Der Film als Experimentalfeld der Pop Art

2016-im-zwischenraumEine Dissertation, die im Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaft der Freien Universität Berlin entstanden ist. Stefanie Stallschus beschäftigt sich in sechs beeindruckenden Analysen mit Künstlern der Pop-Art, die in ihren Werken mit filmischen Elementen experimentiert haben. Es geht um Eduardo Paolozzis modulare Bildkombi-nationen, um das Bild als Mittel der Dekonstruktion bei Bruce Conner, um Gianfranco Baruchellos diagrammatische Bilder, um die räumlichen Erweiterungen des Bildes bei Mario Schifano, um die Vergegen-wärtigung des Bildes bei Andy Warhol und um das Bild als Schauplatz bei Martial Raysse. Die Filme werden dabei im Kontext des bildkünstlerischen Werks der jeweiligen Künstler betrachtet. Die Analysen sind sehr sachkundig und verirren sich nicht in theoretischen Labyrinthen. Dass keine Künstlerin ausgewählt wurde, sieht die Autorin selbst als Manko, das sie aber einleuchtend begründet. Mit zahlreichen Abbildungen in akzeptabler Qualität. Coverabbildung: Ciné (Detail) von Martial Raysse (1964). Mehr zum Buch: 978-3-7705-5539-0.html

Deutschlandbilder

2016-deutschlandbilderJörg Metelmann ist Titularprofes-sor für Kultur- und Medienwissen-schaft an der Universität St. Gallen. Seine „Deutschlandbilder“ sind kürzlich in der kleinformatigen Buchreihe „Kultur & Kritik“ bei Bertz + Fischer erschienen. Der Autor vermittelt darin eine „Filmische Landeskunde von ALMANYA bis WOLFSBURG“. Acht Kapitel strukturieren den Stoff: Erbe, Haus und Hof, Innenwelten, Neue Mitten, altes Außen, Treibstoffe, Typen, Un/Tugenden, Wunden. Ihnen sind Begriffe zugeordnet, die viel mit Deutschland zu tun haben, beispielsweise Dichter und Denker, Spreewaldgurken, Volkslied, Einbauküche, Gehorsam, jwd, die deutsche Mutter, Seele, Waldeinsamkeit, Weltschmerz, Penne, Reichstag, Sehnsucht, Beamte, Anstand, Auschwitz, Terrorismus. Jedem Begriff sind assoziativ einzelne Filme zugeordnet, die auf wenigen Seiten beschrieben werden. Das wirkt einerseits spielerisch, ist aber anderseits genau ausgedacht. Es sind kurze, präzise Erinnerungen an Filme der letzten Jahrzehnte, die wir hier lesen, beginnend mit Philipp Stölzls GOETHE!, endend mit SIE HABEN KNUT von Stefan Krohmer. Natürlich spielen die Filme der Berliner Schule eine große Rolle, aber auch FACK JU GÖTHE von Bora Dagtekin und DIE GELIEBTEN SCHWESTERN von Dominik Graf werden differenziert gewürdigt. Die Abbildungen sind von akzeptabler Qualität. Was ich vermisse, ist ein Register zumindest der Filmtitel. Mehr zum Buch: deutschlandbilder.html

SPIELBANK-AFFÄRE (1957)

