Abschied von Michael Althen

Der Autor und Kritiker Michael Althen, Filmredakteur der Frankfurter Allgemeinen, starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 48 Jahren. Sein Buch „Warte, bis es dunkel wird“, erschienen 2002, ist die schönste Liebeserklärung an das Kino, die ich kenne. „Wie sollen wir nur leben, schreiben, schauen ohne ihn?“, fragt Claudius Seidl in seinem Nachruf. Eine Anfang Mai eingerichtete Website mit seinen Texten wird von Freunden und Kollegen redaktionell betreut: www.michaelalthen.de

 

50. Lieferung CineGraph

Das Lexikon zum deutschsprachigen Film, herausgegeben von Hans-Michael Bock in Hamburg, gib es seit 1984 im Verlag edition text + kritik. Wer sich mit deutscher Filmgeschichte beschäftigt, kommt an ihm nicht vorbei. Es ist als Loseblattsammlung trotz Internet und „filmportal.de“ unverzichtbar. In der Jubiläumslieferung werden u.a. Lotte H. Eisner (gewürdigt von Michael Töteberg) und Pat & Patachon (porträtiert von Hauke Lange-Fuchs) mit Bio-/Filmographie und Essay vorgestellt . 137 Ergänzungsblätter zum einsortieren und nutzen.  Mehr über das Lexikon: http://www.cinegraph.de/CGLex.html

 

AugenBlick Nr. 50

Die „Marburger Hefte zur Medienwissen-schaft“ erschienen erstmal im Dezember 1985, herausgegeben vom Institut für Neuere deutsche Literatur an der Universität Marburg. Augen-Blick Nr. 1 war dem „neuesten deutschen Film“ gewidmet. In der Nr. 50 geht es um Bildpraxen zwischen Wissenschafts- und Populärkultur. Inzwischen handelt es sich um eine Publikation des Instituts für Medienwissen-schaft der Marburger Universität.

 

Schriften zum Kino

76 Texte von Karsten Witte (1944-1995) sind als Sammelband bei Vorwerk 8 in Berlin erschienen. Sie stammen aus den Jahren 1974 bis 93 und behandeln das (west) deutsche, das japanische, italienische, französische und afrikanische Kino und die Theorie von Filmkritik und Filmgeschichts-schreibung. Herausgegeben von Bernhard Groß und Connie Betz. Das Titelbild hat Ulrike Ottinger fotografiert. Auf critic.de gibt es eine lesenswerte Rezension des Buches von Bodo Traber:  karsten-witte-eine-ueberfaellige-wiederentdeckung-3490/

 

Verändertes Herausgeberkollegium

Seit 27 Jahren gibt es die Zeitschrift „MEDIENwissenschaft: Rezensionen-Reviews“. Sie wurde 1984 von Thomas Koebner und Karl Riha gegründet und liefert viermal im Jahr Besprechungen zu neuen Büchern aus den Bereichen „Medien/ Kultur“, „Buch, Presse und andere Druckmedien“, „Fotografie und Film“, „Hörfunk und Fernsehen“ und „Neue Medien“. In der Regel stammen die Rezensionen von kompetenten internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Redaktion hat ihren Sitz in Marburg. Mit der Emeritierung von Karl Prümm hat sich jetzt das Herausgebergremium verändert. Verantwortung tragen nun Malte Hagener (Nachfolger von Karl Prümm), Angela Krewani, Karl Riha und Burkhard Röwekamp.

Michael Haneke

Daniela Sannwald hat als Gast-herausgeberin das Heft 21 der Film-Konzepte betreut Es ist dem Österreicher Michael Haneke gewidmet. In sieben exzellenten Beiträgen von Andreas Unterböck, Michael André, Christina Tilmann, Kristina Jaspers, Anke Sterneborg, Günter Krenn und der Herausgeberin werden viele der inzwischen schon 20 Filme des Regisseurs aus unterschiedlichen Perspektiven analysiert. (Verlag edition text + kritik, 102 S., 21 €).

Das Ende der DEFA

1990 endete mit der deutschen Einigung die aktive Zeit des DDR-Filmkonzerns DEFA. Die Abläufe dabei waren unübersichtlich. Der Autor Wolfgang Gersch, in der DDR als Filmhistoriker tätig („Film bei Brecht“, „Schweizer Kinofahrten“, „Chaplin in Berlin“), übernahm 1990 im Kultur-ministerium der Regierung de Maizière als Abteilungsleiter Verantwortung für den Filmbereich und war ab Oktober 1990 Mitarbeiter im Filmreferat des Bundes (zuerst BMI, dann BKM). Gersch schildert in einem „persönlichen Bericht“, wie 1990 das Ende der DEFA begann. Sein Text mit Dokumenten (154 S.) ist höchst informativ und wurde als Manuskript von der DEFA-Stiftung herausgegeben. Für 7 € + Versand zu erwerben bei defa-spektrum. http://defa-spektrum.de/?Publikationen/module=Shop,Manuskripte,viewitem,00093

Neues Scenario

Traditionell während der Berlinale stellt der Herausgeber Jochen Brunow sein Jahrbuch “Scenario” vor, den Film- und Drehbuch-Almanach im Verlag Bertz + Fischer. Es ist nun schon der fünfte Band. Im Mittelpunkt steht wieder ein Werkstattgespräch (Rolf Basedow), Dominik Graf würdigt seine Autoren, Holger Karsten Schmidt blickt auf das Jahr 2010 zurück. Es gibt “Backstories”, “Lesezeichen” und das Drehbuch des Jahres. Erstmals erscheint “Scenario” mit Unterstützung der Deutschen Filmakademie.  Auf den neuen Band wird auch im Perlentaucher hingewiesen: www.perlentaucher.de/buch/35890.html

Zur Geschichte der amerikanischen Filmkritik

Der Titel klingt hochstaplerisch, aber „The Complete Story of American Film Criticism“ von Jerry Roberts, kürzlich erschienen bei Santa Monica Press, ist ein fast liebevoller Rückblick auf hundert Jahre amerikanische Filmkritik. Man findet viele Informationen über die meinungsfreudigen Rezensenten zum Beispiel der New York Times, des New Yorker, der wichtigsten Filmzeitschriften und der Fernsehsender.