Mein Filmbuch des Jahres 2019

Zwölf Filmbücher des Monats habe ich auch in diesem Jahr wieder vorgestellt. Eines davon mache ich traditionell zu meinem Filmbuch des Jahres. In die engste Wahl kommen diesmal die Monografie von Ines Bayer über Anthony Mann, der Gesprächsband von Grit Lemke über Volker Koepp und das Buch von Paul Duncan über sämtliche Filme von Alfred Hitchcock. Duncans Buch, erschienen im Taschen Verlag zum 120. Geburtstag des Regisseurs, ist mein Filmbuch des Jahres, weil hier auf hervorragende Weise ein Lebenswerk erschlossen wird, mit dem man bestens vertraut zu sein glaubt, aber immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommt. Herausragend: Zahl und Qualität der Abbildungen auf den insgesamt 688 Seiten. – Außer Konkurrenz in meinem Wettbewerb sehe ich das fünfbändige Werk von Alison Castle über Jacques Tati, da es mit 185 € in der Champions League angesiedelt ist und in englischer Sprache publiziert wurde. Mehr zu meinem Jahresbuch: alfred-hitchcock/

Meine Filme des Jahres

Am Ende eines Jahres zieht man Bilanz. Welche waren die besten Filme, die man gesehen hat? Deutsche und ausländische, Spielfilme und Dokumentarfilme. Bei den deutschen Spielfilmen gibt es für mich diese Reihenfolge: 1. LARA von Jan-Ole Gerster mit Corinna Harfouch. 2. SYSTEMSPRENGER von Nina Fingerscheidt mit Helena Zengel. 3. DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT von Caroline Link mit Julius Weckauf. Bei den ausländischen Filmen ist meine Wahl: 1. PARASITE von Bong Jong-hoo (Südkorea). 2. ROMA von Alfonso Cuarón (Mexiko), 3. THE FAVOURITE von Giorgos Lanthimos. Bei den Dokumentarfilmen ist meine Platzierung: 1. HAVELLAND von Bernhard Sallmann auf Fontanes Spuren. 2. ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN von Dominik Wessely über Mario Adorf. 3. DIEGO MARADONA von Asif Kapadia als Fußballfilm. Mein Film des Jahres: PARASITE (Foto).

Filme der 60er

Jetzt sind auch die 60er Jahre in der Bibliotheka Universalis des Taschen Verlages in einer Überarbeitung, herausgegeben von Jürgen Müller, erschlossen. 94 Filme werden in Texten und Bildern vorgestellt, beginnend mit ONE TWO THREE (1961), endend mit TOD IN VENEDIG (1970). Der amerikanische Film dominiert, aber die Nouvelle Vague ist mit sieben Filmen dabei, Italien mit zehn. Einziger deutscher Film: SPUR DER STEINE von Frank Beyer. Der Neue deutsche Film aus der BRD ist gänzlich ausgespart, kein ABSCHIED VON GESTERN, kein Film von Fassbinder, Herzog oder Schlöndorff. Die kommen dann erst in den 70ern zur Geltung. Zu den Autorinnen und Autoren gehören Ulrike Bergfeld, Philipp Bühler, David Gaertner, Katja Kirste, Petra Lange-Berndt, Lars Penning und Rainer Vowe. Ihre Texte sind wieder pointiert formuliert. Die Abbildungen haben, wie immer bei Taschen, eine hervorragende Qualität. 750 Seiten für 15 €, das ist sehr preiswert. Cover-Grafik: Audrey Hepburn in BREAKFAST AT TIFFANY’S. Mehr zum Buch: filme_der_60er.htm

Die Netflix-Revolution

Zuerst gab es die bewegten Bilder im Varieté und im Kino, dann kam das Fernsehen, dann wurden Filme auf VHS, DVD und Blu-ray verfügbar, jetzt hat das Streaming unser Leben verändert. Eine zentrale Rolle spielt dabei „Netflix“, ein amerikanisches Unternehmen, das 1997 gegründet wurde und seit 2014 auch in Deutschland aktiv ist. Die jüngste Produktion, die weltweit diskutiert wird, ist THE IRISHMAN von Martin Scorsese. Man konnte sie in ausgewählten Kinos sehen und dann auf Netflix. Oliver Schütte hat jetzt im Midas Verlag das Buch „Die Netflix-Revolution“ publiziert, das die Streaming-Entwicklung in einen größeren Zusammenhang stellt. Das aktuelle Kapitel heißt „Die Gegenwart sind Apps“. Und die Zukunft wird in den beiden Schlusskapiteln prognostiziert: „Schöne neue Welt“ und „Die Revolution kontrolliert ihre Kinder“. Interessante Lektüre für den Übergang ins neue Jahrzehnt. Mehr zum Buch: die-netflix-revolution/

Frohe Weihnachten!

