„Selbstverfickung“ von Oskar Roehler

Seinen Film DIE UNBERÜHR-BARE (2000) finde ich heraus-ragend, seine Romane „Her-kunft“ und „Mein Leben als Affenarsch“ habe ich mit Gewinn gelesen. Oskar Roehler (*1959) ist ein interessanter Autor und Filmemacher. Eigene Lebens-erfahrungen sind immer spürbar. Sein neuer Roman „Selbstver-fickung“ erzählt die Geschichte des knapp sechzigjährigen Filmregisseurs Gregor Samsa, der keine Lust mehr hat, Filme zu drehen, viel Zeit im Puff verbringt und schlecht schlafen kann, oder, im O-Ton Roehler: „Er war ein als Enfant terrible getarnter staatlich subventionierter Filmbeamter, der sehr gut bezahlt wurde.“ Er nimmt seinen Bedeutungsverlust als Künstler zur Kenntnis: „Früher war mein Kopf voll und mein Bankkonto leer. Heute ist es umgekehrt.“ Während Gregor Berlin durchquert, zwischen Charlotten-burg und dem Alexanderplatz Geschäfte, Restaurants und Bordelle besucht, erinnert er sich an die Arbeit an seinen Filmen, an die Streitigkeiten mit dem Schauspieler Sebastian Held, mit der Schauspielerin Konstanze Lüders, mit dem Produktionsleiter, der ihm keine Schlaftabletten besorgt hat, mit dem Regieassistenten, der alles besser weiß. Es gibt viele schöne Momente in diesem Roman: den Kauf einer Matratze in der Lietzenburger Straße, die Übertragung vom Deutschen Filmpreis, die Erinnerung an den Film FIEBER IM BLUT von Elia Kazan, die literarischen Reminiszenzen an Edgar Allan Poe, „Moby Dick“ und „Krieg und Frieden“. Aber im zweiten Teil überwiegen die Redundanzen, und weder die lange Suche nach der Prostituierten Grete aus Litauen noch die diversen Kehrtwendungen beim Aidstest haben dramaturgische Qualitäten. Am Anfang spielt „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann eine große Rolle, am Ende „Die Verwandlung“ von Franz Kafka. Literarisch ist Roehler davon natürlich weit entfernt. Einen „Wutmonolog“ nennt David Steinitz in seiner lesenswerten Rezension in der Süddeutschen Zeitung (8.9.17) das Buch. Nur Gregor Samsas Tochter übersteht unversehrt alle Konflikte. Mehr zum Buch: 9783550050138.html

Moving History

Heute Abend wird in Potsdam das erste Festival des histori-schen Films eröffnet. Es werden dort dokumentarische und fiktionale Filme aus Vergan-genheit und Gegenwart gezeigt, es gibt Werkstattgespräche, eine Masterclass und ein Sympo-sium. Zentrales Thema sind in diesem Jahr die filmische Wahrnehmung der studenti-schen Proteste im Juni 1967 und die daraus hervorgegangene RAF. So stehen die Filme DER POLIZEISTAATSBESUCH (1967) von Roman Brodmann, TÄTOWIERUNG (1967) von Johannes Schaaf, BRANDSTIFTER (1969) von Klaus Lemke, (1978), DIE BLEIERNE ZEIT (1981) von Margarethe von Trotta, FRITZ TEUFEL ODER WARUM HABEN SIE NICHT GESCHOSSEN? (1981) von Hans-Dieter Grabe, DIE TERRORISTEN (1992) von Philip Gröning, DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (2000) von Volker Schlöndorff, STARBUCK HOLGER MEINS (2001) von Gerd Conrad, SCHLEYER – EINE DEUTSCHE GESCHICHTE (2003) von Lutz Hachmeister und WER WENN NICHT WIR (2011) von Andres Veiel auf dem Programm. Viele der genannten Filmemacher sind zu Gesprächen vor Ort. In einer Preview wird der neue „Tatort“ von Dominik Graf gezeigt: DER ROTE SCHATTEN. Schirmherrin der Veranstaltung ist Margarethe von Trotta. In der Eröffnungs-veranstaltung heute Abend wird erstmals der „Clio“ für den besten Film zu einem historischen Thema verliehen. Mehr zum Festival: moving-history-2017.pdf

