Deutschsein (wieder-)herstellen

2015.DeutschseinImmer wieder steht das west-deutsche Kino der 1950er Jahre im Fokus von wissen-schaftlichen Untersuchun-gen. Die vorliegende Publi-kation ist die Dissertation, mit der Maja Figge an der Berliner Humboldt-Universität promoviert wurde. Die These der Autorin heißt: „Weiße Männlichkeit wurde als Vehikel der (Wieder-)Her-stellungsprozesse von Deutschsein benutzt.“ Im ersten Kapitel geht es dabei um das „racial melodram“ TOXI (1952) von Robert A. Stemmle, eine Familien-geschichte, in der ein „afrodeutsches Besatzungskind“ (damals sprach man von einem „Mulattenkind“) im Mittelpunkt steht. Der Film war im Kino erstaunlich erfolgreich, weil die Hauptdarstellerin Elfie Fliegert die Zuschauer (mich auch) sehr gerührt hat. Maja Figge untersucht dann zehn weitere Filme unter den Aspekten Heimat, Heldenbild, Exotik/Erotik und Körper/Bewegung: HEIMAT – DEINE LIEDER (1959) von Paul May, DIE GOLDENE PEST (1954) von John Brahm, DIE GROSSE VERSUCHUNG (1952) von Rolf Hansen, DER STERN VON AFRIKA (1957) von Alfred Weidenmann, EIN MANN GEHT DURCH DIE WAND (1959) von Geza von Radvanyi, LIANE – DAS MÄDCHEN AUS DEM URWALD (1956) von Edward von Borsody, MONPTI (1957) von Helmut Käutner, DIE HALBSTARKEN (1956) von Georg Tressler, DIE GROSSE CHANCE (1957) von Hans Quest und ALLE LIEBEN PETER (1959) von Wolfgang Becker. Als Forschungsschwerpunkte der Autorin sind u.a. „Race & Gender“ hervorgehoben. Ihre entsprechenden Beobachtungen werden in den Analysen konkretisiert und mit Zitaten aus der einschlägigen Literatur abgesichert. 185 Screenshots werden als Beweismittel genutzt. Die Bibliografie im Anhang ist umfänglich. Coverfoto: Screenshot aus ALLE LIEBEN PETER. Mehr zum Buch: deutschsein-wieder-herstellen?c=738

Prozessieren

2015.ProzessierenDer Medientheoretiker Friedrich Kittler (1943-2011) hat immer wieder von drei grundlegenden Medienfunktionen gesprochen: Übertragen, Speichern und Prozessieren. Übertragen heißt: räumliche Distanzen über-winden. Speichern bedeutet: Zeit überwinden und Inhalte bewahren. Über beide Phänomene ist inzwischen viel publiziert worden. Das jetzt erschienene Buch von Hartmut Winkler, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Paderborn, widmet sich der dritten Medienfunktion: dem Prozessieren. Es geht dabei – ausgelöst durch die Möglichkeiten des Computers – um Veränderung von Daten, ihre Umformung, ihre Verarbeitung, ihre Verknüpfung. Im ersten Kapitel schreibt der Autor über die „eingreifenden Veränderungen“, über Transformieren, Transkribieren, Übersetzen, über Metamorphosen und Wandlungen, über Transformation und Form, über Performativität und den Wandel durch Wiederholung, über Geformtes und Ungeformtes, über Schalten und Entscheiden, über Algorithmen und mathematische Transformationen, über die Rolle des Subjekts. Im zweiten Kapitel stellt er alle drei Medienfunktionen – also Übertragen, Speichern, Prozessieren – in ein Verhältnis und definiert ihren Zusammenhang. Im dritten Kapitel geht es um Operationen in Raum und Zeit. Winkler führt uns zielsicher durch eine Labyrinth theoretischer Meinungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse, stellt gelegentlich auch seine eigenen Thesen in Frage und beeindruckt durch den souveränen Umgang mit Begrifflichkeiten. Vor allem für Medienwissenschaftler eine nützliche Publikation. Coverabbildung: Collage nach einer Idee von Hartmut Winkler auf der Basis einer im Internet zirkulierenden Fotografie. Mehr zum Buch: titel/978-3-7705-5841-4.html

