Der Komponist Erich Wolfgang Korngold

Er war der Sohn eines Musik-kritikers in Wien, galt als musikalisches Wunderkind, komponierte mit elf Jahren ein pantomimisches Ballett und hatte 1920 mit der Oper „Die tote Stadt“ einen großen Erfolg. Erich Wolfgang Korngold (1897-1957) emigrierte 1935 nach Hollywood und schrieb dort die Musik zu mehr als zwanzig Filmen. Zweimal gewann er einen Oscar: 1937 für ANTHONY ADVERSE, 1938 für THE ADVENTURES OF ROBIN HOOD. Ab 1946 widmete er sich vornehmlich der absoluten Musik. 1924 hatte er in Wien die Sängerin Luise („Luzi“) von Sonnenthal geheiratet, die ihn durch sein Leben begleitete. Von diesem Leben erzählen die 206 Briefe, die Lis Malina jetzt im Mandelbaum Verlag herausgegeben hat. Es sind Briefe aus der Zeit von 1907 bis 1996, in der Mehrzahl in familiärem Zusammenhang geschrieben, die uns einen Blick in das Auf und Ab einer Künstlerexistenz gestatten, geprägt durch den Wechsel aus Europa nach Amerika. Vor allem die Korrespondenz zwischen Erich und Luzi, wenn er beruflich unterwegs ist, hat berührende Momente. Eine zwiespältige Rolle spielt der Vater Julius Korngold, der mit seiner Schwiegertochter viele Konflikte hatte. Natürlich ist auch die Musikwelt präsent mit Briefen von/an Bruno Walter, Richard Strauss, Lotte Lehmann, Giacomo Puccini, Arnold Schönberg, Marcel Prawy oder Igor Strawinsky. Eine enge Verbindung gab es zwischen Luzi Korngold und Alma Mahler-Werfel. Der Anhang enthält eine wunderbare Karikaturenfolge von Luzi über Max (Reinhardt) und Erich (Korngold) im Wilhelm Busch-Stil. Die Herausgeberin hat mit Kommentaren zu den Briefen, einem Glossar, einer Zeittafel und einem Werkverzeichnis hervorragende editorische Arbeit geleistet. Abbildungen in guter Qualität. Mehr zum Buch: 737&menu=buecher

Berlin in den 1920er-Jahren

Sehr sachkundig führt uns der Herausgeber Rainer Metzger, Kunst-historiker in Karlsruhe, in seinem einleitenden Essay durch Berlins Kulturszene der Weima-rer Republik. In 31 Ein-zeltexten von Ralf Bur-meister, Maik Novotny und Ulrike Zitzlsperger werden dann Werke der Architektur, der Bilden-den Kunst, der Fotografie und des Film vorgestellt, zum Beispiel das Große Schauspielhaus von Hans Poelzig, die Hufeisensiedlung Britz von Bruno Taut, Berolinahaus und Alexanderhaus am Alexanderplatz von Peter Behrens, das Columbushaus von Erich Mendelsohn, Bilder von Hannah Höch, Otto Dix, George Grosz und Käthe Kollwitz, ein Foto von Lotte Jacobi („Hände an der Schreibmaschine“), ein Buchumschlag von Georg Salter („Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin). Die drei beispielhaften Filme sind METROPOLIS von Fritz Lang, BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSSTADT von Walther Ruttmann und DER BLAUE ENGEL von Josef von Sternberg. Als Einführung in diese Zeit durchaus akzeptabel und sehr preiswert (9,99 €). Coverabbildung: „Bildnis der Journalistin Sylvia von Harden“ von Otto Dix. Mehr zum Buch: berlin_in_den_1920er_jahren.htm

