Aktuelles
16. September 2012

Bernd Eichinger

Mit der Abkürzung BE habe ich bisher vor allem das Berliner Ensemble verbunden. Und Eichinger war eben Eichinger. Seine Witwe Katja führt für den Buchtitel eine autobiografische Quelle ins Feld, die auf den existentiellen Subtext Let it B.E. verweist. Fünf Jahre waren Bernd und Katja Eichinger verheiratet, dann starb er am 24. Januar 2011, und die Witwe begann zu schreiben. Es ist ein erstaunliches Buch, das jetzt bei Hoffmann & Campe erschienen ist, geprägt von der Nähe der Autorin zum Protagonisten: intim in vielen Details, sehr gut recherchiert, besser formuliert als manche andere, zeitgleich erschienene (Auto-)Biografie. Briefe, Tagebucheintragungen, handschriftliche Zettel und Dokumente konkretisieren den Text der Autorin. Er wird eingerahmt von Schilderungen des Sterbetages, bei denen auch Auslassungen angenehm auffallen. Die Biografie von Detlef Dreßlein und Anne Lehwald bei Heyne 2011 war ein Schnellschuss. Katja Eichingers Biografie hat eine ganz andere Dimension. Dafür gebührt ihr Respekt. Hanns-Georg Rodek (Die Welt, 9.9.2012), Claudius Seidl (FAS, 9.9.) und Peter Körte (FAZ, 11.9.) haben das Buch zugeneigt rezensiert, Tobias Kniebe hat ihm in der SZ eine ganze Seite gewidmet (5.9.), Andrea Hanna Hünninger in der Zeit eine differenzierte Besprechung publiziert (13.9.). Mit 44 schwarzweißen und farbigen Abbildungen, aber leider ohne Personen- und Filmtitel-Register.