Tag des deutschen Films in Mainz

Im Rahmen des Filmfestivals FILMZ, das von Studenten der Filmwissenschaft der Mainzer Universität organisiert wird und in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfindet, gibt es heute den „Tag des deutschen Films“. Im Mittelpunkt steht dabei eine Podiums-diskussion, an der  die Filmwissenschaftler Norbert Grob, Bernd Kiefer, der Filmkritiker Rüdiger Suchsland, die hessische Film-förderin Maria Wismeth und die beiden Filmemacher Oliver Haffner und Natalie Spinell teilnehmen. Es geht um „Die Nuller Jahre“, also die neuen deutschen Filme zwischen 2000 und 2010. Wie innovativ sind sie gewesen?

Aktualisiert: Eine Dokumentation dazu ist im Januar 2012 im Schüren Verlag erschienen (104 S., 9,90 €) . Mit einem Überblick von Kerstin Krieg, Interviews mit Haffner und Spinell und zwei Texten von Rüdiger Suchsland: über die Filme der Nullerjahre und über die „Berliner Schule“ im Rückblick.

Diane Keatons Memoiren

Sie ist inzwischen 65 Jahre alt, lebt mit ihren zwei Adoptivkindern in L.A. und denkt gern an die Zeiten mit Woody Allen zurück. Sie hat – sehr assoziativ – ganz persönliche Erinnerungen an ihr Leben aufgeschrieben, die im Frühjahr in New York und nun auch in Deutschland erschienen sind: „Damals Heute“ (btb Verlag/Random House, 320 S.). Eine unterhaltsame Rezension von Christiane Heil erschien am 20.11. im Gesellschaftsteil der FAS  11534124.html

Günter Rohrbach Filmpreis

In Neunkirchen wurde erstmals der „Günter Rohrbach Filmpreis“ verliehen, ausgelobt von der saarländischen Kreisstadt, in der Rohrbach 1928 geboren wurde. Erster Preis-träger ist der Film UNTER DIR DIE STADT von Christoph Hochhäus-ler. Auch die Hauptdarstellerin des Films, Nicolette Krebitz, wurde ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Regisseur Dominik Graf. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert. Er hat auch schon eine Website:  www.guenter-rohrbach-filmpreis.de/

Filmkritiken von Uwe Nettelbeck

Bei Philo Fine Arts in Hamburg sind ausgewählte Filmkritiken von Uwe Nettelbeck aus den sechziger Jahren als Anthologie erschienen (320 S., 16 €). Er war – als Filmkritiker der Zeit und Mitarbeiter der Filmkritik – ein Wegbereiter des Neuen (west)deutschen Kinos. Seine streitbaren Texte hatten höchstes Niveau. Es ist erfrischend, sie wiederzulesen. Die Süddeutsche Zeitung nimmt die Publikation zum Anlass für eine spezielle Hommage, mit zwei Texten von Iris Berben und Willi Winkler. Berbens Text steht im Netz: 1.1191726

cinefest in Hamburg

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler eröffnet heute im Kommunalen Kino Metropolis das VIII. cinefest in der Hansestadt, eine Veranstaltung von CineGraph und Bundesarchiv. Thema in diesem Jahr ist der europäische Western zwischen Sibirien und Atlantik. Im Rahmen der Eröffnung wird der „Reinhold Schünzel-Preis“ für langjährige Verdienste um die Pflege, Bewahrung und Verbreitung des deutschen Film-Erbes an den Gründer der DEFA Film Library Barton Byg (University of Massachussets Amherbst, USA) verliehen. Am 16. November beginnt der 24. Internationale Film-historische Kongress mit der Verleihung der „Willy-Haas-Preise“, der Auszeichnung von hervorragenden internationalen Publikationen zum Film in Deutschland. Als bestes Filmbuch wurde ausgezeichnet: „Maßlose Unterhaltung“ von Joseph Garncarz – mein Filmbuch des Monats Juli 2010:  www.hhprinzler.de/filmbuecher/maslose-unterhaltung-zur-etablierung-des-films-in-deutschland-1896–1914/

