Greta Garbo

2014.GarboDies ist ein biographischer Roman, und er ist lesenswert. Erstens, weil Greta Garbo eine der großen, inzwischen mythischen Figuren der Filmgeschichte ist. Zweitens, weil die Autorin Lena Einhorn mit großer Sensibilität zwei existentielle Phasen aus dem Leben der Schauspielerin erzählt. Es sind die Jahre 1921-25 in Schweden und (kurzfristig) in Deutschland und die Jahre 1926-28 in den USA. Als sie die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule in Stockholm besteht, heißt sie noch Greta Gustafsson. Sie wirkt eher verschlossen, ist sehr ehrgeizig, aber unberechenbar. Mit ihrer Kollegin Mimi Pollak beginnt eine intensive Liebesgeschichte, die auch in Briefen dokumentiert ist. Eine enge Verbindung hat sie zu ihrer älteren Schwester Alva, die ebenfalls Schauspielerin wird, aber im Alter von 23 Jahren stirbt. Und zum wichtigsten Mann in ihrem jungen Leben wird der Regisseur Mauritz Stiller, genannt Moje, der ihr in der Selma Lagerlöf-Verfilmung GÖSTA BERLING eine wichtige Nebenrolle gibt und damit die Grundlage für ihre Karriere legt. Zwischen der Liebe zu Mimi und den beruflichen und privaten Ansprüchen von Moje wird sie fast zerrissen. Ein Projekt in Konstantinopel scheitert, weil der deutsche Koproduzent insolvent wird. In Deutschland dreht Garbo 1925 unter der Regie von G. W. Pabst DIE FREUDLOSE GASSE, unterschreibt dann einen Vertrag bei MGM und geht mit Mauritz Stiller nach Hollywood. Ein Kunstgriff der Autorin ist, dass sie Episoden der amerikanischen Jahre relativ früh in die schwedische Zeit einblendet. Und es gibt ein doppeltes Ende: die kurzfristige Rückkehr 1928 nach Schweden nach dem Tod von Moje Stiller und die „letzte Einstellung“, einen Dialog aus der Zusammenarbeit mit dem Kameramann William A. Daniels (Bill). Lena Einhorn hat gut recherchiert, was die Theater- und Filmarbeit betrifft, und ein spannendes Psychodrama geschrieben, das viel aus dem Innenleben der jungen Greta Garbo verrät. Mehr zum Buch: Greta%20Garbo.html

Heynowski / Scheumann

Bild 1Ja, ich habe die Filme von Heynowski und Scheumann in den 1960er und 70er Jahren abgelehnt. Ich fand sie tendenziös, unehrlich in ihren Mitteln und nicht „dokumentarisch“, wie etwa die Filme von Winfried Junge, Jürgen Böttcher, Gitta Nickel und später vor allem von Volker Koepp. Ich habe meinen ersten Heynowski/ Scheumann-Film, O.K., 1965 in Oberhausen gesehen und empfand das Interview mit dem jungen Mächen Doris K., das aus der BRD in die DDR zurückgekehrt ist, vor allem im Bildmaterial propagandistisch. Auch die dann folgenden Filme, KOMMANDO 52 (über westdeutsche Söldner im Kongo, darunter der ehemalige Wehrmachtsoffizier Siegfried Müller), DER LACHENDE MANN (noch einmal: „Kongo-Müller“, diesmal allein) und GEISTERSTUNDE (über die Bonner Wahrsagerin „Buchela“) haben mich eher geärgert. Auch bei den Vietnam- und Chile-Filmen, soweit ich sie gesehen habe, blieb ich misstrauisch. Das Studio H&S war nicht mein Terrain. Die Vorbehalte existieren weiterhin, wenn ich einige der Filme heute wieder sehe. Aber die zeitliche Distanz macht sie erstens vom Material her interessant und zweitens von der Methode her offener, weil der journalistische Film inzwischen in seiner Montage schneller und seinen Mitteln oberflächlicher geworden ist. Ralf Schenks Essay im Booklet, „Kunst und Klassenkampf. Unvollständige Notizen zu Heynowski & Scheumann“, enthält viele Hinweise, die eine erneute Beschäftigung mit den beiden Filmemachern (auch wenn Scheumann bereits 1998 gestorben ist) interessant erscheinen lässt. Auf jeden Fall ist die H&S-Edition bei Absolut Medien (separat sind bereits die PILOTEN IM PYJAMA publiziert worden) zu begrüßen. Mehr zur DVD-Box: film&id=1552

