Rausch

2015.RauschDies ist das 60. Jahrbuch zum Schweizer Film. Das ist für die Herausgeber „ein Grund sich zu berauschen an der Beständigkeit dieses Projekts“. So ist diesmal das Thema Rausch angesagt, womit einerseits der Kinorausch gemeint ist, aber auch die Wirkung vieler Drogen. Die Textbeiträge handeln vom Bilderrausch im frühen Film (Autorin: Stephanie Werder), vom binären Code des Rausches bei William Burroughs und Anthony Balch (Autor: Lars Nowak), von Rausch und Dschungel im Film („TROPICAL MALADY and beyond“ von Tina Kaiser), vom filmischen Rausch und Verfremdung (Autor: Simon Meier), von Formen audiovisueller Berauschung (Autorin: Sonja Kirschall), vom Rauschen der Vergangenheit („THE GREAT GATSBY und die Rückkehr des Melodrams“ von Rasmus Greiner), vom Rausch im Jugendfilm („Zwischen Smells Like und Teen Spirit“ von Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber), vom Rausch als filmischem Denkmodell („Zur Analogie von Film und Bewusstsein“ von Hauke Lehmann), von Bildern des berauschten Fahrens („Zur Geschichte einer audiovisuellen Metapher“ von Julian Lucks) und von dem Schweizer Film CONTRE L’ABUS DU SCHNAPS (1929), in dem damals gegen den Missbrauch des Alkohols gekämpft wurde. Viele Abbildungen in bester Qualität lockern die Texte auf. Der Anhang informiert über das Schweizer Filmschaffen 2013/2014, über Umbrüche in der Festivallandschaft (Text von Sirkka Möller) und über Schweizer Filmförderung (Text von Bettina Spoerri). Mehr zum Buch: cinema-60-rausch.html

Verdichtungen

2014.VerdichtungenMarcus Stiglegger ist als Kultur- und Filmwissenschaftler in vielen Publikationen präsent, vor allem wenn es um Körpertheorie und Performativität geht. Ich schätze sehr seine Monografie über Akira Kurosawa, die im vergangenen Jahr bei edition text + kritik erschienen ist. In dem Buch „Verdichtungen“ geht es um „Ikonologie und Mytho-logie populärer Kulturen“. Der Autor nennt den Text einen „Langessay“, in dem verschie-dene Vorarbeiten in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Im ersten Kapitel, „Mythos und Moderne“, wird als Ziel formuliert, eine eigene Version der Moderne zu erzählen, in der Mythen medial präsent sind. Im zweiten Kapitel wird die mediale Ikonologie am Beispiel verschiedener Filmstars (Marilyn Monroe, John Wayne, Arnold Schwarzenegger) beschrieben. Das dritte Kapitel, „Rückkehr zum Mythos“, konzentriert sich auf den Film GLADIATOR von Ridley Scott, in dem Mythos, Pathos und Ritual als quasi religiöse Motive ins Spiel gebracht werden. Um die Figur der Maria Magdalena in verschiedenen Romanen und Filmen (von Martin Scorsese, Mel Gibson, Abel Ferrara) geht es im vierten Kapitel, „Kontinuität der Ikonen“. Es folgt eine Reflexion über „die ewige Wiederkehr“ und die Rolle der Zombies in diesem mythologischen Zusammenhang, beginnend mit I WALKED WITH A ZOMBIE von Jacques Tourneur und Val Lewton, gefolgt von NIGHT OF THE LIVING DEAD von George A. Romero. Das sechste Kapitel, „Martyrium und Transzendenz“, beschäftigt sich mit der Rolle der Blutopfer, erinnert an verschiedene Filme von Pier Paolo Pasolini und den neueren Film MARTYRS (2008) von Pascal Laugier. In einem Schlusskapitel werden verschiedene Thesen zum Thema noch einmal überprüft. Eie anregende Lektüre, nicht ohne Ausflüge in die Theorie. Kleine Farbabbildungen zu Beginn jedes Kapitels strukturieren die Publikation. Mehr zum Buch: marcus-stiglegger/

