Die Kinder von Golzow

2015.GolzowVon 1961 bis 2007 hat der Dokumentarist Winfried Junge, ab 1992 zusammen mit seiner Frau Barbara als Co-Regisseurin, die Langzeitbeobachtung der KINDER VON GOLZOW realisiert. Über Jahrzehnte konnte man als Zuschauer miterleben, wie Schulkinder in einem kleinen Ort in der DDR erwachsen werden, Berufe erlernen, Familien gründen und Konflikte bewältigen. So sind uns Jürgen, Onkel Willy, Elke und Marieluise, Brigitte und Marcel, Dieter, Jochen und Bernd als reale Personen vertraut. Ein erster Band über die Kinder von Golzow erschien bei Schüren 2004. Jetzt haben Winfried & Barbara Junge und Dieter Wolf dort einen Folgeband publiziert, der vom Ende der Langzeitbeobachtung berichtet: „Und wenn sie nicht gestorben sind…“. Winfried Junge erzählt in seinem Text „Aus der Werkstatt“ vom Entstehen der Filme, den vielen positiven Reaktionen und den großen Schwierigkeiten zum Beispiel bei der Finanzierung. Dieter Wolf dokumentiert die vier Teile der Golzower Chronik, die 2005 und 2007 entstanden sind. Ein Überblick informiert über die früheren Filme. Besonders schön finde ich den Text von Barbara und Winfried Jungen „Über zwei ungefilmte Leben, über uns und – überhaupt“, der einen sehr persönlichen Einblick in ihre Familiengeschichte und ihre Zusammenarbeit gewährt. „Achtzehn von einst vierundzwanzig“ ist eine Auflistung der Kinder von Golzow, ihrer Familien und ihrer Berufe in alphabetischer Reihenfolge. Klaus Dieter Schmutzer gibt als Produzent Auskunft über die Realisierung der Filme, Daniel Küchenmeister informiert über das kleinste Filmmuseum der Welt in Golzow/Märkisch-Oderland, und Dieter Wolf zitiert statt eines Nachworts Zuschauer-Stimmen zum Golzow-Werk. Viele hervorragende Abbildungen (mit einem 16seitigen Farbteil). Bei Absolut Medien ist im Übrigen eine Box mit 18 DVDs in einer Gesamtlänge von 43 Stunden erschienen. Sehr zu empfehlen. Mehr zum Buch: ende-einer-langzeitbeobachtung-1961-2007.html

Medienrhetorik des Fernsehens

2015.MedienrhetorikMit dieser Publikation meldet sich die Rhetorikwissen-schaft zu Wort, um aus ihrer Sicht Begriffe und Konzepte der Fernsehforschung zu klären. Es hat eine Logik, dass dieses Projekt, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in Tübingen realisiert wurde, wo 1963 von Walter Jens das Seminar für Allgemeine Rhetorik gegründet worden ist. Jens fühlte sich dem Fernsehen eng verbunden und schrieb zwanzig Jahre lang für die Zeit eine Fernsehkolumne, die er als „Momos“ zeichnete. Ihm ist auch („Momos in memoriam“) das Buch gewidmet. Die Herausgeber Anne Ulrich und Joachim Knape haben insgesamt 29 Begriffe theoretisch fundiert und drei Bereichen zugeordnet: 1. „Mediale Performanzdimension“, hier geht es um Audiovisualität, Fernsehton, Flow, Flüchtigkeit, Liveness, Programmstruktur, Serialität, Televisualität, Wiederholung. 2. „Textuelle Dimension“: Dramatisierung, Format, Infotainment, Konstruktion von Wirklichkeit, Oralität, Personalisierung, Zeit-Bild-Struktur. 3. „Adressatenorientierte Dimension“: Aktualität, Alltäglichkeit, Emotionalisierung, Ereignis, Normalität und Ausnahme, Interaktivität, Monitoring, Parasoziale Interaktion, Persona, Quote, Reality TV, Umschalten, Unterhaltung, Zerstreuung. Das klingt sehr theoretisch und ist es auch, denn die Publikation ist vor allem für Studenten der Rhetorik gedacht. Aber sie ist auch für Gasthörer interessant, die bisher wenig von der Rhetorikforschung wissen. Mehr zum Buch: medienrhetorik-des-fernsehens