2016-dvd-spielbank-affaereSchauplatz des Films ist zunächst ein Hotel mit Spielbank am Lago Maggiore, dann eine westdeutsche Stadt mit konkurrierenden Spiel-casinos, es könnte Wiesbaden sein. Zwei Casino-Besitzer kämpfen hier mit allen Mitteln um die Macht. Gefälschte Jetons kommen zum Einsatz, um den Konkurrenten in Verruf zu bringen. Die junge Schauspielschülerin Sybille (Gertrud Kückelmann) gerät unwissentlich ins Zentrum der Auseinandersetzungen, weil sie mit den falschen Jetons gespielt hat. Sie überlebt am Ende einen Autounfall. Ein dubioser Anwalt (Peter Pasetti) wird ermordet, die Besitzer der Casinos (Rudolf Forster und Willy A. Kleinau) einigen sich hinter den Kulissen. Der Film, eine Koproduktion der DEFA mit der schwedischen Firma A.B.Pandora, wurde 1956/57 von Artur Pohl in drei verschiedenen Fassungen realisiert: in Agfa-Color-Totalvision (die Fassung wurde nie im Kino gezeigt), in Agfa-Color-Normalformat für die DEFA und in Agfa-Color-Normalformat für das westliche Ausland. In der DDR wurde der Film schließlich in einer Schwarzweiß-Fassung gezeigt, damit die Schauplätze nicht zu attraktiv erschienen; Artur Pohl zog seinen Namen daraufhin zurück. In der Bundesrepublik kam der Film unter dem Titel PARKPLATZ ZUR GROSSEN SEHNSUCHT 1958 in die Kinos und war ziemlich erfolglos. Die DVD der „Filmjuwelen“ enthält alle drei Fassungen, so dass man einen guten Eindruck von ihrer Unterschiedlichkeit bekommt. Natürlich dominiert das Klima der fünfziger Jahre, aber die Bilder des Kameramannes Joachim Hasler in Totalvision sind zum Teil sehr beeindruckend. Hilfreich, um die Hintergründe des Films zu verstehen, sind die Texte von Ralf Schenk im Booklet. Und natürlich habe ich mich gefreut, wieder einmal einen Film mit meiner damaligen Lieblingsschauspielerin Gertrud Kückelmann zu sehen. Mehr zur DVD: %22filmjuwelen%22

Fünfzig Jahre dffb

2016-dffb-50Am Samstag, dem 17. September 1966, also heute vor 50 Jahren, wurde in einem Festakt die Deutsche Film- und Fernseh-akademie Berlin (dffb) eröffnet. Die Veranstaltung fand im Sendesaal des Hauses des Rundfunks in der Masurenallee statt, sie begann um 10 Uhr mit einer Begrüßungsansprache des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt. Dann folgte eine Rede des Direktors Heinz Rathsack, die mir gut gefallen hat. Der zweite Direktor, Erwin Leiser, war erkrankt und ließ seine Rede von seiner Frau vortragen. Grußworte sprachen anschließend der Intendant Walter Steigner für die ARD, der Intendant Karl Holzamer fürs ZDF, der SPIO-Präsident Walter Pindter, der Staatssekretär Professor Werner Ernst fürs BMI und der Student Josef J. Kristof, weil er der Älteste seines Jahrgangs war. Die meisten seiner 34 neuen Kolleginnen und Kollegen waren anwesend, hielten sich aber sehr im Hintergrund. Es war – in meiner Erinnerung – eine gediegene Feier. Alle waren froh, dass es die DDFB nun endlich gab und die Ausbildung beginnen konnte. Am kommenden Dienstag wird das Jubiläum mit einem Festakt im Roten Rathaus gefeiert. Dazu haben der neue Direktor Ben Gibson und der Chef der Senatskanzlei Björn Böhning eingeladen. Angekündigt sind „persönliche Gedanken von Absolvent_innen und Studierenden“. Ich bin gespannt. Mehr zur dffb: www.dffb.de . Und zur Geschichte der dffb: www.dffb-archiv.de .

