Camera Acting

2015.Camera ActingNick Dong-Sik (*1974 in Seoul) ist Schauspieler und leitet seit 2012 die „First Take Schauspielakademie“ in Köln. Sein Buch „Camera Acting“ ist als persönliche Ansprache formuliert und richtet sich vor allem an professionelle Schauspiele-rinnen und Schauspieler, die an entsprechenden Rat-schlägen interessiert sind. Es ist in drei Kapitel unterteilt: A. Be Prepared. B. Trainings-center. C. Der Drehtag. Im Kapitel A (70 Seiten) geht es um das Drehbuch, die kreative Szenenarbeit, die Szenenanalyse und die Rollenanalyse. Kapitel B (250 Seiten) handelt von Körperpräsenz, Stimm- und Sprachpräsenz, den fünf Sinnen, Aktionen, emotionalem Ausdruck, Beziehungen, Szenenarbeit, Rollenarbeit und dem Spielen vor der Kamera. Im Kapitel C (20 Seiten) wird die Arbeit am Filmset beschrieben. In den Text sind Scans von 39 Trainingsvideos eingefügt, die mit dem Handy abgerufen werden können. Filmbeispiele dienen immer wieder der Konkretisierung. Dies ist kein Buch, das man liest, sondern das man benutzt. Mit einem Vorwort der Casting-Direktorin Iris Baumüller. Mehr zum Buch: 24e94c9a0db/

1.000 Filmkomödien

2015.1000 FilmkomödienIm Frühjahr ist im Mühlbeyer Filmbuch-verlag der erste Band erschienen: über Komiker, Gags und Regisseure (die-kunst-der-filmkomoedie/). Jetzt liegt der zweite Band vor: ein Lexikon der 1.000 Filmkomödien, die von Franz Stadler und Manfred Hobsch besonders geschätzt werden. Zu jedem Titel gibt es Cast + Credits und einen kurzer Text (sechs bis zwanzig Zeilen), der den Plot und die Qualitäten des Films auf den Punkt bringt. Die Texte vermeiden tiefgründige Analysen, sind sehr konkret, machen neugierig auf die Filme. Respekt! Natürlich ist die Auswahl der Filme subjektiv. Woody Allen ist mit 25 Titeln einer der Spitzenreiter. Von Ernst Lubitsch sind neun amerikanische Filme berücksichtigt, aber kein einziger deutscher, ich vermisse zumindest DIE PUPPE, DIE AUSTERNPRINZESSIN und DIE BERGKATZE. Merkwürdig. Billy Wilder ist ebenfalls mit neun Filmen vertreten, Charlie Chaplin nur mit acht. Über die Qualität der GRÄFIN VON HONGKONG kann man vielleicht streiten, aber THE KID ist für mich unverzichtbar. Nur fünf Buster Keaton-Filme halten die Autoren für sehenswert, es fehlen mir THREE AGES, OUR HOSPITALITY, GO WEST, COLLEGE und THE CAMERAMAN. Und ich verstehe nicht, warum es kein Register der Regisseure und Darsteller/innen gibt. Ein „Filmverzeichnis“ am Ende des Bandes ist mir zu wenig. Der Verzicht auf Abbildungen ist akzeptabel. Mehr zum Buch: 1000-filmkomodien-der.html

