Die Zukunft ist jetzt

2016.Zukunft ist jetztIn jedem Frühjahr findet in Bremen ein Inter-nationales Symposium zum Film statt, das die Universität Bremen zusammen mit dem Kommunalkino Bremen /City 46 veranstaltet. Der jetzt vorliegende Band, erschienen wie immer bei Bertz + Fischer, doku-mentiert das 20. Sympo-sium vom Mai 2015. „Die Zukunft ist jetzt“ handelt vom „Science-Fiction-Kino als audiovisuellem Entwurf von Geschich-te(n), Räumen und Klängen“. 16 Beiträge sind hier versammelt, ich nenne neun, die mir besonders gut gefallen haben: Vivian Sobchak, emeritierte Professorin an der UCLA, schreibt über Temporalität und den Science-Fiction-Film in Amerika nach dem 11. September 2001 („Abjekte Zeiten“). David Seed, Professor an der Liverpool University, beschäftigt sich mit der Visualisierung des Planeten Mars zwischen den 1890er und 1950er Jahren („Unsere marsianische Zukunft“). Christian Pischel, Gastdozent an der FU Berlin, blickt zurück auf den DEFA-Film DER SCHWEIGENDE STERN von Kurt Maetzig („Geschichten nach der Geschichte“). Winfried Pauleit, Professor an der Universität Bremen und Mitverantwortlicher des Symposiums, sieht das Europäische Science-Fiction-Kino als Rhetorik eines audiovisuellen Diskurses zu Archiv und Museum („Spuren der Zukunft“). Ivo Ritzer, Professor an der Universität Bayreuth, stellt eine Beziehung her zwischen postkolonialen Perspektiven und afrikanischer Science-Fiction („Theorie aus dem Süden“). Marc Bronner, Lecturer an der Universität Köln, untersucht die Darstellung der Zukunft in Stadt- und Raumschiffkulissen im Rekurs auf etablierte Architekturstile („Rethinking Retrofuturism“). Bei Brian Willems, Assistenzprofessor an der Universität Split, geht es um realweltliche Science-Fiction-Sounds und unerklärliche Filmgeräusche („Die Klänge des Alls“). Rüdiger Zill, wissenschaftlicher Referent am Einstein Forum in Potsdam, folgt der Stimme des Gefühls in Spike Jonzes HER („Den richtigen Ton treffen“). Tobias Haupts, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Filmwissenschaft der FU Berlin, beschreibt die Ausformung von Eis und Kälte in Bong Joon-hos SNOWPIERCER („Dystopien in Blau, Grau und Weiß“). Interessante Lektüre, mit vielen Abbildungen in guter Qualität. Mehr zum Buch: 1_111&products_id=489

Peter Weibel

2016.DVD.WeibelPeter Weibel (*1944) ist ein österreichischer Medien-künstler, der in Theorie und Praxis die Bereiche Perfor-mance, Film, Video und Musik seit den 1960er Jahren berei-chert hat. Seit 1999 leitet Weibel das ZKM in Karlsruhe. Bei Hatje Canz erscheinen zurzeit seine gesammelten Texte, bei Absolut Medien sind jetzt zwei DVDs mit seinen Medienopern, Musikfilmen und -videos publiziert worden. Zu sehen und zu hören sind fünf multimediale Bühnen-werke – HAUSMUSIK (1974), DER KÜNSTLICHE WILLE (1984), STIMMEN AUS DEM INNENRAUM (1988), AMAZONAS, TEIL III (2010) und THE ORIGIN OF NOISE / THE NOISE OF THE ORIGIN (2013) – und 14 Musikfilme und -videos, darunter DAS ERSTE VIDEO-ROCK-KONZERT (1979), CASABLANCA I, II, III (1983-85), JOHNNY FILTER (1984), GESÄNGE DES PLURIVERSUMS (1986-88), CLIP KLAPP BUM (1988), WIR SIND DATEN (2013) und zwei Versionen von ENJOY YOUR DNA (2013). Man begibt sich bei Weibel, wenn man die Filme sieht, in ein innovatives Bild- und Klang-Universum, das auch den Wechsel von der analogen in die digitale Welt spüren lässt. Zum Verständnis der Hintergründe ist das beigefügte Booklet hilfreich. Mehr zur DVD: 1018/Peter+Weibel+Medienrebell