Zwei Western

Andre de Toth (1913-2002), geboren in Ungarn, war einer der interessanten Regisseure der 1950er und 60er Jahre. Er hat vor allem Western und Krimi-nalfilme gedreht. CARSON CITY (1952, deutsch: SABOTAGE) erzählt eine Geschichte vom Eisenbahnbau in Nevada. Protagonist ist der Ingenieur Jeff Kincaid (Randolph Scott), der sich gegen die Intrigen des Minenbesitzers Jack Davis (Raymond Massey) durchsetzt und für sichere Gold- und Silbertransporte sorgt, die bisher mit der Postkutsche erfolgt sind. Wir erleben die Geschichte der Entlarvung eines Ehrenmannes, dem wir als Zuschauer von Anfang an nicht trauen. Frauen spielen in diesem Zusammenhang eher eine Nebenrolle. Die DVD ist kürzlich bei SchröderMedia erschienen, man kann den Film in deutscher und englischer Sprache sehen. Mehr zur DVD: Carson+City+&x=0&y=0

Anthony Mann (1906-1967), geboren in San Diego, war einer der großen Regisseure des ame-rikanischen Kinos der 1950er und 60er Jahre. Sein Genre war der Western, auch wenn man nicht vergessen darf, dass er 1954 die GLENN MILLER STORY gedreht hat. Er starb 1967 während der Aufnahmen zu A DANDY IN ASPIC in Berlin. THE TIN STAR (1957, deutsch: DER STERN DES GESETZES), nach einem Drehbuch von Dudley Nichols, erzählt die Geschichte des Kopfgeldjägers Morg Hickman (Henry Fonda), der dem unerfahrenen Sheriff Ben Owens (Anthony Perkins) zur Seite steht, als der beliebte Doc McCord (John McIntire) ermordet wird. Am Ende kann Hickman den Ort verlassen, weil Owens sich dort positioniert hat. Starker Cast, beeindruckende Kameraführung (Loyal Griggs), wunderbare Musik (Elmer Bernstein). Auch diese DVD gibt es bei SchröderMedia. Mehr zur DVD: Stern+des+Gesetzes&x=16&y=5

„Die Traumfabrik“

Eine Graphic Novel aus Frankreich. Text: Laurent Galandon, Bilder: Frédéric Blier, Farben: Sébastien Bouet. Erzählt wird die Geschichte des jungen, übergewich-tigen Mannes Célestine aus der Provinz, der sich in der Anwaltspraxis seines Vaters sehr tollpatschig verhält, aus dem Elternhaus nach Paris flüchtet, dort von dem Film-vorführer Anatole in Obhut genommen wird und davon träumt, Regisseur zu werden. Es ist das Jahr 1927. Die Konkurrenz der Kinos ist groß, die Filmpaläste mit Orchestern machen den kleinen Häusern zu schaffen. Auch das „Alcatraz“ von Anatole leidet an Besucherschwund. In Nachtvorstellungen werden verbotene Filme gezeigt und Fotos der Hauptdarstellerinnen verkauft. Célestine macht sich auf die Suche nach einem Job. Sein Einstieg: Assistenz des Bühnenbildners. Er findet einen Freund, Marcel, begegnet den Schauspielerinnen Véronika und Constance, erlebt viel in Paris bei Tag und Nacht und steigt in der Hierarchie des Studios auf. Die Geschichte endet auf Seite 48 offen. „Fortsetzung folgt“. Dann kommen noch acht Seiten über die Erfindung des Kinematographen und die Brüder Lumière. Ein originelles Buch im Großformat, übersetzt aus dem Französischen, erschienen im Panini Verlag. Mehr zum Buch: q=Die+Traumfabrik+

