Weihnachtsgeschenk 6: Für Kinobesucher + DVD-Sammler

2015.1001 FilmeDas Buch ist gerade in der 11., aktualisierten Neu-ausgabe bei Edition Olms erschienen, es soll inzwischen 1,5 Millionen Exemplare geben, die kurzen Texte stammen von 77 Autorinnen und Autoren und haben ein erstaunlich hohes Niveau. Man muss akzeptieren, dass die Auswahl der Filme sehr USA-orientiert ist, aber zumindest Frankreich und Italien sind gut vertreten. Ich nenne hier die Regisseure mit den meisten Filmen: Alfred Hitchcock (16), Ingmar Bergman und Howard Hawks (beide 10), Stanley Kubrick und Steven Spielberg (beide 9), Luis Buñuel, Jean-Luc Godard, John Ford und William Wyler (je 8). Bei den deutschen Regisseuren ist die Reihenfolge: Fritz Lang (5), Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog, F. W. Murnau (je 4), Wim Wenders (3). Die jüngsten deutschen Filme sind LOLA RENNT (1998), GOODBYE, LENIN (2003), GEGEN DIE WAND und DER UNTERGANG (beide 2004) und DAS LEBEN DER ANDEREN (2006). Was mich ärgert: dass Konrad Wolf und die DEFA fehlen. Was mich freut: dass Abbas Kiarostami und Yasujiro Ozu mit jeweils drei Filmen vertreten sind. Die Abbildungen sind exzellent, die filmografischen Angaben relativ zuverlässig, unter den Autoren findet man Tom Gunning, David Robinson, Jonathan Rosenbaum und Marc Siegel. Ein Geschenk für Freundinnen und Freunde mit internationalem Horizont. Coverfoto: Scarlett Johansson in LUCY. Mehr zum Buch: 1001_filme_11_neuausgabe

Weihnachtsgeschenk 5: Für STAR WARS-Fans

2015.Star Wars kleinHeute hat die Episode VII von STAR WARS in den Kinos Premiere. Im Schüren Verlag ist aus diesem Grund ein kleines Buch für STAR WARS-Fans erschienen, das Michael Scholten und Hans Jahnke herausgegeben haben: „Es war einmal… Mein erstes Mal STAR WARS“. 55 Prominente und Fans – 53 Männer und zwei Frauen – erinnern sich in sehr persönlichen Texten oder antworten auf fünf Fragen: „Wie oft haben Sie den ersten STAR WARS-Film gesehen? Welche Lieblingsfigur haben Sie im STAR WARS-Universum? Wer ist Ihr Lieblingsschauspieler in der gesamten Saga? Welches ist Ihr Lieblingszitat? Die Gewissensfrage: STAR WARS oder STAR TREK?“. Zu den Befragten gehören Regisseure wie Uwe Boll, Dennis Gansel, Michael „Bully“ Herbig, Philipp Stölzl und Christian Zübert, Produzenten wie Christian Becker, Oliver Berben und Martin Moszkowicz, der Moderator Oliver Welke, der Autor Ronald M. Hahn, der Filmwissenschaftler Rolf Giesen und der CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Der Jüngste unter den Befragten ist acht Jahre alt (ein Schüler aus Düsseldorf), der Älteste 76 (Werner Kließ, Filmkritiker, Autor, Produzent, Künstler). Die beiden Frauen, die sich zu STAR WARS äußern, sind Andrea David (Betreiberin der Seite www.filmtourismus.de & 1977 geboren) und Bibo Loebnau (PR-Agentin und Autorin, zuletzt erschien ihr Roman „Schorsch Clooney, die Landluft und ich“). Das STAR WARS-Buch soll 2017 fortgesetzt werden, wenn die Episode VIII ins Kino kommt. Cover-Zeichnung: Jan Meininghaus. Mehr zum Buch: star-wars.html

