14. April 2021
Die Bilder, der Boschmann und ich
Am vergangenen Samstag wurde der Filmemacher Adolf Winkelmann 75 Jahre alt. Im Verlag Henslowsky Boschmann in Bottrop, spezialisiert auf „Bücher vonne Ruhr“, ist gerade ein Buch erschienen, das auf Telefongesprächen zwischen Winkelmann und dem Verleger Boschmann im Herbst 2020 basiert. Zunächst geht es um das Ruhrgebiet, die Kindheit und Jugend in Dortmund, das Kunst-Studium in Kassel, die ersten experimentellen Filme, die Rückkehr in die Heimatstadt. Ausführlich wird über den ersten Spielfilm DIE ABFAHRER (1978) gesprochen, in dem drei arbeitslose Jugendliche einen Möbelwagen klauen und eine abenteuerliche Runde durch die Region drehen. Der zweite Film der Ruhr-Trilogie, JEDE MENGE KOHLE (1981), ist durch das beeindruckende Drehtagebuch von Christiane Schaefer dokumentiert. Auch über NORDKURVE (1992), CONTERGAN (2007) und JUNGES LICHT (2016) wird detailliert gesprochen. Eine wichtige Rolle spielt die Installation der Lichtzeichen am Dortmunder U. Interessant sind Winkelmanns Hinweise auf die technischen Veränderungen der Filmarbeit in den vergangenen 40 Jahren. Er hat die entsprechenden Möglichkeiten genutzt. Gewürdigt wird auch die Professorentätigkeit des Protagonisten an der Fachhochschule Dortmund. Das Buch ist dem wunderbaren Kameramann David Sláma gewidmet, der an allen langen Filmen von Winkelmann beteiligt war und im vergangenen Oktober gestorben ist. Coverfotos: Winkelmann bei den Dreharbeiten zu NORDKURVE und als Schüler 1960. Mehr zum Buch: adolf_winkelmann_bilder.html