BRONCO BUSTER

2015.DVD.BoetticherSeine sieben wunderbaren Western mit Randolph Scott hat er zwischen 1956 und 1960 gedreht. Das war in der Tat die große Zeit von Budd Boetticher (1916-2001). Aber man darf seine Filme davor und danach nicht unter-schätzen. Bei Koch Media ist jetzt die DVD des relativ unbekannten Rodeo-Films BRONCO BUSTER (deutsch: RIVALEN IM SATTEL) erschienen, den Boetticher 1951 gedreht hat. Er erzählt die Geschichte des erfah-renen Rodeo-Champions Tom Moody und des jungen, ehrgeizigen Reiters Bart Eaton, die aus einer anfänglichen Freundschaft zu einer erbitterten Feindschaft wird, bis am Ende der egomanische Bart die Kurve kriegt. Natürlich spielt dabei die attraktive Judy eine entscheidende Rolle, die von Tom und Bart umworben wird. Und Judys Vater, der Clown auf dem Rodeofeld, kommt durch Barts Verschulden fast ums Leben. Die Welt des Rodeo mit den Ritten auf Pferden und Ochsen ist als Schauplatz authentisch in Szene gesetzt. John Lund (Tom), Scott Brady (Bart), Joyce Holden (Judy) und Chill Wills (Judys Vater) spielen die Hauptrollen, auch die Nebenrollen sind professionell besetzt. Gedreht in Technicolor, für die DVD digital remastered. Mit kleinem Booklet (Text: Hank Schraudolph) und Bonusmaterial. Koch Media „Western Legenden No. 30“. Mehr zur DVD: DVM001207D&nav1=FILM

Laurel & Hardy

2014.LaurelIn Deutschland hießen sie lange „Dick & Doof“, ich fand ihre Situations-komik als Kind ziemlich lustig, habe dann aber Chaplin, Keaton, Lloyd und die Marx Brothers mehr geschätzt. Dank Hanns Eckelkamp wurde Stan Laurel und Oliver Hardy ab Mitte der 1960er Jahren Gerechtig-keit zuteil: mit dem Film WAY OUT WEST (deutsch: ZWEI RITTEN NACH TEXAS) war das Komikerpaar bei uns sehr erfolgreich, es folgten DIE WÜSTEN-SÖHNE und DIE DOPPELGÄNGER VON SACRAMENTO. Im „Dick und Doof-Buch“ von Norbert Aping (Schüren Verlag 2004) kann man nachlesen, wie schwierig damals die Rechtslage war (Leo Kirch hatte seine Finger im Spiel) und wie die Rezeption von Laurel & Hardy in Deutschland überhaupt verlaufen ist. – Das Buch von Rainer Dick, das kürzlich im Reinhard Weber Verlag erschienen ist, konzentriert sich auf Leben und Werk von Stan & Ollie in den USA, auf ihre Filme, auf ihr Familienleben, auf die Rezeption. Da spielen Ehefrauen eine gewisse Rolle (Laurel war achtmal verheiratet, Hardy dreimal) und auch die Frauen auf der Leinwand, obwohl sie selten in ihren Rollen dominieren. Im Hintergrund zieht oft der Produzent Hal Roach die Fäden, und Hollywood ist der Schauplatz der Geschichten, die Rainer Dick sehr sorgfältig recherchiert hat. Es gibt Erfolge und Misserfolge, die Konkurrenzen sind groß, die Verbindung der beiden Hauptfiguren erscheint relativ eng. Das Buch handelt vor allem von den 1930er und 40er Jahren, als die vielen kurzen und wenigen langen Filme mit Laurel & Hardy entstanden. Eine Filmografie am Ende des Bandes informiert über die wichtigsten beteiligten Personen und über den Plot (dies meist in einem Kernsatz). Die Abbildungen sind ausgezeichnet in der technischen Qualität. Ottfried Fischer hat ein kurzes Vorwort beigesteuert. Für Laurel & Hardy-Fans unverzichtbar. Mehr zum Buch: Frauen%22);