Weihnachtsgeschenk 4: Für Verehrerinnen von Joan Collins

2015.Joan CollinsSie ist inzwischen 82 Jahre alt, zum fünften Mal verheiratet und lebt in London, Los Angeles, New York und Frankreich. Joan Collins wurde in den 1980er Jahren weltberühmt als Alexis in der amerikanischen Serie THE DENVER CLAN. 1993 erschienen ihre „Intimen Memoiren“, jetzt gibt es bei LangenMüller das Buch „Joan Collins und wie sie die Welt sieht“, gewidmet ihrem Mann Percy Gibson, der gerade 50 geworden ist. Sie schreibt in neun Kapiteln altersweise und abgeklärt über Ruhm, Kinder, Glamour, modernes Reisen, Männer und Manieren, übers Altern, Essen und über Werte. Sie hat in ihrem Leben Höhen und Tiefen erlebt, sie erzählt Erlebnisse aus unterschiedlichen Zeiten, die man lesen kann, wenn man an den Erfahrungen eines Stars interessiert ist. Am Ende zitiert sie aus dem Gedicht „Desiderata“ von Max Ehrmann: „Trotz all der Täuschungen, Plackereien und unerfüllten Träume, ist es eine wunderschöne Welt. Sei frohgemut. Versuche, glücklich zu sein.“ Insofern für Weihnachten gut geeignet. Mehr zum Buch: wie-sie-die-welt-sieht.html

Weihnachtsgeschenk 3: Für Liebhaber von DOWNTON ABBEY

2015.Downton AbbeyDOWNTON ABBEY ist eine beliebte und hoch gerühmte englische Fernsehserie, von der seit 2010 sechs Staffeln produziert wurden. Sie erzählt die Geschichte einer Adelsfamilie und ihres Personals im fiktiven Downton Abbey in der Grafschaft York zwischen 1912 und 1926. Im Edel-Verlag sind bereits die drei Bände „Die Welt von Downton Abbey“, „Die Chroniken von Downton Abbey“ und „Downton Abbey. Hausregeln für die Dienerschaft“ erschienen. Jetzt liegt das Buch „Hinter den Kulissen von Downton Abbey“ vor, verfasst von Emma Rowley, mit einem Vorwort von Regisseur Gareth Neame. Es geht zunächst um die Entstehung der Drehbücher, dann um die Dreharbeiten in Highclere Caste, den Ealing Studios und an anderen Orten, um die Requisiten, die Kostüme, die Arbeit der Maskenbildner, um Ton, Sprache und Körperhaltung, um die Darstellerinnen und Darsteller in der Welt des Adels und der Dienstboten und schließlich um die weltweite Rezeption inklusive der vielen Auszeichnungen. Für die rund 300 Fotos des Bandes ist Nick Briggs verantwortlich. Ein schönes Geschenk für Liebhaber der Serie. Zu Weihnachten wird im Übrigen das Serienfinale ausgestrahlt. Mehr zum Buch: downton-abbey/

Weihnachtsgeschenk 2: Für SHERLOCK-Fans

2015.Sherlock.KleinDie BBC-Serie SHER-LOCK gibt es seit 2010. Sie holt Geschichten des Privatdetektivs Sherlock Holmes von Conan Doyle in die Gegenwart. Es gab bisher drei Staffeln, jede Staffel umfasst drei Folgen, jede Folge dauert 90 Minuten. Eine vierte Staffel soll 2016 realisiert werden. Das Buch „SHERLOCK“ von Steve Tribe blickt hinter die Kulissen der Erfolgsserie; die deutsche Ausgabe ist kürzlich im Knesebeck Verlag erschienen. Elf Kapitel bilden so etwas wie eine Struktur. Zunächst geht es um die Erfindung der Figur durch den Schriftsteller Conan Doyle, ihre Präsenz in Magazinen und Büchern seit 1887, ihre Veränderungen durch Theater und Film, die enge Verbindung zwischen dem Detektiv und seinem Assistenten Dr. John Watson und die Modernisierung in der Fernsehserie. Es folgen Kapitel über die Besetzung der Hauptrollen, die Phase vom ersten Entwurf bis zum Drehbuch, die Einflüsse von Regie und Schnitt, die Besetzung der Nebenrollen, über Hunde, visuelle Effekte, Musik, Make-up und Kostüme, über die Fangemeinde und einzelne Episoden. Eine Auflistung aller Episoden bildet das Schlusskapitel. Immer wieder werden Faksimiles aus dem Drehbuch von entfallenen Szenen reproduziert. Mit mehr als 400 Fotos wirkt das Buch wie ein Bildband. Und natürlich steht dabei der Sherlock-Darsteller Benedict Cumberbatch (Coverfoto) im Mittelpunkt. Also ein Geschenk nicht nur für SHERLOCK-Fans, sondern auch für Cumberbatch-Verehrer/innen. Mehr zum Buch: sherlock/t-1/394

