Zuschauertäuschung im long con-Film

2014.Ausgetrickst„Ausgetrickst!“ ist die modifizierte Version einer Dissertation, die an der Universität Siegen entstanden ist. Es geht um Varianten des Trickbetrugs, um dessen filmische Darstellung in neueren amerikanischen Filmen – und es geht dabei natürlich vor allem um die Täuschung des Zuschauers, der durch eine geschickte Dramaturgie und eine entsprechende Erzählperspektive in die Irre geführt wird. Désirée Kriesch definiert zunächst sehr einleuchtend den long con, klärt wichtige Voraussetzungen für „Filmisches Erzählen“ und die „Irreführung als Gegenstand filmischen Erzählens“. Dafür reichen ihr rund 60 Seiten. Im Zentrum ihrer Analyse stehen vier Filme: THE STING (1973) von George Roy Hill mit Paul Newman und Robert Redford, CONFIDENCE (2003) von James Foley mit Edward Burns, MATCHSTICK MEN (2003) von Ridley Scott mit Nicolas Cage und THE SPANISH PRISONER (1997) von David Mamet mit Campbell Scott. Auf jeweils rund dreißig Seiten werden diese vier Filme dramaturgisch und visuell detailliert entschlüsselt. Das fördert viele interessante Beobachtungen und Erkenntnisse zutage, die sehr konkret und nachvollziehbar formuliert sind. In einem letzten Kapitel geht es um die Funktion des verdeckten long con, um die generische und historische Dimension und schließlich um die soziokulturelle Funktion. Der Anhang enthält eine umfangreiche Filmografie, eine Bibliografie und ein Glossar. Die Abbildungen sind hilfreich und technisch akzeptabel. Coverfoto: CONFIDENCE. Mehr zum Buch: www.wvttrier.de/ (dann das Buch suchen).

Takashi Miike

2014.MiikeEr ist der produktivste Regisseur des japanischen Gegenwartskinos. Über 90 Arbeiten hat er bisher realisiert, die sich zwischen Trash und Arthouse bewegen. Takashi Miike (* 1960) hat eine weltweite Fangemeinde, und die Film-Konzepte widmen ihm jetzt ihre Nr. 34, heraus-gegeben von Tanja Prokić. Neun Texte enthält die Publikation, es geht um Serialität und Singularität, um Genre, Tradition und interkulturelle Zusammenhänge, um Ästhetik und Gewalt, auch um Genderperspektiven. Die Herausgeberin Prokić und Alexander Schlicker analysieren den Film YATTERMAN und fragen nach der Darstellung des Superhelden. Arno Meteling beschäftigt sich mit Miikes Samuraifilmen 13 ASSASINS, HARA-KRI: DEATH OF A SAMURAI und IZO, zwei davon sind quasi Remakes. Alexander Schlicker stellt noch einmal 13 ASSASINS mit seinen ekstatischen Todesbildern ins Zentrum, während sich Elisabeth Scherer mit der monströsen Weiblichkeit in den Miike-Filmen auseinandersetzt. Marcus Stiglegger, von dem demnächst ein Kurosawa-Buch publiziert wird, schreibt über den Geschlechterkrieg in dem Psychothriller AUDITION. Den Musicalfilm THE HAPPINESS OF KATAKURIS bringt uns Kayo Adachi-Rabe näher. Bei Manuel Zahn geht es um das Anomale in VISITOR Q, bei Tanja Prokić um das Besondere des Films BIG BANG LOVE, JUVENILE A. Ivo Ritzer äußert sich schließlich zur Überschreitung medienkultureller Grenzen in der TV-Episode MASTERS OF HORROR: IMPRINT. Vielleicht wird Miike durch diese Publikation über den Kreis seiner Fans hinaus bekannt. Mehr zur Publikation: U3M7CxzdJgs