David Cronenberg: Film und Buch

Heute kommt David Cronenbergs neuer Film A DANGEROUS METHOD in die deutschen Kinos. Ein guter Zeitpunkt, um ein lange erwartetes Buch über den Regisseur zu publizieren, herausgegeben von Marcus Stiglegger im Verlag Bertz + Fischer in der Reihe ‚film’ (316 S., 19,90 €). Zu lesen sind neun Texte über den Regisseur und 24 Kom-mentare zu seinen einzelnen Filmen. 34 Autoren haben daran mitgearbeitet, darunter die besten, die es in Deutschland gibt. Viele Abbildungen, hervorragender Druck. Das Buch ist dem im Mai verstorbenen Filmkritiker Michael Althen gewidmet. Stefan Jung rezensiert das Buch auf critic.de:  www.critic.de/special/cronenberg-collected-3478/

Robert Mitchum-Filme im Arsenal

Im Berliner Arsenal sind zwischen dem 5. und 15. November zehn Filme mit Robert Mitchum zu sehen. Das ist eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal in das Mitchum-Buch von Michael Althen zu vertiefen. Es liest sich – bei aller Notwendig-keit, auch Faktografisches zu vermitteln – wie in Stück eigenständiger Prosa. Man spürt, wie nah sich der Autor seinem Protagonisten fühlte, beginnend mit dem Prolog „Giant of cool“, der Mitchums Haltung zum Kino formuliert (und Michaels Haltung zu Mitchum). Das Buch erschien 1986 in der Heyne-Filmbibliothek. Und auf der Website kann man Michaels Nachruf auf Mitchum lesen:  http://michaelalthen.de/personen/mitchum-robert-2/

Neue Dauerausstellung in Potsdam

„TRAUMFABRIK – 100 Jahre Film in Babelsberg“ heißt die neue Dauerausstellung im Filmmuseum Potsdam, die heute eröffnet wird. Sie thematisiert den Herstellungs-prozess eines Films von der Idee bis zur Kinopremiere. Filmbeispiele und Künstlerbiografien stammen von Bioscop, Ufa, DEFA und Studio Babelsberg. Die Direktorin Bärbel Dalichow und der Kurator Andy Räder haben die neue Konzeption auf der Basis von Ideen der Filmemacherin Jeanette Eggert und des Ausstellungsmachers Jasdan Jörges entwickelt. Mehr dazu auf der Website www.filmmuseum-potsdam.de.  Eine dezidierte Meinung zur neuen Ausstellung hat der Filmkritiker Ralf Schenk: 10809150,11124524.html

Christa Schahbaz (1944-2011)

Sie war über Jahrzehnte so etwas wie die Seele der Kinemathek. Sie hat dort mehr als 30 Jahre gearbeitet, zuerst als Fremd-sprachensekretärin, dann als Assistentin des Vorstands und die letzten zehn  Jahre bis zur ihrer Verabschiedung 2009 als Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Viele Jahre war sie meine engste Mitarbeiterin: über alles informiert, immer zu Vorschlägen bereit, nie mit dem Stand der Dinge zufrieden. Sprachgewandt, grafisch anspruchsvoll, täglich präsent. Jetzt hat sie uns sehr endgültig verlassen. Als sie vor zweieinhalb Jahren in den Ruhestand ging, habe ich versucht, ihr in einer kleinen Rede gerecht zu werden:  www.hhprinzler.de/2009/02/die-chefin-vom-dienst/

Die Filmkritikerin Pauline Kael

Pauline Kael, die legendäre amerikanische Filmkritikerin, ist vor zehn Jahren gestor-ben. Vor allem als Mitarbeiterin des New Yorker in den 1970er und 80er Jahren hatte sie internationale Bedeutung. Nun hat der Autor Brian Kellow eine sehr lesenswerte Biografie über sie publiziert: „A Life in the Dark“, erschienen bei Viking in New York (432 S., 27,95 $). Mehr über das Buch unter  http://artforum.com/words/id=29262