Weihnachtsgeschenk 1: Filmklassiker der Weimarer Republik

2015.DVD.Filmklassiker WeimarVier Filme sind in dieser DVD-Box vereint, die zu den besten gehören, die in den letzten hundert Jahren in Deutschland gedreht wurden. Es handelt sich um restaurierte Fassungen, die Murnau-Stiftung ist als Initiator beteiligt, Universum Film für die Edition verantwortlich. Jeder, der sich für Filmgeschichte interessiert, sollte diese vier Titel kennen und wird sich über die Box freuen. DAS CABINET DES DR. CALIGARI (1920) von Robert Wiene ist ein expressionistischer Klassiker mit Werner Krauß, Conrad Veidt und Lil Dagover in den Hauptrollen. Im Booklet zur DVD erzählt Olaf Brill die Entstehungsgeschichte des Films, informiert Anke Wilkening über die schwierige Restaurierung, berichtet Nina Goslar über die Realisierung der neuen Begleitmusik. Zum Bonusmaterial gehört der 50-Minuten-Film DR. CALIGARI – DIE GEBURT DES HORRORS IM ERSTEN WELTKRIEG von Rüdiger Suchsland. NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS (1921) von Friedrich Wilhelm Murnau ist ein früher Horrorfilm, nach einem Drehbuch von Henrik Galeen, mit Max Schreck, Gustav von Wangenheim und Greta Schroeder. Auch hier enthält das Booklet interessante Texte von Bernd Schöneberg (über die Entstehung des Films und die damalige Rezeption), Ann-Fleur Praetorius (über den Filmarchitekten Albin Grau), Katharina David (über den Darsteller Max Schreck) und Jesko Jockenhövel (über NOSFERATUS Spuren in Film und Literatur). Zum Bonusmaterial gehört ein Film über F. W. Murnau von Luciano Berriatúa. DER BLAUE ENGEL (1930) von Josef von Sternberg ist der Film, der Marlene Dietrich zum Weltstar machte. Die männliche Hauptrolle spielte Emil Jannings, die Musik stammte von Friedrich Holländer. Hier gibt es kein Booklet, aber zum Bonusmaterial gehört ein interessanter Audiokommentar des Marlene Dietrich-Spezialisten Werner Sudendorf. Und: zusätzlich zur deutschen Fassung ist auf einer eigenen DVD die englische Fassung zu sehen. M (1931) von Fritz Lang – die beklemmende Studie eines Psychopathen – gilt als wichtigstes Werk der deutschen Filmgeschichte, mit Peter Lorre, Gustaf Gründgens und Otto Wernicke in den Hauptrollen. Der Film wurde inzwischen in Bild und Ton restauriert. Eine eigene DVD enthält 360 Minuten Bonusmaterial, darunter ein 44-Minuten-Interview mit Fritz Lang aus dem Jahr 1968. Eine tolle Box, ein schönes Weihnachtsgeschenk. Mehr zur DVD-Box: filmklassiker-weimarer-kino-1920-1931.html

Curd Jürgens 100

2015.Curd JürgensEr gehörte nie zu den Schau-spielern, die ich besonders geschätzt habe. In den 1950er Jahren gab es immerhin vier Filme mit ihm, die ich beein-druckend fand: DES TEUFELS GENERAL von Helmut Käutner, DIE RATTEN von Robert Siodmak, TEUFEL IN SEIDE von Rolf Hansen und SCHACH-NOVELLE von Gerd Oswald. Seine internationale Karriere hat ihm einige interessante Rollen beschert, u.a. den Raketen-ingenieur Wernher von Braun in I AIM AT THE STARS von J. Lee Thompson, den portugiesischen Manager Cornelius in LORD JIM von Richard Brooks, den größenwahnsinnigen Reeder Karl Stromberg in dem James Bond-Film THE SPY WHO LOVED ME von Lewis Gilbert. Morgen wäre der 100. Geburtstag des Schauspielers zu feiern. Im Aufbau Verlag ist gerade die Curd Jürgens-Biografie von Heike Specht (Autorin einer Lilli Palmer-Biografie) erschienen. Sie erzählt sein Leben „zwischen Set und Jet-Set“. Die Filme (etwas zu oft heißen sie bei ihr „Streifen“) spielen dabei die sekundäre Rolle. Das Privatleben mit fünf Ehen und vielen Affären steht im Vordergrund. Autobiografie und Tagebücher von Curd Jürgens sichern die Autorin ab – sofern man ihm alles glauben will. Immer wieder geht es ums Geld. Weil er für sein Luxusleben viel davon brauchte, nahm er auch Angebote an, in denen er sich unter Wert verkaufte. Die Filmografie am Ende des Bandes liest sich wie ein Auf und Ab. Ja: er war ein internationaler Star. Aber: er hat Filme gedreht, die unter seinem Niveau waren. Er starb 1982 – im selben Jahr wie Rainer Werner Fassbinder, Romy Schneider und Konrad Wolf. Mehr zum Buch: curd-jurgens.html

