DER APFEL IST AB (1948)

2016.DVD.Apfel ist abDie alte Geschichte von Adam und Eva, neu erzählt von Helmut Käutner, nach Motiven einer musikalischen Komödie aus dem Jahr 1936. Käutners zweiter Nach-kriegsfilm – nach dem Episodenfilm IN JENEN TAGEN – ist pures Kabarett. Es gibt einen realen Ausgangspunkt: die Direktionsetage des Apfelsaftfabrikanten Adam Schmidt in München kurz nach Kriegsende. Schmidt wird von zwei Frauen (seiner Ehefrau Lilith und seiner Freundin Eva) geliebt und kann sich nicht zwischen ihnen entscheiden. Er beschließt, sich das Leben zu nehmen, aber der Sprung von einer Brücke und der Versuch, sich zu erhängen, misslingen. So landet er zusammen mit seinem Dackel Männe in einem Sanatorium. Hier beginnt, architektonisch und im Spiel der Protagonisten, endgültig die Kunstwelt. Die Behandlung des Patienten Schmidt durch den Psychiater Professor Petri endet schnell, weil er verbotenerweise in einen Apfel gebissen hat. Aber die letzte Straßenbahn ist weg, und so verbringt Adam Schmidt die Nacht im Wartesaal des Sanatoriums. Im Traum kommt er zunächst in den Himmel zu Petrus und Luzifer, wo gerade Eva erschaffen wird, dann mit Eva ins Paradies, in die Hölle und wieder ins Paradies, wo aus der Schlange die Verführerin Lilith wird, und schließlich mit einer Mischung aus Eva und Lilith auf die Erde. Dann wacht Adam auf, geht zur Straßenbahn und trifft Lilith-Eva an der Haltestelle. Sie fahren mit der Bahn in die Stadt. Ende. Das alles ist kabarettistisch, also sehr pointiert gespielt von Bobby Todd (Adam), Joana Maria Gorvin (Lilith), Bettina Moissi (Eva), Helmut Käutner (Petri/Petrus), Arno Assmann (Luzifer). Die Kameraführung von Igor Oberberg wirkt elegant und ist insofern dem Sujet angemessen. Beeindruckend sind die Bauten vor allem der Traumsequenzen. Sie stammen von Wolfgang Znamenacek. Und für die Spezial-Effekte war der unvergessene Theo Nischwitz verantwortlich. Der Film ist jetzt erstmals bei den Filmjuwelen als DVD erschienen. Das Booklet von Roland Mörchen ist sehr lesenswert. Mehr zur DVD: Filmjuwelen/dp/B01AMU3LRQ

Filmstile

2016.FilmstileEin beeindruckendes Lehrbuch. Die vier Autoren – Christoph Hesse, Oliver Keutzer, Roman Mauer, Gregory Mohr – sind Absolventen der Mainzer Filmwissenschaft, also geprägt vom hermeneutischen Blick auf die Geschichte des Mediums. Fünf Kapitel strukturieren das Buch. Zunächst geht es um Stiltheorien der Filmwissen-schaft: Russischen Formalis-mus, André Bazin, Siegfried Kracauer, David Bordwell, postmoderne Kunstauffas-sungen, Barry Salt. Dann folgen die Stilepochen mit ausgewählten Nationalstilen: Stummfilm (Frühes Kino, Deutscher Expressionismus, Französischer Impressionismus, Sowjetisches Montagekino, Neue Sachlichkeit), Tonfilm der 1930er und 40er Jahre (Klassisches Hollywoodkino, Sozialistischer Realismus, Poetischer Realismus, NS-Propagandafilm), Kino der Moderne der 1940er bis 70er Jahre (Italienischer Neorealismus, Nouvelle Vague, British New Wave, New Hollywood, Neuer Deutscher Film), Postmoderne und Postklassik der 1980er und 90er Jahre (Blockbuster, Postmoderne, Cinéma du Look, US-Independent), die Gegenwart (Digitalisierung, Berliner Schule, New French Extremity); zwei eigenständige Texte handeln vom Dokumentarfilm und vom Experimentalfilm. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit Individualstilen: Regie, Drehbuch, Kamera und Licht, Schauspiel, Montage, Filmmusik und Sound-Design, Architektur und Ausstattung. Dann richtet sich der Blick auf stilistische Kontinuität: Realismus, Fantastik, Surrealismus, Minimalismus, Opulenz. Zum Schluss wird etwas genereller die Stilistik audiovisueller Medien definiert: Kino, Fernsehen, Neue Medien. Jeder größere Abschnitt endet mit Hinweisen auf exemplarische Filme und Einführungsliteratur. Der Text, den die vier Autoren gemeinsam verantworten, ist für mich vorbildlich in seiner Konkretisierung und Gewichtung. Für alle, die in den Bereichen Film- und Kulturwissenschaft und Medienpädagogik tätig sind, eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Die Abbildungen sind leider von unterschiedlicher Qualität, vor allem die schwarzweißen Screenshots wirken oft zu dunkel. Mehr zum Buch: book/9783531184975