Vlado Kristl

2015.KristlDieses Buch ist, im besten Sinne, eine Zumutung. Es verlangt von der Leserin, dem Leser mehr Geduld, Mitdenken und Empathie als die meisten anderen Publikationen. Zeichnungen und Briefe schieben sich ineinander. Die Adressaten sind mehr oder weniger bekannt. Die Briefe stammen von Vlado Kristl (1923-2004), dem Maler, Filmemacher, Schriftsteller, Künstler, der die Welt, in der er lebte, immer grundlegend in Frage gestellt hat. TOD DEM ZUSCHAUER hieß einer seiner Filme. Er hat sich jeder Konvention verweigert. Er wurde in Zagreb geboren, kam 1963 nach München, und diese Stadt wurde auch weitgehend sein Zuhause. Gelegentlich ist er nach Frankreich geflohen. Seine Zeichnungen und Briefe sind oft zärtlich und sensibel, aber auch ungeduldig und provokant. Der schriftliche Nachlass von Kristl befindet sich in der Deutschen Kinemathek. Wolfgang Jacobsen hat jetzt im Verbrecher Verlag eine Auswahl herausgegeben. Seine Anmerkungen kommentieren nicht die einzelnen Briefe und Zeichnungen, sondern begleiten die faksimilierten Dokumente wie ein Essay. Das ist hilfreich, erfordert vom Leser aber (siehe oben) vor allem Geduld. Die Empfänger der Briefe sind seine Großmutter, seine Kinder Pepe und Madeleine, Gabi (das ist seine wichtigste Galeristin Gabriele Frey in Berlin), Uwe und „Petruschka“ (das sind Uwe und Petra Nettelbeck, die mit ihm 1964 den Film DER DAMM gedreht haben), die von ihm offenbar sehr geliebte Dany (die Galeristin Dany Keller in München), Dieter (der Produzent Dieter Reifarth in Frankfurt), der Verleger Ernst Brücher, Klaus Volkmer von Münchner Filmmuseum. Thematisiert werden seine Lebensbedingungen, das Projekt eines Video-Theaters, das Projekt „SchStT“ (Abkürzung für Schweinestalltür), andere Projekte und Ideen. Die Briefe sind teils mit der Hand, teils mit der Maschine geschrieben. Cover: Fax an Dieter Reifarth 1999. Mehr zum Buch: /book/detail/773

John Wayne

2014.John WayneEr war die Inkarnation des amerikanischen Westernhelden: STAGECOACH (1939), THE SEARCHERS (1956), RIO BRAVO (1959). Er hat 13 Filme mit John Ford gemacht, fünf mit Howard Hawks, fünf mit Henry Hathaway. Sein Regie-Film ALAMO (1960) wurde in Deutschland von vielen als monumentaler Kriegsfilm politisch abgelehnt. Doch ohne John Wayne (1907-1979) wäre die amerikanische Filmgeschichte ärmer an Heldenfiguren. Im Knesebeck Verlag ist kürzlich ein Buch über ihn erschienen, das ihm ein Denkmal setzt. Es verzichtet auf Analysen und bietet dafür Erinnerungsdokumente. Der Autor Michael Goldmann durfte im Familienarchiv der „John Wayne Enterprises“ forschen und wurde fündig. Seine neun Textkapitel („Wurzeln“, „Abstecher in die Schauspielerei“, „Westernheld“, „Unsere ruhmreiche Branche“, „Mann in Uniform“, „Mann von nationalem Interesse“, „Für die Fans“, „Freunde und Vergnügen“, „In der Familie“) sind nicht nur mit vielen Fotos ausgestattet, es gibt – und das macht dieses Buch wirklich originell – herausnehmbare Faksimiles bisher unveröffentlichter persönlicher Dokumente: Pass, Führerschein, Fischer- und Jagdlizenz, Highschool Diplom, USC-Mitgliedkarte, Heiratsurkunde, Briefwechsel mit John Ford, Briefe von Kolleginnen und Kollegen wie Katharine Hepburn, Joan Crawford, Frank Sinatra und von Politikern (Ronald Reagan, Jimmy Carter, Richard Nixon), ein 20-seitiges Booklet „Western Outfit“ mit Kostüm-Entwürfen, sechs Seiten aus dem Drehbuch TRUE GRIT mit handschriftlichen Anmerkungen von Wayne und vier herausnehmbare Filmplakate. Ja, das Buch handelt von lange vergangenen Zeiten, aber es macht sie nicht nur in den Bildern sehr präsent. Mehr zum Buch: john-wayne/index.html

