LETZTES JAHR IN MARIENBAD

2015.MarienbadIn der Kunsthalle Bremen findet zurzeit eine Ausstellung über den Film LETZTES JAHR IN MARIENBAD von Alain Resnais und seinen Einfluss auf die Bildende Kunst statt (sie ist noch bis 13. März 2016 zu sehen). Der beein-druckende Katalog ist im Wienand Verlag erschienen. Er enthält im ersten Teil Textbeiträge vom Ausstellungskurator Christoph Grunenberg („Der Marienbad Look: Film, Kunst und Stil“), von Sarah Leperchey („Alain Resnais und Alain Robbe-Grillet. Die Umsetzung eines modernen Projekts“), Sophie Rudolph („Das Kino und die anderen Künste“), Michael Glasmeier („Rocaille. Barockes von Robbe-Grillet und Resnais“), Stefanie Dieckmann („Letztes Jahr mit Pygmalion“ – über Posen, Tableaux vivants und Statuen), Steven Jacobs („Die Skulptur in LETZTES JAHR IN MARIENBAD“) und Hunter Vaughan („Bedeutungskorridore: Zeitlichkeit. Subjektivität und die Film-Philosophie“). Alle Texte öffnen den Blick auf die vielfältigen Bezüge des Films von Resnais und Robbe-Grillet auf die Geschichte der verschiedenen Künste. Der zweite Teil dokumentiert Bilder der ausgestellten Werk, die von der Co-Kuratorin Eva Fischer-Hausdorf kommentiert werden. Neben Standfotos, Plakaten und annotierten Drehbuchseiten sind u.a. Werke von Eugène Atget, Giorgio de Chirico, René Magritte, Paul Delvaux, Howard Kanovitz, Patrick Faigenbaum, Cindy Sherman, Robert Longo, Yang Fudong, Kenneth Anger, Jeff Koons, Kota Ezawa, Marie Harnett und Manuel Outumuro reproduziert. Eine schöne Hommage an den 2014 verstorbenen Regisseur Alain Resnais. Mehr zum Buch: Kunsthalle-Bremen-Nouvelle-Vague.asp

Gotteslästerung und Glaubenskritik

2015.Gotteslästerung13 Aufsätze über den kritischen bis lästernden Umgang der Kunst mit Gott. In zwei Texten wird dafür eine theoretische und historische Basis geschaffen, in fünf Texten geht es dann um Literatur (u.a. Heinrich Heine, Oscar Wilde, Joseph Roth, Thomas Mann, George Bataille), in vier Texten um den Film. Jürgen Heizmann reflektiert über Blasphemie im Kino. Seine Filmbeispiele sind VIRIDIANA von Luis Buñuel, DAS GESPENST von Herbert Achternbusch und PARADIES: GLAUBE von Ulrich Seidel. Brigit Ziener verfolgt „Marias Wege durch die Filmgeschichte“ (mit einer Auswahl-Filmografie und nützlichen Literaturhinweisen). Thomas Koebner schaut in „Ingmar Bergmans leeren Himmel“ – in der Autobiografie und in sechs ausgewählten Filmen, darunter DAS SIEBENTE SIEGEL, DIE JUNGFRAUENQUELLE und FANNY UND ALEXANDER. Noch einmal ist Luis Buñuel das Thema: in Achim Küppers interessantem Text „Verkehrte Abendmahle, profanierte Pilgerreisen und die Camera obscura der Begierde“. Um die Bildende Kunst geht es zum Schluss: „Gotteslästerung in der US-amerikanischen Protestkultur der 1960er Jahre: Justin Green und underground comix press“ von Kalina Kupczynska. Angesichts des aktuellen Religionskriegs ein interessanter Blick in die jüngere Geschichte. Mit wenigen, aber wichtigen Abbildungen. Mehr zum Buch: glaubenskritik-in-der-literatur-und-den-kuensten.html

