DIE GESCHICHTE DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG (1994)

2017.DVD.KriegsberichterstattungMarcel Ophüls ist ein eigenwilliger Dokumentarist, seine Filme folgen nie einer klassischen Dramaturgie, sie sind subjektiv und assoziativ, fordern vom Zuschauer die Bereitschaft, sich auf sie einzulassen. Sein Film über DIE GESCHICHTE DER KRIEGSBERICHT-ERSTATTUNG (1994) dauert 226 Minuten. Im Mittelpunkt steht die im Bosnienkrieg belagerte Stadt Sarajewo Mitte der 90er Jahre. 80 Jahre zuvor war sie Ausgangspunkt des Ersten Weltkriegs. Wer sind die Journalisten und Reporter, die über Kriege berichten? Was sind ihre Motive? Wie authentisch sind die Bilder, Töne und Texte, die sie in alle Welt verbreiten? Ophüls interviewt französische und englische Reporter, beklagt die Programmpolitik der nationalen Fernsehsender, thematisiert das Spannungsverhältnis zwischen Propaganda und objektiver Berichterstattung, schlägt einen historischen Bogen vom Krimkrieg über den Spanischen Bürgerkrieg, den Holocaust, den Vietnamkrieg bis zu den Jugoslawien-Kriegen. Zweimal ist Ophüls für diesen Film nach Sarajewo gereist. Es waren auch Reisen in die eigene Vergangenheit. Man sieht Ausschnitte aus dem Film VON MAYERLING BIS SARAJEWO, den sein Vater Max Ophüls gedreht hat, als Hitler den Zweiten Weltkrieg begann. Ausschnitte aus Hollywood-Filmen konstrastieren mit Aufnahmen von den Folgen des aktuellen Krieges. Die Montage ist, wie meist bei Ophüls, auch ein Kommentar zum Thema des Films, denn einen eigenständigen Off-Kommentar gibt es nicht. Momente der Selbstinszenierung gehören zum Stil dieses Films, der die Frage stellt „Können Katastrophenbilder Krieg und Elend verhindern?“ Sie können es wohl nicht, wie man an der aktuellen Situation Syrien sieht. – Bei Absolut Medien ist jetzt eine DVD dieses beeindruckenden Films von Marcel Ophüls erschienen, in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Begleitmaterial (darunter ein kleines „Who’s Who der Protagonisten“) stammt von Ralph Eue. Mehr zur DVD: Die+Geschichte+der+Kriegsberichterstattung

Kinobesuche einer Stenotypistin

2016.ProtokolleCharlotte Gerth aus Leipzig, geboren 1918, hat – zunächst als Schülerin, später als Steno-typistin einer Uhrenfabrik – in einer Art Tagebuch ihre Kino-besuche notiert und die Filme zum Teil mit kurzen Bemer-kungen bewertet. Das liest sich zum Beispiel so: „’F.P.1 ant-wortet nicht’ mit Hans Albers, Sybille Schmitz u.a. Ein Film einer künstlichen Insel im Meer. Wunderbar. Ges. 29.1.33.“ Oder: „’Menschen im Hotel’ mit Greta Garbo, John Barrymoore u.a. Das Treiben des Hotels, sehr schön. Ges. 9.4.33.“ Oder: „’Die Finanzen des Großherzogs’ mit Viktor de Kowa, Hilde Weissner u.a. Hatte sehr wenig Sinn. Ges. 18.1.34.“ Oder: „’Das Privatleben des Don Juan’ mit Douglas Fairbanks u.a.m. Große Aufmachung, nichts dahinter. Ges. 18.5.35.“ Das Notizbuch landete 1999, nach dem Tod von Charlotte Gerth, auf dem Flohmarkt, wurde dort von einem Typografie-Dozenten erworben, der es Jahre später seinen Studie-renden zeigte – und zwei von ihnen haben daraus ein Buchprojekt gemacht. Das interessante Resultat ist jetzt im Institut für Buchkunst in Leipzig erschienen. Band 1 enthält die transkribierten handschrift-lichen Eintragungen, die in ihrer Lakonie und Empathie berührend sind. Band 2 enthält ein Drehbuch der beiden Herausgeberinnen Katrin Erthel und Tabea Nixdorf, das die Protagonistin in Leipzig bei ihrer Arbeit und vor allem bei ihren Kinobesuchen zeigt, verbunden mit Ausschnitten aus Filmen, zu denen sie sich geäußert hat. In 21 Szenen wird so die Zeit zwischen 1931 und 1946 rekonstruiert. Natürlich werden auch die politischen Hintergründe deutlich gemacht. Die Lektüre dieses originellen Drehbuchs ist sehr spannend. Außerdem enthält der 2. Band neun Texte von Siegfried Kracauer aus seiner Serie „Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino“ (1927). Ich bin sehr beeindruckt von der Publikation (und dies nicht nur, weil ich selbst in meiner Jugend Kinolisten geführt habe. Die Filme wurden da mit Schulnoten bewertet…). Mehr zum Buch: series/8#103