Medienhorror. Mediale Angst im Film

Eine Dissertation, die an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe begonnen und am Institut für Filmwissenschaft der Freien Universität Berlin vollendet worden ist. Florian Leitner untersucht prototy-pische Horrorszenarien, die beim Publikum Bedrohungs-gefühle auslösen. Er unter-scheidet zwischen medialer Angst und medialer Furcht: „Letztere bezeichnet die ästhetische Erfahrung einer Bedrohung, die ihren Ursprung in der filmisch dargestellten Welt hat. Als mediale Angst wird hingegen jenes Bedrohungsgefühl gefasst, das von der filmischen Darstellung als solcher ausgeht.“ (S. 27). Gegliedert ist die Untersuchung in drei Kapitel mit je drei Teilen. Das erste Kapitel, „Medienhorrorästhetik“, ist unterteilt in Furcht und Angst / Angst und das Andere / Das und der Andere im Medienhorror. Als Beispiele werden vor allem zeitgenössische Filme seit der Jahrtausendwende aus den USA, Europa und Ostasien herangezogen. Das zweite Kapitel, „Medienhorrorszenarien I / Verkörperung des medialen Anderen“, handelt von geraubten Schatten, lebendigen Bildern und Erblickt- und Ergriffen-Werden. Der dritte Teil, „Medienhorrorszenarien II / Somatische Effekte des medialen Anderen“, richtet den Blick auf Todesbilder, virale Visualität, Interpellation und Immersion. Im zweiten und dritten Teil erweitert sich der filmhistorische Horizont bis in die Stummfilmzeit. Ausführlich beschäftigt sich der Autor mit den Filmen DER STUDENT VON PRAG (1913) von Stellan Rye und Paul Wegener, DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM (1920) von Paul Wegener und Carl Boese, ORLACS HÄNDE (1924) von Robert Wiene, DRACULA (1931) von Tod Browning, THE MUMMY (1932) von Karl Freund, THE PICTURE OF DORIAN GRAY (1945) von Albert Lewin, PEEPING TON (1960) von Michael Powell, WELT AM DRAHT (1973) von Rainer Werner Fassbinder, VIDEODROME (1983) von David Cronenberg, STRANGE DAYS (1995) von Kathryn Bigelow, STIR OF ECHOES (1999) von David Koepp, 28 DAYS LATER (2002) von Danny Boyle, JU-ON (2002) von Takashi Shimizu, SHUTTER (2004) von Banjong Pisanthanakum und Parkpoom Wongpoom, PARANORMAL ACTIVITY (2007) von Oren Peli, SHUTTER (2008) von Masayuki Ochiai. Die Filminterpretationen lesen sich sachkundig und präzise im Blick auf die Fragestellungen der Untersuchung. Die theoretischen Bezüge werden dabei nicht aus den Augen verloren. Mit 71 Abbildungen in oft grenzwertiger Qualität. Mehr zum Buch: 978-3-7705-5996-1.html

Zugänge zu Thomas Harlan

Der Vater, Veit Harlan, war sein Trauma, vor allem in den letzten Jahrzehnten seines Lebens. Das hat die Filme, Romane, Theater-stücke und Hörspiele von Thomas Harlan (1929-2010) geprägt. „So etwas Ähnliches wie die Wahrheit“ heißt das Buch, herausgegeben von Jesko Jockenhövel und Michael Wedel, das neue Zugänge zu ihm eröffnen will. Zwölf Texte helfen dabei, beginnend mit einem Gespräch von Carsten Heinze mit dem Dokumentaristen Christoph Hübner, der den Film THOMAS HARLAN – WANDERSPLITTER (2004-06) realisiert hat. Im Kapitel „Ablösung und Politisierung“ geht es um eine Reise nach Israel 1953 (Autor: Tobias Ebbrecht-Hartmann), Thomas Harlans frühe Dramen über das Warschauer Ghetto (Sven Kramer), den Roman „Christoph und sein Vater“ von Hans Habe (Christian Ahlepp), den Film VERRAT AN DEUTSCHLAND von Veit Harlan (Jesko Jockenhövel) und den Film TORRE BELA von Thomas Harlan (Autorin: Susanne Lösch). Im Kapitel „Jahre der Aufarbeitung“ informieren drei Beiträge über Thomas Harlans Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit (Autor: Werner Renz), die Wut des Thomas Harlan (Christoph Schneider) und die Verfahren der Beglaubigung von national-sozialistischer Täter- und Opferschaft im filmischen und dramatischen Werk Thomas Harlans (Autorin: Jeanne Bindernagel). „Mit Worten kämpfen“ heißt das dritte Kapitel. Konstanze Hanitzsch informiert über den Sprachkampf von Niklas Frank, Thomas Harlan und Bernward Vesper gegen die nationalsozialistische Schuld ihrer Väter. Sieglinde Geisel wirft einen Blick auf die literarische Verfahrensweise zur Herstellung von Wirklichkeit in Thomas Harlans „Heldenfriedhof“. Und Chris W. Wilpert beschäftigt sich mit Thomas Harlans intertextueller Ästhetik im Kontext der Shoahliteratur. Die verschiedenen Perspektiven der Beiträge fügen sich zu einem komplexen Bild des Protagonisten. Mehr zum Buch: WTbYECiJbV4

