Das Disney-Buch

2016.Disney BuchMein erster Walt-Disney-Film war BAMBI. Ich habe ihn 1950 im Lida am Breiten-bachplatz gesehen und sehr geweint, als Bambis Mutter von Jägern im Schnee erschossen wurde. Im Dorling Kindersley Verlag ist jetzt ein schönes Buch über die magische Welt von Walt Disney erschienen, das natürlich auch viele persön-liche Erinnerungen auslöst. Der sehr informative Text stammt von Jim Fanning, der als Disney-Historiker ausgewiesen ist und uns auf der Zeitreise sachkundig begleitet. Dominiert wird das Buch von den Abbildungen, die vorwiegend aus dem Disney-Archiv stammen. Wir sehen – beginnend im Jahr 1920 – Disney und seine Zeichner bei der Arbeit und erkennen sofort all die Figuren, die wir irgendwann geliebt haben: Mickey Mouse, Pluto und Goofy, Donald Duck, Tick, Trick und Track, Schneewittchen und die sieben Zwerge, Pinocchio, Dumbo, Bambi und Cinderella, den Dschungelbären Balu und das Dschungelkind Mogli, Peter Pan, die Meerjungfrau Arielle und den Löwenjungen Simba – bis hin zum Mädchen Riley und ihren fünf Emotionen Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel in dem Pixar-Film INSIDE OUT/ALLES STEHT KOPF. Mehr als die Hälfte des Buches ist dem Animationsfilm gewidmet. Dann folgt „Disney in Action“ u.a. mit den Filmen DIE SCHATZINSEL, 20 000 MEILEN UNTER DEM MEER, MARY POPPINS, FLUCH DER KARIBIK und CINDERELLA. Das dritte Kapitel heißt “Disney erleben“ und führt uns nach Disneyland (eröffnet am 23. September 1953) und in die Themenparks von Florida, Paris, Hongkong und Tokio. In diesem Jahr wird ein Disneyland Park in Shanghai eröffnet. Es sind viele Blicke hinter die Kulissen, die uns Jim Fanning und seine Buchpartner erlauben. Sie zeigen auch, wie sich die Technik entwickelt hat und die Disney-Welt immer größer wurde. Ihr einstiger Gründer starb bereits 1966. Mehr zum Buch: das_disney_buch-2672/

Cannes

2016.CannesHeute wird in Cannes das 69. Filmfestival eröffnet. Nach acht Jahren nimmt endlich wieder ein deutscher Film am Wettbewerb teil: TONI ERDMANN von Maren Ade mit Peter Simoni-schek und Sandra Hüller. Ich schätze Maren Ade sehr und bin gespannt auf ihren neuen Film. Vor zwei Jahren haben wir ihr in der Akademie der Künste den Kunstpreis in unserer Sektion verliehen, und sie erzählte von den Vorbereitungen ihres neuen Projekts. Im Wettbewerb in Cannes sind in diesem Jahr wieder viele renommierte Regisseure vertreten, darunter Pedro Almodóvar, Olivier Assayas, Park Chan-Wook, Jean-Pierre und Luc Dardenne, Asghar Farhadi, Jim Jarmusch, Ken Loach, Christian Mungiu, Sean Penn, Nicolas Winding Refn und Paul Verhoeven. Präsident der Internationalen Jury ist der Regisseur George Miller. Zu den Mitgliedern der Jury gehören die Schauspielerinnen Kirsten Dunst und Valeria Golino, die Sängerin Vanessa Paradis, die Schauspieler Donald Sutherland und Mads Mikkelsen und der ungarische Regisseur László Nemes. Eröffnet wird das Festival heute mit dem neuen Film von Woody Allen, CAFÉ SOCIETY, der außer Konkurrenz läuft. Er spielt im Hollywood der 1930er Jahre. In den nächsten Tagen werde ich sehr aufmerksam die Berichte aus Cannes in der SZ, in der FAZ und im Tagesspiegel lesen. Das Festival dauert bis 22. Mai.