Ein herzlicher Weihnachtsgruß

vom Berliner Kurfürstendamm

Hans Helmut Prinzler + Antje Goldau

Der große Schlaf (Geschenk 13)

1939, also vor achtzig Jahren, erschien Raymond Chandlers erster Kriminalroman „The Big Sleep“ in den USA. Er wurde von Howard Hawks 1944/45 verfilmt: THE BIG SLEEP mit Humphrey Bogart als Philip Marlowe und Lauren Bacall als Vivian Sternwood Rutledge. Die erste deutsche Übersetzung von Mary Brand erschien 1950 im Nest Verlag, dann folgte 1974 eine Neuübersetzung von Gunar Ortlepp im Diogenes Verlag und jetzt gibt es dort eine Neuüber-setzung von Frank Heibert. Wenn man die Fassungen von Ortlepp und Heibert parallel liest, spürt man die sprachlichen und atmosphärischen Verbesserungen. Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive des Privatdetektivs Philip Marlowe erzählt. Natürlich hat man immer das Gesicht von Humphrey Bogart im Kopf, obwohl die Story für den Film stark verändert wurde. Es ist ein großes Vergnügen, den Roman erneut zu lesen. Mit Nachworten des Übersetzers Frank Heibert und der Autorin Donna Leon. Ein schönes Geschenk für alle, die Krimis lesen. Mehr zum Buch: 9783257070781.html

Jane Birken (Geschenk 12)

Sie ist Schauspielerin und Sängerin, hatte ihren inter-nationalen Durchbruch als Fotomodell in Michelangelo Antonionis Film BLOW-UP (1967), war in den 1970er Jahren die Lebensgefährtin des Sängers und Komponisten Serge Gainsbourgh, spielte in den 1980er Jahren wichtige Rollen unter der Regie ihres neuen Partners Jacques Doillon. Jane Birkin (* 1946 in London) hat im Alter von elf Jahren begonnen, Tagebuch zu schreiben. Ihr Plüschaffe Munkey war der Adressat. Ihm hat sie all ihre Freuden und Leiden mitgeteilt. Es sind vor allem die Begegnungen mit Menschen, von denen sie erzählt. Die künstlerische Arbeit spielt nur eine Rolle am Rande. Ausgewählte Auszüge aus den privaten Tagebüchern 1957-1982, mit Anmerkungen von Jane Birkin, sind jetzt im Penguin Verlag erschienen. Sie geben interessante Einblicke in ihre Denk- und Gefühlswelt. Ein schönes Geschenk für alle, die mehr über Jane Birkin wissen wollen. Mehr zum Buch: Jane-Birkin/Penguin/e560764.rhd

Filmkalender 2020 (Geschenk 11)

