTE (oben) und WUT (unten). Mehr zum Buch: ressentimentalitaet.html

Strategien des Narrativen

2016.StrategienEine Dissertation, die an der Freien Universität Berlin entstanden ist. Es geht thema-tisch um die Präsentation von Filmbildern im musealen Raum. Die Autorin Ruth Reiche konstatiert: „Geht man mit Foucault davon aus, dass sowohl das Kino als auch das Museum heterotopische Räume sind, kann man davon sprechen, dass die eine Heterotopie in die andere inkludiert wird und damit auf sich selbst zurückspiegelt. Das Kino ist ein Raum der Freizeit, des Vergnügens, der Unterhaltung. Das Museum ist ein Raum des Bewahrens, des Vermittelns, der Bildung. Wird also das Kino ins Museum verschoben, dann spiegelt es auf sich selbst zurück. Es entsteht folglich eine Heterotopie des Kinematographischen, ein, um mit Bellour zu sprechen, anderes Kino.“ (S. 10). Reiche formuliert zunächst die Grundlagen der Erzähltheorie, verweist auf Spielarten des Erzählens in einer Schleife, definiert den kinematographischen Raum als Rahmen für die Narration, gibt Beispiele für mehrkanaliges Erzählen und analysiert schließlich die zwei Versionen von Eija-Liisa Athilas THE HOUSE. Sie bringt den Nachweis, „dass vermeintlich einengende Kategorien wie narrativ, nicht-narrativ, erzählerisch, linear, nonlinear, installativ, kinematographisch, einkanalig, mehrkanalig der exakten Beschreibung eines Werkes dienen, kein Selbstzweck sind, sondern Mittel, um ein Werk in seiner ihm eigenen Spezifik zu erfassen und seine Wirkmechanismen besser zu begreifen, da sie allesamt als Parameter zu verstehen sind, die sich gegenseitig beeinflussen und in reflexiver Spannung zueinander stehen.“ (S. 196). Konkrete Beispiele helfen, die Beweisführung nachzuvollziehen. Coverfoto: THE HOUSE (2002), DVD-Installation für drei Projektionen mit Ton. Mehr zum Buch: www.verlag-silke-schreiber.de/start.html

MnemoCine

2016.MnemoCineEine Dissertation, die an der Universität Basel entstanden ist. Sie sucht nach der „Konstruktion des Gedächtnisses in der Erfah-rung des Films“. Ihre Lektüre stellt hohe Ansprüche, denn sie verknüpft Psychologie, Geschich-te und Film, sie „bringt das Kino auf die Spur der Erinnerung und die Erinnerung auf die Spur des Kinos“. oder: „In konsequenter Verschränkung von Innen und Außen, Mentalität und Media-lität, Psyche und Technik wird eine filmbasierte Morphologie, Phänomenologie und Pragram-matologie der Erinnerung erarbeitet.“ Da kann man sich schon mal im Labyrinth der Theorien verirren. Die drei Teile heißen „Mind Screening. Eine Dekonstruktion“, „Point of Re-Membering“ und „Screen Memories“. Natürlich werden viele Filme ins Spiel gebracht, aber am Ende gibt es nur ein Literaturverzeichnis und einen Verweis auf Internetquellen. 435 Seiten, mit Abbildungen. Mehr zum Buch: mnemocine-2581

70 Jahre DEFA

2016.DEFAAm 17. Mai 1946 wurde in Potsdam-Babelsberg die „Deutsche Film-AG“ gegrün-det, abgekürzt: DEFA. Es war die staatseigene Film-gesellschaft zunächst der sowjetischen Besatzungs-zone und, ab 1949, der DDR, die bis 1991 rund 750 Spielfilme, über 2.000 Dokumentar- und Kurzfilme und 750 Animationsfilme hergestellt hat. Das DEFA-Filmerbe wird von der DEFA-Stiftung gepflegt, die 1998 gegründet wurde und von ihrem – inzwischen dritten – Vorstand Ralf Schenk mit großer Sachkenntnis geleitet wird. Es gibt eine Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, sie lobt Stipendien aus und ist in verschiedener Weise aktiv, um die Erinnerung an die DEFA lebendig zu halten. Die Deutsche Kinemathek hat in diesem Zusammenhang die Kinoauswertung übernommen, und für den Vertrieb der DVDs ist die Firma Icestorm zuständig, die mehr als 100.000 DEFA-Filme jährlich verkauft. Im Mai sind im rbb, im MDR und auf Arte anlässlich des Jubiläums zahlreiche DEFA-Filme zu sehen. Über weitere Aktivitäten informiert der Newsletter der DEFA-Stiftung: DEFA-Newsletter-Mai-2016.pdf

