Filmbuch-Rezensionen
Filmbuch des Jahres
1970
Filmbuch des Jahres

Dorothea Hollstein
Antisemitische Filmpropaganda
Die Darstellung des Juden im nationalsozialistischen Spielfilm
Verlag Dokumentation, München-Pullach/Berlin 1970
368 S. (36 DM)
ISBN 3-7940-4017-1

Dorothea Hollstein:
Antisemitische Filmpropaganda

In der Dissertation werden 18 nationalsozialistische Spielfilme, in denen in Haupt- und Nebenrollen Juden dargestellt sind, inhaltsanalytisch (Filmgeschehen, Dialog, Darstellung) untersucht. Im Mittelpunkt steht natürlich Veit Harlans jud süss, dessen Protokoll im Anhang veröffentlicht ist.

Schon in den ersten Nazi-Propagandafilmen (Beispiele: HANS WESTMAR – EINER VON VIELEN und UM DAS MENSCHENRECHT) wurde Antikommunismus mit Antisemitismus kombiniert. Ab 1938 wurde der Antisemitismus als Filmbotschaft intensiviert, etwa in den Filmen POUR LE MERITE, ROBERT UND BERTRAM und LEINEN AUS IRLAND. Ihren Höhepunkt erreichte die Propagandawelle 1940 mit den drei Filmen DIE ROTHSCHILDS, JUD SÜSS und dem „Dokumentarfilm“ DER EWIGE JUDE.

Die Autorin analysiert mit großer Sachkenntnis die angewandten filmischen Mittel und dokumentiert auch die Reaktionen von Presse und Publikum. Für den Umgang mit Filmen aus der Zeit des Nationalsozialismus ein unverzichtbares Buch.