Äther und Information

„Die mathematisch-physi-kalischen Konzepte des Äthers und der Information stellen die beiden großen theoretischen Rahmen-programme dar, aus denen unsere heutige, hochtech-nologische ‚Medienland-schaft’ hervorging.“ Martin Donner gibt in seiner sehr informativen Abhandlung zunächst einen Überblick über die Äthertheorien und den Informationsbegriff, widmet sich dann den Bereichen Dekonstruk-tionen/Rekonstruktionen und richtet schließlich den Blick auf symbolische, zeitliche und ontologische Verschränkungen. Ein sachkundiger Beitrag aus wissenschaftlicher Perspektive zu einigen Zusammenhängen unserer Informationsgesellschaft. Mit grafischen Abbildungen und umfangreicher Literaturliste, erschienen im Kadmos Verlag. Mehr zum Buch: aether-und-information.html

DIE DREIGROSCHENOPER (1963)

Als G. W. Pabst 1931 „Die Drei-groschenoper“ von Bert Brecht und Kurt Weill verfilmte, kam es zu juristischen Konflikten, weil Autor und Komponist mit der gewählten Form nicht einver-standen waren; man einigte sich in einem Vergleich. Als der Produzent Kurt Ullrich 1958 den Plan fasste, ein Remake zu rea-lisieren, hatte er es nicht mehr mit Brecht und Weill, sondern mit ihren Witwen, mit Helene Weigel und Lotte Lenya zu tun. Er zahlte 80.000 $. Aber es dauerte fünf Jahre, bis die Zweitverfilmung in die Kinos kam. Mit über fünf Millionen DM war es der bis dahin kostspieligste deutsche Nachkriegsfilm. Ulrich hätte gern Helmut Käutner als Regisseur gehabt, aber der sagte nach ersten Konzeptüberlegungen ab. Auch der Mauerbau 1961 führte zu Verzögerungen, weil Brecht im Westen zunächst persona non grata wurde. Im Spiegel 45/1962 konnte man eine bestens recherchierte Produktionsgeschichte lesen. Am Ende übernahm Wolfgang Staudte die Regie, entschied sich für eine relativ konventionelle Musical-Form und hatte ein Ensemble internationaler Schauspieler/innen zur Verfügung. Curd Jürgens war Mackie Messer, Hildegard Knef die Spelunken-Jenny, Gert Fröbe der alte Peachum, Hilde Hildebrand seine Frau Cella, June Ritchie seine Tochter Polly, Lino Ventura der Polizeichef von London, Walter Giller der Bettler Filch und Sammy Davis jr. der Moritatensänger. Bei den Filmjuwelen ist jetzt eine DVD des Films zu sehen, die man mit Vergnügen sehen kann. Interessant ist die Farbgestaltung, die den Bühnencharakter betont. Für die Ausstattung war Hein Heckroth verantwortlich, die Kamera führte der Franzose Roger Fellous. Zum DVD-Material gehört ein informatives Booklet von Roland Mörchen. Mehr zur DVD: Curd-Jürgens/dp/B01HJ1IMJ8