VORSTADTWEIBER

2016.VorstadtweiberAb heute wird in der ARD die zweite Staffel der öster-reichischen Fernsehserie VORSTADTWEIBER ausgestrahlt. Die erste Staffel war bei uns im Mai und Juni 2015 zu sehen. Es ist eine schräge Serie aus der Wiener Nobelwelt, die man durchaus unterhaltend finden kann. Der Styria Verlag hat in gutem Timing gerade ein Buch über die Serie publiziert, das einen Blick hinter die Kulissen wirft. Der Fernsehjournalist Patrick Fux hat Interviews mit den wichtigsten Beteiligten geführt, der Regisseurin Sabine Derflinger, dem Regisseur Harald Sicheritz, dem Autor Uli Brée, den Darstellerinnen Maria Köstlinger (sie spielt die Waltraud Steinberg, deren Mann Josef in der ersten Staffel ermordet wird), Gerti Drassl (sie spielt die Maria Schneider, die mit Männern ziemlich schlechte Erfahrungen macht), Nina Proll (sie spielt die Nicoletta Huber, die eine Modeboutique betreibt und wegen Betrugs ins Gefängnis muss), Martina Ebm (sie spielt die Caroline Melzer, die mit dem wesentlich älteren Bankier Hadrian Melzer verheiratet ist) und Adina Vetter (sie spielt die Sabine Herold, die von ihrem Ehemann vor die Tür gesetzt wird und Schwierigkeiten hat, in die reiche Welt zurückzukehren). Die männlichen Darsteller und ihre Rollen werden von Fix kurz porträtiert und charakterisiert. Das Buch enthält natürlich viele Abbildungen. Das Geleitwort stammt von der ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner. Mehr zum Buch: at/article/5857

Film Noir: THE GLASS KEY / CASBAH

2016.DVD.Gläserne SchlüsselDie Collection Film Noir von Koch Media wird kontinuierlich fortgesetzt. Gerade sind die Nummern 22 und 23 erschienen. THE GLASS KEY (1942) von Stuart Heisler nach dem Roman von Dashiell Hammett erzählt die Geschichte des korrupten Politikers Paul Madvig (gespielt von Brian Donlevy), der sich in Janet Henry (Veronica Lake), die Tochter des Senators Ralph Henry verliebt. Madvigs Freund und Berater ist Ed Beaumont (Alan Ladd), der Intrigen und Doppelspiel der handelnden Personen durchschaut, sich dadurch angreifbar macht, in die Hände von Gangstern gerät, schwer verletzt entkommen kann, seinen Freund Madvig von einem Mordverdacht entlastet und am Ende Janet als Lebensgefährtin gewinnt, die ihn von Anfang an geliebt hat. THE GLASS KEY hat komische und brutale Momente, die Darsteller – vor allem Alan Ladd und Veronica Lake – sind beeindruckend. Für die Kameraführung war Theodor Sparkuhl verantwortlich. In Deutschland kam der Film nie in die Kinos, er wurde 1977 erstmals im Fernsehen gezeigt. Für die DVD wurde der Film jetzt digital überarbeitet. Zu den Extras gehören eine Einführung des Filmkritikers Ben Mankiewicz, 3-Minuten-Beiträge von Eddie Muller über Dashiel Hammett und über Lake und Ladd. Das sehr informative Booklet stammt von Frank Arnold.

2016.DVD.CasbahCASBAH (1947/48) von John Berry erzählt die Geschichte des Juwelendiebes Pepe le Moko (gespielt von Tony Martin) in Algier, der von den Bewohnern des alten Viertels wie ein Volksheld verehrt wird und für die Polizei schwer zu fassen ist. Den Auftrag, Pepe hinter Gitter zu bringen, hat Inspektor Slimane (Peter Lorre), der vom neuen Polizeipräfekten in dieser Sache hart bedrängt wird. Slimane nimmt die Hilfe eines einstigen Komplizen von Pepe in Anspruch und ist am Ende erfolgreich, weil zwei Frauen – die eine aus Eifersucht, die andere aus Liebe – Pepe ins Verderben führen. Er wird auf dem Flughafen erschossen, während die von ihm geliebte Gaby (Marta Toren) traurig, aber nichtsahnend nach Paris fliegt. Das Ende des Films erinnert durch die Flughafenatmosphäre an CASABLANCA. CASBAH entstand nach einem Roman von Henri La Barthe, der bereits zweimal zuvor verfilmt worden war: 1936 von Julien Duvivier (PÉPÉ LE MOKO mit Jean Gabin) und 1938 von John Cromwell (ALGIERS mit Charles Boyers). Ich hatte den Film mit Peter Lorre bisher nicht gesehen, er hat mir, insbesondere wegen der Schauspieler, zu denen auch Yvonne de Carlo als Tabakhändlerin und erste Geliebte von Pepe gehört, gut gefallen. Die DVD enthält die deutsche Fassung (82 Minuten) und die amerikanische Originalfassung (89 Minuten). Das Booklet mit vielen detaillierten Fakten stammt wieder von Frank Arnold. Mehr zu den DVDs: FILM&page=0&id=1015333 / FILM&page=1&id=1015334

