Oberhausen: 50 Jahre Manifest

Morgen beginnen die 58. Oberhausener Kurzfilmtage, und weil dort vor fünfzig Jahren das Oberhausener Manifest verlesen wurde, soll das auch gefeiert werden. Natürlich gibt es eine Publikation zum Jubiläum. Sie hat den Titel „Provokation der Wirklichkeit“, ihre Herausgeber sind der Publizist Ralph Eue und der Leiter der Kurzfilmtage Lars Henrik Gass. Der Band enthält Dokumente, Essays und Gespräche. Mehr über das Buch: default_film. Neben dem Buch gehören zur Würdigung des Jahrestages die Restaurierung zahlreicher Filme der Unterzeichner, eine DVD-Edition mit deren Arbeiten, eine Reihe von Filmprogrammen im In- und Ausland, die Website www.oberhausener-manifest.com sowie ein internationales Symposium im Österreichi-schen Filmmuseum Wien am 7. und 8. Juni. Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

Oberhausen auf Arte

Der Regisseur Hansjürgen Pohland (*1934) gehörte zu den 26 Unterzeichnern des Ober-hausener Manifests im Februar 1962. Nach fünfzig Jahren hat er sich für den WDR auf Spurensuche begeben und den 52-Minuten-Film DIE REBELLEN VON OBERHAUSEN gedreht. Zu Wort kommen unter anderem Alexander Kluge, Edgar Reitz und Haro Senft. Zu Gast ist Volker Schlöndorff. Der Film wird heute um 22.15 Uhr auf Arte ausgestrahlt. Anschließend ist Alexander Kluges Film ABSCHIED VON GESTERN (1966) zu sehen. Mehr zum Pohland-Film: year=2012.html (Foto: Haro Senft).

Wenders-Ausstellung in Hamburg

In der Sammlung Falckenberg der Deichtor-hallen in Hamburg-Harburg sind zurzeit und noch bis zum 5. August 60 Fotografien von Wim Wenders zu sehen. Es geht um Orte, die im Verschwinden begriffen sind: „Places, strange and quiet“. Wenders, bekanntlich viel unterwegs, hat in allen Erdteilen fotografiert. Seine Fotos sind eigene Kunstwerke. Achtung: die Besich-tigung ist nur nach Voranmeldung möglich. Mehr zur Ausstellung: index.php?id=230 . Ein Katalog ist 2011 bei Hatje erschienen.

Welttag des Buches

Heute setzen die Stiftung Lesen, der Börsen-verein des Deutschen Buchhandels und viele Verlage zum UNESCO-Welttag des Buches ihre Lesezeichen. Da kann man auch auf dieser Website nicht einfach ein spezielles Filmbuch vorstellen. Da muss man pro-grammatisch darauf hinweisen, wie wichtig Bücher auch für den Film sind. Als Weg-weiser, als Inspirationen, als Quellen und als Motivationen, ins Kino zu gehen und sich einen neuen oder alten Film anzuschauen. Es lebe das Buch! Mehr zum Welttag des Buches: www.welttag-des-buches.de/de/135793

SONNTAG AUS LICHT

Morgen Abend um 23.15 Uhr zeigt WDR 3 einen neuen Film von Enrique Sanchez Lansch: SONNTAG AUS LICHT. Enrique hat die Inszenierung der Urauffüh-rung der Oper von Karlheinz Stockhausen von den ersten Proben bis zur Premiere in der Kölner Oper im April 2011 mit der Kamera beobachtet. Sein Film ist bereits auf mehreren Festivals gezeigt worden. Einen ersten Eindruck vermittelt ein Ausschnitt auf youtube: SiYl2dzs . Mehr zum Film auf der Website von Enrique: von-karlheinz-stockhausen

Installationen

Im Münchner Haus der Kunst sind zurzeit Installationen des kanadischen Künstler-paares Janet Cardiff und George Bures Miller zu sehen, die mit Momenten des Kinos spielen und spezielle Erlebnisräume schaffen. Sie imaginieren Wahrnehmungen, wie sie auch im Kino stattfinden. Und sie können daraus durch akustische Effekte und optische Brechungen eine eigene Kunstwelt formen. Susan Vahabzadeh hat darüber in der SZ vom 20.4. einen wunderbaren Text geschrieben, der leider nicht im Netz abzurufen ist. Mehr zur Ausstellung:   bdf2fffbea739a

