Setsuko Hara

2016.Setsuko HaraVor einem knappen Jahr, am 5. September 2015, ist sie im Alter von 95 Jahren gestorben. Setsuko Hara, die zwischen 1935 und 1962 in über 100 Filmen gespielt hat, habe ich über Jahrzehnte verehrt. Vor allem die Filme von Yasujiro Ozu habe ich immer wieder gesehen, und natürlich ist TOKYO MONOGATARI (1953) immer noch mein Lieblingsfilm. Das Arsenal widmet Setsuko Hara ab heute eine Hommage, in der insgesamt 13 Filme zu sehen sind: fünf Filme von Ozu und außerdem PRIEST OF DARKNESS (1936) von Sadao Yamanaka, TOCHTER DES SAMURAI (1936) von Arnold Fanck, THE BALL AT ANJO HOUSE (1947) von Kozaburo Yoshimura, HERE’S TO THE GIRLS (1949) von Keisuke Kinoshita, HAKUCHI (1951) von Akira Kurosawa, REPAST (1951), SUDDEN RAIN (1956) und DAUGHTERS, WIVES AND A MOTHER (1960) von Mikio Naruse. Die meisten dieser Nicht-Ozu-Filme sind mir bisher unbekannt. Ich werde in den nächsten Wochen öfter ins Arsenal gehen. Mehr zur Retrospektive: august/02/article/6103/3003.html

UNSERE KLEINE SCHWESTER (2015)

2016.DVD.Unsere kleine SchwesterEin wunderbarer Film des Regisseurs Hirokazu Kore-eda, der im vergangenen Jahr im Kino zu sehen war und jetzt als DVD erschienen ist. Er erzählt eine moderne Familien-geschichte. Der Vater der drei Schwestern Sachi, Yoshimo und Chika, die inzwischen erwachsen sind und in Kamakura leben, hat vor 15 Jahren seine Familie wegen einer anderen Frau verlassen. Jetzt ist er gestorben. Zur Trauerfeier in Yamagata fahren zunächst nur Yoshimo und Chika, aber dann auch Sachi, und treffen dort auf die 13jährige Suzu, die Tochter aus der zweiten Ehe des Vaters. Die drei Schwestern nehmen Suzu spontan mit in ihr malerisches Haus in Kamakura. Die geht dort zur Schule und blüht zusehends auf. Sachi ist Kranken-schwester, wird Leiterin einer Abteilung für Palliativmedizin und fühlt sich für alles verantwortlich, Yoshimo arbeitet als Bankangestellte, Chika, die fröhlichste der Drei, ist in einem Sportgeschäft tätig. Ihre Beziehungen zu Männern sind nicht unkompliziert. Über ein Jahr lässt uns der Film am Leben der vier Schwestern teilhaben. Es gibt Streitereien und viele harmonische Momente. Eine ältere Freundin betreibt einen Imbiss, in dem man sich oft trifft; sie erkrankt an Krebs. Die Großtante der Schwestern taucht immer wieder auf und eines Tages auch die Mutter der Drei, zu der nur wenig Kontakt besteht. Immer wieder kommen Erinnerungen an den verstorbenen Vater ins Spiel. Es wird eingekauft, gekocht, gearbeitet, geredet. Wir sehen viele Rituale: Gebete, Friedhofsbesuche, die Kirschblüte, die Pflaumenernte, ein großes Feuerwerk und das Abbrennen der Wunderkerzen bei einer nächtlichen Kimono-Party. Alltagsleben und Festlichkeiten. Und weil es um das Leben in einer Familie geht, fühlt man sich immer wieder wie in einem Film von Yasujiro Ozu. Es gibt Bilder, die sich unmittelbar auf ihn beziehen. Ein wunderbarer Film! Er dauert mehr als zwei Stunden. Mehr zur DVD: unsere-kleine-schwester.html