STAR TREK

2014.Star TreckFünf Fernsehserien, zwölf Kinofilme, diverse Computer-spiele, Comics, Romane. Man spricht bei STAR TREK von einem „Franchise“, also einem Medienproduktpaket oder: einem STAR TREK-Universum. Damit kann man sich auch wissenschaftlich beschäftigen. Sebastian Stoppe hat darüber an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg promoviert. Die Arbeit wurde jetzt im Büchner-Verlag publiziert. Die Zeitlinie dieses speziellen Universums erstreckt sich zwischen 2063 (STAR TREK: FIRST CONTACT) und 2379 (STAR TREK: NEMESIS). Der Autor unterscheidet zwischen „Utopie“ und „Science fiction“, also zwischen dezidiert soziopolitischen Gesellschaftsbildern (Utopie) und einer Perspektive von Wissenschaft und Technik (Science fiction). Seine vier Hauptkapitel handeln vom gesellschaftlichen Wandel durch Technologie, vom Raumschiff als utopischem Ort, vom politischen System von STAR TREK und von der Borg als dystopischem Gegenentwurf von STAR TREK. Stoppe liest STAR TREK als utopischen Text. Für ihn sind Captain Kirk, Mr. Spock, Captain Picard und der Androide „Data“ Protagonisten einer utopischen Gesellschaft. Das ist mit vielen Literaturverweisen (757 Zitate und Hinweise) überzeugend abgeleitet, sachkundig formuliert und immer nah am Thema. Nicht nur für STAR TREK-Fans interessant. – Der Darsteller des Mr. Spock, Leonard Nimoy, ist vor drei Tagen in Los Angeles gestorben. Er wurde 83 Jahre alt. Mehr zum Buch: programm/stoppe

IN SARMATIEN

2014.DVD.SarmatienVor einem Jahr kam dieser Film von Volker Koepp in die Kinos, inzwischen ist bei der Edition Salzgeber die DVD erschienen. Durch die politische Entwicklung in der Ukraine hat er eine unvorhersehbare aktuelle Bedeutung bekommen, die auch weiterhin besteht. Koepps Reise durch Sarmatien, einstmals ein antikes Reich zwischen Weichsel, Wolga, Ostsee und Schwarzem Meer, führte ihn durch die Republik Moldau, Weißrussland, Litauen und vor allem die Ukraine. Er befragte ein Dutzend Menschen, die dort leben, nach ihren Lebensbedingungen, ihrer Vergangenheit, ihren Zukunftshoffnungen. Und er zitiert aus seinen früheren Filmen GRÜSSE AUS SARMATIEN (1972), KALTE HEIMAT (1994), HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN (1998), KURISCHE NEHRUNG (2001) und DIESES JAHR IN CZERNOWITZ (2003). Die Wiederbegegnung mit den alten Protagonisten und das Kennenlernen neuer, interessanter Menschen ist, weil sie durch Volker miteinander verbunden werden, wie in den meisten seiner Filme berührend und öffnet den Blick in eine Welt, die eng mit Europa verbunden ist. Hinter der Kamera stand wieder Thomas Plehnert. Und Volker lässt seine Gesprächspartner wie immer ausreden. Man hört und sieht ihnen gern zu. Mehr zur DVD: SARMATIEN_ProdInfo.pdf

Fünf Fälle des Kommissars Rath

2015.Kutscher5Ich habe den Autor Volker Kutscher sehr spät entdeckt, aber die fünf Romane „Der nasse Fisch“, „Der stumme Tod“, „Goldstein“, „Die Akte Vater-land“ und „Märzgefallene“ jetzt hintereinander gelesen und bin beeindruckt, wie gut sich hier das Berlin der Jahre 1929 bis 1933 mit spannend erzählten Kriminalfällen verbindet. Die Hauptfigur, Kommissar Gereon Rath, kommt aus Köln, ist ein Individualist, der gern eigene Wege geht, arbeitet zunächst im Sittendezernat, dann in der Mordinspektion des Polizei-präsidiums, hat sympathische Vorgesetzte (den Buddha Ernst Gennat an der Spitze der Abteilung) und unsympathische (den Oberkommissar Wilhelm Böhm), verliebt sich in die Stenotypistin „Charly“ Ritter, die später Jura studiert und dann Kommissaranwärterin wird, und ermittelt in verschiedenen Mordfällen, die viel mit der deutschen Vergangenheit zu tun haben und komplizierter sind als alle erwarten. Rath, der ein heimliches Bündnis mit dem Unterweltboss Johann Marlow eingegangen ist und eine Zweckverbindung mit dem Journalisten Berthold Weinert pflegt, scheut bei seinen Ermittlungen keine Risiken, gerät mehrfach in persönliche Schwierigkeiten, streitet sich häufig mit Charly, fährt gern mit seinem Buick durch die Stadt, trinkt mehr als ihm gut tut und muss immer dafür sorgen, dass der Hund Kirie versorgt ist, dessen Besitzer ermordet wurde. Die vielen Wechsel im Kreis der Kollegen, der Vorgesetzten und Untergebenen, lasse ich mal beiseite, sie sorgen für persönliche Spannungen in allen fünf Bänden.