Der Film und das Tier

Hühner und Katzen, Löwen und Affen, Dinosaurier und Schmetterlinge – eigentlich haben alle Tierarten ihr spezielles Leinwand-leben. In meiner Bibliothek steht das Buch „Wilde Tiere im Film“ von Joseph Delmont, einem Großwildjäger und Tierfilmregisseur, aus dem Jahr 1925. Ein Lexikon der Filmtiere wäre schön, ist aber wohl undenkbar. Die Alternative: Analyse von Spezialfällen. Das Bremer Filmsymposium hat sich 2011 mit dem Thema beschäftigt, und bei Bertz + Fischer ist jetzt die Dokumentation der Vorträge erschienen. Sortiert unter den Begriffen Klassifizierungen, Cinephilien und Philosophien sind zehn Texte von Winfried Pauleit, Vinzenz Hediger, Sabine Nessel, Jonathan Burt, Annette Förster, Gustavon Martin Garzo, Raymond Bellour, Ute Holl, Herbert Schwaab und Jennifer Fay zu lesen. Ganz besonders gefallen hat mir Bellours Erinnerung an BRINGING UP BABY und MONKEY BUSINESS von Howard Hawks. Mehr über das Buch: filmunddastier.html

My Week with Marilyn

Heute startet der englische Film MY WEEK WITH MARILYN von Simon Curtis mit Michelle Williams, Emma Watson und Kenneth Branagh in den deutschen Kinos. Erzählt wird eine „True Story“, die sich im September 1956 während der Dreharbeiten zu THE PRINCE AND THE SHOWGIRL ereignet haben soll. Der Autor Colin Clark war damals als dritter Assistent auf dem Set in den Pinewood Studios ein sehr realer Protagonist in einem fast mythischen Geschehen. Sein Buch, geschrieben vor zwölf Jahren, ist rechtzeitig zu Filmpremiere bei Schirmer/Mosel Literatur erschienen: „Meine Woche mit Marilyn. Eine wahre Geschichte“. Clark hat in den 1960er und 70er Jahren viele Dokumentarfilme gedreht, dann als Schriftsteller gearbeitet und ist 2002 gestorben. Für Marilyn-Fans ist es natürlich obligatorisch, das Buch zu lesen und den Film zu sehen.  Mehr über das Buch: php?products_id=670  Über den Film hat Susan Vahabzadeh eine schöne Kritik in der SZ geschrieben: der-schoene-und-das-biest-1.1335098

goEast

Heute beginnt in Wiesbaden das Festival goEast, es findet zum 12. mal statt. Wie immer gibt es einen Wettbewerb, ein Hoch-schulprogramm, diverse Specials und ein Porträt mit Werkschau (diesmal dem Regisseur Sergei Loznitsa gewidmet). Im filmhistorischen Symposium geht es um das Studio Lenfilm, dessen Existenz gefährdet ist. In sieben Vorträgen und einer Diskussion wird die Geschichte des ältesten russischen/sowjetischen Studios dargestellt, dazu werden 13 Spielfilme und verschiedene Kurzfilme gezeigt. Mehr über das Programm: goeast_programmheft2012_web.pdf

Filmland Brandenburg

Aus Berliner Sicht ist Brandenburg „das Umland“. Aber das Land Brandenburg hat eine eigene Geschichte und, wie man weiß und durch dieses Buch bestätigt bekommt, auch eine eigene Filmgeschichte. Sie ist eng verbunden mit dem Studio in Babelsberg, aber ihre Schauplätze sind kreuz und quer über das Land verstreut. Da ist es hilfreich, eine Art Reiseführer zur Hand zu haben. Marcel Piethe, gut vertraut mit Regional- und Landesgeschichte, gibt sechs Strecken vor, die er mit insgesamt mehr als 300 Filmen verknüpft: vom Spreewald und dem FREMDEN VOGEL (1912) mit Asta Nielsen bis nach Neuruppin und Hermine Huntgeburths HUCK FINN (2012) mit Heike Makatsch. Kein Lexikon, sondern ein schönes Lesebuch. Heute Abend wird es im Filmmuseum Potsdam präsentiert:  de/398-0-7613.htm.  Mehr zum Buch:  filmlandbrandenburg.html