Film Noir: THE GLASS KEY / CASBAH

2016.DVD.Gläserne SchlüsselDie Collection Film Noir von Koch Media wird kontinuierlich fortgesetzt. Gerade sind die Nummern 22 und 23 erschienen. THE GLASS KEY (1942) von Stuart Heisler nach dem Roman von Dashiell Hammett erzählt die Geschichte des korrupten Politikers Paul Madvig (gespielt von Brian Donlevy), der sich in Janet Henry (Veronica Lake), die Tochter des Senators Ralph Henry verliebt. Madvigs Freund und Berater ist Ed Beaumont (Alan Ladd), der Intrigen und Doppelspiel der handelnden Personen durchschaut, sich dadurch angreifbar macht, in die Hände von Gangstern gerät, schwer verletzt entkommen kann, seinen Freund Madvig von einem Mordverdacht entlastet und am Ende Janet als Lebensgefährtin gewinnt, die ihn von Anfang an geliebt hat. THE GLASS KEY hat komische und brutale Momente, die Darsteller – vor allem Alan Ladd und Veronica Lake – sind beeindruckend. Für die Kameraführung war Theodor Sparkuhl verantwortlich. In Deutschland kam der Film nie in die Kinos, er wurde 1977 erstmals im Fernsehen gezeigt. Für die DVD wurde der Film jetzt digital überarbeitet. Zu den Extras gehören eine Einführung des Filmkritikers Ben Mankiewicz, 3-Minuten-Beiträge von Eddie Muller über Dashiel Hammett und über Lake und Ladd. Das sehr informative Booklet stammt von Frank Arnold.

2016.DVD.CasbahCASBAH (1947/48) von John Berry erzählt die Geschichte des Juwelendiebes Pepe le Moko (gespielt von Tony Martin) in Algier, der von den Bewohnern des alten Viertels wie ein Volksheld verehrt wird und für die Polizei schwer zu fassen ist. Den Auftrag, Pepe hinter Gitter zu bringen, hat Inspektor Slimane (Peter Lorre), der vom neuen Polizeipräfekten in dieser Sache hart bedrängt wird. Slimane nimmt die Hilfe eines einstigen Komplizen von Pepe in Anspruch und ist am Ende erfolgreich, weil zwei Frauen – die eine aus Eifersucht, die andere aus Liebe – Pepe ins Verderben führen. Er wird auf dem Flughafen erschossen, während die von ihm geliebte Gaby (Marta Toren) traurig, aber nichtsahnend nach Paris fliegt. Das Ende des Films erinnert durch die Flughafenatmosphäre an CASABLANCA. CASBAH entstand nach einem Roman von Henri La Barthe, der bereits zweimal zuvor verfilmt worden war: 1936 von Julien Duvivier (PÉPÉ LE MOKO mit Jean Gabin) und 1938 von John Cromwell (ALGIERS mit Charles Boyers). Ich hatte den Film mit Peter Lorre bisher nicht gesehen, er hat mir, insbesondere wegen der Schauspieler, zu denen auch Yvonne de Carlo als Tabakhändlerin und erste Geliebte von Pepe gehört, gut gefallen. Die DVD enthält die deutsche Fassung (82 Minuten) und die amerikanische Originalfassung (89 Minuten). Das Booklet mit vielen detaillierten Fakten stammt wieder von Frank Arnold. Mehr zu den DVDs: FILM&page=0&id=1015333 / FILM&page=1&id=1015334

Hollywood Style von A bis Z

2016.Hollywood StyleIn diesem kleinen, schönen Buch geht es um Mode, Glanz und Glamour, von A (Acces-soires) bis Z (Zylinder). Zu jedem Begriff findet man ein paar Zitate von Filmikonen, zum Beispiel zum Wort „Alter“: „Wir werden alle älter. Außer Cary Grant.“ (Grace Kelly) oder „Wenn dir die Leute sagen, wie jung du aussiehst, sagen sie dir eigentlich, wie alt du bist.“ (Cary Grant). So werden 120 Begriffe auf originelle Weise aufge-fächert. Bei vielen handelt es sich um Kleidung: Anzug, Ausschnitt, Bias-Cut, Dessous, Gewänder, Halstücher, Handschuhe, Hosen, Hüte, Jeans, Kleider, das Kleine Schwarze, Reißverschlüsse, Schuhe, Stoffe, Trenchcoat, Unterwäsche. Aber es kommen auch Begriffe zur Sprache wie Anmut, Blond, Charisma, Eitelkeit, Eleganz, Farbe, Gewicht, Glamour, Haare, Individualität, Jugend, Juwelen, Körperpflege, Make-up, Parfüm, Schönheit, Stil, Understatement. Eigene Kapitel heißen „Hollywoods Einfluss auf die Mode“ und „Filme, die Mode beeinflusst haben“. Mit vielen Abbildungen von Hollywood-Stars. Der Band erschien zuerst zur Kostüm-Ausstellung des Victoria and Albert Museums in London 2012 und wurde jetzt für die Eden Books ins Deutsche übersetzt. Mehr zum Buch: hollywood-style-von-a-bis-z/