Spiegelungen

„Spiegel in Filmeinstellun-gen bringen eine veränderte Perspektivität in das Bild. Oft reflektieren sie den Selbst-bezug von Personen der Handlung, in denen angesichts ihres Spiegel-bildes innere Vorgänge stattfinden, die stark betont werden.“ (S. 201). Jörg Becker beschreibt in seiner Passage durch die interna-tionale Filmgeschichte in 33 kleinen Kapiteln Momente, in denen Spiegel im Bild eine Bedeutung haben, beginnend mit SEVEN YEARS BAD LUCK (1916) von Max Linder, endend mit THE PROGRAM (2015) von Stephen Frears. Die Reihenfolge ist weitgehend chronologisch, meist ist es ein Film, auf den sich der Text konzentriert. Zwölf Kapitel haben mir besonders gut gefallen: sie beschäftigen sich mit Murnaus DER LETZTE MANN („Spiegelorte der Identifizierung und Beschämung“), E. A. Duponts VARIETÉ („Triebbilder“), drei Filmen mit Peter Lorre (THE FACE BEHIND THE MASK, DER VERLORENE, M – „Ein Gesicht im Spiegel“), Fritz Langs THE WOMAN IN THE WINDOW („Erwachen als Rettung“), Robert Siodmaks THE DARK MIRROR („Zwillings-Spiegelungen“), Ingmar Bergmans SOMMARLEK („Kunst versus irdisches Glück“), Max Ophüls’ MADAME DE… („Eine Liebesgeschichte als Tanz im Universum der Spiegel“), zwei Filmen von Douglas Sirk (ALL THAT HEAVEN ALLOWS, WRITTEN IN THE WIND – „Aufnahmefiguren mit Spiegeln“), noch einem Film von Douglas Sirk (WRITTEN IN THE WIND – „Spiegel des Schauspiels zwischen Lüge und Wahrheit“), Gerhard Kleins BERLIN UM DIE ECKE („Eine Frage des Charakters“), Jean-Pierre Melvilles LE SAMURAI („Ritual einer Prüfung“), Alexander Kluges DIE PATRIOTIN („Projektion der Einbildungskraft und Einssein im Nebeneinander“) und Christian Petzolds PHÖNIX („Erschrecken beim eigenen Anblick“). Beckers Texte sind exzellent in der Bildbeschreibung. Natürlich ist seine Filmauswahl subjektiv. Mir fehlen zum Beispiel SOLO SUNNY von Konrad Wolf und LOLA von Rainer Werner Fassbinder. Aber jeder hat seine eigenen Erinnerungen, und genau die werden durch so ein Buch aktiviert. Mit (leider nur) sechs Abbildungen. Coverfoto: POLIZEIBERICHT ÜBERFALL (1928). Band 16 der interessanten Buchreihe „Filit“, herausgegeben von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen. Mehr zum Buch: book/detail/915

Harun Farocki

Gestern wurde im Neuen Berliner Kunstverein in der Chausseestraße die Ausstellung „Harun Farocki: Mit anderen Mitteln – By Other Means“ eröffnet. Sie zeigt filminstalla-tive Arbeiten des vor drei Jahren verstorbenen Künstlers, wurde von Marius Babias und Antje Ehmann konzipiert und ist bis zum 28. Januar 2018 zu sehen. Mehr zur Ausstellung: farockiretrospektive.html. Ab morgen findet im Kino Arsenal die erste Retrospektive des filmischen Gesamtwerks von Harun Farocki statt. Mehr als 100 Experimental- und Dokumentarfilme werden in drei Blöcken bis zum 30. November gezeigt; das Programm wird von einer umfangreichen Gesprächsreihe begleitet. Mehr zur Retrospektive: 6814/2796.html. Im Verlag der Buchhandlung König erscheint eine mehrbändige Ausgabe der Schriften von Harun Farocki, beginnend mit dem Fragment seiner Autobiografie: „Zehn, zwanzig, dreißig, vierzig“. Mehr zum Buch: 1571155. Ich kannte Harun seit 1968, als er mit 17 anderen Studenten von der dffb relegiert wurde und im Institut für Publizistik um Asyl bat, wo ich als Assistent beschäftigt war. Ich habe seinen weiteren künstlerischen Weg aufmerksam verfolgt und mich dafür eingesetzt, dass er 2010 Mitglied der Akademie der Künste wurde. Ich freue mich auf die Ausstellung, die Retrospektive und die Publikationen.