Das Drehbuch als fiktionaler Erzähltext

2016.DrehbuchEine Dissertation, die an der Universität Hamburg ent-standen ist. Jan Heiner Gebhardt geht der Frage nach, ob das Drehbuch als Gebrauchs-text oder als literarisches Werk zu gelten zu hat. Als wissen-schaftliche Leitlinien benutzt er die Erzähltheorie des franzö-sischen Literaturwissen-schaftlers Gérard Genette und die filmnarratologische Grund-lagenarbeit von Markus Kuhn. Vier publizierte Drehbücher werden beispielhaft untersucht: DAS WEISSE BAND von Michael Haneke, GEGEN DIE WAND von Fatih Akin, NACHT VOR AUGEN von Johanna Stuttmann und LOLA RENNT von Tom Tykwer. Drei Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: Wer erzählt? Wie wird erzählt? In welcher Zeit wird erzählt? Es geht begrifflich um die narrativen Instanzen, den narrativen Modus und die Faktoren Ordnung, Dauer, Frequenz. Die Abgrenzungen zum Roman und zum Drama sind an verschiedenen Stellen in den Text eingearbeitet. Ein Kapitel zur Geschichte des Drehbuchs ist der Untersuchung vorangestellt. In seinem Fazit stellt der Autor fest, dass das Drehbuch als literarisches Werk zwar aufgrund seiner funktionalen Eigenschaften einigen Einschränkungen unterliegt, die aber durch eigenständige Erzählstrategien kompensiert werden können. Insofern gibt er Béla Balázs Recht, der schon mehr als 70 Jahren behauptet hat, dass das Drehbuch „eine der Arbeit von Dichtern würdige Form“ sei. Mehr zum Buch: 978-3-8300-9046-5.htm

Marie Versini

2016.Marie VersiniEin Film hat sie berühmt gemacht: WINNETOU 1. Teil (1963), die Karl-May-Verfilmung von Harald Reinl. Da spielte sie Winnetous Schwester Nscho-tschi, die sich in Old Shatterhand (Lex Barker) verliebt, sich für ihn aufopfert, aber am Ende von dem Banditen Santer (Mario Adorf) schwer verletzt wird und stirbt. Das hat viele Menschen im Kino zu Tränen gerührt. Im Karl May Verlag ist jetzt ein schönes Bilderbuch über die in Korsika geborene Schauspielerin Marie Versini (*1940) erschienen. Michael Petzel porträtiert sie in seinem Text sehr liebevoll, erinnert nicht nur an das Zusammenspiel der „glorreichen Drei“ – Pierre Brice, Lex Barker und Versini – im ersten Winnetou-Film, sondern auch an all die anderen Filme, die sie danach gedreht hat, u.a. die Karl-May-Verfilmungen DER SCHUT, DURCHS WILDE KURDISTAN, IM REICH DES SILBERNEN LÖWEN und WINNETOU UND SEIN FREUND OLD FIREHAND, an KENNWORT REIHER und BRENNT PARIS?. In den 1980er Jahren beendete sie weitgehend ihre Arbeit für Film und Fernsehen. „Bilder ihres Lebens“ verspricht der Band in seinem Untertitel – und die sind auch in großer Fülle zu sehen; mit zugeneigten Bildlegenden und vielen Rückblenden auf ihre Rolle als Nscho-tschi. Ein Vorwort von Marie Versini eröffnet das Buch. – Heute feiert die Schauspielerin ihren 76. Geburtstag. Mehr zum Buch: produkt.php?nummer=B-03076