Alte im Film und auf der Bühne

2016.Alte im FilmDie Publikation – Band 3 der Reihe „Alter(n)skulturen“ – versteht sich als Beitrag zur kulturwissenschaftlichen Altersforschung. Die vier Herausgeber/innen Henriette Herwig, Andrea von Hülsen-Esch, Mara Stuhlfauth-Trabert und Florian Trabert sorgen in ihrer umfangreichen Einleitung für die Basis. In einem beein-druckenden Essay von Hans J. Wulff geht es dann um biogra-phisches und dargestelltes Alter („Von alten Helden und alten Schauspielern“). Anja Hartung beschäftigt sich in ihrem Text mit Variationen und Spielarten der späten Liebe im zeitgenössischen Film. Zwei Beiträge sind englischsprachig: Pamela Gravagne erinnert an die Filme HOPE SPRINGS von David Frankel und AUTUMN SPRING von Vladimir Michálek, Aagje Swinnen an den Comic „The Wandering Streams“ von Pascal Rabaté. Lena Eckert und Silke Martin analysieren verschiedene Filme, in denen Altersbegehren gezeigt wird, darunter AMOUR von Michael Haneke und IRINA PALM von Sam Garbarski. Drei Texte sind dem Thema Demenz im Film gewidmet: Henriette Herwig schreibt über Demenz im Spielfilm, Robin Curtis über Demenz im Dokumentarfilm, Elisabeth Scherer und Christian Tagsold über Altersdemenz im japanischen Film am Beispiel von PECOROSS’ MOTHER AND HER DAYS von Morisaki Azuma. Bei Anita Wohlmann geht es um generationsübergreifende und interkulturelle Erfahrungs-räume in den Filmen LOST IN TRANSLATION von Sofia Coppola und KIRSCHBLÜTEN – HANAMI von Doris Dörrie. Alina Gierke und Maike Rettmann beobachten das Leben in Alters-WGs in den Filmen ET SI ON VIVAIT TOUS ENSEMBLE? von Stéphane Robelin und WIR SIND DIE NEUEN von Ralf Westhoff. Mara Stuhlfauth-Trabert und Florian Trabert referieren über den Film ICH WILL DICH von Anna Ditges, der die letzten Lebensjahre von Hilde Domin dokumentiert. Thomas Küpper konzentriert seinen Beitrag auf den Film ABOUT SCHMIDT von Alexander Payne mit Jack Nicholson. Zwei Beiträge am Ende des Bandes thematisieren die Demenz auf der Bühne. Wenige Abbildungen in akzeptabler Qualität. Interessante Lektüre, vor allem für ältere Menschen. Coverfoto: ET SI ON VIVAIT TOUS ENSEMBLE? Mehr zum Buch: alte-im-film-und-auf-der-buehne?c=738

Weltliteratur des Kinos

2016.Weltliteratur des KinosElf Texte über die Verfilmung sehr unterschiedlicher litera-rischer Werke. Die Vorlagen stammen von Molière, Hein-rich Mann, Maupassant, Steinbeck, Shakespeare, Kleist, László Krasznahorka, Schnitzler, Goethe, Philip Roth und Jonathan Glazer. Die für die Verfilmung verantwort-lichen Regisseure waren F. W. Murnau, Josef von Sternberg, Jean Renoir, John Ford, Akira Kurosawa, Eric Rohmer, Béla Tarr, Stanley Kubrick, Paolo und Vittorio Taviani, Robert Benton und Michel Faber. Die Filme heißen HERR TARTÜFF (1925) mit Emil Jannings, DER BLAUE ENGEL (1930) mit Marlene Dietrich und Emil Jannings, PARTIE DE CAMPAGNE (1936), GRAPES OF WRATH (1940) mit Henry Fonda, DAS SCHLOSS IM SPINNWEBWALD (1957) mit Toshiro Mifune, DIE MARQUISE VON O. (1976) mit Edith Clever und Bruno Ganz, SATANSTANGO (1994), EYES WIDE SHUT (1996-99) mit Nicole Kidman und Tom Cruise, LE AFFINITÀ ELETTIVE (1996) mit Isabelle Huppert, THE HUMAN STAINE (2003) mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman und UNDER THE SKIN (2013) mit Scarlett Johansson. Die Texte, in denen literarische Vorlage und Film verglichen werden, wurden von Judith Ellenbürger (Hamburg), Andrea Bartl (Bamberg), Daniel Illger (Berlin/Zürich), Georgina Banita (Bamberg), Johannes Weber (Bamberg), Elisabeth K. Paefgen (Berlin), Jörn Glasenapp (Bamberg), Kay Kirchmann (Konstanz), Felix Lenz (Bamberg), Lisa Gotto (Köln) und Florian Auerochs (Bamberg/Wien) im Rahmen einer Ringvorlesung vorgetragen, die 2012/13 in Bamberg stattgefunden hat. Natürlich wurden sie für die Publikation überarbeitet. Ihre Lektüre ist spannend, vor allem wenn man die Filme in guter Erinnerung hat. Jeder Text wird mit einer Miniabbildung eingeleitet. Coverfoto: Murnaus HERR TARTÜFF. Mehr zum Buch: 978-3-7705-6050-9.html