James Agee

2015.AgeeJames Agee (1909-1955) war Drehbuchautor (THE AFRICAN QUEEN, THE NIGHT OF THE HUNTER), Lyriker, Filmkritiker und Erzähler. Im vergangenen Jahr hat der Diaphanes Verlag ein Manuskript von ihm für ein mit Charlie Chaplin geplantes Projekt publiziert (der-tramp-und-die-bombe/), jetzt ist dort ein Band mit 13 interessanten Texten aus dem Nachlass erschienen. Beeindruckend finde ich die Erzählungen „Tod in der Wüste“ und „Die mit Tränen säen“, interessant die beiden Film-projekte „Das Haus“ und „So lebt der Mensch“, faszinierend seine Reisenotizen über Brooklyn, die Agee 1939 für eine Sondernummer von Fortune über New York City geschrieben hatte, aber vom Auftraggeber abgelehnt wurden und erstmals 1968 im Esquire Magazine erschienen. 1937 bewarb sich Agee um ein Stipendium bei der Guggenheim Foundation. Zu den Bewerbungsunterlagen gehörte eine Projektliste, deren Lektüre den Blick in eine kreative Gedankenwelt öffnet. Zu den Themen gehören „Eine Geschichte über Homosexualität und Football“, „Bemerkungen zur Farbphotographie“, „Eine neuartige Bühnen-Leinwand-Show“, „Eine Studie zur Pathologie der ‚Faulheit’“, „Untersuchungen zu Hemingway, Faulkner, Wolfe, Auden und anderen Schriftstellern“, „Neuuntersuchungen zu Wesen und Bedeutung der Liebe“. Das Stipendium hat er nicht bekommen, die Themen behielt er weithin nur in seinem Kopf. Seine Texte zu lesen ist sehr spannend. Es wäre schön, wenn demnächst ein Band mit seinen Filmkritiken folgen würde. Mehr zum Buch: buch/detail/2175

Roy Andersson

2015.DVD.AnderssonEr dreht Werbefilme und finanziert davon ein Film-studio in Stockholm, in dem er wie in einer eigenen Welt seine Spielfilme realisiert, die lustig und sehr traurig sind, faszinierend und albtraum-haft. Roy Andersson (*1943) ist ein schwedischer Regisseur, der mit seinem letzten Film den Goldenen Löwen in Venedig gewann und inzwischen viele Fans hat. Bei good!movies ist jetzt eine Box mit drei Filmen von ihm erschienen: SONGS FROM THE SECOND FLOOR (2000), DAS JÜNGSTE GEWITTER (2007) und EINE TAUBE SITZT AUF EINEM ZWEIG UND DENKT ÜBER DAS LEBEN NACH (2014). Der erste Film führt uns in ein Möbelgeschäft, das Pleite zu gehen droht, von seinem Besitzer in Brand gesetzt wird, damit das Versicherungsgeld Rettung bringt, was natürlich nicht funktioniert, während protestierende Börsianer die Straßen verstopfen, ein Wirtschaftswissenschaftler ratlos erscheint und der Sohn des Möbelgeschäftsbesitzers in der Psychiatrie sitzt, weil er beim Schreiben von Gedichte verrückt geworden ist. Im zweiten Film sind viele Personen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und einem kleinen bisschen Glück: ein Mann mit einer Gehhilfe und seinem Hund, ein Mann, der gerade aus einem Albtraum erwacht, ein Mann im Streit mit seinem Sohn, eine Lehrerin, die weinend aus dem Klassenzimmer läuft, ein Teppichverkäufer, ein Taschendieb, ein Psychiater, ein Ehepaar, eine junge Frau, ein Trommler und ein Sausaphonist; Musik ist ein verbindendes Element der Episoden. Der dritte Film erzählt von zwei Handlungsvertretern, die Lachsäcke, Monstermasken und Vampirzähne verkaufen wollen, sich über die Werbemethoden streiten, traurig in die Welt schauen und vielen skurrilen Menschen begegnen. Andersson arbeitet ohne fertiges Drehbuch, probiert viel aus, lässt sich Zeit, dreht mit Laiendarstellern und realisiert erstaunliche Filme. Das Bonusmaterial erlaubt einen Blick hinter die Kulissen. Mehr zur DVD: caid=81&cid=13973