Fremder Bruder

2016.Fremder BruderEine Dissertation, die an der Johannes Gutenberg-Universi-tät in Mainz entstanden ist. Sung Kyoung-Suk untersucht das Teilungstrauma Süd- und Nordkoreas im Spiegel des (süd)koreanischen Films. Sechzig ausgewählte Filme verschiedener Genres aus der Zeit zwischen 1955 und 2013 werden genauer analysiert. Die Autorin bezeichnet sie als „Konfliktfilme“. Zeitphasen bestimmen die Struktur des Buches: Nachkriegszeit bis Anfang der 60er Jahre (vier Konfliktfilme), die frühen 60er Jahren bis 1980 (zehn Filme), die 1980er Jahre bis Ende der 1990er Jahre (sieben Filme), Ende der 1990er Jahre bis 2008 (21 Filme), die Gegenwart seit 2008 (17 Filme). Die internationale Bedeutung des koreanischen Films beginnt eigentlich erst in den 90er Jahren. Der Regisseur mit den meisten Konfliktfilmen ist Im Kwon-Taek (fünf), gefolgt von Kim Ki-Duk (vier) und Lee Man-Hee (drei). Die dominanten Genres sind Spionagefilm und Thriller, Melodram, Kriegsfilm und Komödie. In einem Exkurs wird der Dokumentarfilm dargestellt. In der Schlussbetrachtung geht es vor allem um wiederholte filmische Motive und ihre Bedeutung: Fotos, die Erinnerungen provozieren, Meer, Wasser, Flüsse und Regen als „fließende Motive“ und den hohen Stellenwert der Filmmusik. Die Analysen im gesamten Text sind sehr konkret und anschaulich. Die 306 Abbildungen im Anhang finde ich technisch zum Teil grenzwertig (zu dunkel, um etwas zu erkennen). Band 32 der Reihe Medienwissen-schaften des Tectum Verlages. Mehr zum Buch: fremder-bruder.html

50 Delikatessen/50 Kulissen – zweimal 50 Filme

2017.50 DelikatessenFür den WEISSEN HAI (Cover-motiv des Buches „50 Delika-tessen – 50 Filme“) ist der Frau-enkörper, den er verschlingt, eine Delikatesse. Nur noch Fuß und Unterschenkel sind zu sehen. Das ist eine ironisch gemeinte Zuspitzung des Themas. In den 49 anderen Filmen geht es um Delikatessen für Menschen, zum Beispiel GRÜNE TOMATEN, DER DUFT DER GRÜNEN PAPAYA, COUSCOUS MIT FISCH oder RATATOUILLE (auch wenn hier Ratten im Spiel sind). Der Illustrator Dieter Braun erinnert mit seinen Zeichnungen an leckere Gerichte in berühmten Filmen: die Pasta in SUSI UND STROLCH und in DER PATE, die Nachspeisen in CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK, MARIE ANTOINETTE, AMERICAN PIE und INGLORIOUS BASTARDS. Manche Filme thematisieren das Essen schon in ihrem Titel: DELICATESSEN oder DAS GROSSE FRESSEN. Auch ein deutscher Film ist mit dabei: GOOD BYE, LENIN! Spreewälder Gurken sind hier die Delikatessen. Jeder Film ist mit einer Abbildung vertreten, man soll ein Rätselspiel daraus machen, die Auflösung findet man am Ende des Bandes. Ein Leckerbissen für Cineasten. Mehr zum Buch: 50_delikatessen_50_filme/t-1/571 /