Pasolini (2)

2014.PasoliniÜber die Pasolini-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau gibt es in diesen Tagen interessante Rezensionen zu lesen. Gute Planung oder Zufall: im Schüren Verlag ist soeben ein Buch von Reinhold Zwick über biblische Resonanzen in Pasolinis „mythischem Quartett“ erschienen. Gemeint sind seine vier Filmen EDIPO RE, TEOREMA, PORCILE und MEDEA. Der theologische Blick fördert viele interessante Befunde zutage. Zunächst schaut der Autor auf die frühen Pasolini-Filme, auf ACCATTONE, MAMMA ROMA, LA RICOTTA, IL VANGELO SECONDO MATTEO, der ja auch ein dezidiert religiöses Thema hat, und UCCELACCI E UCCELLINI. Von den vier Analysen des mythischen Quartetts hat mich der Text über TEOREMA am stärksten beeindruckt. Er beginnt – in der Form eines Prologes – mit Pasolinis bio-bibliografischem Gedicht „Il Poeta della Generi“. Dann folgen eine Sequenzübersicht, ein Überblick über Selbstzeugnisse und Interpretationen, Hinweise auf die griechische Gottheiten Dionysos und Apoll im Hintergrund von TEOREMA, Informationen über die Bedeutung des Jahwe-Glaubens für den Film, die Deutung des Gastes als Christusfigur und seine Wirkungen. Die Gesamtanalyse umfasst mehr als achtzig Seiten. Der Film PORCILE, sein Inhalt und seine Struktur, die christomorphen Elemente des Films und die Figur des Paulus nehmen sogar mehr als 100 Seiten in Anspruch. „Passion und Transformation“ ist bereits Band 26 in der Reihe „Film und Theologie“.Coverfoto: Pasolini während der Dreharbeiten zu MEDEA. Mehr zum Buch: passion-und-transformation.html

Pasolini Roma

2014.Pasolini MGBIm Berliner Martin-Gropius-Bau ist am Mittwoch die Ausstellung „Pasolini Roma“ eröffnet worden. Ich hatte sie bereits im vergangenen Dezember in der Cinéma-theque française in Paris gesehen. Aber die Präsentation im Gropius-Bau ist besser strukturiert und wirkungsvoller. Natürlich muss man sich – neben dem Blick auf die Filmausschnitte und die unübersehbaren Exponate des Schneide-tisches, des Autos, der Schreibmaschine – vor allem auch auf die Faksimiles der Manuskripte und Zeitungsauschnitte einlassen, um die Universalität von Pasolini zu begreifen, der ja nicht nur ein großer Filmemacher, sondern auch Schriftsteller, Lyriker, Theaterregisseur, Essayist, Maler und Schauspieler war. Zur Nachbereitung des Ausstellungsbesuches ist der Katalog sehr hilfreich, der im Prestel Verlag erschienen ist, herausgegeben von dem Kurator Jordi Balló. Er enthält viele Exponat-Abbildungen in hervorragender Druckqualität, Interviews mit Alberto Arbasino, Bernardo Bertolucci, Vincenzo Carami, Ninetto Davoli (der bei der Eröffnung in Berlin eine schöne, sehr persönliche Rede hielt), Dacia Maraini, Ennio Morricone und Nico Naldini, Kapiteleinführungen von Alain Bergala, Kommentare zu den Dokumenten von Bergala, Gianni Borgna, der sich sehr für das Projekt engagiert hat und vor wenigen Monaten gestorben ist, und Herausgeber Balló, sowie ein Vorwort vom Intendanten der Berliner Festspiele, Thomas Oberender. Ausstellung und Katalog machen deutlich, wie eng das Denken und künstlerische Handeln von Pasolini, der vor 38 Jahren ermordet wurde, mit unserer Gegenwart verbunden sind, auch wenn sich die Stadt Rom inzwischen sehr verändert hat. Gefördert wurde das Ausstellungsprojekt im Übrigen auch vom Hauptstadtkulturfonds. Im Kino Arsenal findet begleitend zur Ausstellung eine Pasolini-Retrospektive statt, die bis in den Oktober hinein zu sehen ist. Die Ausstellung endet am 5. Januar 2015. Mehr zur Ausstellung: 88022.php / Mehr zum Katalog: true#tabbox