Drehbuchautoren auf der Leinwand

2014.AutorschaftGar nicht so selten sind Drehbuch-autoren (und natürlich auch Autorinnen) – die sich gern als die großen Unbekannten im Film-geschäft bezeichnen – wichtige Figuren im Spielfilm. Mir fallen da sofort SUNSET BOULEVARD (1950) von Billy Wilder, IN A LONELY PLACE (1950) von Nicholas Ray, LE MÉPRIS (1963) von Jean-Luc Godard, THE LAST TYCOON (1976) von Elia Kazan, DER STAND DER DINGE (1982) von Wim Wenders oder THE PLAYER (1992) von Robert Altman ein. Dirk Hohnsträter hat das zum Thema eines kleinen, aber sehr originellen Buches gemacht, das nicht nur Autorinnen und Autoren gefallen müsste. Es gibt drei Kapitel und einen „Nachspann“. Zunächst geht es um die Figuren: wie werden die Drehbuchautoren im Spielfilm dargestellt? Hohnsträter hat 84 Filme gefunden, in denen sie eine wichtige Rolle spielen, meist befinden sie sich im Konflikt mit Produzent oder Regisseur, selten sind sie auf der Gewinnerseite. Es geht vor allem um Probleme mit der Anerkennung. Im zweiten Kapitel („Schreibszenen“) wird die Darstellung der Arbeit geschildert. Wo schreiben die Autoren? Welche Geräte benutzen sie? Das sind über Jahrzehnte natürlich vor allem Schreibmaschinen. Erst bei Wenders kommt der Computer ins Spiel. Im dritten Kapitel wird die Erzählweise thematisiert. Und im Nachspann protokolliert Hohnsträter die „vielleicht beste Einzelszene über das Drehbuchschreiben“, sie stammt aus dem Film THE LAST TYCOON und dauert 8:38 Minuten. Auch auf einige deutsche Filme geht der Autor genauer ein, zum Beispiel FRAUEN SIND KEINE ENGEL (1943) von Willi Forst mit Marte Harell als Autorin, FILM OHNE TITEL (1948) von Rudolf Jugert mit Fritz Odemar als Autor, SOLANGE DU DA BIST (1953) von Harald Braun mit Mathias Wieman als Autor, DIE ZÜRCHER VERLOBUNG (1957) von Helmut Käutner mit Liselotte Pulver als Autorin und das Remake von Stephan Meyer mit Lisa Martinek oder KOKOWÄÄH (2011) von Til Schweiger mit Schweiger als Autor. Es gibt eine Filmografie und eine Bibliografie. Nur der Titel des Büchleins ist, vorsichtig formuliert, etwas spröde. Mehr zum Buch: Autorschaft.html

David Bowie-Ausstellung

2014.DB 1Gestern wurde im Berliner Martin-Gropius-Bau die David Bowie-Aus-stellung eröffnet. Sie kommt aus dem Victoria and Albert Museum aus London, ist eine sehr facettenreiche Hommage und hat viele filmische Bezüge. Man muss sie mit einem Audioguide durchqueren, denn in allen Räumen gibt es Videoinstallationen, die technisch raffiniert austariert sind und die Besucher akustisch separieren. Über 300 Exponate sind zu sehen, die in chronologischer und thematischer Folge präsentiert werden: Textdokumente, Tagebucheintragungen, Fotos, Zeichnungen, Collagen, Kostüme, Instrumente, Plattencover, Filme, Musikvideos. Die Hälfte des ersten Stocks im Gropius-Bau (das sind rund 1.000 qm) steht dafür zur Verfügung, die Inszenierung ist beeindruckend. Auch wenn man viel über Bowie weiß, denn schließlich waren wir alle in den 1970er und 80 Jahren von ihm fasziniert, lernt man neue Seiten von ihm kennen. Bowies kreative Berliner Jahre sind besonders gut dokumentiert. Eine schöne Kritik hat heute Christian Schröder im Tagesspiegel publiziert: bowie/9916476.html. Zur Eröffnung sprachen u.a. der Festspiel-Intendant Thomas Oberender, unser Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der Schauspieler Ben Becker und der Direktor des V&A-Museums Martin Roth. Die Ausstellung ist bis zum 10. August zu sehen, sieben Tage in der Woche, jeweils von 10 bis 20 Uhr. Mehr zur Ausstellung: davidbowie-berlin.de/

