Helene Schwarz 85

Heute wird Helene Schwarz, die Seele der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, 85 Jahre alt. Sie ist seit 45 Jahren Mitarbeiterin der Studienleitung und inzwischen im Nebenamt auch Schatz-meisterin der Freunde und Förderer der dffb. Vor sieben Jahren erhielt sie von Dieter Kosslick die Berlinale-Kamera nach der Uraufführung des Films WER IST HELENE SCHWARZ? von Rosa von Praunheim. Vor einem Jahr wurde sie mit dem Ehrenpreis von Firsts Steps ausgezeich-net. Gestern Abend haben wir im Helene-Schwarz-Café im Filmhaus in ihren Geburtstag hineingefeiert. Und nach der Berlinale wird auch wieder donnerstags Skat gespielt. Meine Verbeugung vor Helene findet man unter www.hhprinzler.de/1996/09/helene-schwarz/

100 Jahre Babelsberg

Jubiläum in Babelsberg: 100 Jahre Film-studio. Mit einem Festakt wird das Ereignis heute gefeiert. Daniela Sannwald und Christina Tilmann hatten vor einem Jahr die schöne Idee zu einer sehr speziellen Publikation. Sie begaben sich auf eine Spurensuche nach all den Frauen, die in Babelsberg als Regisseurinnen, Schauspie-lerinnen oder in anderen Funktionen eine Rolle gespielt haben. Das Buch, unterstützt von der Berlinale, der DEFA-Stiftung und der Deutschen Kinemathek, ist soeben im Verlag Edition Ebersbach (128 S., 19,80 €) erschienen. Mit Beiträgen über Asta Nielsen, Thea von Harbou, Marlene Dietrich, Anny Ondra, Rosa und Henny Porten, Leni Riefenstahl, Renate Müller, Lilian Harvey, Zarah Leander, Sibylle Gerstner, Hildegard Knef, Evelyn Carow, Jutta Hoffmann, Angelica Domröse, Margarethe von Trotta, Helke Misselwitz und Silke Buhr, verfasst von Christina Tilmann, Anke Sterneborg, Fatih Özgüven, Frank Noack, Daniela Sannwald, Barbara Sichtermann, Günter Krenn, Christian Schröder, Claudia Lenssen, Andreas Ungerböck, Jürgen Trimborn, Silvia Hallensleben, Kerstin Decker (2 Texte), Thilo Wydra, Hans Helmut Prinzler und Kristina Jaspers. Mit einem Vorwort von Dieter Kosslick. Mehr über das Buch: www.edition-ebersbach.de/details.php?p_id=232  Mein Text über Helke Misselwitz:  www.hhprinzler.de/2012/02/helke-misselwitz/

Scenario 6

Nun schon zum sechsten Mal präsentiert der Herausgeber Jochen Brunow seinen Film- und Drehbuchalmanach am ersten Berlinale-Samstag. Die neue Ausgabe enthält u.a. ein Werkstattgespräch mit Bernd Lange, Essays von Anna Praßler, Keith Cunningham, André Georgi und Thomas Knauf, ein Journal von Monika Bauert über DAS BOOT, kommen-tiert von Michael Töteberg, Backstory-Splitter von Richard Brooks und Gerd Midding und – wie immer – das beste unverfilmte Drehbuch des Jahres. Senta Berger wird bei der Präsentation im Museum für Film und Fernsehen Passagen aus dem Buch vorlesen und kommentieren. Mehr über Scenario 6:  http://www.bertz-fischer.de/scenario6.html

Berlinale: Die Retrospektive

„Die rote Traumfabrik“ ist der Titel der Retrospektive der 62. Berlinale. Es geht um die Produktionen des großen russischen Studios Meschrabpom und die Zusammen-arbeit mit der deutschen Produktionsgesell-schaft Prometheus. Über 40 Stumm- und Tonfilme stehen auf dem Programm. Die Kinemathek kooperiert bei der Retrospektive in diesem Jahr erstmals mit dem Museum of Modern Art. Ein spezielles Ereignis ist die Aufführung einer rekonstruierten Fassung des Films OKTJABR von Sergej Eisenstein (1928) am 10. Februar im Friedrichstadtpalast. Zur Retrospektive erscheint eine Publikation im Verlag Bertz + Fischer, herausgegeben von Günter Agde und Alexander Schwarz; Redaktion: Karin Herbst-Meßlinger. Das Titelfoto wirkt ziemlich düster. Mehr zur Publikation: www.bertz-fischer.de/rotetraumfabrik.html

Berlinale

Heute beginnen die 62. Berliner Filmfest-spiele. Für mich persönlich sind es die 53.  Ab Mitte Dezember wartet man auf Pro-grammankündigungen, freut sich auf bestimmte Filme, und wenn man ein freier Mensch ohne Sektionsverantwortung ist, macht man nach der Pressekonferenz und dem dort veröffentlichten Programm seinen subjektiven Zeitplan. Ein paar spezielle Empfehlungen aus der Auswahlkommission werden eingearbeitet. Die Eröffnung und die Abschlussveranstaltung  sind privilegierte Pflicht- und Neigungs-termine. Und zwischendurch gibt es die vielen Verabredungen mit Freunden und Bekannten, die in diesen zehn Tagen in Berlin sind. Was für eine schöne, vielversprechende Zeit.

