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28. Juli 2022

Wie aus einem Film

Vor sechs Jahren hat Horst Dieter Sihler ein Buch über seine erlebte Filmgeschichte publiziert, das mir sehr gefallen hat: das-kino-von-horst-dieter-sihler/ . Jetzt hat er 33 Miniaturen aus den Jahren 1960 bis 2020 veröffentlicht. Wieder bewegen wir uns mit ihm durch die internationale Welt des Films, aber vor allem gibt es private Erinnerungen, die mit seinem Leben und der Stadt Klagenfurt zu tun haben. Es geht unter anderem um Solidarisches (den Besuch der Filmfestivals in Gdansk 1980 und in Leipzig 1989), Pantomimisches (Marcel Marceau und das Geheimnis des Theaters), Sportliches (Emil Zatopek lief ihm davon), Slowenisches (Annäherung an die zweite Landessprache), Poetisches (Lyrische Wege zum Bewusstsein), Alternatives (ein halbes Jahrhundert anderes Kino), Museales (das Österreichische Film-museum in der Zeit von Kubelka und Konlechner bis zu Alex Horwath), Diagonalisches (Bachmann-Wettbewerb und Österreichiche Filmtage entstanden gleichzeitig), Wohnliches (seine Höhle am Kreuzbergl hat Bauhaus-Atmosphäre), Pandemisches (kein Kino in der Corona-Zeit). Der für mich schönste Text ist das Protokoll einer OP: Wie ein einäugiger Filmkritiker seinen grauen Star verlor und dann klarer sah als je zuvor. Er erinnert mich an meine Augen-OP vor drei Jahren. Eine Fotogalerie (50 Seiten) mit Bildern aus Sihlers Leben ergänzt die Miniaturen. Die Idee zu dem Buch entstand an Sihlers 80. Geburtstag im September 2018. Dass es erscheinen konnte, ist dem Verleger Lojze Wieser zu verdanken (Brief an einen Verleger). Mehr zum Buch: buch/wie-aus-einem-film/