KU’DAMM 59 (2018)

In der vergangenen Woche wur-den vom ZDF die drei Folgen des Fernsehfilms KU’DAMM 59 ausgestrahlt, die Fortsetzung von KU’DAMM 56 (2016). Das Drehbuch stammte wieder von Annette Hess, Regie führte Sven Bohse, produziert hat Nico Hofmann. Die Geschichte der Tanzschulinhaberin Caterina Schöllack (gespielt von Claudia Michselsen) und ihrer drei Töchter Helga (Maria Ehrich), Monika (Sonja Gerhardt) und Eva (Emilia Schüle) ist ein unterhaltsamer Blick zurück in ein Westberlin, an das man sich kaum noch erinnern kann. Geschlech-terrollen und Moralbegriffe waren Ende der 1950er Jahre total anders definiert. Als Monika hochschwanger von ihrer Mutter Hilfe erwartet, wird sie wortlos abgewiesen. Das Kind Dorli kommt dann bei der älteren Schwester Helga zur Pflege unter, Monika mutiert zur Tante, wird aber wieder in der Familie aufgenommen. Mit ihrem Partner Freddy (Tristan Pütter) tritt sie als Duo „Nicki und Freddy“ live und vor der Kamera auf. Die Mutter Caterina verliebt sich in den Regisseur Kurt Moser (Ulrich Noethen), ihre beiden anderen Töchter Helga und Eva haben größte Eheprobleme, die sie auf unterschiedliche Weise zu lösen versuchen. Eva leidet unter der Eifersucht ihres Mannes, des Arztes Prof. Dr. Jürgen Fassbender (Heino Ferch), der nicht vor Gewalt zurückschreckt. Helga stellt fest, dass sich ihr Mann Wolfgang (August Wittgenstein) in einen Kollegen verliebt hat. Es sind vor allem die Darstellerinnen und Darsteller, die dem Film seine Glaubwürdigkeit verleihen. Ab Ende April gibt es KU’DAMM 59 auf DVD und Blu-ray. Mehr zur DVD: ku-damm-59-dvd.html

„Schräge Typen“

Tom Hanks (*1956) ist Schau-spieler (zurzeit kann man ihn in unseren Kinos als Chefredakteur der Washington Post in Steven Spielbergs Film DIE VERLE-GERIN sehen), Produzent, gele-gentlich Regisseur und nun auch Buchautor. Im Piper Verlag ist gerade eine durchaus lesens-werte Sammlung von Stories erschienen: „Schräge Typen“, ins Deutsche übersetzt von Werner Löcher-Lawrence. Zwölf Kurzgeschichten und vier Kolumnen des fiktiven Zeitungsreporters Hank Fiset fügen sich zu einem schönen Spektrum amerikanischer Denk- und Lebensweisen. Es geht um Erfolg – im Beruf, im Sport – , um Beziehungsprobleme und Generationskonflikte, um Freundschaften, auch um Träume, die man vom Leben hat. Als Leser unternimmt man mit Tom Hanks Zeitreisen, mehrere Geschichten spielen mit genauer Datierung in den 1970er Jahren, in einer Episode umrunden wir in einer Raumkapsel den Mond. Es gibt einige wiederkehrende Personen, aber auch immer wieder neue Figuren, die unser Interesse auf sich ziehen. Am Ende erleben wir, wie Steve Wong auf der Bowlingbahn ein Strike nach dem anderen gelingt, er spielt einfach perfekt. In allen Geschichten spielen Schreibmaschinen eine Rolle, und die Typen im Titel verweisen durchaus auf die alten Geräte, die, wie man weiß, von Tom Hanks leidenschaftlich gesammelt werden; er hat 250 Stück, darunter eine alte „Erika“ aus der DDR. Mehr zum Buch: isbn-978-3-492-05717-2