Hollywood Style von A bis Z

2016.Hollywood StyleIn diesem kleinen, schönen Buch geht es um Mode, Glanz und Glamour, von A (Acces-soires) bis Z (Zylinder). Zu jedem Begriff findet man ein paar Zitate von Filmikonen, zum Beispiel zum Wort „Alter“: „Wir werden alle älter. Außer Cary Grant.“ (Grace Kelly) oder „Wenn dir die Leute sagen, wie jung du aussiehst, sagen sie dir eigentlich, wie alt du bist.“ (Cary Grant). So werden 120 Begriffe auf originelle Weise aufge-fächert. Bei vielen handelt es sich um Kleidung: Anzug, Ausschnitt, Bias-Cut, Dessous, Gewänder, Halstücher, Handschuhe, Hosen, Hüte, Jeans, Kleider, das Kleine Schwarze, Reißverschlüsse, Schuhe, Stoffe, Trenchcoat, Unterwäsche. Aber es kommen auch Begriffe zur Sprache wie Anmut, Blond, Charisma, Eitelkeit, Eleganz, Farbe, Gewicht, Glamour, Haare, Individualität, Jugend, Juwelen, Körperpflege, Make-up, Parfüm, Schönheit, Stil, Understatement. Eigene Kapitel heißen „Hollywoods Einfluss auf die Mode“ und „Filme, die Mode beeinflusst haben“. Mit vielen Abbildungen von Hollywood-Stars. Der Band erschien zuerst zur Kostüm-Ausstellung des Victoria and Albert Museums in London 2012 und wurde jetzt für die Eden Books ins Deutsche übersetzt. Mehr zum Buch: hollywood-style-von-a-bis-z/

50 Jahre Filmmusik

2016.50 Jahre FilmmusikPeter M. Gotthardt (*1941) hat für mehr als 500 Filme die Musik komponiert, darunter waren DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA, IKARUS und SIEBEN SOMMERSPROSSEN. Dieses Lebenswerk wird jetzt in einem Buch erschlossen, das Klaus-Dieter Felsmann im Verlag Ries & Erler herausge-geben hat. Der erste Teil enthält Texte von Wolfgang Thiel, Peter Rabenalt und Denis Newiak über Film-kompositionen von Gotthardt. Im zweiten Teil erinnern sich Wegbegleiter wie Winfried Junge, Horst Claus, Rainer Rother, Dieter B. Herrmann, Ingo Langner, Gunter Friedrich, Ron Schlesinger, Klausjörg Herrmann, Jochen Meusel und Konrad Herrmann an die Zusammenarbeit mit Gotthardt. Ein langes Gespräch von Felsmann mit Gotthardt leitet das Kapitel ein, Bildimpressionen schließen es ab. Im dritten Teil sind elf Texte von Gotthardt dokumentiert, die in schwer zugänglichen Publikationen erschienen sind oder für den vorliegenden Band verfasst wurden. Notate von Wolfram Heicking, Angel Parra, Philipp Stiasny und Jürgen Haase ergänzen die Erinnerungen der Wegbegleiter. Miniaturen von Gotthardt und eine Filmografie schließen den Band ab, der seinem Anspruch, einen profilierten Künstler zu würdigen, sehr gerecht wird. Mehr zum Buch: 8488ae6e559e