Große Filmprojekte – nicht realisiert

2014.Die besten Filme...Es gab viele große Film-projekte, die nicht realisiert wurden: weil sie zu teuer wurden, weil die Regisseure nicht zu Potte kamen, weil andere schneller waren. Berühmt wurden zum Beispiel der nicht mehr realisierbare Marilyn Monroe-Film „Something’s Got to Give“ von George Cukor, das Napoleon-Projekt von Stanley Kubrick, der nicht aufgeführte „Holocaust“-Film von Jerry Lewis und das Leningrad-Projekt von Sergio Leone. 54 Projekte werden in diesem Buch von 15 internationalen Filmkritikern vorgestellt, die sie auch ausgewählt haben, beginnend mit einem Napoleon-Vorhaben von Charles Chaplin, endend mit dem Projekt „Potsdamer Platz“ von Tony Scott, der 2012 Suicid beging. Orson Welles hat wohl die meisten unvollendeten Projekte hinterlassen, aber es gab natürlich auch Pläne von Sergej Eisenstein, Alfred Hitchcock, Francis Ford Coppola, Steven Spielberg  oder den Coen Bros., die nicht verwirklicht wurden. „Brazzaville“ sollte die Fortsetzung von CASABLANCA werden, „La Genèse“ war ein visionäres Vorhaben von Robert Bresson und „Il viaggio di G. Mastorna“ wollte Federico Fellini mit Marcello Mastroianni drehen. Manchmal gab es schon Exposés oder Drehbücher, in einzelnen Fällen wurde bereits gedreht und dann abgebrochen, oft war die Werbekampagne längst im Gange und musste gestoppt werden. So gibt es bei vielen Projekten Informationen über den Stoff oder die geplante Besetzung. Simon Braund, Herausgeber des Buches, hat 48 fiktive Filmplakate entwerfen lassen, die man sich gut in der Kinorealität vorstellen kann. Zu jedem Text gehört die Information „Was danach geschah…“ und die Prognose einer noch möglichen Realisierung „Wie stehen die Chancen?“. In der Regel sind die Chancen gering. Bei manchen Projekten bedauert man das nicht, bei anderen ist man traurig. Ein originelles Buch mit vielen Abbildungen. Mehr zum Buch: index.php?id=281

LIVLAND von Volker Koepp

2014.DVD.LivlandIm Kino war dieser Film nicht zu sehen, als er 2012 von der ARD gesendet wurde, habe ich ihn verpasst. Jetzt ist bei Edition Salzgeber die DVD erschienen. Man sollte sie sich auf einem möglichst großen Bildschirm anschauen, denn die Land-schaftsaufnahmen von Thomas Plehnert sind wieder unglaublich schön. Volker Koepp war unterwegs in „Livland“, das ist eine historische Region, die heute teils zu Estland, teils zu Lettland gehört und über Jahrhunderte von den Baltendeutschen geprägt wurde. Volkers Protagonisten sind diesmal vor allem junge Leute, die in ihrer Heimat bleiben wollen, auch wenn ihnen das Überleben im Alltag nicht leicht gemacht wird. Die Glaskünstlerin Guna verdient sich Geld als Innenarchitektin, die Malerin Ilva arbeitet im Tourismus und als Lehrerin; ihr Mann Janis weiß noch nicht so genau, wo er hin will. Es ist Volkers große Begabung, Menschen zum Sprechen zu bringen, ihnen zuzuhören, hier und da auch eine Frage zu stellen. Die Estinnen Paula und Liina studieren Geografie an der Universität in Tartu. Der Dozent Erki weiß viel über die Deutschbalten im 19. Jahrhundert. Und Volker baut mit kleinen eigenen Kommentaren Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zweimal war er mit seinem Kamera-mann vor Ort: einmal im Winter und dann zur Mittsommerwende. Das schafft unterschiedliche Stimmungen, die aber durch die Menschen, denen wir sehr nahe kommen, ausgeglichen werden. Auch die Musik von Raiitis und Liga Jelevici hat ihre eigene Poesie. Es sind 90 Minuten, die sich radikal vom sonstigen Fernsehrhythmus unterscheiden. Dafür lieben wir Volkers Filme. Mehr zur DVD: 150&sortby=DESC

