Zur Dramaturgie des Dokumentarfilms

2002 erschien bei Bastei Lübbe die Erst-ausgabe von Thomas Schadts Dramaturgie des Dokumentarfilms: „Das Gefühl des Augenblicks“. Darin wurde so etwas wie ein Glaubensbekenntnis zur Authentizität des Dokumentarischen formuliert. Zehn Jahre später – inzwischen ist Thomas Direktor der Ludwigsburger Filmakademie – gibt es im Konstanzer uvk Verlag eine dritte, über-arbeitete Auflage des Buches. Was hat sich inzwischen verändert? Darüber diskutieren heute in der Akademie der Künste am Pariser Platz Ebbo Demant, Philip Gröning, Hans Helmut Prinzler, Thomas Schadt und Astrid Schult, moderiert von Beatrice Ottersbach. Mehr über das Buch: 3c054957f/

Classical Hollywood in Mainz

In einem zweitägigen Colloquium, geleitet von Elisabeth Bronfen und Norbert Grob, blickt man am 26. und 27. Januar im Mainzer Institut für Filmwissenschaft zurück auf das Klassische Hollywoodkino. Zu den Referenten gehören Johannes Binotto, Marion Löhndorf, Thomas Meder, Karlheinz Oplustil. Zu Gast sind Manuela Reichart und Hans Helmut Prinzler. Für den Herbst ist im Reclam-Verlag der Beginn einer Buchreihe über Filmepochen angekündigt. Zu den ersten Bänden gehört „Classical Hollywood“, herausgegeben von Elisabeth Bronfen und Norbert Grob.

300. Geburtstag Friedrichs des Großem

Heute wird in Deutschland der 300. Geburt-stag von Friedrich II. gefeiert. Das Festpro-gramm ist umfangreich, es gibt Staatsakte, Ausstellungen, Fernsehereignisse, Film-reihen. Einen originellen Beitrag zum runden Geburtstag liefert das Filmmuseum Potsdam in Zusammenarbeit mit Absolut Medien: eine DVD mit dem Titel „Friedrich II. und der Film“. Sie enthält Kurzfilme aus verschie-denen Jahrzehnten, ein Interview mit Michael Gebühr, dem Sohn von Otto Gebühr, der zwischen 1919 und 1942 in 15 Filmen den König gespielt hat, und die Komödie DIE TÄNZERIN VON SANSSOUCI aus dem Jahr 1931.

Filmische Atmosphären

Dies ist der 30. Band der „Zürcher Film-studien“, die seit zehn Jahren im Schüren Verlag publiziert werden und  von Christine N. Brinckmann initiiert wurden. Der vorliegende Band dokumentiert die Beiträge einer Tagung zum zwanzigjährigen Bestehen des Instituts für Filmwissenschaft an der Universität Zürich. In 17 Texten wird den Atmosphären im Film und in den Räumen, in denen Filme rezipiert werden, also im Kino, nachgegangen. Mit Texten von Anne Paech, Jörg Schweinitz, Barbara Flückinger, Alexandra Schneider, Hans J. Wulff, Britta Hartmann, Tereza Smid, Franziska Heller, Michael Wedel, Daniel Wiegand, Wolfgang Beilenhoff, Christine N. Brinck-mann, Veronika Rall, Patrick Straumann, Joachim Paech, Volker Gerling. Das Schweizer Institut wird inzwischen von Margrit Tröhler geleitet, die auch das Vorwort geschrieben hat. Mehr über das Buch:  www.schueren-verlag.de/paymate/search.php?vid=2&aid=3215

Bayerischer Filmpreis für Wim Wenders

Vor 27 Jahren wurde in München im Rahmen des Bayerischen Filmpreises erstmals ein Ehrenpreis vergeben: an Douglas Sirk. Heute erhält Wim Wenders diese Auszeichnung. Er gehörte 1967 zum ersten Jahrgang der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film und 1971 zu den Gründungsmitgliedern des Filmverlags der Autoren, hat inzwischen an die 40 Filme gedreht und wurde in Bayern zweimal mit dem Regiepreis ausgezeich-net: für DER HIMMEL ÜBER BERLIN (1987) und IN WEITER FERNE, SO NAH! (1993). Die Laudatio hält in der Regel der Ministerpräsident persönlich. Im März erscheint bei Schirmer/Mosel ein Buch über Wims PINA-Film:  „Pina – Der Film und die Tänzer“. Mit einem Text von Wim Wenders und Fotos von Donata Wenders. Mehr über das Buch: kkvmukd3

Was ist Kino?