Lichtspiele im Schatten der Armut

2016.LichtspieleDie „Projektionskunst“ – vor allem mit der so genannten „Laterna magica“ – war ein Vorläufer des Kinos in der zweiten Hälfte des 19. Jahr-hunderts. Bunte Bilder mit oft erstaunlichen Bewegungs-effekten wurden auf eine Leinwand projiziert, oft begleitet mit Live-Auftritten von Vortrags-künstlern oder Musikern. Die Veranstaltungen fanden in Schulen, Veranstaltungssälen oder Kirchen statt. Die projizierten Bilder waren in der Regel quadratisch oder kugel-rund. Das Buch von Ludwig Vogl-Bienek (Trier) widmet sich im Zentrum der hohen gesellschaft-lichen Relevanz der Projektionskunst. Soziale Aktivisten und engagierte Künstler wollten damals mit eindringlichen Bildern auf die Lebensverhältnisse von Armen, vor allem von armen Kindern aufmerksam machen. In seinem Einleitungskapitel formuliert der Autor die historischen Voraussetzungen für die Projektionskunst, schildert den Stand der Forschung, den Quellenzugang und die materielle Überlieferung. Vorgestellt werden anhand von zeitgenössischen Aufführungsberichten und Abbildungen vier Spielstätten in England: die Londoner Royal Polytechnic Institution, der Gilchrist Educational Trust in Mossley nahe Manchester, die Kirche St. Mary at Hill in der City von London und eine Public Hall in der Londoner Vorstadt. Dargestellt werden die Phasen der Inszenierung wie der Aufführung. Es geht dann um Aktionsfelder, Themen, Adressaten. Ein eigenes Kapitel ist der Produktion von Laternbilderserien gewidmet. Der Anhang enthält fünf hervorragend illustrierte Skizzen zum dramaturgischen Gestaltungspotential. Die Forschungsergebnisse des Autors sind beeindruckend. Besonders zu loben ist die Qualität der meist farbigen Abbildungen. Band 103 der nexus-Reihe des Stroemfeld Verlages. Mehr zum Buch: buecher_L_718_1/

Unser Le Mans

2016.Unser Le MansDer deutsche Schauspieler Siegfried Rauch (*1932) und der amerikanische Schauspieler Steve McQueen (1930-1980) haben 1971 die Hauptrollen in dem Film LES MANS gespielt und waren dann eng befreundet. Von dem Film und der Freund-schaft handelt der Bildband „Unser Le Mans“, den Hans Hamer im Verlag Delius Klasing herausgegeben hat. Steve McQueen war bekanntlich ein begeisterter Rennfahrer und beim Le Mans-Projekt der Initiator und die treibende Kraft. Er wollte ursprünglich selbst an dem 24-Stunden-Rennen 1970 teilnehmen, was ihm aber verwehrt wurde. Aus einem geplanten Dokumentarfilm wurde schließlich ein dokumentarischer Spielfilm. McQueen übernahm die Rolle des amerikanischen Rennfahrers Michael Delaney, Rauch spielte den deutschen Fahrer Erich Strahler. Im Kapitel „Start“ erzählt Siegfried Rauch von der Zusammenarbeit und Freundschaft mit McQueen. Das Kapitel „Race“ dokumentiert die 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1970. Das Kapitel „Making Of“ erinnert an die damaligen Dreharbeiten; zu Wort kommen u.a. der Produktionsassistent Christian Rimi, der Journalist Adriano Cimarosti, die Film-Fahrer Jürgen Barth, Derek Bell, Herbert Linge und David Piper, zwei Stuntmen und der Le Mans-Sieger von 1970, Richard Attwood, der auch im Film mitgespielt hat. Das Kapitel „Heritage“ handelt von Porsche-Wagen 45 Jahre später und vermittelt Gedanken des neunfachen Le Mans-Siegers Tom Kristensen. Das Buch ist vor allem für Motorfreunde und McQueen-Fans gedacht. Liebevoll ediert. Mehr zum Buch: Unser+Le+Mans.217553.html