Am Set von James Bonds SPECTRE

2016.Spectre klein

 

 

 

 

 

 

In der CWC Gallery in der Berliner Auguststraße ist zurzeit die Foto-ausstellung „Welcome to the World of Anderson & Low“ zu sehen. Die beiden Fotografen Jonathan Anderson und Edwin Low arbeiten seit 25 Jahren zusammen. Im vergangenen Jahr durften sie in den Londoner Pinewood Studios die Drehorte des jüngsten James Bond-Films SPECTRE dokumentieren. Die menschenleeren Sets haben eine eigene Ausstrahlung, die sich auch in der Begleitpublikation zur Ausstellung vermittelt, erschienen bei Hatje Cantz. Die 40 Abbildungen im Querformat erinnern uns an Schauplätze in Mexiko City, London, Marokko, Rom und Tanger, die für den Film große Bedeutung hatten. Mit einem Vorwort des Regisseurs Sam Mendes und einem Essay des Medientheoretikers Scott Bukatman (Stanford University). In der Ausstellung sind insgesamt rund 100 Fotos verschiedener Werkserien von Anderson & Low zu sehen, sie ist bis 27. August geöffnet. Mehr zum Buch: anderson-und-low-6929-0.html

Frauenfiguren des zeitgenössischen Mainstreamfilms

2016.FrauenfigurenEine Dissertation, die an der Universität Leipzig entstanden ist. Alice Fleischmann unter-sucht in ihrer Arbeit – vierzig Jahre nach Laura Mulveys großem Essay „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ – , ob es in den stereotypisierenden Tendenzen des Hollywood-Kinos Veränderungen gegeben hat. Ihr filmischer Quellenkorpus sind 165 Filme aus den Jahren 2000 bis 2011. 51 Filme davon, beginnend mit X-MEN (2000), endend mit BRAUTALARM (2011), unterzieht sie einer hermeneutische Textinterpretation. Sie ist dabei auf der Suche nach Heimchen am Herd, Hilfsbedürftigen („Jungfrauen in Nöten“), Dreamgirls, Women in the Fridge, Actionheldinnen, Femme fatales und anderen ambivalenten Figuren, übernatürlich Bösen, Mad Women und echten Bösen. Die jeweiligen Anteile sind tabellarisch erfasst. An einer Fragebogenaktion übers Internet nahmen 2014 insgesamt 656 Personen teil. Die Datensätze von 509 Teilnehmer_innen konnten korrekt ausgewertet werden, 288 davon waren weiblichen, 204 männlichen Geschlechts und 3 transgender, 11 machten keine entsprechenden Angaben. Gefragt wurde vor allem nach Kriterien für die Filmauswahl beim Kinobesuch, Identifikationen mit Filmcharakteren, Bewertungen der Charaktere und Sexismus. Im Ergebnis stellt die Autorin fest, dass vom Publikum die Implementation starker weiblicher Charaktere durchaus gewünscht würde, dies aber der „Männerclub“ in Hollywood nicht realisiert. Im zeitgenössischen Mainstreamkino überwiegen weiterhin die vorhandenen Stereotype. Die Untersuchung von Alice Fleischmann ist aus meiner Sicht wissenschaftlich abgesichert und gut dokumentiert. In der Publikation wird auf Filmabbildungen verzichtet, es gibt 125 Grafiken und Tabellen. Der Anhang dokumentiert die Filmauswahl, die Filmfinanzen, die Rollenbilder und Charaktere der Inhaltsanalyse und den Text des Fragebogens. Das Literaturverzeichnis ist umfangreich. Mit einem Geleitwort des Doktorvaters Juniorprofessor Dr. Florian Mundhenke. Mehr zum Buch: www.springer.com/de/book/9783658114831

GIFT IM ZOO (1951)