Frank Sinatra 100

2015.Sinatra.kleinDrei Filme in den 1950er Jahren, in denen er Hauptrollen spielte, haben mich tief beein-druckt: FROM HERE TO ETERNITY (1954) von Fred Zinnemann, THE MAN WITH THE GOLDEN ARM (1955) von Otto Preminger und SOME CAME RUNNING (1958) von Vincente Minnelli. Den kleinen Italiener Angelo Maggio, den heroinsüchtigen Spieler Frankie Machine und den erfolglosen Schriftsteller Dave Hirsh werde ich als Filmfiguren nie vergessen. Damals wusste ich noch nicht, dass Frank Sinatra auch ein begnadeter Sänger war: The Voice. Morgen wäre er 100 Jahre alt geworden. Im Knesebeck Verlag ist gerade ein Bildband über ihn erschienen, herausgegeben von Andrew Howick, der über die größte und exklusivste Sammlung von Sinatra-Fotos verfügt. Aufnahmen von Sid Avery, Bob Willoughby und Ted Allen haben das Bild von Sinatra geprägt: das öffentliche und das private. Zitate von Wegbegleitern und Freunden fügen sich zu einem komplexen Porträt. Die Einleitung des Bandes stammt von Barbara Sinatra, die von 1976 bis zu seinem Tod, 1998, mit ihm verheiratet war. Eine schöne Hommage zum 100. Geburtstag. Mehr zum Buch: frank_sinatra/t-1/389

DEFA-Verbotsfilme: Symposium im DHM

2015.VerbotsfilmeVor fünfzig Jahren fand in Ostberlin das 11. Plenum des Zentralkomitees der SED statt, das zu rigorosen kulturpoliti-schen Veränderungen in der DDR führte. Auch die DEFA war davon betroffen. Zwölf Spielfilme – darunter DAS KANINCHEN BIN ICH von Kurt Maetzig (Abbildung: das Plakat von 1990) und JAHRGANG 45 von Jürgen Böttcher – wurden verboten und kamen erst nach der Wende ins Kino. Das Zeughauskino zeigt seit 1. Dezember eine Filmreihe und heute wird im Deutschen Historischen Museum ein Symposium unter dem Titel „Sturm und Zwang“ veranstaltet. Referenten sind Ralf Schenk („Der DEFA-Spielfilm zwischen 1961 und 1968: Aufbruch, Abbruch, Neue Ufer“), Andreas Kötzing („Jenseits der Verbote – Neue Quellen und offene Fragen zur Geschichte des 11. Plenums“), Ralf Dittrich („Erfahrungen bei der digitalen Bearbeitung von DEFA-Verbotsfilmen“), Ursula von Keitz („Drehbuchlektüre als imaginäre Film-Rekonstruktion: zu Dieter Roths/Egon Schlegels RITTER DES REGENS“), Volker Petzold („DEFA-Trickfilm im Fahrwasser von Unverbindlichkeit, Formalismus und Antipersonenkult“), Chris Wahl („’Was ist sozialistischer Realismus?’ – ‚Widerspiegelung der Wirklichkeit, nur viel, viel schöner!’“) und Günter Agde („Ablesen und extemporieren – rhetorische Strategien als politische Instrumente. Zu den Tonband-Mitschnitten des 11. Plenums“). Eine interessante Veranstaltung.

Best Actress

2015.Best ActressHeute Abend wird im Museum für Film und Fernsehen die Ausstellung „Best Actress – Oscars: Rollen. Bilder“ eröffnet. Sie ist eine Hommage an die bisher 73 weiblichen Hauptdarstellerinnen, die seit 1929 mit einem Academy Award ausgezeichnet wurden. Zu sehen sind mehr als 400 Exponate von internationalen Leihgebern und aus den Sammlungen der Deutschen Kinemathek. Zur Eröffnung sprechen der künstlerische Direktor Rainer Rother, der Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin, Björn Böhning, der Direktor des Museo Nazionale del Cinema Turin, Alberto Barbera, und die beiden Kuratoren Daniela Sannwald und Nils Warneke. Teile der Ausstellung waren zuvor in Turin zu sehen. In Berlin ist sie bis zum 1. Mai 2016 geöffnet.