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24. April 2017

Roman von Chris Kraus

2017.Das kalte BlutHeute Abend liest der Autor und Filmemacher Chris Kraus in der Kulturbrauerei aus seinem Buch „Das kalte Blut“, einem Roman, der im März im Diogenes Verlag erschienen ist. Ich finde das Buch sehr spannend, weil es eine Familiengeschichte mit deut-scher Historie der NS-Zeit und der ersten Jahrzehnte der BRD verbindet. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, Hubert und Konstantin („Kolja“) Solm, die sich auf unterschiedliche Weise schuldig machen und sich immer wieder in Sicherheit bringen können. Kolja ist der Ich-Erzähler, er hat im Krankenhaus einen Hippie als Zuhörer, der von der Lebensbeichte seines Zimmer-genossen zunächst fasziniert und später erschrocken ist. Eine wichtige Rolle spielt die Adoptivschwester Eva. Die verschiedenen Schauplätze – Riga, Moskau, Berlin, München, Tel Aviv – verknüpfen die Geschichte und machen uns mit wichtigen Figuren der jeweiligen Geheimdienste bekannt. Man ist beim Lesen immer dabei, sich selbst zur verorten. Und es gibt ständig Überraschungen, auf die man nicht gefasst ist. Das macht die Lektüre der 1.180 Seiten niemals mühsam, sondern hält den Leser neugierig bis zum Ende. Ich bin gespannt auf die Lesung heute Abend. Mehr zum Buch: 9783257069730.html