Im Schüren Verlag ist wieder der Filmkalender für das kommende Jahr erschienen, der uns an wichtige Daten erinnert. Zum Beispiel daran, dass im Januar an den 30. Todestag von Barbara Stanwyck (21.1.) und Ava Gardner (25.1.) gedacht werden muss. Zwölf Texte sind speziellen Ereignissen gewidmet: dem 70. Geburtstag des Schauspielers Daniel Auteuil (24.1.), dem Film SUNSET BOULEVARD von Billy Wilder, der vor siebzig Jahren gedreht wurde, dem 30. Geburtstag von Emma Watson (15.4.), dem Film DANCES WITH WOLVES von Kevin Costner, der vor dreißig Jahren realisiert wurde und Maßstäbe für die Darstellung von Indianern im Kino setzte, dem 90. Geburtstag von Clint Eastwood (31.5.), dem Film AIRPLANE, der vor dreißig Jahren das Genre der Filmparodie neu definierte, dem 70. Geburtstag des Regisseurs Christopher Nolan (30.7), dem 70. Geburtstag der Schauspielerin Iris Berben (12.8.), dem 30. Geburtstag der Schauspielerin Jennifer Lawrence (15.8.), dem 60. Geburtstag des japanischen Regisseurs Takashi Miike, dem Film X-MEN von Bryan Singer, mit dem vor zwanzig Jahren eine zweite Generation der Superheldenfilme begann, dem 40. Geburtstag des Schauspielers Ryan Gosling (12.11.). Die Texte stammen von Daniel Bickermann, Nils Bothmann (er war auch Bild- und Textredakteur), Maxi Braun, Werner Busch, Robert Cherkowski und Thorsten Hanisch. Der Anhang enthält ein Adressenverzeichnis wichtiger Institutionen und eine Übersicht über internationale Festivals. Coverabbildung: Jennifer Lawrence. Mehr zum Kalender: filmkalender-2020.html

Der James Bond Atlas (Geschenk 10)

Er ist der international be-rühmteste Spion, erfunden von dem Schriftsteller Ian Fleming. Sein erster Auftritt fand 1953 in dem Roman „Casino Royal“ statt. Die erste Kinoverfilmung war JAMES BOND – 007 JAGT DR. NO mit Sean Connery. Im April kommt der 25. Bond-Film in die Kinos: KEINE ZEIT ZU STERBEN mit Daniel Craig. Es gibt viele Besonderheiten der Filme: die Fahrzeuge, die Waffen, das 007-Logo, die Pistolenlaufsequenz, die Eröffnung. Ein Markenzeichen ist auch der rasante Schauplatzwechsel. Bei LangenMüller ist jetzt der „James Bond Atlas“ erschienen, ein Wegweiser zu allen Orten, an denen 007 ermittelt hat. Der Autor Siegfried Tesche, mit Bond bestens vertraut, erzählt die Stories der 25 Filme und zeigt uns auf Landkarten und Stadtplänen die Schauplätze, verbunden mit über 200 Fotos. 274 Seiten im Großformat. Mit Glossar, Bibliografie und Register im Anhang. Die Druckqualität ist herausragend. Es ist das schönste James Bond-Buch, das ich kenne, und ein wunderbares Geschenk für alle Fans. Mehr zum Buch: Atlas/#prettyPhoto/0/

STAR WARS (Geschenk 9)

Der erste STAR WARS-Film kam 1977 ins Kino. Autor, Produzent und Regisseur war George Lucas. Heute hat die neunte Episode, THE RISE OF SKYWALKER, ihre weltweite Kino-premiere. Die STAR WARS-Filme gehören mit Einnahmen von über neun Milliarden US-Dollar zu den erfolg-reichsten Werken der Filmgeschichte. Es gibt zwei Story-Filme, Fern-sehserien, Romane, Comics, Spielzeug und viele Merchandising-Produkte. Die Zahl der Fans ist weiterhin unendlich groß. Für sie ist jetzt auch auf Deutsch „Das ultimative Buch“ im Verlag Dorling Kindersley erschienen, verfasst von Adam Bray, Cole Horton, Patricia Barr, Daniel Wallace, Ryder Windham und Matt Janes. Das umfang-reichste Kapitel (160 Seiten) ist den Figuren und Kreationen gewidmet. Es sind 29 Hauptfiguren und (geschätzt) 1000 Nebenfiguren. Sie werden in Wort und Bild porträtiert. Dann geht es um die Schauplätze (21), die Technik (Kampfdroide und Superkampfdroide) und die Fahrzeuge (Sklave I, Millenium Falke, TIE-Jäger, Ghost, Rot Fünf). Zwischen den Kapiteln gibt es auf jeweils zwei Seiten Blicke hinter die Kulissen mit Werkfotos. Ein Register erschließt den Inhalt, man kann sich auf eine gezielte Suche begeben. Auch wenn man, wie ich, kein spezieller STAR WARS-Fan ist, wirkt das Buch überwältigend. Es öffnet sich ein fiktives Universum, in dem man sich schnell verirren kann. Egal, ob man sich im Hellen oder im Dunklen aufhält. Ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für alle Fans. Mehr zum Buch: 9783831037773