Danièle Huillet und Jean-Marie Straub

Heute Abend wird in der Akademie der Künste am Hanseatenweg die Ausstel-lung „Sagen Sie’s den Steinen“ eröffnet. Sie soll eine neue Wahrnehmung der Filme von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub ermöglichen. Sie ist verbunden mit einer Retrospektive, Gesprächen und einem Workshop. Das Gesamtwerk von Straub und Huillet umfasst inzwischen fast fünfzig Filme, einen Teil davon hat Straub nach dem Tod von Huillet (2006) digitalisieren lassen. In der Ausstellung soll vor allem die Bedeutung und der künstlerische Anteil von Huillet als Produzentin, Cutterin und Regieassistentin deutlich gemacht werden. Zu den Gesprächen werden u.a. Peter Kammerer, Renato Berta, Manfred Blank (15.-17.9.) und Peter Nestler (10./11.11.) erwartet. Der Workshop thematisiert speziell die Bedeutung des Komponisten Arnold Schönberg für das Werk von Straub/Huillet. Die Retrospektive findet in der Akademie der Künste, im Kino in der Brotfabrik, im fsk Kino und im Zeughauskino statt. Zur Eröffnung heute Abend sprechen die Präsidentin Jeanine Meerapfel und Alexander Horwath, der Initiator des Projekts. Die Gesamtveranstaltung dauert bis 19. November. Sie wurde vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. Mehr zur Ausstellung und Filmreihe: objectID=57219

Violence and Open Spaces

Zehn interessante Texte über Gewalt und offene Räume im Westernfilm, ausgehend von Thesen des Soziologen Norbert Elias in seinem Buch „Über den Prozess der Zivilisation“ (1939). Die Herausgeberinnen Christa Buschendorf, Stefanie Mueller und Katja Sarkowsky reflektieren in ihrem Einleitungsessay die Veränderungen des Western-genres. Brigitte Georgi-Findlay beschäftigt sich mit symboli-schen Orten im Western. Bei Wibke Schniedermann geht es um die Dramaturgie in TRUE GRIT von Ethan und Joel Coen, bei Jan D. Kucharzewski um die geografischen Konstellationen in NO COUNTRY FÜR OLD MAN von den Coen-Brüdern. Martin Holtz untersucht zwei Western aus der Zeit nach 9/11: OPEN RANGE von Kevin Costner und SERAPHIM FALLS von David Von Ancken. Miriam Strube befasst sich mit der wachsenden Zahl afroamerikanischer Cowboys im Western. Zwei Beiträge richten den Blick auf DJANGO UNCHAINED von Quentin Tarantino: bei Laura Bieger geht es um die Personen, bei Iris-Aya Laemmerhirt um Gewalt und Schauplätze. Stefanie Mueller informiert über die HBO-Serie DEADWOOD und Julia Leyda schreibt über die Serie BREAKING BAD und ihre Bezüge zum Western. Alle Beiträge in englischer Sprache. Band 277 der Reihe „American Studies“, erschienen im Universitätsverlag Winter. Keine Abbildungen. Mehr zum Buch: Violence_and_Open_Spaces/