2017.50 KulissenIm zweiten Band der neuen Reihe geht es um Schauplätze: „50 Kulissen – 50 Filme“. Hier ist Francesco Giustozzi der Zeichner. Die Coverabbildung verweist auf PSYCHO. Und im Buch sind es vor allem Gebäude und Häuserfassaden, die uns an Filme erinnern: an TWIN PEAKS von David Lynch, MOULIN ROUGE von Ben Luhrman, MARIE ANTOINETTE von Sofia Coppola, LE FABULEUX DESTIN D’AMÉLIE POULAIN von Jean-Pierre Jeunet, THE GRAND BUDAPEST HOTEL von Wes Anderson, À BOUT DE SOUFFLE von Jean-Luc Godard, MON ONCLE von Jacques Tati, ROSEMARY’S BABY von Roman Polanski, MIDNIGHT IN PARIS von Woody allen, HOTEL DU NORD von Marcel Carné, NOTTING HILL von Roger Michell. Wieder ist ein deutscher Film dabei: OUT OF ROSENHEIM von Percy Adlon. Die letzten beiden Zeichnungen verweisen auf Science-fiction: 2001: A SPACE ODYSSEY von Stanley Kubrick und STAR WARS von George Lucas. Als Rätselspiel waren für mich die Kulissen leichter zu lösen als die Delikatessen. Mehr zum Buch: 50_kulissen_50_filme/t-1/572

Michael Naumann

2017.Naumann.GlückgehabtEr war Wissenschaftler, Journalist, Verleger, Politiker, Chefredakteur und Herausgeber. Er hat in Deutschland und in den USA gelebt und gearbeitet. Seine beruflichen Stationen waren: der Münchner Merkur, die Zeit, die Ruhr-Universität Bochum, wieder die Zeit, dann der Spiegel, der Rowohlt Verlag, zwei Verlage in New York, das Kanzleramt, wieder die Zeit, die Hamburger Bürgerschaft, das Magazin Cicero und zuletzt die Barenboim-Said Akademie, deren Gründungsdirektor er ist. Jetzt hat Michael Naumann (*1941) seine Autobiografie veröffentlicht: „Glück gehabt“, erschienen bei Hoffmann & Campe, ein 400 Seiten-Buch, das spannend zu lesen ist. Vor allem die Erinnerungen an große Kolleginnen und Kollegen von Naumann, an Rudolf Augstein, Marion Gräfin Dönhoff, Fritz J. Raddatz, Heinrich-Maria Ledig-Rowohlt, Theo Sommer. Eric Voegelin, an Politiker wie Willy Brandt, Helmut Kohl, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Franz Josef Strauß sind beeindruckend in ihrer Differenziertheit, in den Variationen von Respekt, Ernst und Ironie. Die zwei Jahre als erster Staatsminister für Kultur und Medien in Bonn und Berlin (S. 300-346) werden sehr subjektiv mit dem Blick auf Einzelprojekte geschildert: Holocaust-Mahnmal, Jüdisches Museum, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Museum Berggruen, Berliner Festspiele – aber auch an den ersten Hauptstadtkulturvertrag und die Gründung des HKF erinnert Naumann mit konkreten Zahlen und Verweisen auf bevorzugte Institutionen. Ich hatte damals mit ihm persönlich nicht viel zu tun, mein Gesprächspartner im BKM war Knut Nevermann, der als Amtschef eine Schlüsselfunktion innehatte. Die Übernahme der Kinemathek in die finanzielle Obhut des Bundes ist Christina Weiss, Naumanns Nach-Nachfolgerin zu verdanken. Das Schlusskapitel von Michael Naumanns Autobiografie ist natürlich der Barenboim-Said-Akademie gewidmet. Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen. Mehr zum Buch: glueck-gehabt-buch-8321/