Ästhetik des Drastischen

2016.Ästhetik des DrastischenEine Dissertation, die an der Universität Bremen entstanden ist. Es geht um ästhetische Erfahrung, um Welterfahrung und um Gewalt im Horrorfilm. Benjamin Moldenhauer hat vier exemplarische Horrorfilme ausgewählt, um die genre-spezifische Ästhetik darzu-stellen, zwei aus den 1970er Jahren, zwei aus jüngerer Zeit. Es handelt sich um die Filme THE TEXAS CHAIN SAW MASSACRE (1974) von Tobe Hooper, THE LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) von Wes Craven, THE HILLS HAVE EYES (2006) von Alexandre Aja und THE DEVIL’S REJECTS (2005) von Rob Zombie. In allen Filmen werden die Zuschauer mit Bildern einer exzessiven Gewalt konfrontiert. In einem ersten Kapitel rekapituliert der Autor eine Genregeschichte, in der zwischen dem klassischen Horrorfilm und dem modernen Horrorfilm unterschieden wird. Ein Exkurs informiert über die Freudianisierung des Horrorgenres. Dann geht es um die Wirklichkeit der Bilder im Rahmen der Filmwahrnehmung. Im zweiten Teil der Publikation erfolgen dann die konkreten Filmanalysen. Wissenschaftliche Literatur zum Thema ist zuverlässig eingearbeitet. Die Abbildungen haben, wie immer bei Bertz + Fischer, eine sehr gute drucktechnische Qualität. Die beiden Coverfotos stammen aus dem Film THE HILLS HAVE EYES. Mehr zum Buch: aesthetikdesdrastischen.html

DER STUDENT VON PRAG (1913)

2016.DVD.Student von PragDas Jahr 1913 hat für die Anerkennung des Films als Kunstform in Deutschland große Bedeutung. Vor allem zwei abendfüllende Filme sind in diesem Zusammenhang wichtig: DER ANDERE von Max Mack mit Albert Bassermann und DER STUDENT VON PRAG von Hanns Heinz Ewers und Stellan Rye mit Paul Wegener. In beiden Filmen spielen Persönlichkeits-spaltungen eine wichtige Rolle. – In der „Edition Filmmuseum“ ist jetzt DER STUDENT VON PRAG in einer rekonstruierten Fassung als DVD erschienen. Erzählt wird die Geschichte des Studenten Balduin in Prag 1820. Er ist der beste Fechter in der Stadt, aber zu arm, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Er rettet eines Tages die Komtesse Margit vor dem Ertrinken und verliebt sich in sie. Um in der Adelswelt ernst genommen zu werden, verkauft Balduin sein Spiegelbild für 100.000 Gulden an den geheimnisvollen Sonderling Scapinelli. Damit begibt er sich auf ein Terrain, das ihn in den Abgrund führt. Am Ende erschießt er sich, nur sein Spiegelbild überlebt. Beeindruckend ist vor allem die Kameraführung von Guido Seeber. Unglaublich: die Einstellung, in der Scapinelli das Bild aus dem Spiegel holt und mit ihm Balduins Studentenbude verlässt. Die Rekonstruktion des Films wurde vom Filmmuseum München betreut. Stefan Drößler informiert darüber im Booklet, das außerdem Texte von Hanns Heinz Ewers enthält. Auf der DVD ist der Film einmal mit der originalen Klaviermusik und einmal mit einer Orchesterbegleitung zu sehen. Zum Bonusmaterial gehört der Kurzfilm DIE IDEALE GATTIN (1913) von Hanns Heinz Ewers mit Ernst Lubitsch, Grete Berger und Lydia Salmonova. Mehr zur DVD: Der-Student-von-Prag.html