2016.DVD.Gift im ZooEin Kriminalfilm aus den frühen 1950er Jahren. Im Hamburger Tierpark Hagenbeck steht der Direktor Rettberg (Carl Raddatz) unter Druck, weil in den letzten Wochen mehrere Tiere vergiftet wurden. Als Rettberg bei der Operation eines Rhinozerosses verletzt wird und drei Wochen im Krankenhaus liegt, übernimmt der Verwalter Oskar Beck (Ernst Schröder) die Leitung – und es gibt plötzlich keine toten Tiere mehr. Ein mit Rettberg befreundeter Kriminalrat und die kurzzeitig im Zoo arbeitende Dompteuse Vera (Irene von Meyendorff) finden den Schuldigen. Die Atmosphäre im Tiergarten ist liebevoll beobachtet und hat auch komische Momente, das Finale ist effektvoll in Szene gesetzt, die Schwarzweißaufnahmen von Ekkehard Kyrath haben eigene Qualitäten. Auch wenn man als Zuschauer den Täter früh erkennt, gibt es in den 80 Minuten viele Überraschungen. Ursprünglich sollte Wolfgang Staudte bei diesem Film Regie führen, aber nach einer Woche Drehzeit brach er die Arbeit ab, weil das Bundesinnenministerium von ihm verlangte, nie wieder für die ostdeutsche DEFA tätig zu sein; anderenfalls wollte das Ministerium nicht die für eine Produktion notwendige Ausfallbürgschaft übernehmen. Eine solche Erklärung lehnte Staudte damals ab. Die Regie übernahm dann Hans Müller, der drei Jahre später den DEFA-Film CAROLA LAMBERTI – EINE VOM ZIRKUS mit Henny Porten drehte. GIFT IM ZOO ist jetzt bei den Filmjuwelen als DVD erschienen. Die Bildqualität ist akzeptabel. Das Booklet stammt von Oliver Bayan; es ist in den Fakten informativ, aber der Autor benutzt zu oft das Wort „Streifen“ für Film. Mehr zur DVD: %22filmjuwelen%22

Und nach dem Holocaust?

2016.Und nach dem Holocaust?Eine Dissertation, die an der Universität Hamburg entstan-den ist. Lea Wohl von Hasel-berg untersucht darin jüdische Spielfilmfiguren im (west-) deutschen Film und Fernsehen nach 1945. Die Autorin hat dafür einen Korpus von rund 150 Kino- und Fernsehfilmen, Fernseh-spielen und Serien aus der Zeit zwischen 1949 und 2015 ermittelt, in denen Jüdinnen und Juden als Haupt- oder Neben-figuren präsent sind und deren Plot nach 1945 spielt. Die Kodierung von „Jewishness“ wird dabei entziffert durch die Einführung einer Figur als jüdisch, durch Rollenbesetzung und paratextuelle Kodierungen, durch Orte und Dinge (Friedhöfe, Judaica, Essen), durch jüdische Namen, Geschlechterkonstruktionen, jüdischen Witz und Humor und durch auditive Kodierungen (Musik, Sprechweise). Eine Typologie jüdischer Filmfiguren bildet den Hauptteil des Buches (rund 170 Seiten). Besonders ausführlich werden die folgenden Filme behandelt: DER RUF (1949) von Josef von Baky, ZEUGIN AUS DER HÖLLE (1967) von Zica Mitrovic, IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN (1978) und DIE SEHNSUCHT DER VEROIKA VOSS (1982) von Rainer Werner Fassbinder, DER PASSAGIER – WELCOME TO GERMANY (1988) von Thomas Brasch, DER ROSENGARTEN (1989) von Fons Rademakers, BRONSTEINS KINDER (1991) von Jerzy Kawalerowicz, MESCHUGGE (1998) von Dani Levy, ROSENZWEIGS FREIHEIT (1998) von Liliane Targownik, SCHALOM MEINE LIEBE (1998) von Josef Rödl, GEBÜRTIG (2002) von Lukas Stepanik, LIEBE UNTER VERDACHT (2002) von Jorgo Papavassilou, SUPERTEX (2003) von Jan Schütte, ALLES AUF ZUCKER (2005) von Dani Levy, EIN GANZ GEWÖHNLICHER JUDE (2005) von Oliver Hirschbiegel, ZORES (2006) von Anja Jacobs, DIE GÄRTEN DES RABBINERS (2008) von Wolfgang F. Herschel, SO EIN SCHLAMASSEL (2009) von Dirk Regel und IM ANGESICHT DES VERBRECHENS (2010) von Dominik Graf, aber auch Serien wie die LINDENSTRASSE und einzelne Folgen des TATORTS. Die Autorin hat hervorragende Arbeit geleistet. Der Anhang enthält eine Filmografie mit Synopsen. Zahlreiche, teils farbige Abbildungen in sehr guter Qualität. Mehr zum Buch: und-nach-dem-holocaust/

