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27. Juni 2020

HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT (2019)

Ein herausragender Dokumen-tarfilm von Thomas Heise. Man sollte sich dreieinhalb Stunden Zeit nehmen, um ihn konzen-triert anzuschauen. Erzählt wird die Geschichte einer Familie aus Deutschland vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Wir erleben einen Dialog des Persönlichen mit dem Politischen, wir sehen eine Collage unterschiedlichster Bilder, wir hören die Stimme des Autors, der als Enkel auf Spurensuche geht. Seine Großmutter Edith war Bildhauerin, sein Großvater Wilhelm Literatur-wissenschaftler und Pädagoge, seine Mutter Rosemarie war Germanis-tin, sein Vater Wolfgang wurde Philosophieprofessor in der DDR und mit dem Nationalpreis ausgezeichnet. Aus dem Familienarchiv konnte Thomas Heise unterschiedlichstes Material für seinen Film schöpfen: Schulaufsätze, Briefwechsel, Zeitungsartikel, Tagebücher, Notizen, Fotos. Sie sind mit aktuellen Bildern kombiniert. Immer wieder fahren Züge durch den Film. Wir hören ein Gespräch zwischen Heiner Müller und Wolfgang Heise, das Thomas im November 1986 mitgeschnitten hat. Es geht dabei u.a. um Brecht und sein Fatzer-Stück und deutsche Geschichte. Der Titel des Dokumentarfilms ist gut formuliert. Was ich nicht verstehe: dass der Film von Thomas Heise nicht als bester Dokumentarfilm des Jahres preisgekrönt wurde. Bei good!movies ist inzwischen die DVD des Films erschienen. Unbedingt zu empfehlen. Mehr zur DVD: heimat-ist-ein-raum-aus-zeit.html oder Raum%20aus%20Zeit