Jean-Marie Straub & Danièle Huillet

2016.Straub:Huillet1971 erschien das Buch „Straub“ von Richard Roud, 1995 „Land-scape of Resistance“ von Barton Byg, 2004 „The Art of Seeing, the Art of Listening“ von Ursula Böser. Zeit für ein neues Buch über Jean-Marie Straub und Danièle Huillet in englischer Sprache, das jetzt bei Synema in Wien erschienen ist, heraus-gegeben von Ted Fendt, unter-stützt durch das Österreichische Filmmuseum und das Goethe-Institut. Fünf Teile strukturieren die Publikation. Den ersten Teil dominiert ein herausragender Essay über das Gesamtwerk von Straub-Huillet von Claudia Pummer, Dozentin an der Universität von Hawaii. Mit großer Sensibilität und genauer Wahrnehmung der komplexen Bezüge zu Musik und Literatur bewältigt sie ihre Aufgabe auf 90 Seiten; zahlreiche Abbildungen konkretisieren den Text. Im zweiten Teil geht es um die beiden Arnold Schönberg-Filme MOSES UND ARON und VON HEUTE AUF MORGEN: mit Fotos vom Set, einem Gespräch von Huillet und Straub mit François Albera und Gedanken & Erinnerungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Drei kürzere Texte von John Gianvito, Harun Farocki und Jean-Pierre Gorin fügen sich dann zu einer kollegialen Hommage. Im vierten Teil verlagert sich der Schauplatz nach Amerika: wir sehen faksimilierte Dokumente aus den Jahren 1969-1987 über Aufenthalte und Vorführungen ihrer Filme in New York, Ted Fendt informiert sehr präzise über den Vertrieb und die Rezeption der Filme in der englischsprachigen Welt, und Barbara Ulrich beschreibt die Vorbereitung einer Amerikatour 2016/17 auch unter technischen Aspekten. Vorbildlich ist im letzten Teil die Filmografie 1962-2015, die auch genaue Beschreibungen der Credits auf den Filmbildern enthält. Eine kurze Bibliografie englischsprachiger Texte über Straub-Huillet schließt den Band ab. Auch drucktechnisch ist diese Publikation – wie immer bei Synema – von hoher Qualität. Mehr zum Buch: 123462&rel=de&ss1=y

Film Bild Kunst

2016.Film Bild Kunst2009 hat Jörg Schweinitz am Seminar für Film-wissenschaft der Universität Zürich ein Forschungs-netzwerk zur Ästhetik des vorklassischen Stummfilms initiiert. In jedem Semester fand seit 2010 ein „Early Cinema Collo-quium“ statt, und es wurden mehre-re Dissertations-projekte in Angriff genommen, die inzwischen weit-gehend abge-schlossen sind. Die Publikationen dürfen wir ab dem Sommer erwarten. Das Buch „Film Bild Kunst“, herausgegeben von Jörg Schweinitz und Daniel Wiegand, bereitet uns darauf vor. Es enthält elf Essays, die sich alle auf hohem Niveau mit der visuellen Ästhetik des vorklassischen Stumm-films beschäftigen. Bei Kristina Köhler geht es um „Bildbewegungen des Kinos um 1910 zwischen Geste und Vibration“, sie analysiert vor allem den Film NEPTUNE’S DAUGHTER (1914) von Herbert Brenon. Mattia Lento porträtiert die italienische Schauspielerin Lydia Borelli, die auf der Bühne und im Film präsent war. Daniel Wiegand widmet seinen Text der zentralen Idee des „schönen Filmbildes“, das oft in der Form von tableaux vivantes zur Kinoattraktion wurde. Valentine Robert richtet das Augenmerk auf die ersten Historienfilme und hat erstaunlich viele filmische Adaptionen des Gemäldes „Les dernières cartouches“ von Alphonse de Neuville entdeckt. Vito Adriaensens thematisiert den Einfluss der Kunstströmungen des „Bürgerlichen Realismus“ und des photographischen Piktoralismus auf den frühen Spielfilm in Frankreich und Dänemark. Jörg Schweinitz untersucht die Verbindung zwischen der Ästhetik deutscher Spielfilme der 1910er Jahre und der zeitgenös-sischen Kunsttheorie. In einer Analyse konkretisiert er das in der Bildästhetik zwischen Fläche und Tiefe des Films DIE LIEBE DER MARIA BONDE (1917/18) von Emerich Hanus. Evelyn Echle beschreibt ornamentale Oberflächen in Filmen von Ernst Lubitsch (SUMURUN) und Jevgeni Bauer (SUMERKI ZHENSKOI DUSHI/DÄMMERUNG EINER WEIBLICHEN SEELE). Jelena Rakin erkennt in der Farbgestaltung der frühen Filme durch Kolorierung Einflüsse der umfassenderen Farbkultur der Jahrhundertwende. Bei Frank Kessler geht es um die Steigerung der Bildeffekte durch die Nutzung von Filmtricks. Sarah Dellmann beschäftigt sich mit dem visuellen Klischee der Niederländerin im frühen Film. Der Band schließt mit einem Beitrag von Adrian Gerber über nicht-fiktionale Kriegs- und Propagandafilme des Ersten Weltkriegs. Die Abbildungen haben – wie immer bei den Zürcher Filmstudien – eine hervorragende Qualität. Mehr zum Buch: 472-film-bild-kunst.html