The Use and Abuse of Cinema

2015.Use and AbuseIn zwanzig Texten durchquert mein Freund Eric Rentschler die deutsche Filmgeschichte von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart und gibt dabei auch wichtige Hinweise auf die Filmliteratur. Einige Texte waren mir bisher nicht bekannt, weil sie in den vergangenen drei Jahrzehnten in eher entlegenen Publikationen erschienen sind. Um auf das sehr lesenswerte Buch neugierig zu machen, liste ich hier die Themen der zwanzig Beiträge auf. 1. Die Tätigkeit von Rudolf Arnheim als Filmkritiker und sein theoretisches Buch „Film als Kunst“ (1932). 2. Der Essay „Erfahrungshunger“ von Michael Rutschky über die siebziger Jahre (1980) und seine Verbindung zu Siegfried Kracauers „Theorie des Films“. 3. Die Position von Karsten Witte (1944-1995) als Filmkritiker und Filmhistoriker. 4. Die Melodramen von Douglas Sirk und ihre späte Würdigung in der Bundesrepublik. 5. Das Buch „Die Ufa-Story: Geschichte eines Filmkonzerns“ von Klaus Kreimeier (1992). 6. Die Bergfilme von Arnold Fanck im Kontrast zu den „Straßenfilmen“ der 1920er Jahre. 7. Die Tonfilmkomödien der Weimarer Republik. 8. Die Trümmerfilme der Nachkriegszeit, speziell DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (1946) von Wolfgang Staudte. 9. Der westdeutsche Film der fünfziger Jahre. 10. Der Film BRUTALITÄT IN STEIN (1960) von Alexander Kluge und Peter Schamoni und Kluges Umgang mit deutscher Geschichte. 11. Die Filme DIE NIKLASHAUSER FART und RIO DAS MORTES (1970) von Rainer Werner Fassbinder. 12. Der Blick auf Amerika in STROSZEK (1977) von Werner Herzog und ALICE IN DEN STÄDTEN (1974) von Wim Wenders. 13. Die Bedeutung des Liedes „Ich hatt’ einen Kameraden“ in den Filmen TRIUMPH DES WILLENS (1935) von Leni Riefenstahl, MACHORKA-MUFF (1963) von Jean-Marie Straub, BERLIN ALEXANDERPLATZ (1980) von Rainer Werner Fassbinder und HEIMAT (1982) von Edgar Reitz. 14. Die Geschichten in den Kinofilmen von Alexander Kluge. 15. Die Bedeutung des Oberhausener Manifests (1962). 16. Die Wurzeln der „Berliner Schule“. 17. Der Film DREILEBEN (2011) von Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler. 18. Der Erfolg des Films DAS LEBEN DER ANDEREN (2006) von Florian Henckel von Donnersmarck. 19. Der Dokumentarfilm HARLAN – IM SCHATTEN VON JUD SÜSS (2008) von Felix Moeller. 20. Zwei Berlinalen: 1998 und 2013. In allen Texten spielen filmhistorische Verweise und Querverbindungen eine große Rolle. Immer wieder werden einzelne Filmszenen geschildert und zum Ausgangspunkt für analytische Befunde gemacht. Rick hat eine große Fähigkeit, Geschichte und Gegenwart zu verbinden. Ich bin sehr beeindruckt von der Publikation. Coverfoto: DIE MÖRDER SIND UNTER UNS. Mehr zum Buch: the-use-and-abuse-of-cinema/9780231073639