2015.Kutscher2Im zweiten Fall, „Der stumme Tod“ (er spielt im Jahr 1930), geht es dezidiert ums Thema Kino, um den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm, um die Konkurrenz zwischen Produktionsfirmen, um Schauspielerinnen, die ihre Stimmbänder verlieren, weil ein Serientäter ihnen nachstellt. Das ist vom Autor erstaunlich gut recherchiert, bringt technische Aspekte mit Publikums-wahrnehmungen in Verbindung und bleibt seinem Anspruch, Zeitgeschichte spannend zu erzählen, treu. Der dritte Band, „Goldstein“, die Erlebnisse des amerikanischen Gangsters ‚Abe‘ Goldstein in Berlin, hat mir bisher am besten gefallen. Auch hier werden verschiedene Geschichten miteinander verknüpft, und eine besondere Rolle spielt das obdachlose Mädchen Alexandra. Natürlich wird der Antisemitismus jener Jahre thematisiert, auch die Konflikte zwischen Nazis und Kommunisten spitzen sich immer wieder zu. Während Gereon Roth sich als Ermittler positioniert und politisch neutral bleiben will, engagiert sich Charly gegen die Nazis. Deren Machtübernahme 1933 (ein Thema des fünften Bandes, „Märzgefallene“) macht sie so krank, dass sie sich aus dem Kommissariat verabschiedet. Aber sie heiratet dann doch ihren Gereon, auch wenn sich die beiden viel streiten. Die Serie ist noch nicht zu Ende. Kutscher arbeitet am sechsten Band. Und Tom Tykwer bereitet die Verfilmung als Serie für die ARD und SKY vor. Sie hat den Arbeitstitel BABYLON BERLIN. Mehr zu den Büchern: www.gereonrath.de/die-buecher.html

„Filmblatt“

2015.FilmblattSeit über zwanzig Jahren gibt es den Verein „CineGraph Babelsberg“, er gibt inzwischen im 19. Jahrgang die Zeitschrift Filmblatt heraus, und gerade ist die Doppelnummer 55/56 erschienen, auf die ich besonders hinweisen möchte. Sechs Beiträge dokumentieren die jüngsten Veranstaltungen der Reihe „Wiederentdeckt“ und widmen sich relativ unbekannten Filmen der Weimarer Republik, darunter sind ALLES FÜR GELD von Reinhold Schünzel und FRÄULEIN RAFFKE von Richard Eichberg aus dem Inflationsjahr 1923 (kommentiert von Philipp Stiasny), DAS SOUPER UM MITTERNACHT (1921) von Hans Werckmeister (Text: Heiko Kreft), DER FAVORIT DER KÖNIGIN (1922) von Franz Seitz sen. (Text: Stefan Eickhoff), 1 + 1 = 3 (1927) von Felix Basch (Text: Nicholas Baer), INS BLAUE HINEIN (1930) von Eugen Schüfftan (Text: Frederik Lang), und Margret Heymann schreibt über das Filmschaffen des Theaterschauspielers Albert Steinrück. Unter der Rubrik „FilmDokumente“ gibt es einen sehr informativen Text von Fabian Tietke über die Filmarbeit von Christian Ziewer, Max Willutzki, Cristina Perincioli und Helga Reidemeister im Märkischen Viertel in den 1970er Jahren („Die Politisierung der Filmproduktion“), der für mich durch die enge Verbindung zur dffb auch persönlich interessant ist. In den acht Buchrezensionen werden Publikationen besprochen, die auf meiner Website bereits vorgestellt wurden, darunter „A New History of German Cinema“, herausgegeben von Jennifer M. Kapczynski und Michael D. Richardson (rezensiert von Wolfgang Fuhrmann), „Charlie Chaplin in Deutschland“ von Norbert Aping (Rezensent: Michael Grisko), „Flic Flac. Aufsätze, Kritiken, Glossen zu Theater, Film und Alltag“ von Hanns Brodnitz (Rezensent: Frederik Lang) und „Last Features. East German Cinema’s Lost Generation“ von Reinhild Steingröver (Rezensentin: Stella Donata Haag). Es ist immer wichtig, andere Meinungen zu Filmpublikationen zur Kenntnis zu nehmen. Mehr zum „Filmblatt“: www.filmblatt.de/index.php?filmblatt-aktuell