Krieg und Liebe

Der Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898-1970), der mit dem Roman „Im Westen nichts Neues“ 1929 sein international erfolgreichstes Buch publizierte, war dreimal verheiratet (zwei-mal mit derselben Frau) und hatte in seinem Leben viele Liebesbeziehungen und Affären, am bekanntesten ist wohl die Liaison mit Marlene Dietrich, die 1935 oder 36 in Venedig begann. Hans Boeters, im Hauptberuf Patentanwalt, thematisiert in seinem Roman „Krieg und Liebe“ das Verhältnis von Remarque zu den Frauen, beginnend mit den traumatisierenden Erfahrungen als Kind, dessen Mutter dem älteren Bruder Arthur mehr Liebe zukommen ließ; Arthur starb mit fünf Jahren. Die wichtigsten Lebensstationen von Remarque waren Osnabrück (sein Geburtsort), Hannover, Berlin und ab 1932 Porto Ronco im Tessin; längere Aufenthalte in Paris, New York und Los Angeles haben meist berufliche Gründe. Dem Autor standen für seine Recherchen viele Quellen zur Verfügung, vor allem konnte er aus Briefen und Tagebüchern zitieren, die inzwischen publiziert sind. Boeters fokussiert seinen eigenen Text auf entscheidende Begegnungen und Momente, die er erstaunlich präzise beschreibt. Eine wichtige Rolle spielen dabei Kleidung, Blicke, Körpersprache, Schauplätze, Atmosphäre, Alkohol, Zigaretten. Es gibt Momente, wo die Detailverliebtheit nervt, da kann man auch ein paar Seiten auslassen. Aus der Filmwelt sind nicht nur Marlene Dietrich und Remarques dritte Ehefrau, Paulette Goddard, präsent, sondern auch Hedy Lamarr, Greta Garbo, Gloria Swanson, Walther Ruttmann, Josef von Sternberg, Charles Chaplin und viele andere. Ohne Abbildungen, mit Zeittafel. Coverfoto: Remarque mit Paulette Goddard. Mehr zum Buch: krieg-und-liebe/

Suchers Welt: Film

Er war in den 1980er und 90er Jahren Theaterkritiker der Süddeutschen Zeitung, als Peter Buchka dort für den Film zuständig war, dem er offenbar viel zu verdanken hat. Jetzt leitet C. Bernd Sucher den Studiengang Theater-, Film- und Fernsehkritik an der HFF in München, verantwortet die Vortragsreihe „Suchers Leiden-schaften“ und publiziert die Buchreihe „Suchers Welt“. Nach den Bänden über Theater, Musik, Literatur ist bei Droemer der Band über den Film erschienen: 49 „leidenschaftliche Empfehlungen“. Warum 49? Weil dem Autor die Quersumme 13 gefällt. Natürlich kann man über die Auswahl streiten. Sie ist dominiert von Filmen, in denen es um die Aufarbeitung von Geschichte geht (THE GREAT DICTATOR von Charles Chaplin, DER PIANIST von Roman Polanski, HIROSHIMA, MON AMOUR von Alain Resnais, ROM, OFFENE STADT von Roberto Rossellini, SCHINDLERS LIST von Steven Spielberg, THE ROAD TO GUANTÁNAMO von Michael Winterbottom, SNOWDEN von Oliver Stone). Drei deutsche Filme sind dabei: M von Fritz Lang, QUERELLE von Rainer Werner Fassbinder (der nicht mein Lieblingsfilm von ihm ist) und DAS LEBEN DER ANDEREN von Florian Henckel von Donnersmarck. Als Klassiker sind PANZERKREUZER POTEMKIN von Sergej Eisenstein, TO BE OR NOT TO BE von Ernst Lubitsch, THE MALTESE FALCON von John Huston, LES ENFANTS DU PARADISE von Marcel Carné, GONE WITH THE WIND von Victor Fleming, THE THIRD MAN von Carol Reed, LES VACANCES DE MONSIEUR HULOT von Jacques Tati, RASHOMON von Akira Kurosawa, DAS SIEBTE SIEGEL von Ingmar Bergman, SOME LIKE IT HOT von Billy Wilder, À BOUT DE SOUFFLE von Jean-Luc Godard, JULES ET JIM von François Truffaut, CET OBSCUR OBJET DU DÉSIR von Luis Buñuel berücksichtigt. Einverstanden bin ich mit HABLE CON ELLA von Pedro Almodóvar, WALTZ WITH BASHIR von Ari Folman, PROSPERO’S BOOKS von Peter Greenaway, L’AMOUR von Michael Haneke, LE HAVRE von Aki Kaurismäki, BARRY LYNDON von Stanley Kubrick, L’AMI DE MON AMIE von Eric Rohmer, DEPARTED von Martin Scorsese, PULP FICTION von Quentin Tarantino, NOSTALGHIA von Andrej Tarkowski, MELANCHOLIA von Lars von Trier, DAS FEST von Thomas Vinterberg. Zwei Filme habe ich nicht gesehen: DIE BAND VON NEBENAN von Eran Kolorin und LEBANON von Samuel Maoz. Aber müssen DER NAME DER ROSE von Jean-Jacques Annaud, LA VITA È BELLA von Roberto Benigni, MUCH ADO ABOUT NOTHING von Kenneth Branagh, LA FLEUR DU MAL von Claude Chabrol, MISSION: IMPOSSIBLE von Brian De Palma, THE LORD OF THE RINGS von Peter Jackson oder BEN HUR von William Wyler wirklich dabei sein, wenn kein Film von John Ford, Alfred Hitchcock und Yasujiro Ozu empfohlen wird? Und: es gibt keinen Film, bei dem eine Frau Regie geführt hat. Ohne Abbildungen. Mehr zum Buch: suchers-welt-film