Medienwelten im 21. Jahrhundert

2014.MedienweltDas Jubiläum „50 Jahre Grimme-Preis“ war die Initialzündung für dieses Buch, und Uwe Kammann, als Direktor des Grimme-Instituts gerade in den Ruhestand gegangen, ist einer der beiden Herausgeber. Sein Partner ist Jochen Hörisch, Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse in Mannheim. 30 Personen (eigentlich sind es sogar 31, denn der Text von Friedrich Küppersbusch und Mike Sandbothe ist ein Streitgespräch) formulieren ihre Überlegungen, Hoffnungen, Forderungen für die Medienwelt im 21. Jahrhundert. Ich nenne zwölf, die mir persönlich gut bekannt sind und auf deren Texte ich besonders neugierig war. Uwe Kammann behält den Überblick und schreibt als „Position 1“ über „Wohl und Wehe“, das meint: die „Weltorientierung in den modernen Medienräumen“. Gundolf S. Freyermuth formuliert „Zehn Thesen zu variationsreichen Digital-Formen erzählten Lebens“, wie immer intelligent und zukunftsorientiert. Hans Jahnke plädiert für ein (Wieder-)Entdecken der Fernsehgeschichte und erinnert damit auch an die Geschichte des Grimme-Preises. Bei Nico Hofmann geht es um „Historische Wirklichkeit und Emotionalität in der Fernsehfiktion“, er schlägt einen Bogen von Egon Monk zu UNSERE MÜTTER, UNSERE VÄTER. Bettina Reitz denkt „Über den kulturellen Wert öffentlich-rechtlicher Fernsehproduktionen“ nach, und das führt am Ende auch sie zum Grimme-Preis. Fritz Wolf wird seiner Rolle als Anwalt des Dokumentarfilms gerecht und nennt konkret einige wichtige Namen aus dem Spektrum des Genres: Klaus Stern, Heidi Specogna, Christoph Hübner, Eric Fiedler, Harun Farocki, Carmen Losmann. Norbert Schneider weigert sich, das Fernsehen zu schmähen, und sagt uns „Was vom Fernsehen bleibt“. Barbara Sichtermann wirft einen Blick auf „Das Geschlechterverhältnis im Fernsehen“ und öffnet dabei einige originelle Perspektiven. Katja Nicodemus reflektiert über die Voraussetzungen der Filmkritik und fordert mehr „Ernsthaftigkeit, Offenheit und Neugier“. Für Klaus Staeck gilt „Das ewige Prinzip Aufklärung“, denn er sieht die „Medienarbeit als Annäherung an vernünftiges Denken und Handeln“ und fordert noch einmal ein kommerzfernes öffentlich-rechtliches Fernsehen. Torsten Körner schildert mediales Leiden und denkt „Über Entgrenzung und Begrenzung der Empathie“ nach. Alexander Kluge bezieht in seinem Text natürlich keine „Position“, er zitiert Dialoge, die er kürzlich für einen Film mit der Schauspielerin Hannelore Hoger geführt hat, wobei sie u.a. die Rolle einer Gorillaforscherin, einer Elefantenwäscherin, einer Trümmerfrau im April 1945 und einer Medientheoretikerin spielt. Auch so kann man eine Vision von der „Medienwelt im 21. Jahrhundert“ vermitteln. Wer sich über diese Welt Gedanken macht, ist mit dem Buch bestens bedient. Mehr zum Buch: 978-3-7705-5699-1.html

Jean Seberg

Bild 1Mit zwei Filmen wurde sie berühmt: SAINT JOAN (1957) und BONJOUR TRISTESSE (1958). Otto Preminger hat sie entdeckt, aber sie wurde zunächst mehr von den Kritikern als vom Publikum geliebt. François Truffaut schrieb über die gerade Zwanzig-jährige: „Immer, wenn Jean Seberg auf der Leinwand ist, das heißt, den ganzen Film über, hat man nur Blicke für sie, so graziös ist sie noch in der beiläufigsten Bewegung, so genau in jedem Blick. Die Form ihres Kopfes, die Silhouette, der Gang, alles an ihr ist vollkommen, und neu auf der Leinwand ist ihre Art von Sex-Appeal.“ (Arts, 12.3.1958) Und Jean-Luc Godard gewann sie für die Hauptrolle in À BOUT DE SOUFFLE als Partnerin von Jean-Paul Belmondo. Damit wurde sie zu einer Ikone der Nouvelle Vague. Jean-Seberg (1938-1979) pendelte dann zwischen Frankreich und Amerika, drehte über 30 Filme (aber nur wenige blieben in Erinnerung, wie etwa LILITH von Robert Rossen, LA ROUTE DE CORINTHE von Claude Chabrol, LES OISEAUX VONT MOURIR AU PÉROU von Romain Gary), engagierte sich für Notleidende, unterstützte die Partei der Black Panther, wurde vom FBI als Staatsfeindin angesehen und starb unter mysteriösen Umständen. Das Buch mit Photographien und Dokumenten aus dem Familienarchiv ist eine Koproduktion von Schirmer/Mosel mit der Editions Mercure de France. Ein sehr zugeneigter Text von Antoine de Baecque würdigt das Leben und die Filme der Schauspielerin. Faksimilierte Briefe an ihre Familie geben Einblicke in die jeweiligen Befindlichkeiten. 17 Filme sind mit Fotos und Credits dokumentiert. Exzellenter Druck. Eine schöne, späte Hommage. Mehr zum Buch: Seberg.pdf