Siegfried Mattl

2016.Siegfried MattlSiegfried Mattl war ein Wiener Historiker, für den der Film eine große Bedeutung hatte. Er starb im vergangenen Jahr im Alter von 61 Jahren. Synema und das Öster-reichische Filmmuseum haben ihm jetzt einen Textband in ihrer schönen Schriftenreihe gewidmet, den Drehli Robnik, ein enger Mitarbeiter Mattls, herausgegeben hat. Das Spektrum der Themen ist weit, ich nenne einige Aufsätze, die mir besonders gut gefallen haben: im Kapitel „Rotes und anderes Wien“ die Texte „A Sense of Place“ (über Wien im Film), „Die ephemere Stadt“ (über urbane Sequenzen in Wiener Amateur- und Gebrauchsfilmen“) und vor allem „Filmgeschichte als Sozialgeschichte“ (über die Stadt Wien nach 1945); im Kapitel „Wie verfahren? Forschungsfragen“ die Texte „Foto, Film, Geschichte“ (über das Bild der Vergangenheit bei Siegfried Kracauer, Georges Duby und Marc Bloch), „Fiktion und Revolte“ (über Kreuzungslinien von Politik, Geschichte und Cinephilie bei Jacques Rancière) und „Populare Erinnerung“ (zur Nahbeziehung von Film und Geschichte); im Kapitel „Kämpfe/Gedächtnisse“ die Texte „Film versus Museum“ (über Unterschiede und Gemeinsamkeiten), „Transgression und grotesker Körper“ (über David Cronenbergs DEAD RINGERS), „Cold War, Cool Warriors“ (über Hollywoods Koreakriegsfilme um 1960), „Epochenbild“ (über Michael Hanekes Film DAS WEISSE BAND), „Journalist aus Leidenschaft“ (über Claude Lanzmanns Memoiren „Der patagonische Hase“) und „Die Masken der Authentizität“ (von D. A. Pennebakers DON’T LOOK BACK zu Todd Haynes’ I’M NOT THERE). Es überrascht, wie man auch über historischen Themen pointiert und witzig schreiben kann. Titelfoto: Bob Dylan in DON’T LOOK BACK. Mehr zum Buch: die_strahlkraft_der_stadt

Trilogie von Ang Lee

2016.DVD.Ang LeeAng Lee (*1954 in Taiwan) lebt und arbeitet seit 1978 in den USA. Er ist inzwischen ein erfolgreicher, internatio-nal anerkannter Regisseur, der in vielen Genres unter-wegs ist. Sein bisher letzter Film war das Abenteuer-Drama LIFE OF PI (2012). Begonnen hat er seine Karriere mit der Trilogie „Father Knows Best“, in der das Familienoberhaupt (jeweils gespielt von Sihung Lung) die dominante Rolle spielt. Bei Koch Media sind die drei Filme jetzt als DVD erschienen. Im ersten Film, SCHIEBENDE HÄNDE (1991) geht es um einen chinesischen Tai-Chi-Lehrer, der seinen Lebensabend bei seinem Sohn in New York verbringen möchte; die Wohngemeinschaft scheitert vor allem an den Kommunikationsproblemen mit der Schwiegertochter, einer Schriftstellerin mit Schreibblockade. Zwischenzeitlich landet der alte Mann sogar im Gefängnis. Am Ende arbeitet er aber wieder als Tai-Chi-Lehrer, und die Schwiegertochter wird ein Buch über eine chinesische Einwanderungsfamilie schreiben. Eine wunderbare Tragikomödie. Der zweite Film, DAS HOCHZEITSBANKETT (1993), erzählt die Geschichte eines schwulen Exil-Taiwaners in New York, der eine Scheinehe mit einer Malerin eingehen will. Seine Eltern reisen überraschend zur bevorstehenden Hochzeit an und verursachen damit große Konflikte. Als sie am Ende nach Taiwan zurückkehren, hinterlassen sie zwei glückliche Männer und eine schwangere Frau in New York. Der Film gewann auf der Berlinale 1993 den Goldenen Bären. Der dritte Film, EAT DRINK MAN WOMAN (1994), spielt in Taipeh. Im Mittelpunkt steht hier ein verwitweter Meisterkoch mit drei erwachsenen Töchtern, dem zunehmend sein Geschmackssinn abhanden kommt. Die älteste und die jüngste Tochter finden die für sie richtigen Männer, die mittlere Tochter wird Köchin. Ihre Suppe ist am Ende so köstlich, dass der Vater wieder schmecken kann. Eine subtile Komödie über Generationskonflikte und Rituale. Alle DVDs mit Bonusmaterial. Mehr zu den DVDs: 1004923&nav1=FILM

