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08. Oktober 2019

„Ich bin eine Hexe“

Sie war Tänzerin, Schauspie-lerin, Kabarettistin und ein unruhiger Geist. Valeska Gert (1892-1978) lebte und arbeitete in München, Berlin und auf Sylt, ab 1935 vorwiegend in Paris, London, New York und Princetown, ab 1949 wieder in Berlin und in Kampen auf Sylt. Sie brauchte vor allem eine Bühne für ihre Auftritte. Ihre erste Autobiografie veröffent-lichte sie 1931: „Mein Weg“. 1950 folgten die Erinnerungen an die Exilzeit: „Die Bettlerbar von New York“. 1968 erschien erstmals „Ich bin eine Hexe – Kaleidoskop meines Lebens“. Das Buch ist jetzt in einer Neuauflage vom Alexander Verlag publiziert worden. Der Text ist von ständiger Unruhe geprägt. Es wird fast alles, was Valeska Gert erlebt hat, zur Sprache gebracht, aber nichts mit größerer Ausführlichkeit. Immerhin sind 13 Zeilen der Arbeit an der FREUDLOSEN GASSE von G. W. Pabst mit der „noblen Kollegin“ Greta Garbo gewidmet (S. 67), aber nur Zeile einer anderen Schlüsselrolle: „Ich war die Mrs. Peachum in der verfilmten Dreigroschenoper“. Schön zu lesen: die Begegnungen mit Sergej Eisenstein in Moskau, die Erlebnisse bei einem kurzen Aufenthalt in Hollywood, die Passagen über die Arbeit mit Federico Fellini an GIULIETTA DEGLI SPIRITI (1965). Ihre Beziehung zu dem Schauspieler Aribert Wäscher ist fester Bestandteil des Kaleidoskops. Man darf sich von der Geschwindigkeit der Lebenserzählung nicht außer Atem bringen lassen. Dann liest man ein spannendes Stück Kulturgeschichte. Mit einem Nachwort von Frank-Manuel Peter, zahlreichen Abbildungen in akzeptabler Qualität und einem Namensregister. Mehr zum Buch: ich-bin-eine-hexe.html