Pasolini im Schwulen Museum

Als Hommage zum 90. Geburtstag versteht sich die Ausstellung über den italienischen Filmemacher, Schriftsteller und Maler Pier Paolo Pasolini (1922-1975) im Berliner Schwulen Museum. Der Kurator Wolfgang Theis verbindet anschaulich das Werk von PPP mit dessen Biografie. Plakate, Fotos, Bücher und Dokumente erinnern vor allem an die Filme, die ein bisschen in Vergessenheit geraten sind. Vor 35 Jahren habe ich für die „Blaue Reihe“ den Datenteil des Pasolini-Bandes zusammengestellt. Bei einer Führung gestern Abend ist mir die Komplexität des Pasolini-Werkes wieder bewusst geworden. Mehr zur Ausstellung, die noch bis zum 1. Mai zu sehen ist: www.schwulesmuseum.de/index_aktuelle_ausstellung_pasolini.htm

Chaplin-Ausstellung in Frankfurt

Im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main gibt es ab heute eine Ausstellung und eine Filmreihe mit dem Titel „Charlie, the Bestseller – Chaplins Tramp, Ikone zwischen Kino, Kunst & Kommerz“. Bis zum 13. Mai sind Dokumente und Objekte aus dem berühmten Chaplin-Archiv Wilhelm Staudingers zu sehen, das vom Deutschen Filminstitut als Dauerleihgabe verwahrt wird. Die Filmreihe bietet einen Querschnitt der filmischen Arbeiten von Chaplin. Mehr Informationen unter charlie-the-bestseller/

Margarethe von Trotta 70

Die deutsche Regisseurin Margarethe von Trotta wird heute 70 Jahre alt. Seit 35 Jahren steht sie hinter der Kamera, nachdem sie dem Neuen Deutschen Film zehn Jahre als Schauspielerin gedient hatte. Im Mittelpunkt ihrer Filme stehen meist Frauen, die sich mutig und emanzipativ in ihrem Lebens-bereich exponieren. Zu ihren wichtigsten Filmen gehören DIE BLEIERNE ZEIT, ROSA LUXEMBURG und ROSENSTRASSE. Demnächst werden wir ihr neues Biopic HANNAH AHRENDT sehen. Oft – wie auch in diesem Film – ist Barbara Sukowa ihre Hauptdarstellerin. Ich habe zu Margarethes Geburtstag einen Text für die Süddeutsche Zeitung geschrieben:  www.hhprinzler.de/2012/02/an-den-grenzen-der-visionen/

Medialer Aufbruch

„Die innovativen Jahre von Fernsehen und Film in Hamburg 1962 bis 1969“ werden im Rahmen einer Tagung der Universität Hamburg (Department Sprache Literatur Medien) unter Leitung von Joan Kristin Bleicher und Hans-Ulrich Wagner thematisiert. Es geht um Kurzfilm, Spielfilm, experimentellen Animationsfilm und Dokumentarfilm, um Helmut Herbst und Franz Winzentsen (beide sind zu Gast), um Egon Monk, Peter von Zahn, Klaus Wildenhahn und Eberhard Fechner – und natürlich auch um den NDR. Es referieren u.a. Dagmar Brunow, Kay Hoffmann, Knut Hicketier, Judith Keilbach, Julia Schumacher und Andreas Stuhlmann. Mehr zum Programm: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=18240

Preisverleihung Berlinale

Gestern fand bei der Berlinale die Bären-Verleihung statt. Der Jury unter dem Vorsitz von Mike Leigh kann man ein Kompliment machen. Sie hat in einem Wettbewerb mit vielen interessanten Filmen akzeptabel entschieden. Der Goldene Bär für die Tavianis ist wohl eine Verbeugung vor einem Lebenswerk. Besonders gefreut habe ich mich über den Silbernen Regie-Bären für Christian Petzold (BARBARA), den Kamera-Preis für Lutz Reitemeier (WHITE DEER PLAIN) und den Sonderpreis für L’ENFANT D’EN HAUT von Ursula Meier. Sehr beeindruckt hat mich auch Hans-Christian Schmids WAS BLEIBT (kein Preis). Und bester männlicher Darsteller war für mich Robert Duvall in JANE MANSFIELD’S CAR. Ein bisschen spielt ja jeder seinen eigenen Juror. Die Berlinale geht heute zu Ende. Also: zurück ins reale Leben…  Die Preise: petzold-gewinnt-silbernen-baeren-1.1287574