Der Kinogeher

2016.Der Kinogeher1Im Mai wäre der amerikanische Schriftsteller Walker Percy hundert Jahre alt geworden. Der Suhrkamp Verlag hat aus diesem Anlass den Roman „Der Kinogeher“ neu aufgelegt. In den USA ist er 1961 erschienen, in Deutschland, übersetzt von Peter Handke, 1980. Ich habe das Buch jetzt zum ersten Mal gelesen und fand es sehr spannend. Erzählt wird die Lebensgeschichte des knapp 30jährigen Maklers Jack Bolling, der in einer wohl-habenden, aber komplizierten Familie in New Orleans aufgewachsen ist, traumatische Erfahrungen im Koreakrieg gemacht hat, intime Verhältnisse mit seinen wechselnden Sekretärinnen eingeht, gern Filme im Kino sieht und am Ende seine sehr instabile Cousine Kate heiratet. Eine dominante Rolle spielt seine Tante. Als Ich-Erzähler ist Jack, genannt Binx, vor allem auf der Suche nach seiner Identität. Zu den Filmen, die Jack teils allein, teils in Begleitung sieht, gehören STAGECOACH von John Ford, THE OX-BOW INCIDENT von William A. Wellman, THE THIRD MAN von Carol Reed, PANIC IN THE STREETS von Elia Kazan, IT HAPPENED ONE NIGHT von Frank Capra, FORT DOBBS von Gordon Douglas und RED RIVER von Howard Hawks. Die Anmerkungen zu den Filmen sind in der Regel nur kurz, aber sie wirken pointiert. Und es gibt eine sehr schöne persönliche Begegnung mit William Holden. Andere Schauspielerinnen und Schauspieler fließen assoziativ in den Text ein. „The Moviegoer“ war der erste Roman von Walker Percy. Der Autor starb 1990 in Louisiana. Mehr zum Buch: walker_percy_22494.html

Moderne Heiligenlegenden

2016.Moderne HeiligenlegendenEine Dissertation, die an der Ludwig-Maximilian-Universität München entstanden ist. Nadja Alexandra Mayer konstatiert die Auferstehung des Märtyrers im Mainstream-Kino der Gegen-wart und analysiert sie am Beispiel der achtteiligen HARRY POTTER-Filmserie (2001-2011) und der fünf Filme der TWI-LIGHT-SAGA (2008-2012). Mit vielen literaturtheoretischen Verweisen geht es zunächst um die fiktionale Bearbeitung des Märtyrerstoffes. Dann folgen Überlegungen zum Konzept des Märtyrers, u.a. in Abgrenzung zur Erlöserfigur, und zur Medialität des Märtyrers. In der zweiten Hälfte werden sehr detailliert die beiden Filmzyklen analysiert. Bei Harry Potter spielen die Märtyrerattribute Patronus, Zauberstab und Schwert eine Rolle und vor allem: die Potter-Passion. Bei Twilight wird zunächst die Bedeutung der Religion thematisiert, die Hauptfigur Bella Swan steht dann im Mittelpunkt der Untersuchung, ihre Opferbereitschaft und ihre Transformation zum Vampir. Wichtig ist hier, dass es sich um ein weibliches Martyrium handelt. Die Beschreibungen der Autorin halten sich sehr konkret an die Geschehnisse der Filme und werden dann im Sinne der Ausgangsthese interpretiert, die natürlich auch die christlichen Aspekte im Blick hat. Die Autorin arbeitet als Redakteurin beim Evangelischen Presseverband für Bayern. Keine Abbildungen. Mehr zum Buch: vojd1b2o36ki2