A MOST WANTED MAN

2014.CorbijnHeute hat der Film A MOST WANTED MAN von Anton Corbijn in den deutschen Kinos Premiere. Ich habe ihn bereits in einer Presse-vorstellung gesehen, finde seine Erzählweise in der Dramaturgie und Montage sehr traditionell, aber es gibt ein Muss für den Kinobesuch und das ist sein Hauptdarsteller Philip Seymour Hoffman. Er spielt – in seiner letzten Hauptrolle – den deutschen Agenten Günther Bachmann, der in Hamburg eine Spezialeinheit leitet und mit dem Verfassungs-schutz und der CIA in Konflikt gerät. Hoffmans physische Präsenz ist in keinem Moment reduziert, seine scheinbare Ruhe und der dennoch ungebrochene Erfolgswille werden mit allen darstellerischen Mitteln ausgedrückt; es ist eine phänomenale Abschiedsvorstellung. – Schirmer/Mosel hat zum Kinostart ein wunderbares Buch publiziert. Es enthält 140 Fotos, die Anton Corbijn, der ja auch ein herausragender Fotograf ist, vor und während der Dreharbeiten in Hamburg gemacht hat. Seine handgeschriebenen Texte begleiten die Bilder durchs Buch und geben ihnen eine zugleich informative und emotionale Ebene, denn sie entstanden erst nach Hoffmans Tod. Zu sehen sind auf den Fotos natürlich auch die anderen Darstellerinen und Darsteller des Films, auf die ich nicht näher eingegangen bin: Nina Hoss, Daniel Brühl, Willem Dafoe, Rainer Bock, Rachel McAdams, Robin Wright, Grigoriy Dobrygin – und der Autor der literarischen Vorlage, John le Carré, der ja eigentich David Cornwell heißt. Mehr zum Buch: Path=39&products_id=727

Doku.Arts in Berlin

2014.Doku-ArtsHeute wird im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums das Festival Doku.Arts eröffnet. Andreas Lewin hat wie in den vergangenen Jahren ein interessantes Programm zusammengestellt. Zum zweiten Mal werden unter dem Titel „Second Hand Cinema“ Dokumentar-, Essay- und Kompilationsfilme präsentiert, die auf besondere Weise filmisches Archivmaterial verwenden. Insgesamt stehen in den kommenden fünf Wochen 23 Filme auf dem Programm. Eröffnet wird heute Abend mit  REGARDING SUSAN SONNTAG von Nancy Kates, in Anwesenheit der Filmemacherin. Aus diesem Film stammt auch das Foto oben. Am Freitag findet eine Fachtagung zum Thema „Recycled Cinema“ statt, an der u.a. die Juristinnen Julie Ahrens (Stanford) und Elizabeth Gibson (London), die Journalisten Rudiger Suchsland und Dirk von Gehlen, die Produzenten Anthony Wall (BBC) und Hans Kohl (Goethe-Institut), der Filmwissenschaftler Balázs Varga (Budapest) und der Filmemacher und Akademie-Direktor Thomas Schadt (Ludwigsburg) teilnehmen. Den Eröffnungsvortrag, „Ethik der Aneignung“, hält morgen Abend der Filmhistoriker Thomas Elsaesser (Amsterdam). Am 26. September spreche ich mit Robert Fischer über seinen Film SWAN SONG, der die Produktionsgeschichte von Billy Wilders FEDORA erzählt. Doku.Arts wird in diesem Jahr wieder von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Es ist zu hoffen, dass Andreas Lewin auch in den kommenden Jahren die Finanzierung des Festivals sichern kann. Mehr zu Doku.Arts: doku-arts.de/2013-14/de/