Seit Mitte der 50er Jahre haben mich DEFA-Filme durch mein Leben begleitet, Spielfilme u.a. von Konrad Wolf, Frank Beyer, Heiner Carow, Egon Günter oder Lothar Warneke, Dokumentarfilme von Jürgen Böttcher, Winfried Junge, Volker Koepp oder Helke Misselwitz. Wenn ich zwölf DEFA-Filme nennen müsste, die mich in der Zeit von 1959 bis 1989 am stärksten beeindruckt haben, wären dies wohl in chronolo-gischer Reihenfolge: STERNE (1959) von Konrad Wolf, NACKT UNTER WÖLFEN (1963) von Frank Beyer, DER GETEIILTE HIMMEL (1964) von Konrad Wolf, SPUR DER STEINE (1966) von Frank Beyer, WÄSCHERINNEN (1972) von Jürgen Böttcher, DER DRITTE (1972) von Egon Günther, DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA (1973) von Heiner Carow, SOLO SONNY (1980) von Konrad Wolf und Wolfgang Kohlhaase, LEBENSLÄUFE (1981) von Winfried und Barbara Junge, UNSER KURZES LEBEN (1981) von Lothar Warneke, LEBEN IN WITTSTOCK (1984) von Volker Koepp, WINTER ADÉ (1989) von Helke Misselwitz. Aber es waren über all die Jahre noch unendlich viele andere DEFA-Filme, die eine große Bedeutung für mich hatten und noch immer haben.

Die großen Ufa-Literaturverfilmungen

2016.DVD.Ufa LiteraturverfilmungenVier Filme nach literari-schen Vorlagen enthält dieser DVD-Set, drei aus der NS-Zeit, einen aus den 1950er Jahren. 13 STÜHLE (1938) von E. W. Emo entstand nach dem satiri-schen Roman von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow. Er erzählt die Geschichte des Friseurs Felix Rabe (Heinz Rühmann), der von seiner verstorbenen Tante 13 Stühle erbt. Rabe verkauft sie an einen Trödler und erfährt kurz darauf, dass in einem Stuhl 100.000 Mark eingenäht waren. Die Stühle sind inzwischen verkauft, Rabe macht sich gemeinsam mit dem Trödler (Hans Moser) auf die Suche nach den neuen Besitzern, die Ermittlungen verlaufen turbulent und in zwölf Fällen erfolglos, das Geld enthält der 13. Stuhl, der in einem Waisen-haus gelandet ist und dort bereits entdeckt wurde. Rabe verzichtet zugunsten der Kinder und wird dafür entschädigt: mit einem von ihm erfundenen Haarwuchsmittel wird er ein reicher Mann. – DIE VIER GESELLEN (1938) von Carl Froelich basiert auf einem Bühnenstück von Jochen Huth. Die Komödie handelt von vier jungen Werbegrafike-rinnen, die sich in Berlin zusammentun und gemeinsam erfolgreich sind. Seine besondere Bedeutung gewinnt der Film durch die Mitwirkung des späteren Weltstars Ingrid Bergman, die als Grafikerin Marianne Kruge eine große Präsenz hat. – DIE GEIERWALLY (1940) von Hans Steinhoff ist die zweite Verfilmung des Romans von Wilhelmine von Hillern; die erste stammte von E. A. Dupont, sie entstand 1921, und damals spielte Henny Porten die Titelrolle. Im Film von Steinhoff ist Heidemarie Hatheyer die Wally, die sich gegen ihren dominanten Vater behaupten muss, um am Ende statt des Bauern Vinzenz den Bären-Josef zu zu bekommen. Die Kameraführung von Richard Angst und die Darstellung von Heidemarie Hatheyer verschaffen dem Film Qualitäten. – DAS TOTENSCHIFF (1959) von Georg Tressler ist eine Adaption des Romans von B. Traven. Relativ spannend werden die Ereignisse auf dem Schmugglerkahn ‚Yorrike’ erzählt, der am Ende auf hoher See kentert. Drei Männer an Bord stehen im Mittelpunkt der Geschichte: der Matrose Philip Gale (gespielt von Horst Buchholz), der Heizer Martin (Helmut Schmid) und der Schiffstrimmer Stanislaw Lawski (Mario Adorf). Nur Gale überlebt. Beeindruckend sind vor allem das Spiel der Hauptdarsteller und die Kameraführung von Heinz Pehlke. – Klassische Literaturverfilmungen sind eigentlich nur 13 STÜHLE, DIE GEIERWALLY und DAS TOTENSCHIFF. Aber es lohnt sich, alle vier Filme wieder einmal anzuschauen. Mehr zur DVD: FILM&page=3&id=1014150