Berg und Film

2017.Berg und FilmDer Bergfilm ist ein genuin deutsches Genre, die Basis dafür hat Arnold Fanck in den 1920er Jahren gelegt. Die Medien-wissenschaftlerin Silke Martin richtet ihren Blick auf „Kultur und Ästhetik von Höhenland-schaft im deutschsprachigen Film der Gegenwart“ (so der Untertitel dieser Publikation). In ihrer Einführung geht es um Landschaftsforschung, Land-schaft im Film und die Genre-geschichte des Bergfilms. Drei Filme stehen im Mittelpunkt des Kapitels „Bergkino der kulturellen Metamorphosen“: NANGA PARBAT (2010) von Joseph Vilsmaier, HEIMATKLÄNGE (2007) von Stefan Schwietert und KIRSCHBLÜTEN – HANAMI (2008) von Doris Dörrie. Sie werden sehr konkret und detailliert analysiert. Dies geschieht auch bei den drei Filmen des Kapitels „Bergkino der körperlichen Metamorphosen“: NORDWAND (2008) von Philipp Stölzl, HÖHENFEUER (1985) von Fredi M. Murer und WINTERSCHLÄFER (1997) von Tom Tykwer. Wir erfahren in diesem Buch viel über Berglandschaften, Jodeln, wandernde Sounds, Übersetzungsprozesse, haptische Bilder und Töne, das Wetter, Schneelandschaften und das Skifahren als kinematografisches Raum-Zeit-Modell. Coverabbildung: ein Foto der Autorin. Mehr zum Buch: berg-und-film.html

Zwei Filme von Josef von Baky

2016.DVD.DunjaJosef von Baky (1902-1966) ist als Regisseur des Ufa-Jubiläums-films MÜNCHHAUSEN (1943) berühmt geworden. In den 1950er Jahren hat er mehrere sehr ansehnliche Literaturverfilmun-gen realisiert. Zwei davon sind jetzt bei den Filmjuwelen als DVD erschienen. DUNJA (1955), nach der Novelle „Der Postmeister“ von Alexander Puschkin, erzählt die Geschichte eines jungen, russi-schen Mädchens vom Lande, das sich in einen Rittmeister verliebt, der sie heiraten will und nach St. Petersburg mitnimmt. Aber sein Heiratsversprechen löst Minski nicht ein, Dunja lernt andere Männer kennen, auch den attraktiven Mitja. Als ihr Vater, der Postmeister, sie in Petersburg besucht, arrangiert Minski eine Scheinhochzeit. Das Ereignis gerät am Ende außer Kontrolle. Beeindruckend ist das Starensemble des Films. Eva Bartok (gerade mit Curd Jürgens liiert) spielt das Mädchen Dunja, Ivan Desny, immer gut für dubiose Charaktere, überzeugt als Rittmeister Minski (beide auf dem Coverfoto). Karlheinz Böhm (zeitgleich Hauptdarsteller in SISSI) hat als Mitja das Nachsehen. Und den Postmeister spielt Walter Richter mit großer Ausstrahlung. Das informative Booklet stammt von Roland Mörchen. Mehr zur DVD: %22filmjuwelen%22

2016.DVD.Fuhrmann HWalter Richter ist auch der Hauptdarsteller in FUHRMANN HENSCHEL (1956), nach einem Theaterstück von Gerhart Hauptmann. Er spielt einen wohlhabenden Kutschunter-nehmer in einem Alpental in den 50er Jahren, der eine dubiose Magd engagiert, die seine kranke Frau pflegen soll. Aber die Frau stirbt, und der Fuhrmann heiratet die Magd, obwohl er seiner Frau geschworen hatte, dies niemals zu tun. Am Ende bezahlt er seinen Meineid mit dem Leben. Walter Richter ist beeindruckend als Fuhrmann, Nadja Tiller spielt die habgierige Magd, Wolfgang Lukschy einen Kellner, der mit der Magd ein Verhältnis hat. Es gibt viele Szenen, die heute klischiert wirken, aber als Dokument der 50er Jahre ist der Film sehenswert. Die Kamera führte damals Günther Anders. Das Booklet zur DVD stammt von Steffen Wulf. Mehr zur DVD: %22filmjuwelen%22