Medien im Fest – Feste im Medium

Hier feiert sich das Interdiszi-plinäre Medienwissenschaft-liche Zentrum der Universität Erlangen Nürnberg, ein Zusam-menschluss medienbezogener Fächer und Studiengänge, von der Buchwissenschaft bis zur Multimediadidaktik. In den zwölf Textbeiträgen geht es um Gott und die Welt, zum Beispiel um Konfettiparaden in offener Limousine, als Gagarin und Glenn aus dem Erdorbit zurück-kehren („Zur Strukturierungs-leistung wechselseitig konkur-rierender Imitationen“), um die Medialität von Festen im Heavy Metal („Ereignis, Alltag und Reise“), um theologische und praktische Perspektiven auf den Gottesdienst als Fest und mediale Performace („Der Gottesdienst als Medienereignis“), um die Darstellung von Festen in Jahreszeitenbüchern („Feste, für Kinder erklärt“), um Reflexion von Festlichkeit und ihrer Dispositive in der Komödie des 17. Jahrhunderts („Teilhabe und Exklusivität“). Zwei Beiträge sind dem Thema Film gewidmet. Boris Dreyer und Kay Kirchmann beschäftigen sich mit der Inversion von Barbarei und Hochkultur in der MEDEA-Verfilmung von Pier Paolo Pasolini („Opferritual und Hochzeitsfest“). Bei Lars Nowak geht es um „Leben und Tod im und vom Karneval in FELLINI SATYRICON“. Beide Texte bleiben nahe an den Filmen, beschreiben Bilder und bauen Brücken zur wissenschaftlichen Literatur. Mit Abbildungen in guter Qualität. Herausgegeben von Sandra Rühr und Eva Wattolik. Mehr zum Buch: medien-im-fest-feste-im-medium/

Die Lust zu gehen

Es geht in diesem Buch um „Weibliche Flanerie in Literatur und Film“ von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart. Fünf Texte widmen sich zunächst der Literatur, sie handeln von Irmgard Keun und Klaus Mann, Jean Rhys, Herta Müller und Angela Krauß, Siri Hustvedt, Tessa McWatts und Yoko Tawada. Den Einstieg in den Filmbereich vollzieht Andrea Bartl mit ihrem Text „Zu einer möglichen Analogie von Flanerie und Amoklauf – und der Frage, warum Frauen flanieren, aber nicht Amok laufen“. Beeindruckend! Ihre Beispielana-lyse gilt dem Film FALLING DOWN von Joel Schumacher. Judith Ellenbürger beschäftigt sich mit Audrey Hepburn und dem Film ROMAN HOLIDAY von William Wyler. Felix Lenz untersucht die elementaren Konstellationen in CLÉO DE 5 À 7 von Agnes Varda, der den Weg einer jungen Sängerin durch Paris zeigt, die eine Krebsdia-gnose fürchtet. Natalie Lettenewitsch erinnert an filmische Streif- und Beutezüge durch Berlin, an BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSS-STADT von Walter Ruttmann, DIE ALLSEITIG REDUZIERTE PERSÖNLICHKEIT – REDUPERS von Helke Sander, BILDNIS EINER TRINKERIN von Ulrike Ottinger, GESCHWISTER von Thomas Arslan, STADT ALS BEUTE von Irene von Alberti, Miriam Dehne und Esther Gronenborn, EINE FLEXIBLE FRAU von Tatjana Turanskyj. Der letzte Beitrag stammt von Jörn Glasenapp und ist eine sehr lesenswerte Passage durch das cinema of walking von Béla Tarr. Alle Texte haben hohes Niveau. Keine Abbildungen. Mehr zum Buch: titel/978-3-7705-6191-9.html

