Eva Mattes über sich selbst

Die Schauspielerin Eva Mattes (*1954) hat eine Autobiografie verfasst, sie hat den Titel „Wir können nicht alle wie Berta sein“ (ein Zitat aus dem Ibsen-Stück „Die Wildente“) und ist im Ullstein Verlag erschienen (320 S., 19,99 €). Für die bundesdeutsche Filmgeschichte seit den 1970er Jahren ist Eva Mattes eine Schlüsselfigur. Michael Verhoeven (O.K.), Rainer Werner Fassbinder (DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT, WILDWECHSEL) und Roland Klick (SUPERMARKT) haben sie bekannt gemacht, als sie noch ein Teenager war. Später hat sie sich emanzipiert und auch auf der Bühne Karriere gemacht (Peter Zadek). Inzwischen agiert sie als „Tatort“-Kommissarin am Bodensee (damit wurde sie endgültig populär). Ihre Erinnerungen sind leichter, aber sympathischer Lesestoff.

Emir Kusturicas bisheriges Leben

Der serbische Regisseur Emir Kusturica (*1955 in Sarajewo) zieht Zwischenbilanz: „Der Tod ist ein unbestätigtes Gerücht“ heißt sein Buch mit dem Untertitel „Mein bisheriges Leben“ (Albrecht Knaus Verlag, 352 S.). An seinem ersten Schultag flog Juri Gargarin ins All („Ich denke, Gagarin kam schneller im Weltraum an als ich in der Hasan-Kikic-Grundschule.“) Kusturica ist ein guter Erzähler. Das macht seine Filme interessant und auch diese Autobiografie.

Kurosawa-Retrospektive

Weil es seit 150 Jahren freundschaftliche Beziehungen zwischen Japan und Deutschland gibt, präsentiert das Japanische Kulturinstitut (Köln) in Zusammenarbeit mit dem Berliner Arsenal, dem Filmmuseum Düsseldorf, dem Deutschen Filminstitut in Frankfurt, der Kinemathek Hamburg, dem Filmmuseum München und dem Filmhaus Nürnberg in sieben Städten eine große Akira-Kurosawa-Retrospektive (30 Titel). In Düsseldorf ist vom 11. Oktober bis 26. Februar 2012 auch eine Kurosawa-Ausstellung zu sehen. Da darf man durchaus noch einmal an Kurosawas Buch „So etwas wie eine Autobiographie“ erinnern, erschienen 1986 bei Schirmer/Mosel, damals mein Buch des Jahres: www.hhprinzler.de/filmbuecher/so-etwas-wie-eine-autobiographie/

Fatih Akin über sein Leben und seine Filme

Fatih Akin (*1973 in Hamburg) ist einer der wichtigen Protagonisten des deutschen Gegenwartskinos. Seit seinem Debütfilm KURZ UND SCHMERZLOS kann er mit Aufmerksamkeit rechnen. Der Berlinale-Sieger GEGEN DIE WAND machte ihn berühmt. Der Filmjournalist Volker Behrens und der Verlagslektor Michael Töteberg waren seine Gesprächspartner für eine Zwischenbilanz seines Lebens. Weil Akin ein Boxfan und Kämpfer ist heißt das Buch „Im Clinch“. Erschienen im Rowohlt Verlag (256 S., 24,95 €). Viele Bilder.

Jean Harlow: Marilyns Idol

Sie war ein Hollywood-Star der 1930er Jahre, dessen Mythos Nachwirkungen hatte. Zu ihrem 100. Geburtstag ist eine Biografie erschienen, verfasst von der Kieler Anglistin Bettina Uhlich, die viele Jahre recherchiert hat und – aus der Perspektive eines Fans – eine Stargeschichte erzählt. „Das Leben der Leinwandgöttin Jean Harlow“, erschienen im Militzke Verlag, Leipzig (256 S., 19,80 €).  Das Buch endet mit einem  Zitat aus Adam Victors „Marilyn-Monroe-Enzyklopädie“: „Wir scheinen irgendwie denselben Geist zu haben. Ich fragte mich, ob ich auch jung sterben würde wie sie.“ (MM über JH)  Im kommenden Jahr steht Marilyns 50. Todestag im Kalender.

Robert Redford 75

Robert Redford, einer der großen Darsteller des amerikanischen Kinos, wird heute 75 Jahre alt. Der irische Schriftsteller Michael Feeney Callan hat eine umfangreiche Biografie über ihn verfasst, die rechtzeitig auch auf Deutsch erschienen ist: Droemer Verlag, München, 752 Seiten, 22,99 €. Von Susan Vahabzadeh stammt eine sehr lesenswerte Rezension des Buches, die am 10. August in der  Süddeutschen Zeitung publiziert wurde.

20 Jahre montage/av

Seit zwanzig Jahren gibt es die filmtheoretische Zeitschrift montage/av. Sie behandelt – ihrem Titel gerecht werdend – Aspekte des Filmschnitts und der audiovisuellen Montage. Im Jubiläumsheft gibt es Beiträge u.a. von Hans Beller, Oksana Bulgakowa, Harun Farocki, Christine N. Brinckmann, Ulrich Gregor, Malte Hagener, Karl Prümm, Gerhard Schumm, Kristin Thompson und Hans J. Wulff, der auch zusammen mit Britta Hartmann für die Redaktion verantwortlich zeichnet. Gratulation zum Jubiläum!   Mehr über die Zeitschrift unter http://www.montage-av.de

Mythos DER PATE

Vor fast vierzig Jahren kam der erste Teil von Coppolas GODFATHER in die Kinos, vor zwanzig Jahren der dritte. Ein großes Filmepos des 20. Jahrhunderts. 14 Autorinnen und Autoren, alle der Filmwissenschaft der Universität Mainz verbunden, analysieren die wichtigsten Aspekte der inzwischen mythischen Trilogie. Der Band ist in der Reihe „Deep Focus“ bei Bertz + Fischer erschienen. Mit einem brillanten Farbteil in der Mitte. Es ist das zwanzigste Buch von Norbert Grob als Autor und/oder Herausgeber.

 

Abschied von Michael Althen

Der Autor und Kritiker Michael Althen, Filmredakteur der Frankfurter Allgemeinen, starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 48 Jahren. Sein Buch „Warte, bis es dunkel wird“, erschienen 2002, ist die schönste Liebeserklärung an das Kino, die ich kenne. „Wie sollen wir nur leben, schreiben, schauen ohne ihn?“, fragt Claudius Seidl in seinem Nachruf. Eine Anfang Mai eingerichtete Website mit seinen Texten wird von Freunden und Kollegen redaktionell betreut: www.michaelalthen.de

 

50. Lieferung CineGraph

Das Lexikon zum deutschsprachigen Film, herausgegeben von Hans-Michael Bock in Hamburg, gib es seit 1984 im Verlag edition text + kritik. Wer sich mit deutscher Filmgeschichte beschäftigt, kommt an ihm nicht vorbei. Es ist als Loseblattsammlung trotz Internet und „filmportal.de“ unverzichtbar. In der Jubiläumslieferung werden u.a. Lotte H. Eisner (gewürdigt von Michael Töteberg) und Pat & Patachon (porträtiert von Hauke Lange-Fuchs) mit Bio-/Filmographie und Essay vorgestellt . 137 Ergänzungsblätter zum einsortieren und nutzen.  Mehr über das Lexikon: http://www.cinegraph.de/CGLex.html