LIKE SOMEONE IN LOVE

2015.DVD.KiarostamiTokio bei Nacht. Akiko studiert tagsüber Soziologie und verdient sich ihr Geld nachts als Callgirl. Sie ist müde, wird von ihrem eifersüch-tigen Freund Noriaki mit dem Telefon verfolgt, von ihrem Ver-mittler noch zu einem nächtlichen Termin gedrängt, hat ein Treffen mit ihrer Großmutter versäumt, die für einen Tag in Tokio war, und macht sich im Taxi auf den Weg zu dem Kunden. Schon die erste Sequenz in der Bar ist verwirrend in der Bildchoreografie. Glastüren und Spiegel führen in die Irre. Es dauert seine Zeit, bis man Akiko mit dem Telefon am Ohr im Bild hat. Die Taxifahrt ist ein neuer Höhepunkt: mal sieht man den geduldigen Fahrer, meist ist Akiko im Bild, die ihr Telefon abhört, mit acht gespeicherten Nachrichten; sechsmal ist die wartende Großmutter dran. Das Taxi umrundet mehrmals den Bahnhof, man sieht die Großmutter an einem Denkmal stehen, aber Akiko steigt nicht aus. Die Fahrt endet bei ihrem Kunden: einem alten Professor, der mehr am Kochen als an Sex interessiert ist. Am anderen Morgen bringt er sie zur Universität, dort wartet Noriaki, ein Automonteur, auf seine „Verlobte“. Die Verwirrungen und Ungewissheiten der Beteiligten nehmen zu. – Abbas Kiarostami hat seinen ersten Film in Japan gedreht. Tokio und verschiedene Autos sind die wichtigsten Handlungsorte. Aber es geht vor allem um Spiel und Schein, um Konstellationen und Kommunikation. Kiarostami ist einer meiner Lieblingsregisseure. Die DVD seines Films LIKE SOMEONE IN LOVE ist jetzt bei Absolut Medien erschienen. Wer den Film nicht im Kino gesehen hat, sollte schnell zugreifen. Coverfoto: Rin Takanashi als Akiko im Taxi. Mehr zur DVD: 7013/Like+someone+in+love

Kino für Besserwisser

2014.Kino BesserwisserEin Spiel mit Daten, Fakten und Zeichnungen. Hundert Info-grafiken beant-worten so wichtige Fragen wie: wer sind Hollywoods größte männliche Stars, gemessen an den Kassen-erfolgen in Amerika? Welches waren die 40 berühmtesten Schlecht-Wetter-Filme des amerikanischen Kinos? Welches waren die erfolgreichsten Cross-Dressing-Filme aller Zeiten? War Sylvester Stallone erfolgreicher als ROCKY oder als RAMBO? Von welchen 15 französischen Filmen wurden amerikanische Remakes gedreht? Wie groß waren die Altersunterschiede zwischen Lauren Bacall und Humphrey Bogart, als sie TO HAVE OR HAVE NOT drehten, zwischen Claire Bloom und Charlie Chaplin bei LIMELIGHT, zwischen Audrey Hepburn und Fred Astaire bei FUNNY FACE? Welcher Bond war der beste? Welche Filme, die nicht aus Amerika kamen, waren international am erfolgreichsten? Welche amerikanischen Präsidenten tauchen in mehr als drei Filmen auf? Wie alt sollte ein Schauspieler sein, um ein göttliches Wesen in einem Film darzustellen? Was verdienen die Mitwirkenden hinter der Leinwand, die im Nachspann von Filmen genannt werden, zum Beispiel Tonangler, Gaffer oder Tiertrainer? 100 Infografiken geben Antwort auf interessante und weniger interessante Fragen. Ein paar Rätsel sind auch dabei. Der deutsche Film kommt natürlich nur am Rande vor. Das Buch von Karen Krizanovich ist amüsant, auch informativ und gut gestaltet. Seine Zielgruppe sind Daten- und Faktensammler. Mehr zum Buch: fuer-besserwisser/index.html