Der Schmelzmann in der Leichenmühle

2015.SchmelzmannChristian Keßler (*1968) ist Autor und Filmjournalist, er lebt in Bremen. Seine Liebe gilt vor allem dem Trashfilm. Ein erster Textband, „Wurm-parade auf dem Zombiehof“, erschien im vergangenen Jahr. Jetzt hat Martin Schmitz in seinem Verlag einen zweiten Band publiziert. Zu zehn Film-arten gibt es je vier Texte, ich nenne jeweils einen, der mir besonders gut gefallen hat: 1. Raumfilme; mit kritischen Anmerkungen zu LA BESTIA NELLO SPAZIO (1980) von Alfonso Brescia („Angriff der Klokrieger“). 2. Alienfilme; mit einer Hommage an den Regisseur Don Dohler, dessen Filme THE ALIEN FACTOR (1978), NIGHTBEAST (1982), THE GALAXY INVADER (1985) und BLOOD MASSACRE (1991) vom Autor sehr geschätzt werden („Schande des Weltraums“). 3. Affenfilme; mit einer Erinnerung an THE APE MAN (1943) von William Baudine und RETURN OF THE APE MAN (1944) von Phil Rosen, beide mit Bela Lugosi („Der Affe lässt nach“). 4. Testosteronfilme; mit einer Verbeugung vor STONE COLD (1991) von Craig R. Baxley („Die Hochzeitsnacht des Eunuchen“). 5. Außenseiterfilme; mit einer Wiedergutmachung an Russ Meyer (der im ersten Trashbuch gefehlt hatte) und viel Lob für FASTER, PUSSYCAT! KILL! KILL! (1965), der in Deutschland DIE SATANSWEIBER VON TITFIELD hieß („Frauen wie Tiger“). 6. Freßfilme; mit Hinweisen auf den Film TWO THOUSAND MANIACS! (1964) von Herschell Gordon Lewis („Runtergespült im Dixie-Klo“). 7. Musikfilme; mit einer Ehrenrettung des Mae West-Films SEXTETTE (1978) von Ken Hughes („Der letzte Frühling“). 8. Politische Filme; mit einer Verneigung vor dem Werk von Christoph Schlingensief („Des Glückes Unterpfand“). 9. Ingwerfilme; mit einem Blick auf das asiatische Kino, beginnend mit HANZO THE RAZOR (1972) von Kenji Misumi („Majestic in Bali“). 10. Filme, die sonst nirgendwo reinpassen; mit einem schönen Text über den Film DAS STUNDENHOTEL VON ST. PAULI (1970) von Rolf Olsen („Hoch auf dem gelben Wagen“). Ein originelles Buch mit vielen Abbildungen (vor allem farbigen Filmplakaten). Mehr zum Buch: Kessler/Buch.html

Setsuko Hara

2015.Setsuko_HaraIch habe sie seit 1963 verehrt, seit ich in einer kleinen Yasujiro Ozu-Retrospektive der Ber-linale den Film TOKYO MONOGATARI (1953) gesehen habe. Setsuko Hara spielt in diesem Familiendrama die Schwiegertochter Noriko, die im Krieg ihren Mann verloren hat und in großer Selbstlosigkeit ihre Schwiegereltern betreut, als diese nach Tokio kommen. Natürlich habe ich dann auch alle anderen Filme gesehen, die sie mit Ozu gedreht hat: SPÄTER FRÜHLING (1949), WEIZENHERBST (1951), TOKIO IN DER DÄMMERUNG (1957), SPÄTHERBST (1960), DER HERBST DER FAMILIE KOHAYAGAWA (1961). Ich habe ihre Stimme geliebt, ihr Lächeln, ihre Körpersprache und die Personen, die sie gespielt hat. Nach dem Tod von Yasujiro Ozu im Dezember 1963 zog sich Setsuko Hara aus der Filmbranche und der Öffentlichkeit zurück. Sie lebte in dem kleinen Ort Kamakura, südwestlich von Tokio. Vor zwei Jahren publizierte der englische Autor Adam Mars-Jones das wunderbare Buch „Noriko Smiling“ über den Film BANSHUN: noriko-smiling/. Am 5. September, das wurde erst jetzt bekannt, ist Setsuko Hara im Alter von 95 Jahren gestorben. Ich verneige mich.