Werner Herzog

2015.Herzog.großSeit Mitte der 1990er Jahre lebt und arbeitet Werner Herzog in den USA. Er ist inzwischen 73 Jahre alt, dreht weiterhin Spiel- und Dokumentar-filme, seine internationale Bedeutung wird in Deutschland eher unterschätzt. Kristina Jaspers und Rüdiger Zill haben jetzt bei Bertz + Fischer ein Buch publiziert, dessen Beiträge sich vor allem auf die vergangenen zwanzig Jahre konzentrieren. Chris Wahl eröffnet den Band mit einem Essay über Herzogs „neue“ Bilder („Der Zirkelschluss als einzig mögliche Form der Existenz“). Bei Kristina Jaspers geht es um die Bedeutung der Musik in seinen jüngsten Filmen („Poesie und Pathos“). Esther Buss schreibt über Aneignung, Hybridität und Täuschung in THE BAD LIEUTENANT und MY SON, MY SON, MY SON, WHAT HAVE YE DONE („Razzle Dazzle“). Sabine Nessel beschäftigt sich mit den Tierdarstellungen in den neueren Dokumentarfilmen („Herzogs Zoo“). Rüdiger Zill referiert über den 3D-Film DIE HÖHLE DER VERGESSENEN TRÄUME („To Explore the Procedure of Human Vision“). Valérie Carré richtet ihren Blick auf Herzogs filmische Auseinandersetzung mit der Todesstrafe in den USA („Jeder Mensch ist ein Abgrund“). Bernd Kiefer macht Anmerkungen zu neueren Images des Werner Herzog („Von einem, der auszog, uns fremd zu bleiben“). Daniel Kothenschulte verfolgt Herzogs Ausstrahlung auf den Bereich der Bildenden Kunst („Kunst als Kunstvermittlung“). Die Künstlerin Klara Hobza und der Filmemacher Christoph Hochhäusler haben kleine Hommagen an Herzog formuliert. Die Laudatio von Edgar Reitz anlässlich der Verleihung des „Kulturellen Ehrenpreises der Landeshauptstadt München“ im Januar 2015 schließt den ersten Teil ab. Dann folgen sechs Texte von Werner Herzog und ein interessantes Publikumsgespräch über seine Interviews mit Todeskandidaten, das im Oktober 2012 im Berliner Kino Arsenal stattgefunden hat. Ein beeindruckendes Buch mit vielen klugen Texten. Die Abbildungen haben eine hervorragende Qualität. Mehr zum Buch: 36&products_id=451

ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS (1925)

2015.DVD.Chronik GrieshuusEin Familiendrama. Zwei Brüder streiten sich bis in den Tod um das Erbe von Grieshuus. Erst in der nächsten Generation kehrt Ruhe ein. Das Gebäude in der friesischen Heide des 17. Jahrhunderts wurde von Hans Poelzig entworfen. Willy Haas schrieb 1925 in einem schönen Text: „Da ist die uralte Dorfkirche, deren Patron der Herr auf Grieshuus ist: ein vollendet assimiliertes ‚organisches’ Ganzes aus verschiedenen Stilarten; von der Gotik der Friedhoffront bis zum Barock der hölzernen, geschnitzten Patronats-kanzel. Da sind die Strohkaten mit ihren Bienenkörben und Sonnenblumen, und weiter draußen in der Heide blühen die bienenumsummten Wachholderbüsche, der ‚Wachandelboom’, das mystische Gesträuch der deutschen Sage, aus dessen Flammen der Märchenvogel Kywitt sich aufschwingt. Sie alle sind von Alters her umwittert von den Gespenstern des Bruder-, des Kindes- und Vatermordes.“ Der Regisseur Arthur von Gerlach hat nur zwei Filme realisiert: VANINA (1922) und ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS. Er starb 1925 im Alter von 49 Jahren. Bei Universum ist jetzt die DVD der restaurierten Fassung des Films erschienen. Sehr sehenswert! Mit der Musik von Gottfried Huppertz, eingespielt vom HR-Sinfonieorchester unter Leitung von Frank Strobel für ZDF/Arte. Das Booklet enthält Texte von Ursula von Keitz (zum Film), Anke Wilkening (zu den Verleihfassungen des Films) und Nina Goslar (zur Musik und ihrer Rekonstruktion). Mehr zum Film und zur Musik: zur-chronik-von-grieshuus