Memoryscapes

2014.Memoryscapes14 Texte kreisen in diesem Buch assoziativ oder analytisch um Filmformen der Erinnerung. Sie sind das Resultat einer Tagung, die 2011 in Basel stattgefunden hat, und jetzt, teilweise über-arbeitet, vom Diaphanes Verlag in Zürich publiziert wurden. Ich nenne neun Beiträge, die mir besonders gut gefallen haben. Heike Klippel schreibt über „Gedächtnis und Kino um 1900“ und konkretisiert dies mit dem Film LE MYSTÈRE DES ROCHES DE KADOR (1912) von Léonce Perret, in dem die traumatisierte Protagonistin Suzanne ihr Gedächtnis über eine Filmleinwand wiederfindet. Perrets Film, den ich leider nicht kenne, spielt auch in Pasi Väliahos Essay „Die Gedächtnispolitik des Kinos“ eine zentrale Rolle. Die Film-im-Film-Szenen scheinen in ihrer Doppelreflexion fast avantgardistisch zu sein. Bei Matthias Wittman (sein Text trägt den Titel „You can’t put your arms around a memory“) geht es um filmische Gesten des Erinnerns, er fokussiert dies auf die Hände und wählt als wichtiges Filmbeispiel ORLACS HÄNDE (1924) von Robert Wiene. Akira Mizuta Lippit („Medium Desaster 311“) beschreibt den Umgang mit der Zukunft im jüngeren japanischen Film, bezieht sich vornehmlich auf den Film AFTER LIFE (1999) von Hirokazu Kore-eda und stellt eine Verbindung her zur Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011. Vorbildlich finde ich Daniel Eschkötters Analyse des Films SHOCK CORRIDOR (1963) von Samuel Fuller („Bilder der Welt und Inschriften von Kino und Geschichte“), weil er die schwarzweißen Filmbilder als traumatische Gegenwart interpretiert und mit den farbigen Phantomerinnerungen konfrontiert. Johannes Binotto erinnert in seinem klugen Text „There are no subbasements“ an den Film MIRAGE (1965) von Edward Dmytryk und schlägt einen Bogen zu Martin Scorseses GANGS OF NEW YORK (2002). Um Alfred Hitchcock geht es bei Sulgi Lie („Anamorphosen des Affekts“). Drei Filme werden zur Akusmatik der Erinnerung beispielhaft analysiert: REBECCA (1940), SPELLBOUND (1945) und MARNIE (1964). Empfindungen, Formen und Farben spielen hier eine große Rolle. Ute Holl widmet sich drei neueren Filmen, um die Erinnerung im post-digitalen Kino zu thematisieren: LA VIE NOUVELLE (2002) von Philippe Grandrieux, LA CAPTIVE (2000) von Chantal Ackerman und FILM SOCIALISM (2011) von Jean-Luc Godard. Auf der Basis eigener Erfahrungen beschreibt Michael Rohrwasser, was passiert, wenn man verschiedene Filme mehrfach sieht, wie sich der Blick verändert, wie Erinnerung und Gegenwart ineinander fließen. Ein wunderbarer Text und: ein sehr empfehlenswertes Buch. Mehr zum Buch:

Rausch

2015.RauschDies ist das 60. Jahrbuch zum Schweizer Film. Das ist für die Herausgeber „ein Grund sich zu berauschen an der Beständigkeit dieses Projekts“. So ist diesmal das Thema Rausch angesagt, womit einerseits der Kinorausch gemeint ist, aber auch die Wirkung vieler Drogen. Die Textbeiträge handeln vom Bilderrausch im frühen Film (Autorin: Stephanie Werder), vom binären Code des Rausches bei William Burroughs und Anthony Balch (Autor: Lars Nowak), von Rausch und Dschungel im Film („TROPICAL MALADY and beyond“ von Tina Kaiser), vom filmischen Rausch und Verfremdung (Autor: Simon Meier), von Formen audiovisueller Berauschung (Autorin: Sonja Kirschall), vom Rauschen der Vergangenheit („THE GREAT GATSBY und die Rückkehr des Melodrams“ von Rasmus Greiner), vom Rausch im Jugendfilm („Zwischen Smells Like und Teen Spirit“ von Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber), vom Rausch als filmischem Denkmodell („Zur Analogie von Film und Bewusstsein“ von Hauke Lehmann), von Bildern des berauschten Fahrens („Zur Geschichte einer audiovisuellen Metapher“ von Julian Lucks) und von dem Schweizer Film CONTRE L’ABUS DU SCHNAPS (1929), in dem damals gegen den Missbrauch des Alkohols gekämpft wurde. Viele Abbildungen in bester Qualität lockern die Texte auf. Der Anhang informiert über das Schweizer Filmschaffen 2013/2014, über Umbrüche in der Festivallandschaft (Text von Sirkka Möller) und über Schweizer Filmförderung (Text von Bettina Spoerri). Mehr zum Buch: cinema-60-rausch.html