VALIE EXPORT

2016.DVD.VALIE EXPORTSie ist seit Mitte der 1960er Jahre eine Exponentin radikaler femininer Kunst. Mein erster Film von VALIE EXPORT (geboren 1940 als Waltraud Lehner in Linz) war UNSICHT-BARE GEGENER, den ich 1976 auf dem Forum der Berlinale gesehen habe und der mich sehr beeindruckt hat. Drei Jahre später folgte MENSCHEN-FRAUEN. Es geht in ihren Filmen immer wieder um Körperfigurationen, sie zerlegt die Filmsprache in ihre Einzel-teile. Das tut manchmal richtig weh. Claudia Müller hat einen sehr schönen, informativen 55-Minuten-Film über VALIE EXPORT gedreht, der jetzt bei Absolut Medien als DVD erschienen ist. Er zeigt Zeichnungen, Fotos, Filmausschnitte, Performances und Installationen und lässt Menschen zu Wort kommen, die über EXPORTS Werk sprechen: der Direktor des Museums Ludwig Yilmaz Dziewior, der MoMA-Kurator Stuart Comer, die Performance-Künstlerin Marina Abramovic, die Kunsthistorikerin Karola Kraus, die Schriftstellerin Elfriede Jelinek, die Künstlerinnen Ingrid Wiener, Kiki Smith, Carolee Schneemann und VALIE EXPORT selbst. Erzählt wird auch die Lebensgeschichte der Künstlerin, ihre Verortung in Wien, ihre internationale Bedeutung. „Ikone und Rebellin“ heißt der Untertitel dieses Films, der unbedingt sehenswert ist. Die DVD enthält in den Extras zwei interessante Ausstellungsrundgänge. Mehr zur DVD: +Ikone+und+Rebellin

Kino in Köln

2016.Kino in KölnIm Kölnischen Stadtmuseum findet zurzeit (und noch bis zum 6. November) die Aus-stellung „Großes Kino! 120 Jahre Kölner Kinogeschichte“ statt. Über 150 zum Teil noch nie gezeigte Originalobjekte, Fotografien und Filmaus-schnitte erinnern an die Kinogeschichte der Stadt. Im Emons Verlag ist in diesem Zusammenhang das Buch „Kino in Köln“ von Marion Kranen und Irene Schoor erschienen. In zwölf Kapiteln erzählen die beiden Autorinnen die wechselhafte Historie der Lichtspieltheater in der Stadt, beginnend mit den Vorläufern des Kinos. Dann geht es chronologisch voran: 1900-1914: Das Kino wird sesshaft. 1914-1918: Kino in schweren Zeiten. 1919-1930: Filmpaläste und „Kinos für jedermann“. 1930-1945: Kölner Kinos in der NS-Zeit. 1940-1945: Zerstörung und Neuanfang. 1950-1960: Kinoboom und gediegene Filmpaläste. 1960-1970: Kinokrise und Aufbruch. 1970-1980: Die Zeit der Filmpaläste ist vorbei. 1980-1990: Filmkunsttheater und Abspielstellen. 1990-2000: Cinekomplexität und Verdrängungswettbewerb. 2000-2015: Zukunft im Kino – Eine Frage der (Bild-)Auflösung?. Menschen mit Kinobegeisterung und Gebäude in der Stadt stehen im Mittelpunkt. Der Text wirkt hervorragend recherchiert, die Informationen gehen weit über das hinaus, was in dem von Bruno Fischli herausgegebenen Buch „Vom Sehen im Dunkeln“ (1990) zu lesen war. Über 250 Abbildungen von Kinofassaden, Innenansichten, Projektionsräumen, Werbung und wichtigen Personen konkretisieren den Text. Der „Abspann“ enthält u.a. ein „Kino A-Z“, geordnet nach Stadtteilen. Das Buch ist ein vorbildlicher Gang durch die Kinogeschichte einer Stadt. Mehr zur Ausstellung: 1605_cinema/ Mehr zum Buch: kino-in-koeln