Gespenstergeschichten

2015.GespenstergeschichtenEine Dissertation, die an der Humboldt Universität in Berlin entstanden ist. Svea Bräunert untersucht den linken Terro-rismus der RAF und die Künste: Literatur (Heinrich Böll, Don DeLillo), Malerei (Gerhard Richter), Skulpturen (Marlene Dumas), Fotografie (Thomas Demand), Film – hier konzen-triert sich der Blick auf DEUTSCHLAND IM HERBST (1978). Von Klaus Theweleit stammt die Metapher des RAF-„Gespenstes“, die von der Autorin in einem „Spotlight“ vertieft wird. Ein zweites Spotlight richtet sich auf den „Baukasten zu einer Theorie der Medien“ (1970) von Hans Magnus Enzensberger. Eine eigenständige Analyse ist dem Film DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (2008) von Uli Edel gewidmet. Es gibt Verweise auf andere Filme (von Harun Farocki, Reinhard Hauff, Christian Petzold, Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta, Andres Veiel), aber es sind vor allem die Reflexionen über den Gruppenfilm von Alf Brustellin, Hans Peter Cloos, Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Beate Mainka-Jellinghaus, Maximiliane Mainka, Edgar Reitz, Katja Rupé, Volker Schlöndorff, Peter Schubert und Bernhard Sinkel, die den Text von Svea Bräunert aus der Filmperspektive interessant machen. Das Kapitel hat die Überschrift „RAF & Erinnerung: Der Deutsche Herbst als Trauma, Gespenst und Archiv“. Ein interessantes Buch (564 Seiten) mit wenigen Abbildungen. Coverfotos: „Gegen-überstellung 1-3“ von Gerhard Richter (1988). Mehr zum Buch: gespenstergeschichten.html

Deutsche Geschichtsbilder

2015.GeschichtsbilderEine Dissertation aus Mar-burg. Sonja Czekaj unter-sucht neun dokumenta-rische, semi-dokumentari-sche und essayistische Filme aus drei Umbruchs-situationen deutscher Geschichte: Deutschland nach 1945, dem „deutschen Herbst“ 1977, der RAF und den Folgen sowie der deutschen Vereinigung von 1989/90. Wie können Nonfiction-Filme mithilfe von Bildern, Tönen und Montage in sinnlich-anschaulicher Weise Geschichte vergegenwärtigen und zugleich reflektieren? Die Autorin analysiert die Filme DEUTSCHLANDBILDER (1983) von Hartmut Bitomsky und Heiner Mühlenbrock, REICHSAUTOBAHN (1986) und DER VW-KOMPLEX (1989) von Hartmut Bitomsky für die erste Phase, BLACK BOX BRD (2001) von Andres Veiel, STARBUCK. HOLGER MEINS (2002) von Gerd Conradt und DIE ANWÄLTE. EINE DEUTSCHE GESCHICHTE (2009) von Birgit Schulz für die zweite Phase, AUS LIEBE ZUM VOLK (2004) von Eyal Sivan, Audrey Maurion und Aurélie Ryszblat, CYCLING THE FRAME (1988) und THE INVISIBLE FRAME (2009) von Cynthia Beatt für die dritte Phase. Die Filmbeispiele für die dritte Phase sind ungewöhnlich, aber sehr interessant. Die Analysen der Autorin bleiben nahe an den Filmen, bringen differenzierte Erkenntnisse und erfüllen auch wissenschaftliche Ansprüche. Eine lohnende Lektüre. Mit über 200 zum Teil sehr kleinen, aber qualitativ guten Abbildungen. Coverfoto: THE INVISIBLE FRAME. Mehr zum Buch: geschichte.html