Verdichtungen

2014.VerdichtungenMarcus Stiglegger ist als Kultur- und Filmwissenschaftler in vielen Publikationen präsent, vor allem wenn es um Körpertheorie und Performativität geht. Ich schätze sehr seine Monografie über Akira Kurosawa, die im vergangenen Jahr bei edition text + kritik erschienen ist. In dem Buch „Verdichtungen“ geht es um „Ikonologie und Mytho-logie populärer Kulturen“. Der Autor nennt den Text einen „Langessay“, in dem verschie-dene Vorarbeiten in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Im ersten Kapitel, „Mythos und Moderne“, wird als Ziel formuliert, eine eigene Version der Moderne zu erzählen, in der Mythen medial präsent sind. Im zweiten Kapitel wird die mediale Ikonologie am Beispiel verschiedener Filmstars (Marilyn Monroe, John Wayne, Arnold Schwarzenegger) beschrieben. Das dritte Kapitel, „Rückkehr zum Mythos“, konzentriert sich auf den Film GLADIATOR von Ridley Scott, in dem Mythos, Pathos und Ritual als quasi religiöse Motive ins Spiel gebracht werden. Um die Figur der Maria Magdalena in verschiedenen Romanen und Filmen (von Martin Scorsese, Mel Gibson, Abel Ferrara) geht es im vierten Kapitel, „Kontinuität der Ikonen“. Es folgt eine Reflexion über „die ewige Wiederkehr“ und die Rolle der Zombies in diesem mythologischen Zusammenhang, beginnend mit I WALKED WITH A ZOMBIE von Jacques Tourneur und Val Lewton, gefolgt von NIGHT OF THE LIVING DEAD von George A. Romero. Das sechste Kapitel, „Martyrium und Transzendenz“, beschäftigt sich mit der Rolle der Blutopfer, erinnert an verschiedene Filme von Pier Paolo Pasolini und den neueren Film MARTYRS (2008) von Pascal Laugier. In einem Schlusskapitel werden verschiedene Thesen zum Thema noch einmal überprüft. Eie anregende Lektüre, nicht ohne Ausflüge in die Theorie. Kleine Farbabbildungen zu Beginn jedes Kapitels strukturieren die Publikation. Mehr zum Buch: marcus-stiglegger/

BRONCO BUSTER

2015.DVD.BoetticherSeine sieben wunderbaren Western mit Randolph Scott hat er zwischen 1956 und 1960 gedreht. Das war in der Tat die große Zeit von Budd Boetticher (1916-2001). Aber man darf seine Filme davor und danach nicht unter-schätzen. Bei Koch Media ist jetzt die DVD des relativ unbekannten Rodeo-Films BRONCO BUSTER (deutsch: RIVALEN IM SATTEL) erschienen, den Boetticher 1951 gedreht hat. Er erzählt die Geschichte des erfah-renen Rodeo-Champions Tom Moody und des jungen, ehrgeizigen Reiters Bart Eaton, die aus einer anfänglichen Freundschaft zu einer erbitterten Feindschaft wird, bis am Ende der egomanische Bart die Kurve kriegt. Natürlich spielt dabei die attraktive Judy eine entscheidende Rolle, die von Tom und Bart umworben wird. Und Judys Vater, der Clown auf dem Rodeofeld, kommt durch Barts Verschulden fast ums Leben. Die Welt des Rodeo mit den Ritten auf Pferden und Ochsen ist als Schauplatz authentisch in Szene gesetzt. John Lund (Tom), Scott Brady (Bart), Joyce Holden (Judy) und Chill Wills (Judys Vater) spielen die Hauptrollen, auch die Nebenrollen sind professionell besetzt. Gedreht in Technicolor, für die DVD digital remastered. Mit kleinem Booklet (Text: Hank Schraudolph) und Bonusmaterial. Koch Media „Western Legenden No. 30“. Mehr zur DVD: DVM001207D&nav1=FILM