Kafka geht ins Kino

Das Buch „Kafka geht ins Kino“ von Hanns Zischler war mein Filmbuch des Monats April. Ihm war eine DVD beigefügt, die sechs Titel zeitgenössischer Filme in einer Länge von insge-samt 150 Minuten enthielt. Jetzt ist in der Edition Filmmuseum eine erweiterte Fassung mit vier DVDs erschienen, die elf Filme in einer Länge von insgesamt 468 Minuten anbieten. Dazu kommt der Film KAFKA VA AU CINÉMA von Hanns Zischler aus dem Jahr 2002. Wichtige Titel der neuen Edition sind THEODOR KÖRNER (1912) von Franz Porten und Gerhard Dammann mit Friedrich Fehér, DER ANDERE (1913) von Max Mack mit Albert Bassermann, LA BROYEUSE DE COEURS (1913) von Camille de Morlhon mit Léontine Massart und DADDY-LONG-LEGS (1919) von Marshall A. Neilan mit Mary Pickford. Die Begleitmusiken zu den Filmen stammen von Günter A. Buchwald und Richard Siedhoff. Das Filmmuseum München ist für die hohe Qualität der Edition verantwortlich. Das Booklet (28 Seiten) enthält einen eigenständigen Text von Hanns Zischler, Fundstellen aus Tagebüchern, Artikeln und Briefen von Franz Kafka und einen Beitrag von Stefan Drößler zur Restaurierung der Stummfilme, alle Texte in Deutsch, Französisch und Englisch. Nr. 95 in der Edition Filmmuseum, sehr zu empfehlen. Mehr zur DVD: Kafka-geht-ins-Kino.html

Claude Goretta

Zusammen mit Michel Soutter und Alain Tanner gehörte er in den 1960er und 70er Jahren zu den großen, international geschätzten Regisseuren des Schweizer Films, zur legendären „Groupe 5“. Claude Goretta hat für das Fernsehen und für das Kino gearbeitet, er hat Spielfilme und Doku-mentarfilme gedreht. Ihm ist jetzt eine Monografie gewid-met, die Martin Walder für die „edition filmbulletin“ im Schüren Verlag verfasst hat. Der Autor ist bestens vertraut mit Gorettas Werk. Er erschließt es in acht Kapiteln: „Referenzen“, „Beim Westschweizer Fernsehen“, „Die großen Porträts“, „Unterwegs zu den fictions“, „Die Krise des Porträts“, „Blickfelder“, „Markenzeichen“, „Ein verzweifelter Optimist“. Gorettas erster Spielfilm war LE FOU (1970), für L’INVITATION (1973) erhielt er den Spezialpreis der Jury in Cannes, sein bekanntester Film ist wohl LA DENTELLIÈRE (1977, deutsch: DIE SPITZENKLÖPPLERIN) mit Isabelle Huppert. Diese Filme werden natürlich vom Autor angemessen gewürdigt. Goretta hatte den Ruf, ein großer Frauenregisseur zu sein. In den frühen 90er Jahren wurde er mit seinen Maigret-Verfilmungen populär. Seinen letzten Film, ein Porträt von Jean-Paul Sartre, drehte er 2006 fürs Fernsehen. Heute feiert er seinen 88. Geburtstag. Die Publikation von Martin Walder ist ein schönes Geschenk zu diesem Anlass. Mit zahlreichen Abbildungen. Coverfotos: Laurence Mercier und Claude Goretta bei den Dreharbeiten zu UN DIMANCHE DE MAI, Marlène Jobert und Gérard Depardieu in PAS SI MÉCHANT QUE ÇA. Mehr zum Buch: der-empathische-blick.html