CineFest und CineGraph-Kongress

2015.CinefestMorgen wird in Hamburg das XII. CineFest eröffnet, das Internationale Festival des deutschen Film-Erbes, das von CineGraph Hamburg und dem Bundesarchiv Berlin organisiert wird. Zu sehen sind in diesem Jahr mehr als dreißig Filme zum Thema „Menschen im Hotel“. Am Eröffnungsabend wird traditionell der Reinhold-Schünzel-Preis verliehen, ein Ehrenpreis für langjährige Verdienste um die Pflege, Bewahrung und Verbreitung des deutschen Film-Erbes, den in diesem Jahr die ehemalige Direktorin des ungarischen Filmarchivs in Budapest, Very Gyürey erhält. Der Katalog zum Festival ist rechtzeitig bei edition text + kritik erschienen. Er enthält Kritiken, Dokumente und Hintergrundtexte. Eine beigefügte DVD präsentiert die Komödie DER PAGE VOM DALMASSE-HOTEL (1933) mit Dolly Haas in der Hauptrolle. – Am 18. November beginnt im Gästehaus der Universität der 28. Internationale Filmhistorische Kongress. Referenten sind Alfons Maria Arns, Thomas Brandlmeier, Jan Distelmeyer, Kathrin Fahlenbrach, Michael Girke, Evelyn Hampicke, Tobias Haupts, Detlef Kannapin, Heike Klapdor, Michelle Koch, Leonardo Quaresima, Sven Weidner und Hans Jürgen Wulff. Auch am ersten Kongress-Abend findet eine Preisverleihung statt: um den Willy-Haas-Preis konkurrieren fünf Bücher, darunter die Feuilletons zur Welt des Kinos von Joseph Roth, und fünf DVDs, darunter der Wittstock-Zyklus von Volker Koepp. Hier ist das Programm des Kongresses: Kong_Programm.pdf . Mehr zum Katalog: VkM4uxzxlgs . Das Festival geht später auf Reisen und kommt auch in Zeughauskino nach Berlin.

Der Widerstandskämpfer Victor Laszlo

2015.Victor LaszloJoachim Schlör ist Professor für jüdisch/ nichtjüdische Beziehun-gen an der University of Southampton. Zu seinen Spezialgebieten gehört der Bereich Widerstand gegen das NS-Regime. In diesem Zusammenhang widmet er sich der Figur des Victor Laszlo in dem Film CASABLANCA (1942) von Michael Curtiz. Für das Kinopublikum war Laszlo (gespielt von Paul Henreid) vor allem der Störfaktor in der Liebesbeziehung zwischen Rick Blaine (Humphrey Bogart) und Ilsa Lund (Ingrid Bergman). Aber er spielt natürlich eine wichtige Rolle in der Schlüsselszene des Films, wenn er die Gäste in Rick’s Café animiert, sich gegen das von Major Strasser und seinen Leuten gesungene Lied „Die Wacht am Rhein“ mit der Marseillaise zur Wehr zu setzen. Schlör hat für sein kleines, aber durchaus lesenswertes Buch viele Quellen auch im Internet ausgewertet, beschreibt mit zahlreichen Drehbuchzitaten die Handlung des Films, informiert über Produktionshintergründe, widmet sich der deutsch-jüdischen Emigration in Hollywood und stellt diese Erkenntnisse in den größeren Zusammenhang der Widerstandsforschung. Band 9 der „Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien“, erschienen im Grazer Universitätsverlag. Mehr zur Buchreihe: vorlesungen-des-centrums-fuer-juedische-studien/