The Godfather Family Album

2017.Godfather FamilyDrei Teile gibt es vom GOD-FATHER, Francis Ford Coppola war ihr Regisseur, sie entstan-den 1972, 1974 und 1990 und sind eine große Erzählung über die Geschichte des „Paten“ Michael Corleone und seiner Familie. Norbert Grob, Bernd Kiefer und Ivo Ritzer haben 2011 ein beeindruckendes Buch über die Trilogie ediert: „Mythos DER PATE“. Drei Jahre zuvor hatte Paul Duncan bei Taschen erst-mals „The Godfather Family Album“ herausgegeben, das jetzt in einer Neuausgabe nur noch 29,99 € kostet (ein Angebot, dass Sie nicht ausschlagen können, falls Sie das Buch noch nicht haben..). Die über 400 Schwarzweiß- und Farbabbildungen stammen von Steve Schapiro, der bei allen drei Teilen als Spezialfotograf am Set war. In seinem Vorwort berichtet er von seinen Erfahrungen. Mario Puzo, der Verfasser der literarischen Vorlage, erzählt „Wie der Pate entstand“. Drei Texte sind dem Teil I gewidmet: ein Gespräch mit Marlon Brando von Shana Alexander, ein Bericht vom Set von Nicholas Pileggi und eine Rückschau von Peter Biskind. Zwei Interviews erinnern an den Teil II: Al Pacino im Gespräch mit Lawrence Grobel und Francis Ford Coppola im Gespräch mit William Murray (für den Playboy). Zum Teil III gibt es einen Bericht vom Set von Barbara Grizzuti Harrison. Alle Texte sind zunächst in englischer Sprache zu lesen und im Anhang in deutscher und französischer Übersetzung. Ein schönes 600-Seiten-Buch. Mehr zum Buch: the_godfather_family_album.htm – Im vergangenen Jahr ist übrigens bei Regan Arts in New York das Buch „The Godfather Notebook“ von Francis Ford Coppola erschienen.

„Klick“-Kino wieder eröffnet

2017.KlickIn der Wind-scheidstraße in Berlin-Char-lottenburg wurde gestern das Klick-Kino wieder eröff-net. Es war 13 Jahre weit-gehend geschlossen, der Saal blieb jedoch erhalten und wurde vom davor liegenden Shop und Café für Events vermietet. Neue Betreiber sind die PR-Agentin Claudia Rische und der „Missingfilms“-Verleiher Christos Acrivulis. Täglich gibt es zwei Vorstellungen, um 18 und um 20 Uhr, gezeigt werden Spiel- und Dokumentarfilme. Eröffnet wurde mit der deutschen Premiere des Films GAZA SURF CLUB von Philip Gnadt und Mickey Yamine. Der Saal hat 83 Plätze. Es gibt noch einen analogen Filmprojektor, aber zunächst werden die Filme von Blu-Ray-Discs abgespielt und per Beamer auf die Leinwand projiziert. Der reguläre Spielbetrieb startet am 6. April. Mehr zur Geschichte des Kinos: klick_kino_berlin.htm

The Monster Always Returns

2017.The MonsterEine Dissertation, die an der Johannes Gutenberg-Universi-tät in Mainz entstanden ist. Der Amerikanist Christian Knöppler untersucht amerikanische Horrorfilme und ihre Remakes; eine Publikation in englischer Sprache. In der Kategorie „Alien Invaders and Shifting Bodies“ geht es um den Film THE THING FROM ANOTHER WORLD (1951) von Christian Nyby und Howard Hawks und die Remakes THE THING von John Carpenter (1982) und Matthijs van Heijningen Jr. (2011). Im Bereich „Conformity and Doppelgänger Horror“ gilt INVASION OF THE BODY SNAT-CHERS (1956) von Don Siegel als Schlüsselfilm. Die Remakes stammen von Philip Kaufman (1978) und Oliver Hirschbiegel (2007). Ausgangspunkt für „Contagion and Social Collapse“ ist der Film THE CRAZIES (1973) von George A. Romero. Beim Remake 2010 führte Breck Eisner Regie. DAWN OF THE DEAD (1978), ebenfalls von George A. Romero, steht beispielhaft für „Consumer Zombie Apocalypse“. Das Remake inszenierte 2004 Zack Snyder. „Cannibal Hillbillies and Blackwoods Horror“ wurden erstmals 1974 in THE TEXAS CHAIN SAW MASSACRE von Tobe Hooper kreiert, für das Remake 2003 war als Regisseur Marcus Nispel, als Produzent Michael Bay verantwortlich. Im abschließenden Kapitel „Suburban Stalkers and Final Girls“ werden die beiden HALLOWEEN-Filme von 1978 (Regie: John Carpenter) und 2007 (Regie: Rob Zombie) verglichen. Die Texte wirken sehr sachkundig und bleiben nahe an den Filmen. Mit wenigen Abbildungen. Die Coverabbildung stammt vom Autor. Mehr zum Buch: c=738