Die Leipzig-Filme von Andreas Voigt

2015.DVD.Voigt.LeipzigFünf dokumentarische Filme hat Andreas Voigt (*1953) zwischen 1986 und 97 in Leipzig gedreht, die uns ganz konkret und nah an den Menschen die gesellschaftlichen Veränderungen dieser Stadt in der Wendezeit miterleben lassen. Sie sind jetzt auf zwei DVDs bei Absolut Medien erschienen und unbedingt empfehlenswert. ALFRED (1986) porträtiert einen 76jährigen Altkom-munisten, der 1985 gestorben ist, vorwiegend mit Fotos, Tondokumenten und einer Spurensuche in den Arbeitervierteln von Plagwitz. Es war Voigts Abschlussfilm an der HFF Konrad Wolf. LEIPZIG IM HERBST (1989, realisiert zusammen mit Gerd Kroske) zeigt die Montagsdemonstrationen im Oktober 1989, vor dem Fall der Mauer, und dokumentiert Gespräche mit Vertretern der Bürgerbewegung „Neues Forum“, mit Arbeitern, Theologen, Volkspolizisten und Funktionären. LETZTES JAHR TITANIC (1990) erzählt aus der Perspektive von fünf Leipzigern, wie sie den Fall der Mauer, die ersten freien Wahlkämpfe, die Einführung der D-Mark und die „Wiedervereinigung“ erlebt haben. In GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG (1993) zeigen Voigt und sein Kameramann Sebastian Richter den Alltag von Jugendlichen, die man dem rechten und dem linken Spektrum zuordnen kann; er zeigt Aggressionen, Hoffnungen, Träume. Mit GROSSE WEITE WELT (1997) kehrt Voigt nach mehreren Jahren Unterbrechung zu Protagonisten seiner früheren Filme zurück und schildert eindrucksvoll, wie ihr Leben in der inzwischen vergangenen Zeit verlaufen ist. Was ist aus ihren Hoffnungen geworden? Wie man hört, arbeitet Andreas Voigt derzeit an dem Projekt WIEDERSEHEN, das die Leipzig-Reihe fortsetzen soll. Coverfoto der DVD: GROSSE WEITE WELT. Mehr zur DVD auf der Website von Absolut Medien: 8014/Leipzig+Filme+1986+-+1997

Der Schock des Wirklichen

2015.SchockDer Text ist Christian Hadorns Lizenziatsarbeit an der Universität Zürich. Er stellt in seinen Beschreibungen und Analysen die Verbindung her zwischen den wissenschaftlichen Filmen, die zwischen 1903 und 1914 zu den Attraktionen in Pariser Varieté-Theatern gehörten, und der französischen Avantgarde in den 1920er Jahren. Es waren vor allem die Tierporträts, die das Publikum beeindruckten (u.a. UNE VISITE CHEZ LES ARAIGNÉES/EIN BESUCH BEI DEN SPINNEN, 1914), weil es zum Beispiel in der Welt der Insekten besonders grausam zugeht. Der Zusammenhang zwischen Wissenschaftsfilm und Avantgarde wird dann an konkreten Beispielen deutlich gemacht, an Jean Epsteins universeller Konzeption von Zeitlupe und Zeitraffer, an Colette und dem edukativen Film, an Émile Vuillermot und der Mikrokinematographie, an Germaine Dulac und der „rein visuellen Emotion“. Zum Schluss erfolgt eine Fokussierung auf den Surrealismus. Der Anhang enthält interessante Texte von Vuillermot, Epstein, Dulac, Salvador Dalí, Lluis Montanyà und Sebastià Gasch, André Bazin und Jean Painlevé (jeweils im Original und in deutscher Übersetzung). Die Bibliografie ist umfangreich, die 22 Abbildungen haben eine akzeptable Qualität. Eine sicherlich spezielle, aber interessante Publikation. Mehr zum Buch: schock-des-wirklichen.html