Vom Neorealismus zu den Neuen Wellen

2016-vom-neorealismusDrei Bände sind für die „Ein-führung in die Filmgeschichte“ geplant. Der dritte Band (New Hollywood bis Dogma 95) erschien 2008; eine überarbei-tete Neuausgabe ist gerade publiziert worden, zeitgleich mit dem Band „Vom Neorealismus zu den Neuen Wellen“. Band 1 (Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg) ist in Vorbereitung. Zielgruppe sind Studierende der Filmwissenschaft, Lehrerinnen und Lehrer, Journalistinnen und Journalisten „sowie neugierige Kinoliebhaber, die in die Geschichte des internationalen Films eintauchen wollen.“ (Heraus-geber Thomas Christen in seinem Vorwort). Christen ist wissenschaft-licher Mitarbeiter am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich. Er hat den neuen Band in vier Teile strukturiert: Nach dem Krieg / Trümmer, Krisen, neue Wirklichkeiten, Neue Wellen in Westeuropa / Jugendkultur, Protest, Revolte, Hinter dem Eisernen Vorhang / Aufbruch, Zensur, Verbot und Neues Kino außerhalb Europas / USA, Brasilien, Japan. 18 Einzeltexte sind jeweils einem Land oder einem Genre gewidmet. 14 Texte stammen vom Herausgeber, vier Beiträge haben Zürcher Filmwissenschaftler/innen geschrieben: Simon Spiegel über die vielen Leben des James Bond, Barbara Flückinger über die französische Nouvelle Vague, Patricia Pfeifer über den jugoslawischen Novi Film und Wolfgang Fuhrmann über Brasiliens Cinema Novo. Unter den Texten von Thomas Christen haben mir seine Gedanken über den Neorealismus, den Film noir, den Jungen deutschen Film, den Italowestern und die Filme des Prager Frühlings besonders gut gefallen. Er schreibt konkret und anschaulich, lässt gesellschaftliche, ökonomische und technologische Fragen nicht außer Acht und kann wichtige Veränderungen auf den Punkt bringen. Am Ende jedes Textes gibt es Hinweise auf Basistexte, weiterführende Literatur und wichtige Filme. Die zahlreichen Abbildungen haben eine erstaunlich gute Qualität. Mehr zum Buch: filmische-erneuerungsbewegungen-1945-1968.html

3001 Kino in Hamburg

2016-kino-3001Das „3001 Kino“ im Hamburger Schanzen-viertel gibt es inzwi-schen seit 25 Jahren, es bereichert die Szene der Stadt mit unge-wöhnlichen Program-men, für die vor allem sein Initiator und Leiter Jens Meyer verant-wortlich ist. Seit 15 Jahren bewirbt er sich mit seiner „Besatzung“ bei der Beauftragten für Kultur und Medien um einen Kino-Preis, und einmal hat sein Kino auch den ersten Preis bekommen. Das höchst lesenswerte und zum Teil sehr amüsante Buch dokumentiert die individuellen Texte aus den Jahren 2002 bis 2016, die den Bewerbungsunterlagen beigefügt waren. Sie erlauben uns den Blick ins Innere eines kleinen Kinounternehmens. Das Haus hat 91 Plätze. Gezeigt werden natürlich keine Mainstream-Filme, sondern speziell ausgesuchte Titel. Wir erfahren viel über Terminierungen, Kopiensuche, Umgang mit Verleihern, Formulierung von werbenden Ankündigungen, spezielle Erfahrungen mit dem Hamburger Publikum, prominente Gäste. Es gab überraschende Erfolge (THE WRESTLER war drei Wochen lang jeden Abend ausverkauft), aber auch Enttäuschungen (der Film ACHTERBAHN blieb trotz Hamburger Dom-Rummel unbeachtet). Mehrfach waren der Staats-anwalt und Filmkritiker Dietrich Kuhlbrodt und der Dokumentarist Klaus Wildenhahn im 3001 Kino zu Gast. Auch pointierte Bemerkungen im Besucherbuch (eigentlich nur für intern) sind abgedruckt. Oft haben die Texte zu den Einreichungen den Charakter eines Tagebuchs. Jens Meyer besucht häufig Pressevorführungen und teilt uns seine Meinung zu den Filmen mit. Es werden Zeitungskritiken zitiert, Fernseh-Affären mitgeteilt (zum Beispiel die Entmachtung der NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze), und in Rückblenden ist auch die Filmgeschichte präsent. Ein Register erleichtert die Suche nach Personen, Filmtiteln und Stichworten. Beigefügt ist die Broschüre „Chandler geht ins Kino“. Das Coverfoto zeigt ein Schiff auf hoher See, das hoffentlich nicht untergeht. Mehr zum 3001 Kino: www.3001-kino.de/