Die Öscars®

2015.Die ÖscarsDer Autor Christian Reich-hold arbeitet u.a. für die ORF-Sendereihe „Seiten-blicke“. Sein Buch „Die Öscars®“ ist eine Geschichte des berühmtesten Filmpreises und eine Erinnerung an die rund 300 in Österreich geborenen Künstler, die in den vergangenen Jahrzehn-ten für einen Oscar nominiert waren und die mehr als 100, die ihn gewonnen haben. Reichhold erzählt unchrono-logisch, anekdotenreich, aber sehr originell eigene Erlebnisse bei seinen Reisen nach Amerika und seinen Aufenthalten in L.A. Er porträtiert bekannte und weniger bekannte Autoren, Regisseure, Produzenten, Schauspielerinnen und Schauspieler, Komponisten, Szenenbildner und auch Techniker, die mit dem Oscar ausgezeichnet wurden. Viele von ihnen sind in den 1930er Jahren nach Amerika emigriert. Ein eigenes Kapitel ist natürlich Billy Wilder gewidmet, ein besonders interessantes Kapitel handelt von den Komponisten, darunter Max Steiner, der drei Oscars gewann und mehrfach nominiert war, Erich Wolfgang Korngold, Miklós Rózsa, Hanns Eisler, Walter Jurmann, Ernst Toch und Hans Julius Salter. Der Film CASABLANCA, an dem viele Österreicher beteiligt waren, wird ausführlich gewürdigt. Wunderbar: Reichholds Begegnungen mit Christoph Waltz und dessen Auszeichnung 2010 für INGLORIOUS BASTARDS und 2013 für DJANGO UNCAINED, die Erfolge als beste fremdsprachige Filme 2008 für Stefan Ruzowitzky (DIE FÄLSCHER) und 2013 für Michael Haneke (AMOUR). Das Buch ist unterhaltsam und informativ. Man wünscht sich eine überarbeitete Neuauflage in fünf Jahren, in der Hoffnung, dass bis dahin noch viele Österreicher einen Oscar gewonnen haben – oder wenigstens nominiert worden sind. Mehr zum Buch: BookNr=8550

NUIT ET BROUILLARD/NACHT UND NEBEL (1955/56)

2015.DVD.Nacht und NebelDer Film von Alain Resnais über das Konzentrations-lager Auschwitz entstand vor sechzig Jahren und hat seine Bedeutung behalten. Er dauert 32 Minuten. Er verbindet Farbaufnahmen der Lagerruinen aus dem Jahr 1955 mit Fotos und Filmauf-nahmen in Schwarzweiß aus dem Jahr 1945. Der gesprochene französische Text stammt von Jean Cayrol, die deutsche Nachdichtung von Paul Celan, die Musik hat Hanns Eisler kompo-niert. „Die ungebrochene Wirksamkeit des Films resultiert aus der genauen Abstimmung aller filmsprachlichen Parameter. Das wird für das Œvre von Resnais kennzeichnend bleiben. Und was mit NUIT ET BROUILLARD beginnt: die Arbeit der Erinnerung als Arbeit gegen das Vergehen des Vergangenen, als Vergegenwärtigung jeden Augenblicks, als die Arbeit an einem Staudamm gegen das Verrinnen der Zeit“, schrieb Peter W. Jansen im Resnais-Band der ‚Blauen Reihe’ (1990). Bei Absolut Medien ist jetzt erstmals eine DVD des Films erschienen mit der deutschen und der französischen Fassung. Das Booklet enthält zwei Texte von Volker Schlöndorff, den Kommentar von Jean Cayrol in der Fassung von Paul Celan und einen Hinweis auf den Einspruch der Bundesregierung 1956, den Film im Wettbewerb in Cannes zu zeigen. Der Film lief dann außer Konkurrenz. Mehr zur DVD: Nacht+und+Nebel