Jenseits der Frontlinien

2016.Jenseits der FrontlinienAusgangspunkt für diese Publi-kation war ein Symposium an der HFF München, veranstaltet im Rahmen des Ergänzungs-studienganges Theater-, Film- und Fernsehkritik, der von C. Bernd Sucher geleitet wird. Zwölf Beiträge öffnen den Blick auf den israelischen Film in den vergangenen zehn Jahren, der in dieser Zeit internationale Bedeutung gewonnen hat. Richard Chaim Schneider informiert über den Aufschwung des israelischen Kinos. Im umfangreichsten Beitrag setzt sich der israelische Filmkritiker Shmulik Duvdevani mit den Themen Ethik und Verantwortung in dem Film WALTZ WITH BASHIR von Ari Folman auseinander. Benedikt Frank und Artur Senger gehen der Frage nach, wie israelische Kriegsfilme ihren Gegenstand be- und ergründen. Fritz Göttler beschäftigt sich mit dem Problem, wie das israelische Kino erzählen lernt zwischen Problem- und Genrefilmen. Anna Steinbauer und Nicolas Freund haben ein Gespräch mit der Filmwissenschaft­lerin Noa Regev geführt, Julia Weigl und Quirin Brunnmeier redeten mit fünf jungen israelischen Filmemacher/innen. In einem kurzen Text von Brunnmeier geht es dann um den ersten israelischen Zombiefilm CANNON FODDER von Eitan Gafny. Zwei weitere Beiträge stammen von Anna Steinbauer, sie handeln von der Sterbehilfe-Komödie THE FAREWELL PARTY und der schwierigen Beziehung zwischen Pornografie und Holocaust. Antonia Mahler entdeckt, wie ein israelischer (BETHLEHEM) und ein palästinensischer Film (OMAR) dieselbe Geschichte sehr unterschiedlich erzählen. Britta Schönhütl untersucht Familiengeschichten in den Dokumentarfilmen THE FLAT und LIFE IN STILLS. Julia Weigl referiert im letzten Text über Tanz und Musik als interkulturelle Annäherung. Ein interessanter Band mit Abbildungen in bester Qualität. Coverfoto: WALTZ WITH BASHIR. Mehr zum Buch: 35&products_id=492

Quentin Tarantino

2016.TarantinoZehn Texte, die sich mit der Gewalt in Quentin Tarantinos Filmen beschäftigen, mit ihren partiell auch komischen Elementen und mit den Ein-flüssen zum Beispiel auf den Hindi-Gangsterfilm und Lady Gagas Videos. Vom Haupt-herausgeber Christian Hoffstadt stammen einige einführende Gedanken zu Komik und Gewalt in Tarantions Filmen. Tanja Prokic untersucht die Inter-medialität von Tarantino als ästhetische Strategie. Zwei Beiträge widmen sich dem Film INGLORIOUS BASTERDS: Bei Marcus Lachmund geht es um die Komik und Gewalt im Vergleich zu seinen vorangegangenen Filmen, bei Nils Bothmann um gebrochene Versprechen, generische Kontexte und ironische Auseinandersetzung mit den Titelfiguren. Björn Sonnenberg-Schrank positioniert JACKIE BROWN zwischen Literaturverfilmung und Blaxploitation. Fabian Gratzla interpretiert DJANGO UNCHAINED als komisch-brutalen amerikanischen Neo-Italo-Western. Martina Matuschik konstatiert im Blick auf KILL BILL die Überschreitung mehrerer Grenzen im Blick auf Frauen und Gewalt. Stefan Udelhofe reist mit Tarantino durch Los Angeles und Delhi und sieht die Einflüsse auf den aktuellen Hindi-Gangsterfilm. Simon Rehbach macht Anmerkungen zur Adaption von Tarantinos Filmsprache in Lady Gagas Musikvideo TELEPHONE. Alle Beiträge erweitern den Blick auf das Werk von Quentin Tarantino. Mit Abbildungen und Quellenhinweisen. Mehr zum Buch: Komik-Katharsis-und-Gewalt