Retrospektive Samuel Fuller

2014.Fuller 1Im Münchner Filmmuseum beginnt heute eine Retro-spektive der Filme von Samuel Fuller (1912-1997). 25 Filme stehen bis zum 21. Dezember auf dem Programm. „Die berühmteste Kinoformel stammt von ihm, tausendfach zitiert, das gesamte Kino umfassend. Was das Kino sei, exactement, wird in einer Party-Szene in Godards PIERROT LE FOU der kleine Amerikaner gefragt, der mit schwarzer Sonnenbrille auf der Nase und Zigarre im Mund an der Wand lehnt, er spricht kein Französisch und ist vom Partygelaber daher ungerührt. Sam Fuller, als amerikanischer Filmregisseur, in Paris, um einen Film zu derhen, THE FLOWERS OF EVIL. Und er hat eine knappe Definition parat für Belmondo: ‚Film is like a battleground. Love, Hate. Action. Violence. Death. In one word: Emotions.“ (Fritz Göttler im Programmheft des Filmmuseums in seiner wunderbaren Einführung in die Retrospektive). Und man sollte immer wieder an das Fuller-Buch erinnern, das Ulrich von Berg und Norbert Grob 1984, also vor dreißig Jahren, in der „Edition Filme“ herausgegeben haben. Im ZVAB wird es gerade für 18,80 € angeboten. Mehr zur Retrospektive: samuel-fuller.html

Sieben Filme von Yasujiro Ozu

2014.DVD.OzuMeine Bewunderung für diesen großen Regisseur begann 1963. Die Berlinale widmete Yasujiro Ozu damals eine kleine Retrospektive, und ich sah sechs Filme von ihm, darunter TOKYO MONOGATARI, UKIGUSA und AKIBIYORI. 1963: das war das Jahr, in dem Ozu am 12.12. gestorben ist, an seinem 60. Geburtstag. Er hat insgesamt 54 Filme gedreht, 33 von ihnen sind erhalten. – Bei Koch Media sind jetzt sieben Filme von Ozu, die wenig bekannt sind, auf DVD erschienen. Zwei von ihnen habe ich noch nie gesehen. DER WANDERSCHAUSPIELER (1934), noch stumm gedreht, ist uns in seiner Geschichte als Remake von 1959 (UKIGUSA/ABSCHIED IN DER DÄMMERUNG) vertraut. Es ist erstaunlich, wie intensiv die erste Version wirkt, wie in den Alltagsbeobachtungen und der einfachen Handlung bereits Ozus Stilmittel zu sehen sind. EINE HERBERGE IN TOKIO (1935) erzählt, ebenfalls noch ohne Dialoge, aber mit Originalmusik, die Geschichte eines arbeitslosen Vaters und seiner zwei Söhne, der eine Witwe mit ihrer kranken kleinen Tochter kennen lernt und ihr zu helfen versucht. Von Anfang an ist in den Kamerapositionen und in der Montage Ozu zu erkennen. Natürlich habe ich die anderen fünf Filme gern wiedergesehen. In DER EINZIGE SOHN (1936), Ozus erstem Tonfilm, unternimmt eine verwitwete Mutter eine Reise nach Tokio, um dort ihren Sohn zu besuchen. Sie muss erkennen, dass er in sehr viel schlechteren Verhältnissen lebt, als sie erwartet hat. Sie kehrt nach Hause zurück und stirbt. DIE GESCHWISTER TODA (1941) erzählt eine klassische Ozu-Familiengeschichte, die mit dem Tod des Vaters beginnt und die Konflikte der Mutter mit ihren drei Kindern beschreibt. In ES WAR EINMAL EIN VATER (1942) wird eine schwierige Vater/Sohn-Beziehung geschildert, die vor allem aus Trennungen besteht und mit dem Tod des Vaters endet. Der wird von Chishu Ryu gespielt, dem für mich wichtigsten Ozu-Darsteller. Er steht auch im Zentrum des Films WEIZENHERBST (1951), der vom Zerbrechen einer Familie erzählt und von der Emanzipation der Tochter Noriko, gespielt von Setsuko Hara, der von mir am meisten verehrten Ozu-Darstellerin. Und schließlich: DER GESCHMACK GRÜNEN TEES AUF REIS (1952), die Geschichte eines kinderlosen Ehepaares, das sich entfremdet hat, aber wieder zueinander findet. – Das Erscheinen der Ozu-Box ist für mich ein Ereignis. Koch Media gebührt dafür großer Respekt. Das Booklet enthält einen sehr kompetenten Text von Olaf Möller. Mehr zur DVD: ozu_collection_masterpieces_of_cinema_7_dvds/