50 Jahre Filmmusik

2016.50 Jahre FilmmusikPeter M. Gotthardt (*1941) hat für mehr als 500 Filme die Musik komponiert, darunter waren DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA, IKARUS und SIEBEN SOMMERSPROSSEN. Dieses Lebenswerk wird jetzt in einem Buch erschlossen, das Klaus-Dieter Felsmann im Verlag Ries & Erler herausge-geben hat. Der erste Teil enthält Texte von Wolfgang Thiel, Peter Rabenalt und Denis Newiak über Film-kompositionen von Gotthardt. Im zweiten Teil erinnern sich Wegbegleiter wie Winfried Junge, Horst Claus, Rainer Rother, Dieter B. Herrmann, Ingo Langner, Gunter Friedrich, Ron Schlesinger, Klausjörg Herrmann, Jochen Meusel und Konrad Herrmann an die Zusammenarbeit mit Gotthardt. Ein langes Gespräch von Felsmann mit Gotthardt leitet das Kapitel ein, Bildimpressionen schließen es ab. Im dritten Teil sind elf Texte von Gotthardt dokumentiert, die in schwer zugänglichen Publikationen erschienen sind oder für den vorliegenden Band verfasst wurden. Notate von Wolfram Heicking, Angel Parra, Philipp Stiasny und Jürgen Haase ergänzen die Erinnerungen der Wegbegleiter. Miniaturen von Gotthardt und eine Filmografie schließen den Band ab, der seinem Anspruch, einen profilierten Künstler zu würdigen, sehr gerecht wird. Mehr zum Buch: 8488ae6e559e

Jean-Marie Straub & Danièle Huillet

2016.Straub:Huillet1971 erschien das Buch „Straub“ von Richard Roud, 1995 „Land-scape of Resistance“ von Barton Byg, 2004 „The Art of Seeing, the Art of Listening“ von Ursula Böser. Zeit für ein neues Buch über Jean-Marie Straub und Danièle Huillet in englischer Sprache, das jetzt bei Synema in Wien erschienen ist, heraus-gegeben von Ted Fendt, unter-stützt durch das Österreichische Filmmuseum und das Goethe-Institut. Fünf Teile strukturieren die Publikation. Den ersten Teil dominiert ein herausragender Essay über das Gesamtwerk von Straub-Huillet von Claudia Pummer, Dozentin an der Universität von Hawaii. Mit großer Sensibilität und genauer Wahrnehmung der komplexen Bezüge zu Musik und Literatur bewältigt sie ihre Aufgabe auf 90 Seiten; zahlreiche Abbildungen konkretisieren den Text. Im zweiten Teil geht es um die beiden Arnold Schönberg-Filme MOSES UND ARON und VON HEUTE AUF MORGEN: mit Fotos vom Set, einem Gespräch von Huillet und Straub mit François Albera und Gedanken & Erinnerungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Drei kürzere Texte von John Gianvito, Harun Farocki und Jean-Pierre Gorin fügen sich dann zu einer kollegialen Hommage. Im vierten Teil verlagert sich der Schauplatz nach Amerika: wir sehen faksimilierte Dokumente aus den Jahren 1969-1987 über Aufenthalte und Vorführungen ihrer Filme in New York, Ted Fendt informiert sehr präzise über den Vertrieb und die Rezeption der Filme in der englischsprachigen Welt, und Barbara Ulrich beschreibt die Vorbereitung einer Amerikatour 2016/17 auch unter technischen Aspekten. Vorbildlich ist im letzten Teil die Filmografie 1962-2015, die auch genaue Beschreibungen der Credits auf den Filmbildern enthält. Eine kurze Bibliografie englischsprachiger Texte über Straub-Huillet schließt den Band ab. Auch drucktechnisch ist diese Publikation – wie immer bei Synema – von hoher Qualität. Mehr zum Buch: 123462&rel=de&ss1=y