Cannes

2014.CannesHeute beginnen die 67. Internationalen Filmfestspiele in Cannes. Der Eröffnungs-film GRACE DE MONACO von Olivier Dahan mit Nicole Kidman läuft außer Konkurrenz, macht bereits Schlagzeilen und ist ab morgen auch in unseren Kinos zu sehen. Bei den Wettbewerbsfilmen wäre ich persönlich am meisten interessiert an CLOUDS OF SILS MARIA von Olivier Assayas, WINTER SLEEP von Nuri Bilge Ceylan, MAPS OF THE STARS von David Cronenberg, DEUX JOURS, UNE NUIT von den Brüdern Dardenne, CAPTIVES von Atom Egoyan, ADIEU AU LANGAGE von Jean-Luc Godard, THE SEARCH von Michel Hazanavicius, THE HOMESMAN von Tommy Lee Jones, FATATSUME NO MADO von Naomi Kawase, MR. TURNER von Mike Leigh, JIMMY’S HALL von Ken Loach und FOXCATCHER von Bennett Miller. Aber Cannes ist für mich weit weg, und bei den meisten der genannten Filme ist es noch unklar, ob und wann sie bei uns zu sehen sein werden. Der Jury gehören unter dem Vorsitz von Jane Campion u.a. Carole Bouquet, Sofia Coppola, Willem Dafoe, Laila Hatami und Nicolas Winding Refn an. Vor dreißig Jahren gewann Wim Wenders mit PARIS, TEXAS die „Goldene Palme“. In diesem Jahr ist kein deutscher Film im Wettbewerb dabei. Zur aktuellen Berichterstattung empfiehlt sich der morgendliche Aufruf von  www.film-zeit.de/Home/ . Und ich freue mich auf die Texte in der SZ, in der FAZ, im Tagesspiegel. Mehr zum Programm: www.festival-cannes.com/en.html .

Filmbilder des Islam

2014.Islam.kleinBand 25 der Schriftenreihe „Film und Theologie“. Die meisten der 17 Texte gehen zurück auf Referate bei einer Tagung und einem Sym-posium 2012 in Frankfurt am Main. Es gibt die Kapitel „Überblicke“, „“Islam im europäischen Kino“, „Deutsch-türkische Spiegelungen“, „Türkisches Filmschaffen“, „Iranische Filme“ und „Islam in Filmbildern aus aller Welt“. Ich nenne jetzt einfach die fünf Texte, die mich am stärksten beeindruckt haben. Der Freiburger Kinobetreiber und Islamforscher Ludwig Ammann beschäftigt sich in seinem Beitrag mit den Islamklischees, die vor allem von intellektuellen Kinogängern im Westen aufrecht erhalten werden und wenig mit dem Alltag und der Normalität zu tun haben. Joachim Valentin beschreibt den aktuellen Trend, im Kino über den Islam zu lachen (seine Beispiele sind u.a. FOUR LIONS von Chris Morris, ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND von Yasemin Samdereli und SALAMI ALEIKUM von Ali Samadi Ahadi). Marie-Therese Mäder analysiert die Serie TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER von Bora Dagtekin (mit dem Film FACK JU GÖHTE gerade sehr bekannt geworden) und beklagt die Vereinfachungen als Tribut ans Fernsehformat. Heike Kühn gibt einen sehr sachkundigen Überblick über die Geschichte des iranischen Kinos mit einem speziellen Blick auf Abbas Kiarostami, Majid Majidi und Jafar Panahi. Lisa Kienzl schildert die visuelle Repräsentation des Islam in der Fernsehserie HOMELAND und kritisiert die undifferenzierte Darstellung der Religion. Viele Abbildungen in unterschiedlicher Größe und hilfreicher Filmindex. Titelfoto: FASTEN AUF ITALIENISCH von Olivier Baroux, 2010. Mehr zum Buch: filmbilder-des-islam.html