Michelangelo Antonioni

2015.Antonioni 1„Wenn es stimmt, dass die Größe eines Regisseurs in der Zärtlichkeit besteht, die er der Welt und ihren Dingen gegenüber aufbringt, dann gehört Antonionis Werk zum Größten, was das erste Jahrhundert des Kinos hervorgebracht hat“, schrieb Michael Althen in seinem Nachruf in der FAZ am 31. Juli 2007. Und: „Wofür andere viele Worte brauchen, das hat er mit seinem Blick für topographische Eigentümlichkeiten eingefangen, weil er wusste, dass sich in ihnen die Geheimnisse der Welt und des Herzens abbilden. (…) Im Angesicht seines Todes herrscht Dunkelheit, und die Gefühle stehen still. Ohne ihn sind wir ein ganzes Stück einsamer. Was bleibt, ist Dankbarkeit.“ Das Buch über Michelangelo Antonioni von Matthias Bauer, das jetzt im Verlag edition text + kritik erschienen ist, hätte Michael sicherlich gefallen. Der Autor erzählt und interpretiert auf 756 Seiten die Filme des großen italienischen Regisseurs, er konfrontiert seine Lesart mit Aussagen von Antonioni, mit zeitgenössischen Kritiken und mit Analysen der inzwischen umfänglichen Antonioni-Literatur (zuletzt wurde 2012 das Buch „Michelangelo Antonioni. Wege in die filmische Moderne“, herausgegeben von Jörn Glasenapp, publiziert). Auch wenn Bauer für mich in seinem Termini oft theoriefixiert erscheint, sind seine Entdeckungen immer wieder beeindruckend. Ich habe noch nicht alle Kapitel gelesen, sondern zunächst die über meine Lieblingsfilme, über IL GRIDO, L’AVVENTURA, LA NOTTE, L’ECLISSE und BLOW-UP, aber ich habe von der Lektüre sehr profitiert und werde bei den folgenden Kapiteln versuchen, parallel die Filme anzuschauen. Im Prinzip erzählt Bauer chronologisch: „Anfänge (1912-1942) oder: der lange Weg zum Kurzfilm“, „Das ‚Frühwerk’ (1943-1950) – Fluss- Stadt- und Parklandschaften am Rande des Neorealismo“, „Die italienische Phase“ (1950-1958)“, „Die europäische Phase (1958-1965)“, „Blowing Up BLOW-UP (1966)“, „Die globale Phase (1967-1977)“, „Das Spätwerk (1980-2004)“. Eingerahmt werden diese Kapitel von einem „Ausblick“ und einem „Rückblick“. Ein Basiswerk! Dem Autor und dem Verlag gebührt Dank. Die Abbildungen haben eine akzeptable Qualität. Coverfoto: die Schlusseinstellung aus L’AVVENTURA. Mehr zum Buch: Vid_JhyWGT0

EIN LIED GEHT UM DIE WELT (1933 / 1958)

2015.DVD.Joseph SchmidtJoseph Schmidt (1904-1942) war ein begnadeter lyrischer Tenor. Seine Medien waren der Rundfunk und die Schallplatte, für die Opernbühne galt er mit 1,54 m als zu klein. Richard Oswald drehte mit ihm 1933 den Film EIN LIED GEHT UM DIE WELT, der die Geschichte des Sängers Riccardo (gespielt von Joseph Schmidt) und seines Freundes Rigo (Viktor de Kowa) erzählt, die gemeinsam Karriere machen, sich in die Schallplatten-verkäuferin Nina (Charlotte Ander) verlieben, die Rigo den Vorzug gibt, aber die Freundschaft der beiden Männer nur kurzfristig aus dem Gleichgewicht bringt. Der Film spielt in Venedig, hat viele Musiknummern und wurde am 9. Mai 1933 in Berlin uraufgeführt. Am Tag danach emigrierte Schmidt wegen seiner jüdischen Herkunft nach Österreich und fünf Jahre später in die Schweiz, wo er 1942 in einem Internierungslager an Herzversagen starb. 1958 drehte Géza von Bolváry den Film EIN LIED GEHT UM DIE WELT – DIE JOSEPH-SCHMIDT-STORY, der die Biografie des Sängers, seine Erfolge in Deutschland, seine Flucht vor den Nazis, die Liebe zu einer Verehrerin, ihre gewaltsame Trennung und seine Hoffnungen auf ein Überleben in der Schweiz schildert. Die Hauptrollen spielten damals Hans Reiser und Sabina Sesselmann. Es war Bolvárys letzter Film. Er starb 1961. Die beiden Joseph-Schmidt-Filme sind jetzt auf DVD bei den Filmjuwelen erschienen. Friedemann Beyer hat ein sehr informatives Booklet verfasst, das die politischen Hintergründe differenziert thematisiert. Mehr zur DVD: keywords=%22filmjuwelen%22

Programmentscheidungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

2015.ProgrammentscheidungenEine Dissertation, die an der Universität Bonn entstanden ist. Charlotte Echterhoff stellt die Frage, ob die öffentlich-rechtlichen Rundfunk-anstalten auch heute noch ihren Programm-auftrag erfüllen. Zugespitzt: „Qualität vs. Quote“ oder „Öffentlich-keit vs. Publikum“. Was war die Gründungsidee der Öffentlich-Rechtlichen und welche Veränderungen gibt es insbesondere seit der Dualisierung 1984? Natürlich wird die Quote als Kriterium für Programmentscheidungen in Frage gestellt. Ein interessanter Exkurs führt nach England, zur Qualitätsbestimmung in der BBC anhand des „Public Value“. Dem ersten Teil der Arbeit, einer relativ differenzierten historischen Darstellung bis in die Gegenwart, folgen ein empirisch-analytischer Teil mit Leitfaden-Interviews zu Kriterien für Programmentscheidungen (Programmschema, rechtlicher Rahmen, Konkurrenz, Protagonisten, öffentlich-rechtliches Profil, Zuschauer, Gesellschaft, individueller Anspruch) und die Interpretation des Kriterienkatalogs. Zu den Programmverantwortlichen, die für Interviews zur Verfügung standen, gehörten der ARD-Programm-direktor Volker Herres und der Leiter der ZDF-Hauptabteilung Programmplanung, Martin Berthoud. Das methodische Vorgehen wird von der Autorin ausführlich begründet, interessant sind vor allem die Zitate der Programmverantwortlichen, die am Ende des Bandes noch einmal aufgereiht sind. Mit umfangreicher Bibliografie, ohne Abbildungen. Mehr zum Buch: product=25356

James Bond

2015.James BondSeit heute ist der neue James Bond-Film in unseren Kinos zu sehen: SPECTRE von Sam Mendes. Es ist der 24. Bond-Film. Die Reihe begann 1962, also vor mehr als fünfzig Jahren, mit DR. NO. Sean Connery, unvergessen, spielte damals – und dann bis 1971 – die Hauptrolle: „Mein Name ist Bond – James Bond“. So heißt auch das sehr lesenswerte Buch von Andreas Jacke, das gerade im Psychosozial-Verlag erschienen ist. Der Autor verbindet in seinen Publikationen häufig Filmwissenschaft mit Psychoanalyse, auch das neue Buch ist eine „filmpsychoanalytische Studie“. Ein Kapitel handelt von den „ödipalen Duellen zwischen Bond und den Schurken, zwischen Ost und West“, ein späteres von den „psychotischen und faschistoiden Charakterzügen der Schurken“, ein drittes von „spektakulären Todesarten, oralen Aggressionen und Erotik“. Verbindungen stellt Jacke auch zur Philosophie her („Bond und der Derrida’sche Andere: Paranoide und erotische Strukturen“) und zur Semiotik von Umberto Eco („Codenamen, Gegensatzpaare, Serialität und die Aufgabe der Ironie“). Ein eigenes Kapitel gilt dem Autor der James Bond-Romane, Ian Fleming („Manie, Bindungsängste, Süchte, Ehe und die Bond-Familie“), in einem Exkurs werden John le Carrés Agententhriller zum Vergleich herangezogen („Mr. Smileys schlechtes Gespür für Frauen“). Das für mich schönste Kapitel porträtiert die verschiedenen Bond-Darsteller und schildert ihre Charaktere: Sean Connery ist „der souveräne Vater/Sohn“, George Lazenby (er spielte den Bond nur einmal) „der unfreiwillig Komische“, Roger Moore „der snobistische Ironiker“, Timothy Dalton „der gehobene Moralapostel“, Pierce Brosnan „der postmoderne Draufgänger“ und Daniel Craig „der traumatisierte Realist“. Am Ende findet man ein kommentiertes Verzeichnis der Bond-Filme, in dem Andreas Jacke auch seine Vorlieben und Abneigungen formuliert. Wenige Abbildungen, weil der Autor sehr bildhaft formulieren kann. Coverfoto: Daniel Craig in SKYFALL Mehr zum Buch: sa58j7k2j715