Film Bild Kunst

2016.Film Bild Kunst2009 hat Jörg Schweinitz am Seminar für Film-wissenschaft der Universität Zürich ein Forschungs-netzwerk zur Ästhetik des vorklassischen Stummfilms initiiert. In jedem Semester fand seit 2010 ein „Early Cinema Collo-quium“ statt, und es wurden mehre-re Dissertations-projekte in Angriff genommen, die inzwischen weit-gehend abge-schlossen sind. Die Publikationen dürfen wir ab dem Sommer erwarten. Das Buch „Film Bild Kunst“, herausgegeben von Jörg Schweinitz und Daniel Wiegand, bereitet uns darauf vor. Es enthält elf Essays, die sich alle auf hohem Niveau mit der visuellen Ästhetik des vorklassischen Stumm-films beschäftigen. Bei Kristina Köhler geht es um „Bildbewegungen des Kinos um 1910 zwischen Geste und Vibration“, sie analysiert vor allem den Film NEPTUNE’S DAUGHTER (1914) von Herbert Brenon. Mattia Lento porträtiert die italienische Schauspielerin Lydia Borelli, die auf der Bühne und im Film präsent war. Daniel Wiegand widmet seinen Text der zentralen Idee des „schönen Filmbildes“, das oft in der Form von tableaux vivantes zur Kinoattraktion wurde. Valentine Robert richtet das Augenmerk auf die ersten Historienfilme und hat erstaunlich viele filmische Adaptionen des Gemäldes „Les dernières cartouches“ von Alphonse de Neuville entdeckt. Vito Adriaensens thematisiert den Einfluss der Kunstströmungen des „Bürgerlichen Realismus“ und des photographischen Piktoralismus auf den frühen Spielfilm in Frankreich und Dänemark. Jörg Schweinitz untersucht die Verbindung zwischen der Ästhetik deutscher Spielfilme der 1910er Jahre und der zeitgenös-sischen Kunsttheorie. In einer Analyse konkretisiert er das in der Bildästhetik zwischen Fläche und Tiefe des Films DIE LIEBE DER MARIA BONDE (1917/18) von Emerich Hanus. Evelyn Echle beschreibt ornamentale Oberflächen in Filmen von Ernst Lubitsch (SUMURUN) und Jevgeni Bauer (SUMERKI ZHENSKOI DUSHI/DÄMMERUNG EINER WEIBLICHEN SEELE). Jelena Rakin erkennt in der Farbgestaltung der frühen Filme durch Kolorierung Einflüsse der umfassenderen Farbkultur der Jahrhundertwende. Bei Frank Kessler geht es um die Steigerung der Bildeffekte durch die Nutzung von Filmtricks. Sarah Dellmann beschäftigt sich mit dem visuellen Klischee der Niederländerin im frühen Film. Der Band schließt mit einem Beitrag von Adrian Gerber über nicht-fiktionale Kriegs- und Propagandafilme des Ersten Weltkriegs. Die Abbildungen haben – wie immer bei den Zürcher Filmstudien – eine hervorragende Qualität. Mehr zum Buch: 472-film-bild-kunst.html

Der Schauspieler Dieter Mann

2016.Dieter MannVon 1964 bis 2006 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Theaters in der Schumann-straße, ich habe ihn im Dezember 1964 als Wolodja in Viktors Rosows Stück „Unter-wegs“ gesehen und war beeindruckt. Von 1984 bis 1991 fungierte er als Intendant des Hauses. Er fühlte sich immer als Theatermensch, obwohl er mehr Rollen in Kino- und Fernsehfilmen gespielt hat als auf der Bühne. Im Aufbau Verlag ist jetzt die Autobio-grafie von Dieter Mann (*1941) erschienen, die das Resultat von Gesprächen mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt ist. Schütt, bestens auf die Gespräche vorbereitet, stellt gute Fragen, und so entfaltet sich vor uns ein halbes Jahrhundert Berliner Bühnengeschichte. Kurz geht Dieter Mann auf den Film BERLIN UM DIE ECKE ein, sein Leinwanddebüt im Jahr 1965, das ein Opfer des 11. Plenums wurde und erst 1989 zu sehen war. Probeaufnahmen für Filme hat er immer verweigert. Später sagt er einmal: „Was zum Beispiel Manfred Krug machte, als Schauspieler, das ist mir zu keiner Zeit möglich gewesen. Dieses Urbild von Natürlichkeit. Vielleicht wirkte ich stets zu distanziert, so als stünde ich tatsächlich neben mir und beobachtete, was ich da spiele.“ So sind es denn vor allem „schöne Vorstellungen“, die in Erinnerung bleiben. Mit einem Vorwort von Dieter Mann, einem Nachwort von Hans-Dieter Schütt und 46 Abbildungen. Mehr zum Buch: schone-vorstellung.html