Der Schauspieler Dieter Mann

2016.Dieter MannVon 1964 bis 2006 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Theaters in der Schumann-straße, ich habe ihn im Dezember 1964 als Wolodja in Viktors Rosows Stück „Unter-wegs“ gesehen und war beeindruckt. Von 1984 bis 1991 fungierte er als Intendant des Hauses. Er fühlte sich immer als Theatermensch, obwohl er mehr Rollen in Kino- und Fernsehfilmen gespielt hat als auf der Bühne. Im Aufbau Verlag ist jetzt die Autobio-grafie von Dieter Mann (*1941) erschienen, die das Resultat von Gesprächen mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt ist. Schütt, bestens auf die Gespräche vorbereitet, stellt gute Fragen, und so entfaltet sich vor uns ein halbes Jahrhundert Berliner Bühnengeschichte. Kurz geht Dieter Mann auf den Film BERLIN UM DIE ECKE ein, sein Leinwanddebüt im Jahr 1965, das ein Opfer des 11. Plenums wurde und erst 1989 zu sehen war. Probeaufnahmen für Filme hat er immer verweigert. Später sagt er einmal: „Was zum Beispiel Manfred Krug machte, als Schauspieler, das ist mir zu keiner Zeit möglich gewesen. Dieses Urbild von Natürlichkeit. Vielleicht wirkte ich stets zu distanziert, so als stünde ich tatsächlich neben mir und beobachtete, was ich da spiele.“ So sind es denn vor allem „schöne Vorstellungen“, die in Erinnerung bleiben. Mit einem Vorwort von Dieter Mann, einem Nachwort von Hans-Dieter Schütt und 46 Abbildungen. Mehr zum Buch: schone-vorstellung.html

DAS BLUMENWUNDER

thumb.phpVier Jahre dauerte die Realisierung dieses Films, das Ineinander von Natur-beobachtung, Spiel und Tanz stellte höchste Herausforderung an die Macher. Als „Kulturfilm“ kam DAS BLUMEN-WUNDER im Februar 1926 in die Kinos. Und der Kritiker Alfred Kerr schrieb damals „Der Film hat das Publikum in eine Art Rausch versetzt, in dem die Erkenntnis- und Schönheitsfreudigkeit ineinandergriffen.“ Für Kinobesucher, die heute von Pixar verwöhnt werden, sah das, zwanzig Jahre nach der Erfindung des Films, noch ganz anders aus. Man ist hier Zuschauer beim „Werden und Vergehen“, Flora, die Schützerin der Blumen, weist auf die parallelen Welten der Menschen und der Pflanzen hin, wir beobachten das Wachsen der Blätter, das Öffnen und Schließen der Blüten, und Tanzeinlagen stellen allegorisch die Verbindung zu den Menschen her. Ein schöner 60-Minuten-Film, der jetzt bei Absolut Medien als DVD erschienen ist. Die Musik von Eduard Künneke wurde von Frank Strobel rekonstruiert, musikalische Zwischenspiele geben ihr größeren Raum. Mehr zur DVD: 3008/Das+Blumenwunder