Gespenster

2014.Gespenster 1Die Reihe „Projektionen – Studien zu Natur, Kultur und Film“ gibt es seit 2009. Thomas Koebner hat sie gegründet und bisher herausgegeben. Zuletzt erschienen Bände über Indianer, Mythopoetik, Ekstase und Kindheiten im Film. Mit dem achten Band verabschiedet sich der bisherige Heraus-geber und übergibt an den Berliner Germanisten Hans Richard Brittnacher. Im Mittelpunkt des „Gespenster“-Buches steht ein wunderbarer Aufsatz von Thomas über „Spukhaus-Filme“, in denen die konkrete Verortung von Gespenstern die Regel ist. Auf zwölf Filme geht der Autor genauer ein: THE HOUSE OF USHER (1960) von Roger Corman, THE INNOCENTS (1961) von Jack Clayton, THE HAUNTING (1963) von Robert Wise und das Remake THE HAUNTING (1999) von Jan de Bont, THE SHINING (1980) von Stanley Kubrick, THE CHANGELING (1980) von Peter Medak, BURNT OFFERINGS (1976) von Dan Curtis, POLTERGEIST (1982) von Tobe Hooper, BELOVED (1998) von Jonathan Demme, THE OTHERS (2001) von Alejandro Amenábar, THE SKELETON KEY (2005) von Iain Softley und THE CONJURING (2013) von James Wan. Es sind vor allem die Ortsbeschreibungen und die Charakterisierungen der involvierten Personen, die den Text so faszinierend machen. Auf sieben andere interessante Texte des Buches will ich zumindest hinweisen: auf Roman Mauers Reflexionen über Doppelbelichtung in Geisterfotografien und Stummfilm, Hans Richard Brittnachers Gedanken zu Doppelgängern und Spiegelbildern in Literatur und Film, René Rupperts Erinnerungen an Gespenster in der Filmkomödie, Daniel Illgners Informationen zu Mario Bava und den Gespenstern des italienischen Horrorfilms, Marcus Stigleggers Entdeckungsreise zu den mythologischen Wurzeln des japanischen Geisterfilms, Andreas Rauschers Überlegungen zu Tim Burton und dem Genrekino und Sascha Koebners kurze Analyse der Geschichte des Zombies im Film. Also: viel Irreales zum Abschied des bisherigen Herausgebers und ein Willkommensgruß an den neuen. Mehr zum Buch: SBN=9783869162355#.VADiUxyWGT0

Hanna Schygulla

2014.SchygullaDies ist der neunte Band der BFI-Reihe über Filmstars. Es gibt sie seit 2012, unter den Porträtierten findet man bisher u.a. Nicole Kidman, Elizabeth Taylor, Barbara Stanwyck, Brigitte Bardot und Mickey Rourke. Mit Hanna Schygulla ist der erste deutsche Star in die Reihe aufgenommen. Die Autorin Ulrike Sieglohr ist „Honorary Reasearch Associate in Film, Television and Radio Studies at Staffordshire University“. Angeregt durch Thomas Elsaessers Buch „New German Cinema“, hat sie sich intensiv mit Rainer Werner Fassbinder beschäftigt und ist dabei auf die besondere Spielweise von Hanna Schygulla aufmerksam geworden. „I increasingly admired Schygulla’s intelligence in managing her performance skills, particularly a capacity to turn what critics have perceived as her manneristic limitation to her own advantage. Consequently, my study bears witness to Schygulla’s increasing versatility and the fact that her work with a wide range of distinguished international directors has afforded the actor greater agency, as well as producing a more naturalistic acting style.“ Sieglohrs Text ist weit entfernt von traditionellen Starmonografien. Sie beschreibt mit vielen Zitaten die ganz unterschiedlichen Stilmittel, mit denen Schygulla unter so wichtigen Regisseuren und Regisseurinnen wie Jean-Luc Godard, Andrzej Wajda, Margarethe von Trotta, Amos Kollek, Agnès Varda, Fatih Akin oder Aleksandr Sokurov vor der Kamera agiert. Ein verspätetes Präsent zum 70. Geburtstag der Schauspielerin, der im vergangenen Dezember gefeiert wurde. Coverfoto: Schygulla in RIO DAS MORTES (1971). Mehr zum Buch: hanna-schygulla.html#.VAV9yByWGT0