DAS BLUMENWUNDER

thumb.phpVier Jahre dauerte die Realisierung dieses Films, das Ineinander von Natur-beobachtung, Spiel und Tanz stellte höchste Herausforderung an die Macher. Als „Kulturfilm“ kam DAS BLUMEN-WUNDER im Februar 1926 in die Kinos. Und der Kritiker Alfred Kerr schrieb damals „Der Film hat das Publikum in eine Art Rausch versetzt, in dem die Erkenntnis- und Schönheitsfreudigkeit ineinandergriffen.“ Für Kinobesucher, die heute von Pixar verwöhnt werden, sah das, zwanzig Jahre nach der Erfindung des Films, noch ganz anders aus. Man ist hier Zuschauer beim „Werden und Vergehen“, Flora, die Schützerin der Blumen, weist auf die parallelen Welten der Menschen und der Pflanzen hin, wir beobachten das Wachsen der Blätter, das Öffnen und Schließen der Blüten, und Tanzeinlagen stellen allegorisch die Verbindung zu den Menschen her. Ein schöner 60-Minuten-Film, der jetzt bei Absolut Medien als DVD erschienen ist. Die Musik von Eduard Künneke wurde von Frank Strobel rekonstruiert, musikalische Zwischenspiele geben ihr größeren Raum. Mehr zur DVD: 3008/Das+Blumenwunder

Mythos und Film

untitledFür die Mythenbildung ist der Film ein wirksames Medium. In zehn umfangreichen und sehr reflektierten Textbeiträgen wird das in einem kürzlich im Universitätsverlag Winter erschienenen Band, herausge-geben von Vincent Fröhlich und Annette Simonis, vor Augen geführt. Vincent Fröhlich (Marburg) eröffnet die Mythen-reise mit einem Beitrag über „Persönliche Mythologie und subjektiv-imaginative Momente im Werk des Hollywood-Regisseurs Michael Mann“. Es folgt Matthias Bauer (Flensburg) mit „Legendenbildung und Mythenkritik vor und in LAWRENCE OF ARABIA von David Lean“. Bei Laura Zinn (Gießen) geht es um die mythisch-religiöse Semantisierung des Musikers im Spielfilm. Ihre Beispiele sind THE DOORS, BEYOND THE SEA, RAY, WALK THE LINE, ELVIS, I’M NOT THERE, HILDE und ZEITEN ÄNDERN DICH. Gero Guttzeit (Gent) untersucht Figurationen des Ödipus-Mythos in Martin Scorseses SHUTTER ISLAND, Annette Simonis (Gießen) Figurationen der Melancholie und des Mythos in Lars von Triers MELANCHOLIA. Marijana Erstic (Siegen) vergleicht Passion und Grablegung Christi bei Caravaggio, Derek Jarman und Tarsem Singh. Matthias Däumer (Mainz) nimmt uns mit auf die Wikingerreise in VALHALLA RISING von Nicolas Winding Refn („Und im Hintergrund lauert die Ratio“). Maren Scheurer (Frankfurt am Main) beschäftigt sich mit dem Mythos der Psychoanalyse in den Filmen von Woody Allen, vor allem in ANOTHER WOMAN. Fabian Stein (Gießen) konkretisiert dromologischen Mythos und motorsportlichen Erinnerungsort in LES MANS von Lee H. Katzin mit Steve McQueen. Den Abschluss macht Jason Archbold (Sydney) mit einem relativ kurzen Text über 28 DAYS LATER von René Girard („The Zombification of Violence“). Mit Abbildungen in akzeptabler Qualität. Mehr zum Buch: Mythos_und_Film/