Träumende Gesichter

2016.Träumende GesichterDaniela Sobek ist Autorin und Malerin. An ihrem Buch „Träumende Gesichter“ hat sie offenbar lange gearbeitet. Es ist eine Hommage an Schau-spielerinnen. 13 sehr zugeneigte Porträts sind Kim Stanley (1925-2001), Lee Remick (1935-1991), Helga Anders (1948-1986), Joan Hackett (1934-1983), Ingrid Thulin (1926-2004), Diana Scarwid (*1955), Lisa Kreuzer (*1945), Rachel Roberts (1927-1980), Susan Strasberg (1938-1999), Margit Carstensen (*1940), Jo Van Fleet (1914-1996) und Barbara Loden (1932-1980) gewidmet. Sie sind immer auf der Suche nach speziellen Fähigkeiten und Ausdrucksformen für das Spiel auf der Leinwand. In zwölf kurzen „features“ geht es um Marisa Mell, Blythe Danner, Ingrid van Bergen, Elizabeth Hartmann, Delphine Seyrig, Cathy Moriarty, Ellen Burstyn, Stockard Channing, Anne Heywood, Barbara Rudnik, Jill Bennett und Anna Thomson. Das Buch ist 313 Schauspielerinnen gewidmet, die auf den Seiten 15 und 16 genannt werden. Und ein Geleitwort stammt von François Truffaut: „Das Kino ist eine Kunst der Frau, der Schauspielerin“. Mit zum Teil farbigen Fotos und Filmografien. Mehr zum Buch: de/neuerscheinungen.html

ZWISCHEN DEN BILDERN

2016.Zwischen den BildernIm Münchner Filmmuseum ist heute in der Reihe „Kino-Lectures“ der dreiteilige Filmessay ZWISCHEN DEN BILDERN zu sehen, den ich von 1979 bis 1981 zusammen mit Heide Breitel, Klaus Feddermann und Helmut Herbst realisiert habe. Unsere Einführung in „Die Geschichte der Filmmontage“ wurde von der Kinemathek für das ZDF produziert. Teil 1 behandelt die Montage im Spielfilm (speziell im Western), Teil 2 die Montage im Dokumentarfilm, Teil 3 die Montage experimentell arbeitender Filmemacher. Für diesen dritten Teil war Helmut Herbst zuständig. Im September 1980 war ich mehrere Wochen zusammen mit Heide Breitel und Klaus Feddermann für Gespräche und Interviews in den USA. Wir trafen dort die Regisseure King Vidor und William Wyler, den Kameramann William Clothier, die Cutterinnen Helen van Dongen, die eng mit Joris Ivens zusammengearbeitet hat, Dorothy Spencer, die mehrmals mit John Ford im Schneideraum saß, und den Cutter Robert Wolfe (Foto), der den Film THE WILD BUNCH von Sam Peckinpah geschnitten hat. Es waren interessante Gespräche, bei denen auch die spezielle Technik an der Moviola, dem amerikanischen Schneidetisch, thematisiert wurde. Außerdem haben wir in Amerika viele alte Filme gesichtet, vor allem Western. In Deutschland waren Klaus Wildenhahn und Joris Ivens unsere Interviewpartner. Die Filme dauerten jeweils eine gute Stunde. Der erste Teil über die Montage im Spielfilm wurde im Juni 1982 in Berlin uraufgeführt, der zweite Teil über die Montage im dokumentarischen Film im November 1981 im Rahmen der Duisburger Filmwoche. Alle drei Filme wurden im September 1983 im ZDF ausgestrahlt. Damals geschah das noch vor Mitternacht. Jahrelang waren sie nicht zugänglich. Jetzt sind sie, darüber freue ich mich natürlich, in München zu sehen.

THE PERVERT’S GUIDE TO CINEMA (2006)