Bildprojektionen

2016.BildprojektionenBildprojektionen spielen im Theater, in der Kunst, in der Architektur zunehmend eine wichtige Rolle. Der von Lilian Haberer und Annette Urban herausgegebene Band doku-mentiert die Referate des Work-shops „Reflexionsräume kinemato­graphischer Ästhetik“, der 2010 an der Universität Köln stattgefunden hat; sie wurden für die Publikation überarbeitet und durch weitere Texte ergänzt. Die ausführliche Einleitung der Herausgeberinnen stellt das Thema in größere Zusammen-hänge. Insgesamt sind 14 Texte abgedruckt. Ich nenne hier acht Beiträge, die mir persönlich besonders gut gefallen haben. Annette Urban untersucht Rückprojektionen und Projektionen von Weiblichkeit bei Laurie Simmons und Cindy Sherman. Lilian Haberer vergleicht in zwei Fallstudien den Avantgardefilm MESHES OF THE AFTERNOON (1943) von Maja Deren mit Dorit Margreiters Beitrag für den österreichischen Pavillon auf der Biennale Venedig 2009 und konstatiert die unterschiedlichen Projektionsebenen: die des Films, des Blicks und der inneren Bilder. Volker Pantenburg verifiziert in acht Thesen die Differenzen zwischen Experimentalfilmen und Kunsträumen in einem Vergleich zwischen 1970 und 2010 und erinnert an Stan VanDerBeeks „Movie-Drome“ und Peter Kubelkas „Invisible Cinema“-Projekt. Maxa Zoller beschreibt die Entwicklung der Expanded Cinema-Bewegung in Großbritannien in den vergangenen vierzig Jahren, beginnend mit der Londoner FilmMakers Coop bis zu Karen Mirza und Brad Butler. Dennis Göttel widmet seinen Beitrag speziell dem “Movie-Drome“ von Stan VanDerBeek und kann die Visionen des Künstlers mit fotografischem Bildmaterial belegen. Doris Berger und Ursula Frohne nehmen uns mit auf eine Reise durch Los Angeles, ihr Kernstück ist der Essayfilm LOS ANGELES PLAYS ITSELF (2003) von Thom Andersen, aber sie erweitern den Blick mit Hilfe anderer Publikationen, zum Beispiel dem als Leporello angelegten Fotobuch „Every Building at the Sunset Strip“ (1966), oder der Filminstallation „10104 Angelo View Drive“ (2004) von Dorit Margreiter. Bei Eva Ehninger geht es im letzten Beitrag um 360°-Landschaftsprojektionen und ihr bildkritisches Potential. Eine interessante Lektüre. Mehr zum Buch: bildprojektionen?c=738

Das Erhabene im Kinofilm

2016.Das ErhabeneEine Dissertation, die an der Universität Bremen entstanden ist. Jihae Chung, geboren in Seoul, hat zunächst in Korea Germanistik, Philosophie und Medien studiert und ab 2008 ein Promotionsstipendium in Bremen absolviert. Einerseits konstatiert sie gleich zu Beginn: „Jeder Versuch, das Erhabene letztgültig zu fassen, ist zum Scheitern verurteilt.“ (S. 14). Andererseits gelingt ihr vor allem mit definitorischer Hilfe von Kant eine erstaunliche Annäherung an das Phänomen, wobei sie sowohl Fragen nach der Darstellungsästhetik wie nach der Rezeptions- und Wirkungsästhetik stellt. Ein umfangreiches Kapitel ist der Frühphase des Filmisch-Erhabenen gewidmet. Hier analysiert die Autorin beispielhaft die Filme INTOLERANCE (1916) von D. W. Griffith, NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS (1922) von F. W. Murnau, PANZERKREUZER POTEMKIN (1925) von Sergej Eisenstein und NAPOLÉON (1927) von Abel Gance. Zwischenkapitel handeln vom Filmisch-Erhabenen und der Filmphilosophie, von Emotionen in der Filmtheorie und Erfahrungsmodi des Filmisch-Erhabenen. Den Bogen zur jüngeren Filmgeschichte schlägt die Autorin mit einem Kapitel, in dem auf fast 100 Seiten sieben Filme aus den Jahren 2002 bis 2010 analysiert werden: INTO THE WILD von Sean Penn („Subjekt und Naturgewalt“), 2012 von Roland Emmerich („Zwischen dem Erhabenen und dem Lächerlichen“), HERO von Zhang Yimou („Das Erhabene der Masse und seine Ambivalenz“), THE PASSION OF CHRIST von Mel Gibson („Vermessung eines leidenden Körpers und die Imagination“), THE FOUNTAIN von Darren Aronofsky im Vergleich zu FRÜHLING, SOMMER, HERBST, WINTER… UND FRÜHLING von Kim Ki-duk („Tod im Kino: Das Erhabene zwischen Anschauen und Vorstellen“) und INCEPTION von Christopher Nolan („Entgrenzung der Imagination“). Die Filmanalysen von Jihae Chung sind sehr präzise und konzentrieren sich auf die für ihr Thema wichtigen Aspekte. Die begleitenden Abbildungen, zum Teil in Farbe, sind in der Verkleinerung oft grenzwertig (24 Bilder auf einer Seite), aber technisch hochwertig. Mit 758 Anmerkungen und Quellenverweisen ist der wissenschaftlichen Absicherung Genüge getan. Mehr zum Buch: das-erhabene-im-kinofilm.html