Der Drehbuchautor

2016.DrehbuchautorDie überarbeitete und aktualisierte Fassung einer Dissertation, die an der Universität Leipzig ent-standen ist. Juliane Scholz unternimmt darin einen historischen Vergleich der beruflichen Entwicklung von Drehbuchautorinnen und -autoren in den USA und Deutschland. Ihr Buch ist in sechs Kapitel gegliedert: 1. ‚Szenaristen’ und ‚Kinometer-dichter’ – Vorläufer des professionellen Drehbuch-autors in den USA und in Deutschland bis 1920. 2. Die Professionalisierung des Drehbuchautors im arbeitsteiligen Studiosystem 1920 bis 1933 in den USA und in Deutschland. 3. Beruf versus Berufung – Drehbuchautoren und ihr Ringen um berufsständische Autonomie um Anerkennung als Kreativberuf in Hollywood 1933 bis 1945. 4. Drehbuchautoren zwischen Gleichschaltung, Vertreibung und Anpassung im nationalsozialisti-schen Deutschland. 5. Der Drehbuchautor im geteilten Deutschland und in den USA von 1945 bis 1960. 6. Herausforderung und Marginalisierung des Drehbuchautors durch die Autorenfilmbewegung seit den 1960er Jahren. Die Autorin hat die einschlägige Literatur studiert und sorgfältig auch in Archiven recherchiert, 1.415 Quellenverweise sichern sie entsprechend ab. Vor allem die Gründung der Berufsverbände wird in den verschiedenen Phasen der Geschichte differenziert dargestellt. Im Abschnitt über die Verfolgung kommunistischer Drehbuchautoren in Hollywood 1945 bis 1960 wird natürlich auch Dalton Trumbo erwähnt, dessen Biopic TRUMBO von Jay Roach (Drehbuch: John McNamara) mit Bryan Cranston noch in unseren Kinos zu sehen ist. Als Professionsgeschichte ist das Buch von Juliane Scholz lesenswert. Mit Namensregister, ohne Abbildungen. Auf der Covermontage sind Thea von Harbou und Fritz Lang in ihrer Berliner Wohnung 1923/24 zu erkennen. Das Foto stammt von Waldemar Titzenthaler. Mehr zum Buch: der-drehbuchautor?c=738

Caroline Link

2016.Caroline LinkSie hat in den vergan-genen zwanzig Jahren nur fünf Filme realisiert, aber mit jedem hat sie bewiesen, dass sie zu den wichtigen Regisseu-rinnen des deutschen Kinos gehört. Caroline Link (*1964) ist Absol-ventin der Münchner HFF. Ihre Hochschul-arbeiten kenne ich nicht, mein erster Film von ihr war JENSEITS DER STILLE (1996), den ich sehr beeindruckend fand. NIRGENDWO IN AFRIKA (2001) halte ich für ihren bisher besten Film. In der Reihe Film-Konzepte ist jetzt, herausgegeben von Jörn Glasenapp, ein Heft mit sechs Aufsätzen über Caroline Link erschienen. Felix Lenz beschäftigt sich mit ihren Hochschulfilmen und mit dem Drehbuch zu der FAHNDER-Folge TIM (1992), bei der Bernd Schadewald Regie geführt hat. Judith Ellenbürger analysiert JENSEITS DER STILLE unter den Aspekten Hören, Sehen, Fühlen, Verstehen. Bei Susanne Kaul geht es um poetische Gerechtigkeit und Komik in PÜNKTCHEN UND ANTON (1999). Nicolas Freund entdeckt Verbindungen zwischen NIRGEND-WO IN AFRIKA und der Literatur („Wintermärchen und Zauberberge“). Jörn Glasenapp interpretiert IM WINTER EIN JAHR (2008) als Trauerarbeit („Im Einklang mit Freud“). Corina Erk führt uns durch das Vater-Sohn-Drama EXIT MARRAKECH (2013 – „Ein Roadmovie in einem fremden Land“). Alle Beiträge wurden zunächst bei einem Kolloquium über Caroline Link an der Universität Bamberg vorgetragen und für die Publikation überarbeitet. Eine interessante Lektüre. Coverfoto: Karoline Herfurth in IM WINTER EIN JAHR. Mehr zum Buch: VxDoJyiJbV4