2001. A SPACE ODYSSEY

Heute Abend wird im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main von der neuen Direktorin Ellen Harrington die Ausstel-lung „Kubricks 2001. 50 Jahre A Space Odyssey“ eröffnet. Im Schüren Verlag ist als Begleit-publikation das Buch „201 x 2001 – Fragen und Antworten mit allem Wissenswerten zu Stanley Kubricks ODYSSEE IM WELTRAUM“ erschienen. Der Autor, Nils Daniel Peiler, ist Ko-Kurator der Ausstellung; er schreibt zurzeit an der Univer-sität Heidelberg seine Disserta-tion zur künstlerischen Rezeption des Kubrick-Films. Das jetzt vorliegende kleine Buch ist sachkundig und originell. Die Fragen werden in alphabetischer Reihenfolge gestellt, beginnend mit „001 Wie lautet der Arbeitstitel des Films?“ (Antwort: JOURNEY BEYOND THE STARS), endend mit „201 Welche sozialen Ereignisse bestimmen den Zeitgeist der Entstehung des Films?“ (in der längeren Antwort wird daran erinnert, dass zwei Tage nach der Premiere von 2001 der schwarze Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King jr. ermordet wurde). In den Fragen spielen Affen, der Autor Arthur C. Clark, die Erfindungen des Films, die Farben, HAL, die Kosten, die Knochen, der Monolith, die Motive, die Rechte mehrfach eine Rolle. Keine Abbildungen, aber eine wunderbare Lektüre für alle, die den Film lieben. Mehr zum Buch: 576-201-x-2001.html

Zwei Filme über Romy Schneider

Der Film 3 TAGE IN QUIBE-RON von Emily Atef lief im Wettbewerb der Berlinale. Er zeigt Romy Schneider (gespielt von Marie Bäumer) 1981 bei einem Kuraufenthalt in der Bretagne. Ihre Freundin Hilde (Birgit Minichmayr), die in Wien als Restauratorin arbeitet, besucht sie. Es gibt eine Interview-Verabredung mit dem Stern-Journalisten Michael Jürgs (Robert Gwisdek) und dem Fotografen Robert Lebeck (Charly Hübner). Wir sind Zeugen, wie Romy ihre guten Vorsätze über Bord wirft (kein Alkohol), wie ihre Stimmungen schwanken und wie sie im Interview ihre Positionen formuliert. Am Ende bricht sie sich beim Fotografieren an der Felsküste den Fußknöchel. Gedreht in Schwarzweiß. Mich hat der Film vor allem wegen der starken schauspielerischen Leistungen sehr beeindruckt. Mit insgesamt zehn Lola-Nominierungen geht er ins Rennen um die Deutschen Filmpreise, die am 27. April vergeben werden. In unseren Kinos ist 3 TAGE IN QUIBERON ab 12. April zu sehen. Mehr zum Film: 248993.html