Locarno

2016.LocarnoHeute beginnt das 69. Film-festival in Locarno. Im internatio-nalen Wett-bewerb sind 17 Filme zu sehen, zwei kommen aus Deutsch-land: DER TRAUM-HAFTE WEG von Angela Schanelec und MARIJA von Michael Koch; bei acht Filmen haben Frauen Regie geführt. Präsident der Jury ist der Regisseur Arturo Ripstein. Geehrt werden in diesem Jahr die Schau-spielerin Jane Birkin, der Schauspieler Bill Pulman, der Komponist Howard Shore, der Produzent David Linde, die Regisseure Alejandro Jodorowsky und Roger Corman. Erinnert wird an die jüngst Verstor-benen Abbas Kiarostami und Michael Cimino. Eine große Attraktion sind in Locarno die abendlichen Vorführungen auf der Piazza Grande. Hier sind u.a. auch die Filme VOR DER MORGENRÖTE von Maria Schrader und PAULA von Christian Schwochow zu sehen. Die Retrospektive ist diesmal dem Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1963 gewidmet: „Geliebt und verdrängt“. Die Auswahl der 73 Filme haben Olaf Möller und Roberto Turigliatto getroffen. Es sind Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme zu sehen. Geehrt wird in diesem Zusammenhang der Schauspieler Mario Adorf, der in mehreren Filmen mitspielt. Hier findet man eine Liste der gezeigten Titel: luglio-retrospettiva.html. Partner bei der Retrospektive ist das Deutsche Filminstitut in Frankfurt. Die Filme werden anschließend auch in Zürich, Frankfurt, Düsseldorf und Berlin gezeigt. Mehr zum Festival: festival-del-film-locarno/home.html. Das Festival endet am 13. August.

Setsuko Hara

2016.Setsuko HaraVor einem knappen Jahr, am 5. September 2015, ist sie im Alter von 95 Jahren gestorben. Setsuko Hara, die zwischen 1935 und 1962 in über 100 Filmen gespielt hat, habe ich über Jahrzehnte verehrt. Vor allem die Filme von Yasujiro Ozu habe ich immer wieder gesehen, und natürlich ist TOKYO MONOGATARI (1953) immer noch mein Lieblingsfilm. Das Arsenal widmet Setsuko Hara ab heute eine Hommage, in der insgesamt 13 Filme zu sehen sind: fünf Filme von Ozu und außerdem PRIEST OF DARKNESS (1936) von Sadao Yamanaka, TOCHTER DES SAMURAI (1936) von Arnold Fanck, THE BALL AT ANJO HOUSE (1947) von Kozaburo Yoshimura, HERE’S TO THE GIRLS (1949) von Keisuke Kinoshita, HAKUCHI (1951) von Akira Kurosawa, REPAST (1951), SUDDEN RAIN (1956) und DAUGHTERS, WIVES AND A MOTHER (1960) von Mikio Naruse. Die meisten dieser Nicht-Ozu-Filme sind mir bisher unbekannt. Ich werde in den nächsten Wochen öfter ins Arsenal gehen. Mehr zur Retrospektive: august/02/article/6103/3003.html