Auftritte

2015.AuftritteEs gibt sie natürlich vor allem auf der Bühne, aber auch im Konzertsaal oder in der politischen Arena: die Auftritte von Schauspie-lerinnen und Schauspielern, Sängerinnen und Sängern, Rednerinnen und Rednern. Was passiert, wenn sich jemand in einer speziellen Rolle vor einem Publikum exponiert? Der vorliegende Band, Resultat einer Tagung in Hildesheim, versammelt zwölf Texte, die sich dem „Auftritt“ sehr unter-schiedlich nähern, teils abstrakt-reflexiv, teils konkret und beispielhaft. Fünf Texte haben mir besonders gut gefallen: Gerald Siegmunds Erinnerung an die (vom Regisseur gewollt) verstolperten Auftritte von Bruno Ganz in Peter Steins „Torquato Tasso“, Jens Roselts „Phänomenologie der Rampensau“ (exemplifiziert am Schauspieler Fabian Hinrichs in „Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Zusammenhang“ von René Pollesch in der Berliner Volksbühne), Geesche Wartemanns Beobachtungen der Auftritte von Kindern in verschiedenen Inszenierungen, Stefanie Diekmanns Reflexionen über das „Off“ am Beispiel des Films SUBSTITUTE (2007) von Vikash Dhorasoo und des Theaterstücks „Rosencrantz and Guildenstern“ von Tom Stoppard und Bettine Menkes Überlegungen zu Auftritts-Verweigerungen in G. W. Pabsts BÜCHSE DER PANDORA (1929) und in René Polleschs „Schmeiß dein Ego weg!“ (2011/12 in der Volksbühne). Das Buch konzentriert sich weitgehend auf den Bereich des Theaters, erfüllt aber den Anspruch des Untertitels „Strategien des In-Erscheinung-Tretens in Künsten und Medien“.Coverfoto: Bild aus der Produktion „My Heart Will Go on“ des Theaterhauses Jena. Mehr zum Buch: auftritte

Filmpräferenzen der Europäer 1896-1939

2015.Wechselnde VorliebenDas Kinopublikum steht eher selten im Mittelpunkt einer filmhistorischen Untersuchung. Bei Joseph Garncarz geht es um die Filmpräferenzen der Europäer von 1896 bis 1939. Der Autor konstatiert „Wechselnde Vorlieben“. Auf der Basis von „Film-erfolgsranglisten“ hat er feststellen können, wie sich die Vorlieben in acht europäischen Ländern verändert haben, in Groß-britannien, Frankreich, Deutschland, den Nieder-landen, Österreich, der Tschechoslowakei, Polen und Norwegen. Um 1900, als das Kino vor allem auf dem Jahrmarkt anzutreffen war, war es dem Publikum ziemlich egal, aus welchen Ländern die gezeigten Filme stammten, wichtig war zunächst die Vielfalt der Sujets, die durch das Kurzfilmprogramm garantiert war. Eine kulturelle Differenzierung der Filmpräferenzen setzte in den 1910er Jahren ein. Es etablierten sich die Kinodramen in größerer Länge, die inzwischen in eigenen Lichtspielhäusern präsentiert wurden. Um die Dialoge im Stummfilm zu vermitteln, arbeitete man mit Zwischentiteln, die sich auch in andere Sprachen übersetzen ließen. In den größeren Ländern entwickelte sich eine Vorliebe für die Filme der nationalen Produktion, nur Hollywood war davon ausgenommen, das sich in den zwanziger Jahren den europäischen Markt eroberte und eine wichtige Rolle spielte. Deutsche Filme hatten in Europa relativ großen Erfolg, bis in den 1930er Jahren die Nazis an die Macht kamen. Die Studie von Garncarz orientiert sich an den nationalen Ranglisten, aber er untersucht auch demografische Entwicklungen, Bildungsunterschiede und die Einflüsse politischer Spannungen. Insgesamt eine interessante Publikation. Mehr zum Buch: buecher_W_694_1/