The Cinema of Transgression

YOU KILLED ME FIRST hieß 1985 ein 11-Minuten-Film von Richard Kern. Er gehörte zur Produktion einer Undergroundgruppe, die in den 1980er Jahren in der New Yorker Lower East Side auf Kollisionskurs mit der amerikanischen Gesellschaft ging und in Low Budget-Filmen Kriminalität, Brutalität, Drogenkonsum und Exzesse darstellte. Beispiele des „Cinema of Transgression“ werden ab 19. Februar erstmals in einer Ausstellung in den „KW Institute for Contemporary Art“ in der Berliner Auguststraße gezeigt. Zu den Filmemachern gehörten Karen Finley, Lydia Lunch, Casandra Stark, Mele, Tommy Turner, David Wojnarowicz, Nick Zedd. Bert Rebhandl über die Ausstellung im tip: www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-kunst-und-museen/you-killed-me-first-den-kunst-werken

Teddy Award für Ulrike Otttinger

Die Filmemacherin und Fotografin Ulrike Ottinger (*1942) wird heute im Rahmen der Berlinale für ihr Lebenswerk mit dem Teddy Award ausgezeichnet. Seit 40 Jahren dreht sie experimentelle und dokumentarische Filme, die vor allem in der Bildsprache ihren eigenen Stil haben. Im Herbst 2011 fand im Haus der Kulturen der Welt ihre Ausstellung „Floating Food“ statt. Der Katalog war mein Buch des Monats Oktober 2011: www.hhprinzler.de/filmbuecher/floating-food/

Filme der 2000er

Dies ist der neunte Band der internationalen Filmgeschichte in Dekaden, beginnend mit den 1920ern. Herausgeber der Reihe ist der Dresdner Kunstwissenschafler Jürgen Müller. Jetzt geht es bereits um die ersten zehn  Jahre dieses Jahrhunderts. 139 Filme werden mit Fotos, Texten und Plakaten in Erinnerung gerufen. Darunter sind fünf deutsche Filme: GOOD BYE, LENIN, GEGEN DIE WAND, DAS LEBEN DER ANDEREN, DER BAADER-MEINHOF-KOMPLEX und DAS WEISSE BAND. Dass auf dem Cover noch einmal AVATAR in die Welt blickt, hat eine Logik. Die schwarze Seitengrundierung mit weißer Schrift gibt den Fotos eine spezielle Brillanz. Die Texte zu den Filmen, Personen und film-technischen Begriffen stammen u.a. von Philipp Bühler, Malte Hagener, Lars Penning und Burkhard Röwekamp. Mehr zum Buch: catalogue/film/all/04430/facts.filme_der_2000er.htm

Babelsberg-Storys

Ein alternatives Buch zum 100. Geburtstag von Babelsberg. Thomas Knauf (*1951) war in den 1980er Jahren festangestellter Szenarist bei der DEFA. Von ihm stammen die Drehbücher zu Michael Gwisdeks TREFFEN IN TRAVERS (1988), Peter Kahanes DIE ARCHITEKTEN (1990) und Roland Gräfs DIE SPUR DES BERNSTEIN-ZIMMERS (1992). Nach der deutschen Einigung verbrachte er fünf Jahre in New York, aber mit einer Hollywood-Karriere hat es nicht geklappt. Inzwischen lebt er wieder in Berlin. In diesem Buch erzählt er 32 Geschichten, die sich mit Babelsberg und mit dem Drehbuchschreiben verbinden: Erlebnisse, Reflexionen, Anekdoten. Im Sinne des von ihm verehrten F. Scott Fitzgerald und dessen Romanfigur Pat Hobby. Eingefügt sind 44 Regeln für junge Drehbuchautoren. erschienen&start=

Alexander Kluge 80

Heute wird Alexander Kluge 80 Jahre alt. Ich gratuliere ihm dazu mit größtem Respekt. ABSCHIED VON GESTERN ist noch immer einer meiner Lieblingsfilme. Er hat mich für seine Sendeplattform dctp zweimal inter-viewt: 1998 über die Siodmak-Brüder und den Umgang mit Filmgeschichte (gesendet unter dem Titel F.P.1 ANTWORTET WIEDER), 2003 über Friedrich Wilhelm Murnau. Mit ihm zu sprechen, ist nicht ungefährlich, weil er sich gern vom Thema entfernt und seine labyrinthischen Wege auch ins Risiko führen: plötzlich geht man über dünnes Eis. In 14 Tagen gibt es ein Jubiläum, das eng mit Alexander Kluge verknüpft ist: 50 Jahre Oberhausener Manifest. Seine „Geschichten vom Kino“ waren mein Filmbuch des Monats Februar 2007, sie erschienen zu seinem 75. Geburtstag: www.hhprinzler.de/filmbuecher/geschichten-vom-kino/