Dokumentarfilme von Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich

Die Langzeitbeobachtung BERLIN – ECKE BUNDESPLATZ (1986-2012) ist ihr großes Werk; in neun Filmen haben sie die Veränderung eines Viertels in Berlin Wilmersdorf dokumentiert. Detlef Gumm (* 1947, für den Ton zuständig) und Hans-Georg Ullrich (*1942, hinter der Kamera positioniert) arbeiten seit 1972 zusammen, sie haben in ihrer gemeinsamen Firma „Känguruh Film“ weit über 100 Filme realisiert, in denen wir den Alltag von Menschen erleben, ihnen bei der Arbeit und in der Freizeit zuschauen. Vier ausgewählte Filme kann man jetzt auf zwei DVDs sehen, die mit dem Titel „Berlin Ecke Bundes-republik“ bei Absolut Medien erschienen sind. VOM ÜBERSTEHEN DER STÜRME (1980) ist ein 90-Minuten-Film über einen Kaninchen-züchterverein im Ruhrgebiet, der zeigt, wie sich eine Solidaritäts-gemeinschaft über Jahrzehnte erhalten lässt. 1981 vom ZDF gesendet. FRIEDE FREUDE KATZENJAMMER (1991) dokumentiert die Wendezeit in Magdeburg, begleitet den Inhaber eines Steinmetz- und Denkmalpflegebetriebes über mehrere Wochen, beobachtet die Situation der Belegschaft nach der Privatisierung und ist ein Zeitzeugnis des Umbruchs. Ebenfalls 90 Minuten, gesendet vom ZDF 1992. DER KATALOG (1986) erlaubt einen Blick hinter die Kulissen des Versandhauses Otto und zeigt, wie der auflagenstarke Katalog produziert wurde, über den Hans Magnus Enzensberger einst einen viel beachteten Essay verfasst hat. 45 Minuten, 1987 vom ZDF gesendet. NOCH MAL DAVONGEKOMMEN (1997/98) ist ein Porträt des Stadtführers Uwe Scheddin, der Bildungsbürgern Berlin zeigt und Einblick in seine Stasi-Akte nimmt. 90 Minuten, 1999 vom WDR gesendet. Zum Bonus-Material gehört der Beitrag GESCHICHTEN VOM ALLTAG – HOTELS UND GASTSTÄTTEN (1974), in dem ein Bierkutscher, eine Striptease-Tänzerin, eine Hausdame, ein Oberkellner und eine Würstchenverkäuferin porträtiert werden; 23 Minuten, gesendet vom WDR. Klaudia Wick hat die Filme ausgewählt und das sehr informative Booklet redaktionell betreut. Erschienen in der Reihe „Die großen Dokumentaristen“ und unbedingt zu empfehlen. Mehr zur DVD: Berlin+-+Ecke+Bundesrepublik

Personen beschreiben, Leben erzählen

Georg Stefan Troller (*1921) lebt seit 1949 in Paris, er wurde bekannt mit der ARD-Reihe PARISER JOURNAL in den 60er Jahren und berühmt mit der ZDF-Reihe PERSONEN-BESCHREIBUNG, von der zwischen 1972 und 1993 siebzig Folgen ausgestrahlt wurden. Hans-Dieter Grabe (*1937) war von 1963 bis 2002 Redakteur beim ZDF und hat für den Sender rund sechzig Dokumentarfilme realisiert; es ging bei ihm immer um gesellschaftspolitische Themen. Christian Hißnauer widmet den Fernsehporträts von Troller und Grabe eine 200-Seiten-Publikation, in der die wenigen Gemeinsamkeiten und die vielen Unterschiede ihrer Arbeit beschrieben werden. Der Autor ist mit dem Werk seiner beiden Protagonisten bestens vertraut. Er widmet sich zunächst auf siebzig Seiten dem Leben und den Filmen von Troller, ihren stilistischen Elementen, ihren Themen und ihrer Subjektivität. Dann wird auf hundert Seiten das Werk von Grabe analysiert, die Interviewführung und dramaturgische Gestaltung, die selbstbewusste Reduktion der Mittel, der Weg von der Momentaufnahme zur Langzeitbeobachtung. Im Resümee heißt es: „Während Troller verhört, provoziert und Be- oder Erkenntnisse einfordert, die eine rationale Auseinandersetzung der Protagonisten mit sich selbst erfordern, und dabei zumeist auf kurze und schnelle Fragen bzw. Antworten setzt, geht es Grabe eher darum, dem Zuschauer ein Erlebnis nachvollziehbar zu machen,. Daher setzt er stärker auf eine Affizierung des Publikums (die jedoch nicht in ein unkritisches Mitleiden ausarten soll). Er braucht daher die langen, erzählerischen Antworten, die (emotionalen) Erlebnisberichte seiner Protagonisten.“ (S. 194). Das Buch fügt sich gut in die bereits vorhandene Literatur über Troller und Grabe ein. Mehr zum Buch: book/9783658173166