Motive des Films

40 Autorinnen und Autoren beteiligen sich in dieser Festschrift zum 60. Geburtstag des Filmwissenschaftlers Hans J. Wulff an einem „kasuistischen Fischzug“: es geht um Motive im Film. Eine Auswahl: Eisen-bahnen, Traktoren, Dampfer, Fahrräder, Automobil-Oldtimer, Straßenköter, böse Hunde, Aquarien, Insekten, animierte Bären, Raucher, Essstäbchen, Bier, die Unschuld vom Lande, Schlafende, Barfüßler, Türen, Treppen, Spiegel, Schaukeln, Mauern, Gefangene, Höllenstürze, Countdowns, Immobilienmakler, Lehrer, Schreibmaschinen, Regen, Licht und Schatten, Aufräumen. Den Texten vorangestellt ist ein Essay des Geehrten über Konzepte des Motivs und der Motivforschung in der Filmwissenschaft. Ein anregendes Buch, das viele weitere Assoziationen auslöst. (Schüren Verlag, 336 S., 29,90 €).

Über Christian Petzold

Christian Petzolds neuer Film BARBARA nimmt am Wettbewerb der Berlinale teil. Über den eigenwilligen, stilbildenden Regisseur ist gerade eine kluge Publikation erschienen, die Diplomarbeit der Mainzer Mediendramaturgin Johanna Schwenk: „Leerstellen – Resonanz­räume. Zur Ästhetik der Auslassung im Werk des Filmregisseur Christian Petzold“ (Nomos Verlag, Baden-Baden, 102 S., 29 €). Ausgehend von der Leerstellen-Theorie in der Literatur und  der Bildenden Kunst analysiert die Autorin speziell Petzolds Gespenster-Trilogie (DIE INNERE SICHERHEIT, GESPENSTER, YELLA) mit dem Blick auf Zeit, Raum und Bewegung. Ihre Befunde sind auch in der knappen Formulierung spannend und erkenntnisreich. Der Anhang enthält ein Interview mit Petzold.

Mario Adorf-Ausstellung

Heute wird in der Akademie der Künste am Pariser Platz eine Ausstellung eröffnet, die dem Schauspieler Mario Adorf (* 1930) gewidmet ist. Seit 1954 ist er im deutschen und internationalen Film präsent, oft als Schurke und immer in eigenwilliger Profilierung. Seine Filmografie umfasst 153 Titel. Erstmals sind in der Ausstellung – neben Filmausschnitten – zahlreiche Fotos, Plakate, Briefe und Manuskripte aus Adorfs umfangreichem persönlichen Archiv zu sehen, das er in die Obhut der Akademie gegeben hat.

20 Jahre Zeughauskino – Fritz Lang-Retrospektive

Seinen 20. Geburtstag feiert das Berliner Zeughauskino ab 1. Februar im Deutschen Historischen Museum mit einer fast voll-ständigen Retrospektive der Filme von Fritz Lang. Bis zum 31. März stehen 27 Titel des Regisseurs auf dem Programm, zwei Filme über Lang und LE MÉPRIS von Godard mit Lang als Darsteller. Zum Teil werden Kopien restaurierter oder rekonstruierter Fassungen gezeigt, die Stummfilme werden live am Flügel begleitet. Zur Eröffnung gibt es eine Festrede von Michael Wedel und den Film M (1931). Das Programm: www.dhm.de/kino/fritz_lang.html

Zur Dramaturgie des Dokumentarfilms

2002 erschien bei Bastei Lübbe die Erst-ausgabe von Thomas Schadts Dramaturgie des Dokumentarfilms: „Das Gefühl des Augenblicks“. Darin wurde so etwas wie ein Glaubensbekenntnis zur Authentizität des Dokumentarischen formuliert. Zehn Jahre später – inzwischen ist Thomas Direktor der Ludwigsburger Filmakademie – gibt es im Konstanzer uvk Verlag eine dritte, über-arbeitete Auflage des Buches. Was hat sich inzwischen verändert? Darüber diskutieren heute in der Akademie der Künste am Pariser Platz Ebbo Demant, Philip Gröning, Hans Helmut Prinzler, Thomas Schadt und Astrid Schult, moderiert von Beatrice Ottersbach. Mehr über das Buch: 3c054957f/