1966 hat Hans-Jürgen Syber-berg für das Fernsehen des Bayerischen Rundfunks das dokumentarische Feature ROMY – PORTAIT EINES GESICHTS gedreht. Der Film wurde inzwischen in der erweiterten Form des Director’s Cut vom Filmmuseum München restauriert und digitalisier, er liegt jetzt als DVD in der Reihe der „Fernsehjuwelen“ vor. Drei Tage hat Syberberg die damals 27jährige Schauspielerin in Kitzbühel besucht, sie beim Skilaufen beobachtet und ausführlich mit ihr gesprochen. Das Interview in der zweiten Hälfte des Films ist eindeutig der Höhepunkt des Films. Die Kamera bleibt meist nahe am Gesicht, Romy spricht von ihren Hoffnungen und Sehnsüchten, sie hat Deutschland inzwischen verlassen, lebt in Paris, hat u.a. mit Orson Welles und Anthony Perkins den Film LE PROCÈS gedreht und mit Michel Piccoli LA VOLEUSE. Aus beiden Filmen sind Ausschnitte zu sehen. Syberbergs Film ist effektvoll montiert, es entsteht eine große Nähe zur Protagonistin. Zu den Extras gehört ein 30-Minuten-Interview mit Renate Seydel, die zwei Bücher über Romy Schneider publiziert hat. Mehr zur DVD: B071454NMB

Symptome der Kulturindustrie

Eine Dissertation, die an der Universität Bremen entstanden ist. Sonja Witte untersucht „Dynamiken des Spiels und des Unheimlichen in Filmtheorien und ästhetischem Material“. Ihr Ausgangspukt ist eine Relektüre von Theodor W. Adornos Kritik der Kulturindustrie und die Aus-einandersetzung mit zwei film-theoretischen Diskursen, der Filmologie (vornehmlich aus dem Zeitraum zwischen 1946 und 1961) und der Apparatus-debatte (fokussiert auf die Jahre 1968 bis 1972). Teil I widmet sich den grenzüberschreitenden Spielen. Konkret stehen hier ausgewählte Arbeiten des zeitgenös-sischen Konzeptkünstlers Santiago Sierra im Mittelpunkt. Auf der theoretischen Seite werden zwei Texte des Psychoanalytikers Cesare Musatti zurate gezogen. Im Teil II geht es um das Unheimliche und seine Brüche. Der Film DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE (2001) von Jean-Pierre Jeunet ist das spezielle Beispiel, das die Autorin für ihre Analyse ausgewählt hat. Als Lektüre nutzt sie Texte von Jean-Louis Baudry. Sonja Witte bewegt sich wissenschaftlich auf hohem Niveau, ist bestens vertraut vor allem mit der französischen Filmtheorie und hat ihre Arbeit gut strukturiert. Mit wenigen Abbildungen. Mehr zum Buch: symptome-der-kulturindustrie/

Die Widerständigkeit des Medialen

Eine Habilitationsschrift, die an der Universität Hamburg ent-standen ist. Heinz Hiebler unternimmt „Grenzgänge zwischen Aisthetischem und Diskursivem, Analogem und Digitalem“. Entsprechend hoch ist der theoretische Anspruch. Ausgehend von der Geschichte der Kulturwissenschaften beschreibt der Autor die Schwie-rigkeiten, die Medienwissen-schaften in diesem Umfeld zu positionieren. Er informiert über Einzelmedientheorien zu Film und Hörspiel, unterscheidet bei Künsten und Medien zwischen Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit, reflektiert über Möglichkeiten und Grenzen der Beschreibung von Medien und Realität. Medienanalyse und Medieninterpretation ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Hier ist eine schöne Analyse von Jim Jarmuschs Film DOWN BY LAW zu lesen und am Ende ein bemerkenswerter Text über das Hörspiel „The War of the Worlds“ (1938) von Howard Koch und Orson Welles. Im darauffolgen-den Kapitel erkennt Hiebler einen Paradigmenwechsel in der Medienkulturgeschichte, der am Ende im Kapitel „Medien und Realität“ differenziert beschrieben wird. 450 Seiten, 1.217 Quellenverweise, 17 Abbildungen in guter Qualität, umfangreiches Literaturverzeichnis. Mehr zum Buch: die-widerstaendigkeit-des-medialen