2016.DVD.Pervert's GuideEin 153-Minuten-Film von Sophie Fiennes. Mit starker Präsenz und großer Eloquenz nimmt uns der slowenische Philosoph und Psycho-analytiker Slavoj Žižek mit auf eine Reise durch die Filmgeschichte und interpretiert Erwartungen und Wirkungen von Zuschauerinnen und Zuschauern. „Das Kino ist letztlich eine perverse Kunstform“, sagt Žižek provokant zu Beginn und gibt diesem Film damit seinen Titel. Die erste Deutung erfährt der Film THE BIRDS von Alfred Hitchcock. „Warum greifen die Vögel an?“, fragt Žižek und die Antwort aus seiner Perspektive lautet: „Die gewaltsamen Angriffe der Vögel sind explosive Ausbrüche des mütterlichen Überichs, der mütterlichen Figur, die versucht, eine sexuelle Beziehung des Sohns zu verhindern. Die Vögel bedeuten also rohe, inzestuöse Energie.“ Der Analytiker sitzt dabei in einem Motorboot in der Bodega Bay, dem Schauplatz von Hitchcocks Film (Coverfoto). Dann wechselt er in den Keller des Hauses von PSYCHO und setzt seine Interpretation fort. Wenn für seine Kommentare kein geeigneter Ort gefunden wurde, steht er vor einer weißen Leinwand. Auch wenn die Selbstinszenierung gelegentlich sehr forciert wirkt, hat sie eine starke Intensität. Seine Rollenverteilung bei den Marx-Brothers: Groucho ist das Überich, Chico das Ego, Harpo das Es, es gibt dazu Ausschnitte aus DUCK SOUP. Mit sieben Filmen und einem Auftritt im Trailer steht Alfred Hitchcock an der Spitze der Titelliste, die insgesamt 43 Filme umfasst. Der zweite Favorit von Žižek ist David Lynch mit fünf Filmen. Chaplin, Kubrick, Tarkowskij und Disney sind zweimal vertreten, alles andere sind Einzelbeispiele. Das amerikanische Kino steht im Mittelpunkt, das asiatische ist ganz ausgespart. Ein deutscher Film ist dabei: DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE von Fritz Lang, im Zusammenhang mit dem Thema „Stimmen“. Andere wichtige Themen sind Musik, Todestrieb, Sehnsucht, Sexualität, Albträume, Dunkelheit, Ängstlichkeit, Magie und Glauben, Vaterfiguren. Wie schön, dass der Film jetzt in der „filmedition suhrkamp“ bei Absolut Medien als DVD erschienen ist, ich hätte ihn sonst wohl nicht gesehen. Das Booklet mit einem langen Interview von Marty Fairbairn mit der Filmemacherin Sophie Fiennes und zwei Texten von Žižek ist hervorragend. Mehr zur DVD: The+Pervert’s+Guide+to+Cinema

Filmtourismus

2016.FilmtourismusWeil John Ford einer meiner Lieblingsregisseure ist, war ich als „Filmtourist“ natürlich im Monument Valley (Coverab-bildung des Buches), weil CITIZEN KANE für mich noch immer ein faszinierender Film ist, haben wir auf unserer ersten Amerikareise selbstverständlich das Hearst Castle in der Nähe von San Simeon besucht, das als Vorbild für das Schloss Xanadu diente, und weil ich gelesen hatte, dass der Ort Bodega Bay Schauplatz von Hitchcocks THE BIRDS war, haben wir von San Francisco aus einen Ausflug dorthin gemacht. London, Paris, Rom, Wien sind für mich nicht nur interessante Städte, sondern auch Orte, an denen viele berühmte Filme gedreht wurden. Von diesen cinephilen Erinnerungen profitiert der internationale Tourismus, über den der Geograph und Tourismusforscher Albrecht Steinecke jetzt bei uvk ein interessantes Buch publiziert hat. Das Thema ist in sechs Kapitel aufgefächert: 1. Was ist Filmtourismus? (Orte und Einordnung des Filmtourismus) 2. Was suchen die Filmtouristen? (Motive, Erwartungen, Reaktionen und Verhaltensweisen). Ein Exkurs gilt dem Kult um die Celebrities. 3. Wie engagieren sich Destinationen im Filmtourismus? ( „Destination“ heißt im Tourismus ein geografischer Raum, der als Reiseziel begriffen wird.) 4. Welche Wirkungen hat der Filmtourismus? (Touristische Effekte, Effekte auf die Drehorte, Chancen, Risiken und Erfolgsfaktoren). 5. Die Off Locations im Filmtourismus (Wohnungen, Wirkungsstätten und Gräber von Filmstars, Filmmuseen, Themenparks, Filmevents). 6. Checklisten für Destination Management Organisationen. Zielgruppe der Publikation sind Studierende und Dozenten tourismusbezogener Studiengänge. Obwohl also das Buch für mich eigentlich gar nicht gedacht ist, habe ich es mit großem Interesse gelesen, viel daraus gelernt und werde, wenn wir demnächst in Schottland sind, auch mit dem „Jacobite Stream Train“ fahren. Mehr zum Buch: 13fb83b296c/