Es ist nun schon das 17. Bremer Symposium zum Film, das vom 19. bis 21. Januar im neuen Bremer Kino City46 veranstaltet wird. Unter dem Titel „Was ist Kino?“, der einem irgendwie bekannt vorkommt, geht es um „Auswählen, Aufführen, Erfahren“. Referenten sind Francesco Casetti, Malte Hagener, Alexander Horwath, Cornelia Klauß, Dominique Paini und Stefanie Schulte-Strathaus. Mehr zum Programm: www.city46.de/symposium.html. Am 19. Januar findet die 14. Verleihung des Bremer Filmpreises statt. Er geht in diesem Jahr an die Kamerafrau Caroline Champetier (Foto). Und am 20. Januar wird eine Ausstellung des britischen Experimentalfilmers John Smith in der Weserburg eröffnet. Drei tolle Tage in Bremen.

Ehrenpreis für Alfred Holighaus

Er hat sie gegründet und ihr viele Jahre ein Profil gegeben: die Reihe „Perspektive deutsches Kino“ als Sektion der Berlinale. Dafür wird er heute mit dem ersten Ehren-preis des Filmfestivals in Saarbrücken geehrt. Inzwischen ist Alfred Holighaus (*1959) Geschäftsführer der Deutschen Filmaka-demie. Und mancher erinnert sich vielleicht daran, dass er von 1984 bis 1995 zuerst Filmredakteur und dann Redaktionsleiter des Berliner TIP gewesen ist. In diesem Zusammen-hang hat er auch die TIP-Filmjahrbücher herausgegeben. Lang ist’s her. Was ich vergessen hatte: dass er schon 1980 zusammen mit Guntram Lenz das Buch „Wählt, damit es uns gut geht“ publiziert hat; Untertitel „Dichter und Demokratie im Blickpunkt deutscher Lyrik und Prosa von 1840 bis zur Gegenwart“. Damals war Alfred 21 Jahre alt. Glückwunsch zum Ehrenpreis!

Töne der Angst

Es gab den Horror schon im Stummfilm, aber der Ton hat ihm eine wichtige zusätzliche Wirkungskraft verliehen. Das Buch von Frank Hentschel untersucht analytisch die „Töne der Angst“. Es geht um Musik und Geräusche, um Atonalität und Elektronik, um Geistliche Musik, Kinderlieder und Spiel-uhren. Kluge Gedanken zu Filmen wie THE BIRDS, THE SHINING, CANDYMAN und THE INNOCENTS. Im Mittelpunkt stehen die 1960er und 70er Jahre. Mit vielen Abbildun-gen in guter Qualität, einem Glossar, einem umfangreichen Literatur-verzeichnis und einer beigelegten DVD, die mit Filmausschnitten die Analysen konkretisiert. Mehr Informationen: http://www.bertz-fischer.de/toenederangst.html

Margarethe von Trotta

Im Münchner Filmmuseum findet zurzeit eine Margarethe von Trotta-Retrospektive statt. Gezeigt werden bis zum 26. Februar ihre 21 Regiefilme und das Porträt DIE NEUGIER IMMER WEITER TREIBEN von Peter Buchka (1995).  Sie hat im Dezember ihren Hannah Arendt-Film mit Barbara Sukowa abgedreht. Noch immer lesenswert ist das Buch von Thilo Wydra: Margarethe von Trotta – Filmen, um zu überleben (Berlin: Henschel 2000), auch wenn ihre letzten Filme darin fehlen. Mehr zur Retrospektive: www.stadtmuseum-online.de/aktuell/trotta.pdf

Die Lust am Genre

Im Oktober 2010 fand im Berliner Museum für Film und Fernsehen ein Symposium der Deutschen Kinemathek über Tradition und Erneuerung des Thrillers aus Deutschland statt. Sieben zum Teil überarbeitete Referate und sieben „Fallbeispiele“ sind jetzt, heraus-gegeben von Rainer Rother und Julia Pattis, in einem Buch nachzulesen (Verlag Bertz + Fischer, 224 S., 19,90 €). Unter den Autoren findet man Jan Distelmeyer, Britta Hart-mann, Andreas Kilb, Stefan Pethke, Ralf Schenk, Chris Wahl, Michael Wedel. Malte Hagener klärt zu Beginn den Begriff „Genre“ und Hans-Christoph Blumenberg fordert „Gerechtigkeit für Gerd Oswald“. Mehr über das Buch unter fd1086b21