Klassik, Moderne, Nachmoderne

2015.Klassik, Moderne...Der Umfang des Buches schüchtert ein: 828 Seiten. Aber Michaela Krützen ist eine Autorin, die viel weiß und gut schreibt. Ihr Anspruch macht neugierig: eine Film-geschichte an drei Beispielen zu erzählen, einem Film der Klassik, der Moderne und der Nachmoderne. Sie untersucht die drei Filme an 16 Merkmalen und erhält auf-schlussreiche Ergebnisse zu Dramaturgie und Form. Die drei Filme sind CASABLANCA (1942) von Michael Curtiz, L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD (1961) von Alain Resnais nach einem Drehbuch von Alain Robbe-Grillet und ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND (2004) von Michel Gondry nach einem Drehbuch von Charlie Kaufman. Und dies sind die Merkmale, die bei CASABLANCA untersucht werden: 1. Die Folgerichtigkeit der Handlung. 2. Der Flashback der Hauptfigur. 3. Die Redundanz der Hauptfigur. 4. Die Orientierung in der Zeit. 5. Die Etablierung von Orten. 6. Die Unsichtbarkeit von Schnitten. 7. Das Verbergen von Produkthaftigkeit. 8. Die Veröffentlichung über die Produktion. 9. Die Spannungsbögen der Erzählung. 10. Der Vertrag mit dem Zuschauer. 11. Die Einteilung in Akte und Stränge. 12. Die Fokussierung auf die Hauptfigur. 13. Die Reise des Helden. 14. Die Abschätzbarkeit der Handlung. 15. Die Geschlossenheit der Handlung. 16. Die Verständigung der Hauptfiguren. Diese Merkmale werden bei den folgenden Filmen leicht variiert, um die Veränderungen in der Moderne und Postmoderne deutlich zu machen. Michaela Krützen nennt drei Filme als alternative Beispiele: REBECCA (1940) von Alfred Hitchcock für die Klassik, SOLJARIS (1972) von Andrei Tarkowski für die Moderne und INCEPTION (2010) von Christopher Nolan für die Postmoderne. Es ist natürlich für die Lektüre des Buches hilfreich, die drei ausgewählten Filme zu kennen. Die Beobachtungen, die sich aus den Merkmalen entwickeln, sind spannend erzählt. Ich habe auch die vorangegangenen Publikationen von Michaela Krützen hoch geschätzt und bin von ihrem neuen Buch sehr beeindruckt. Mehr zum Buch: eine_filmgeschichte/9783100405043

MÄDCHENJAHRE EINER KÖNIGIN (1936)

2015.DVD.MädchenjahreIn dieser ersten Verfilmung des Drehbuchs von Ernst Marischka spielt Jenny Jugo die 17jährige Victoria, die 1837 zur Königin von Großbritannien und Irland gekrönt wird, eine gute Verbindung zum amtie-renden Ministerpräsidenten Lord Melbourne hat und – das ist die Geschichte, die der Film vor allem erzählt – bei der Wahl des Ehemannes eigene Wege geht. Eine heimliche Reise nach Paris endet in Dover, ein junger Student, den sie dort kennen lernt, entpuppt sich bald als Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, und einem Happyend steht kaum etwas im Wege. Der Regisseur Erich Engel setzt auf Komik und Gefühl, von Bruno Mondi stammen die schönen Schwarzweiß-Bilder, und Jenny Jugo ist eine souveräne Hauptdarstellerin, die den Film sehenswert macht. Das informative Booklet zur DVD stammt von Friedemann Beyer. – 1954 hat Ernst Marischka ein Remake in Farbe gedreht, mit Romy Schneider in der Hauptrolle. Die erste Verfilmung finde ich origineller. Mehr zur DVD: mädchenjahre+einer+königin+1936+dvd

André Bazin on French Cinema

2015.Bazin„Was ist Kino?“, hat André Bazin (1918-1958) immer wieder gefragt, und viele seiner Texte sind in den 1960er und 70er Jahren auch in deutscher Sprache erschienen. Bazin war Mitbegründer der Cahiers du cinéma, schrieb für Le Parisien libéré und L’Esprit, er starb im Alter von vierzig Jahren. Im Logos Verlag ist jetzt ein Band mit Texten von Bazin über das französische Kino in englischer Sprache erschienen, herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Bert Cardullo. Die Texte sind nach Regisseuren geordnet, zuerst kommt die ältere Generation (Claude Autant-Larat, Jacques Becker, Marcel Carné, André Cayatte, René Clair, René Clement, Henri-Georges Clouzot, Jean Cocteau, Roger Leenhardt, Georges Rouquier, Jean Renoir, Marcel Pagnol, Jacques Tati), dann folgt „The New French Cinema“ (Alexandre Astruc, Georges Franju, Chris Marker, Alain Resnais, Jean Rouch, Agnès Varda, François Truffaut). Ehe sich die Nouvelle Vague dann richtig zeigen konnte, war Bazin tot. Wenn man einige Texte liest, ist man darüber traurig. Der Band ist sorgfältig ediert, nur die Abbildungen sind grenzwertig in der Qualität. Mehr zum Buch: /buch/isbn/3897