Short Cuts

SHORT CUTS (1993) ist einer-seits ein legendärer Film von Robert Altman, „Short Cuts“ nennt man andererseits das Zerstückeln und Neumontieren von Handlungssträngen in der Literatur, im Spielfilm und in Fernsehserien: ein inzwischen oft angewandtes Erzählver-fahren, das den Zuschauern eine gewisse Mitarbeit abverlangt. Zwölf Texte im vorliegenden Buch, das Moritz Baßler und Martin Nies herausgegeben haben, beschäftigen sich mit diesem Thema, in das Baßler sehr sachkundig einführt und für das Nies in seinem Beitrag die theoretische Basis legt. David Ginnutis entdeckt „Gitterstrukturen“ in Short-Cuts-Texten und in Altmans Film. Stephan Brössel erinnert an Short Cuts in erzählenden Texten in den 1910er und 20er Jahren. Philipp Pabst beschäftigt sich mit Ulrichs Seidls Film HUNDSTAGE, Andreas Blödorn mit Roman von Peer Hultberg. Bei Dominic Büker und Valentijn Vermeer geht es um David Mitchells Erzählungen „Cloud Atlas“, bei Kilian Hauptmann um die Verfilmung von Tom Tykwer und den Wachowski-Geschwistern. Gudrun Weiland informiert über Textstrategien in Heftromanserien der 20er und 30er Jahre. Keyvan Sarkhosh macht Beobachtungen zum Verhältnis von Erfolg, Staffellaufzeiten und narrativer Dichte in aktuellen Quality-TV-Serien. Von Stefan Tetzlaff stammt ein Beitrag über die Meta-Serie DOCTOR WHO. Anna Lippke und Anna Seidel untersuchen die Seriealisierung des Films TINY FURNITURE und die Popularisierung der Serie GIRLS. Der Band basiert auf den Beiträgen eines Workshops, der an der Universität Münster stattgefunden hat. Mit Abbildungen. Mehr zum Buch: short-cuts-ein-verfahren-zwischen-roman-film-und-serie.html

Kino Arbeit Liebe

Elisabeth Büttner war eine deut-sche Filmwissenschaftlerin, die 2007 Professorin für Film-theorie an der Universität Wien wurde. Zusammen mit Christian Dewald hat sie eine zweibändige Geschichte des österreichischen Films verfasst, die als Standard-werk gilt. EB, wie sie oft genannt wurde, ist im Februar 2016 im Alter von 55 Jahren gestorben. Das Buch „Kino Arbeit Liebe“, herausgegeben von Christian Dewald, Petra Löffler und Marc Ries im Verlag Vorwerk 8, ist eine Hommage an sie. Fünf bisher unveröffentlichte Texte von EB machen deutlich, wie sie gedacht und geschrieben hat: eine Reflexion über HIROSHIMA MON AMOUR (verfasst 1984), Anmerkungen zum Umgang mit Namen bei Cesare Pavese und Cy Twombly (1990), vier Seminareinführungen zu Siegfried Kracauer (2002), ihre Antritts-vorlesung zum Thema „Filmästhetik als Produzent von Geschichtlich-keit“ (2008) und die Dankesrede (gemeinsam mit Christian Dewald) anlässlich der Verleihung des „Victor Adler-Preises“ für die Geschichte des österreichischen Films (2009). 17 Beiträge erinnern oft sehr persönlich an EB, sie stammen von Hans Scheugl, Daniela Hölzl, Dietmar Brehm, Marc Ries, Petra Löffler, Klaus Kreimeier, Rembert Hüser, Ute Holl, Christian Dewald, Andreas Schmiedecker und Viktoria Metschl, Simon Wachsmuth, Hilde Hoffmann, Kathrin Peters, Mathias Pilotek, Isabel Reicher und Lena Stölzl. Fotos spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Ein Werkverzeichnis der Texte von EB schließt den Band ab. Er ist „eine Gebrauchsanweisung für das Sehen und Erleben von Filmen“. Mehr zum Buch: 239&am=6