Woody Allen

2016.Woody AllenIm vergangenen Dezember feierte er seinen 80. Geburtstag, und vorgestern wurden die Filmfestspiele in Cannes mit seinem neuesten Film CAFÉ SOCIETY eröffnet.  Jetzt ist bei Hoffmann und Campe in der Reihe der Atlantik Bücher ein sehr lesenswertes Buch über Woody Allen erschienen. Der spanische Autor Natalio Grueso ist mit ihm befreundet. Die persönliche Nähe ist kein Nachteil für die Würdi-gung eines Lebenswerks. Grueso verweigert sich der traditionellen Form einer Biografie, seine 13 Kapitel sind thematisch strukturiert: Das Genie. Das junge Talent. Der Stand-up-Comedian. Der Geschichtenerzähler. Der Komiker. Die Berühmtheit. Der Kinoliebhaber. Der Spanienliebhaber. Der Glückpilz. Der Musiker. Der Leser. Der Existenzialist. Der Ewige. Am besten gefallen haben mir die Kapitel „Der Geschichtenerzähler“ (über das Drehbuchschreiben, das für Allen im Zentrum seiner Arbeit steht) und „Der Kinoliebhaber“ (über die filmischen Vorbilder von Allen, die vorwiegend in Europa lokalisiert sind). Es ist beeindruckend, wie genau Grueso in diesem Zusammen-hang die Verbindungen zu Ingmar Bergman beschreibt. Die Zeit-sprünge im Text sind in der Regel mühelos nachzuvollziehen, und wer sich auf der sicheren Seite fühlen will, kann sich in der „Chronologie“ im Anhang schnell vergewissern, ob er in den Zeiten richtig liegt. Zu Beginn jedes Kapitels: ein Foto. Dies ist ein Buch, das von seinem Text lebt. Und der hat große Qualitäten. Mehr zum Buch: woody-allen-buch-8068/

Das Disney-Buch

2016.Disney BuchMein erster Walt-Disney-Film war BAMBI. Ich habe ihn 1950 im Lida am Breiten-bachplatz gesehen und sehr geweint, als Bambis Mutter von Jägern im Schnee erschossen wurde. Im Dorling Kindersley Verlag ist jetzt ein schönes Buch über die magische Welt von Walt Disney erschienen, das natürlich auch viele persön-liche Erinnerungen auslöst. Der sehr informative Text stammt von Jim Fanning, der als Disney-Historiker ausgewiesen ist und uns auf der Zeitreise sachkundig begleitet. Dominiert wird das Buch von den Abbildungen, die vorwiegend aus dem Disney-Archiv stammen. Wir sehen – beginnend im Jahr 1920 – Disney und seine Zeichner bei der Arbeit und erkennen sofort all die Figuren, die wir irgendwann geliebt haben: Mickey Mouse, Pluto und Goofy, Donald Duck, Tick, Trick und Track, Schneewittchen und die sieben Zwerge, Pinocchio, Dumbo, Bambi und Cinderella, den Dschungelbären Balu und das Dschungelkind Mogli, Peter Pan, die Meerjungfrau Arielle und den Löwenjungen Simba – bis hin zum Mädchen Riley und ihren fünf Emotionen Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel in dem Pixar-Film INSIDE OUT/ALLES STEHT KOPF. Mehr als die Hälfte des Buches ist dem Animationsfilm gewidmet. Dann folgt „Disney in Action“ u.a. mit den Filmen DIE SCHATZINSEL, 20 000 MEILEN UNTER DEM MEER, MARY POPPINS, FLUCH DER KARIBIK und CINDERELLA. Das dritte Kapitel heißt “Disney erleben“ und führt uns nach Disneyland (eröffnet am 23. September 1953) und in die Themenparks von Florida, Paris, Hongkong und Tokio. In diesem Jahr wird ein Disneyland Park in Shanghai eröffnet. Es sind viele Blicke hinter die Kulissen, die uns Jim Fanning und seine Buchpartner erlauben. Sie zeigen auch, wie sich die Technik entwickelt hat und die Disney-Welt immer größer wurde. Ihr einstiger Gründer starb bereits 1966. Mehr zum Buch: das_disney_buch-2672/

Cannes

2016.CannesHeute wird in Cannes das 69. Filmfestival eröffnet. Nach acht Jahren nimmt endlich wieder ein deutscher Film am Wettbewerb teil: TONI ERDMANN von Maren Ade mit Peter Simoni-schek und Sandra Hüller. Ich schätze Maren Ade sehr und bin gespannt auf ihren neuen Film. Vor zwei Jahren haben wir ihr in der Akademie der Künste den Kunstpreis in unserer Sektion verliehen, und sie erzählte von den Vorbereitungen ihres neuen Projekts. Im Wettbewerb in Cannes sind in diesem Jahr wieder viele renommierte Regisseure vertreten, darunter Pedro Almodóvar, Olivier Assayas, Park Chan-Wook, Jean-Pierre und Luc Dardenne, Asghar Farhadi, Jim Jarmusch, Ken Loach, Christian Mungiu, Sean Penn, Nicolas Winding Refn und Paul Verhoeven. Präsident der Internationalen Jury ist der Regisseur George Miller. Zu den Mitgliedern der Jury gehören die Schauspielerinnen Kirsten Dunst und Valeria Golino, die Sängerin Vanessa Paradis, die Schauspieler Donald Sutherland und Mads Mikkelsen und der ungarische Regisseur László Nemes. Eröffnet wird das Festival heute mit dem neuen Film von Woody Allen, CAFÉ SOCIETY, der außer Konkurrenz läuft. Er spielt im Hollywood der 1930er Jahre. In den nächsten Tagen werde ich sehr aufmerksam die Berichte aus Cannes in der SZ, in der FAZ und im Tagesspiegel lesen. Das Festival dauert bis 22. Mai.