Marburger Kamerapreis

2015.Lachman, EdZum 15. Mal wird heute der Marburger Kamerapreis verliehen. Preisträger ist in diesem Jahr Edward Lachman (Foto). Die Liste der bisherigen Preisträger liest sich gut; es begann 2001 mit Raoul Coutard. Dann folgten Frank Griebe, Robby Müller, Slawomir Idziak, Walter Lassally, Judith Kaufmann, Eduardo Serra, Wolfgang Thaler, Jost Vacano, Anthony Dod Mantle, Agnès Godard, Reinhold Vorschneider und Pawel Edelman. Viele von ihnen sind inzwischen in der Reihe „Marburger Kameragespräche“ mit einer eigenen Publikation gewürdigt worden. Initiator des Marburger Kamerapreises war Karl Prümm, bis 2010 Professor für Medienwissenschaft an der Universität Marburg. Sein Nachfolger Malte Hagener setzt die jährliche Preisvergabe fort. Mit Ed Lachman (*1948) ist wieder ein würdiger Preisträger gefunden worden. Er hat eine intensive Beziehung zum europäischen Film, ist dem Spielfilm und dem Dokumentarfilm gleichermaßen verbunden, stand bei Paul Schrader, Sofia Coppola, Steven Soderbergh und mehrfach bei Todd Haynes hinter der Kamera. Weil er auch als Fotograf künstlerisch tätig ist, widmet man ihm ein Marburg eine eigene Ausstellung mit dem Titel „In Between“. Mehr zum Kamerapreis: www.marburger-kamerapreis.de

Laurel & Hardy

2014.LaurelIn Deutschland hießen sie lange „Dick & Doof“, ich fand ihre Situations-komik als Kind ziemlich lustig, habe dann aber Chaplin, Keaton, Lloyd und die Marx Brothers mehr geschätzt. Dank Hanns Eckelkamp wurde Stan Laurel und Oliver Hardy ab Mitte der 1960er Jahren Gerechtig-keit zuteil: mit dem Film WAY OUT WEST (deutsch: ZWEI RITTEN NACH TEXAS) war das Komikerpaar bei uns sehr erfolgreich, es folgten DIE WÜSTEN-SÖHNE und DIE DOPPELGÄNGER VON SACRAMENTO. Im „Dick und Doof-Buch“ von Norbert Aping (Schüren Verlag 2004) kann man nachlesen, wie schwierig damals die Rechtslage war (Leo Kirch hatte seine Finger im Spiel) und wie die Rezeption von Laurel & Hardy in Deutschland überhaupt verlaufen ist. – Das Buch von Rainer Dick, das kürzlich im Reinhard Weber Verlag erschienen ist, konzentriert sich auf Leben und Werk von Stan & Ollie in den USA, auf ihre Filme, auf ihr Familienleben, auf die Rezeption. Da spielen Ehefrauen eine gewisse Rolle (Laurel war achtmal verheiratet, Hardy dreimal) und auch die Frauen auf der Leinwand, obwohl sie selten in ihren Rollen dominieren. Im Hintergrund zieht oft der Produzent Hal Roach die Fäden, und Hollywood ist der Schauplatz der Geschichten, die Rainer Dick sehr sorgfältig recherchiert hat. Es gibt Erfolge und Misserfolge, die Konkurrenzen sind groß, die Verbindung der beiden Hauptfiguren erscheint relativ eng. Das Buch handelt vor allem von den 1930er und 40er Jahren, als die vielen kurzen und wenigen langen Filme mit Laurel & Hardy entstanden. Eine Filmografie am Ende des Bandes informiert über die wichtigsten beteiligten Personen und über den Plot (dies meist in einem Kernsatz). Die Abbildungen sind ausgezeichnet in der technischen Qualität. Ottfried Fischer hat ein kurzes Vorwort beigesteuert. Für Laurel & Hardy-Fans unverzichtbar. Mehr zum Buch: Frauen%22);