Filmbuch des Monats April 2015

Thomas Koebner:
Edgar Reitz.
Chronist deutscher Sehnsucht

Er gehörte – mit Alexander Kluge, Peter Schamoni, Haro Senft und Herbert Vesely – vor 53 Jahren zu den Unterzeichnern des „Oberhausener Manifests“. Als Regisseur war er natürlich ein Protagonist des westdeutschen Autorenfilms. Er bekam Beifall von der Kritik (zum Beispiel für seinen ersten Spielfilm MAHLZEITEN, für seine Komödie DIE REISE NACH WIEN, für die Erinnerung an die STUNDE NULL), aber beim Kinopublikum war er nicht sehr erfolgreich. Mit dem Film DER SCHNEIDER VON ULM geriet er 1978 in eine Schaffenskrise. Dann kam die Wende im Leben von Edgar Reitz. Sie ist mit dem Wort „Heimat“ verbunden. HEIMAT – EINE DEUTSCHE CHRONIK wurde zu einem Schlüsselfilm der 1970er Jahre. Es folgten DIE ZWEITE HEIMAT – CHRONIK EINER JUGEND (1987-92), HEIMAT 3 – CHRONIK EINER ZEITENWENDE (2002-04) und schließlich DIE ANDERE HEIMAT (2013). Thomas Koebner hat jetzt im Reclam Verlag eine Biographie des Regisseurs publiziert. Sie trägt den Untertitel „Chronist deutscher Sehnsucht“ und ist eine sehr lesenswerte Werkanalyse. Mehr…