Festival des deutschen Films

In Ludwigs-hafen findet ab heute das achte Festival des deutschen Films statt. Im Wettbewerb werden 12 Filme gezeigt. Die Jury besteht aus der FAZ-Filmkritikerin Verena Lueken, dem Filmverleiher Torsten Frehse und dem Filmemacher Rudolf Thome. Sie verleiht am 24. den „Filmkunstpreis“, der mit 50.000 € dotiert ist, und kann verschiedene „besondere Auszeichnungen“ vergeben. Den Preis für Schauspielkunst erhalten in diesem Jahr Sandra Hüller und Otto Sander.

Alain Resnais

Vor neun Tagen ist er neunzig Jahre alt geworden. Sein neuester Film lief im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes. Sein Ruhm gründet sich vor allem auf zwei Filme der 1950er Jahre: den Kurzfilm NUIT ET BROUILLARD (1955) und den Spielfilm HIROSHIMA, MON AMOUR (1959). Die vorliegende Dissertation von Sophie Rudolph (*1978) bewältigt die große Schwie-rigkeit, die sehr unterschiedlichen Filme dieses Regisseurs in einen Autorenzusammenhang zu stellen. Dies gelingt ihr durch den Bezug auf André Bazins Plädoyer für ein cinéma impur, ein Kino der „Unrein-heit“. Rudolph strukturiert Resnais Filme in drei Perioden, in eine „ursprüngliche“, eine „literarische“ und eine „theatralische“ Unreinheit der filmischen Inszenierung. Was in dieser verkürzten Formulierung noch verkopft klingt, bekommt in den konkreten Analysen der Filme eine nachvollziehbare Logik. Für Resnais-Liebhaber eine Pflicht-lektüre. Mit Abbildungen in unterschiedlicher Qualität. Mehr zum Buch: 305822&template=neu_werke_default_film

Alan J. Pakula

Er war einer der Großen des amerikanischen Kinos der 1970er und 80er Jahre. 1998 starb er kurz nach seinem 70. Geburtstag nach einem Autounfall in der Nähe von New York. Natürlich erinnert man sich an KLUTE, THE PARALLAX VIEW, ALL THE PRESIDENT’S MEN, SOPHIE’S CHOICE und THE PELICAN BRIEF. Im Heft 26 der Film-Konzepte, herausgegeben von Claudia Mehlinger und René Ruppert als Gästen, werden diese Erinnerungen in sieben Beiträgen vertieft. Gerhard Midding thematisiert die Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Robert Mulligan und dem Produzenten Pakula, Johannes Pause analysiert die Politthriller von Pakula, Kathrin Zeitz, Claudia Mehlinger, René Ruppert und Andreas Rauscher widmen sich jeweils einem oder zwei Filmen von Pakula, und Thomas Koebner geht dem „aufwühlenden“ Film SOPHIE’S CHOICE auf den Grund. Ein Anlass, sich diesen und einige andere Pakula-Filme wieder anzuschauen. Mehr zum Heft: neu_werke_default_film

Weltausstellung in Tempelhof

Weltausstellungen gibt es seit 1851. Sie sind verbunden mit Zukunftsvisionen, Leistungs-schauen und nationaler Repräsentation. Die aktuelle internationale Weltausstellung findet gerade in der südkorea-nischen Küstenstadt Yeosu statt.   Architektur, Technik und Medien dominieren inzwischen diese Veranstaltungen. Wie man mit ihren Elementen spielen kann, zeigt der Abschiedsevent von Matthias Lilienthal auf dem Berliner Tempelhofer Feld. Und wenn man genau hinschaut, hat auch das Kino dort seinen speziellen Platz.

Hands on Fassbinder (2)

Heute und morgen, am 30. Todestag, findet im Collegium Hungaricum die zweite Runde der Fassbinder-Konferenzen statt. Diesmal geht es um die Darstellung der deutschen Geschichte im Werk von RWF. Zu Gast sind Hanna Schygulla, Géza Bereményi, Thomas Heise und Sonja M. Schulz. Morgen Nachmittag referieren und diskutieren J. Hoberman, Manfred Hermes, Thomas Elsaesser und Verena Lueken über Fassbinders Rezeption in den USA, BERLIN ALEXANDERPLATZ und DIE DRITTE GENERATION. Mehr zum Programm: www.handsonfassbinder.de/?page_id=269.  Auf Arte sind zurzeit zahlreiche Fassbinder-Filme zu sehen. Mehr zum Programm, mit einem Text von Hans Günther Pflaum: 6650328.html

Kostümfilme

Im Zeughauskino beginnt morgen eine Retrospektive zum Thema Kostümfilm. 27 Filme aus der Zeit zwischen 1919 (MADAME DUBARRY von Ernst Lubitsch) und 2012 (DIE KÖNIGIN UND IHR LEIBARZT von Nikolaj Arcel) stehen auf dem Programm. Ein eigenes Genre ist der Kostüm-film nicht. Er changiert zwischen Historischem Drama, Melodram, Literaturverfilmung und Starrepräsentation. Es geht um Kleidung, Schönheit und Geschmack. Im Deutschen Historischen Museum sind noch bis zum 29. Juli die Ausstellungen „Fashioning“ und „Fokus Fashion“ zu sehen. Mehr über die Filmreihe: www.dhm.de/kino/kostuemfilme.html

Lecture & Film

Im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt ist heute in der Reihe „Lecture & Film“ Norbert Grob zu Gast. Er spricht über Stars und Ikonen, über die Magie als Resultat filmischer Inszenierung. Im Anschluss an seinen Vortrag, der um 20 Uhr beginnt, präsentiert er im schönen neuen roten Kino des Hauses den Film QUEEN CHRISTINA (1933) von Rouben Mamoulian mit Greta Garbo. Mehr zur Veranstaltung: lecture-film-schauspiel-juni/#1. Mehr zu Rouben Mamoulian: applaus-rouben-mamoulian/

City Symphonies

Das Thema der Magical History Tour im Berliner Kino Arsenal ist in diesem Monat die Großstadt. Zehn Filme stehen auf dem Programm, heute Abend DER SCHÖNE TAG (2001) von Thomas Arslan (Foto). Außerdem: MANHATTA (1921) von Paul Strand und Charles Sheeler, Ruttmanns BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSTADT (1927), A PROPOS DE NICE (1930) von Jean Vigo, MY WINNIPEG (2007) von Guy Maddin, THE NAKED CITY (1947) von Jules Dassin, THE LITTLE FUGITIVE (1953) von Ray Ashley, Morris Engel und Ruth Orkin, SUITE HABANA (2003) von Fernando Pérez und MOSKWA (1927) von Ilja Kopalin und Michail Kaufman. Mehr zum Programm: june/02/article/3454/2796.html

Ulrike Ottinger

Am Vorabend ihres 70. Geburtstages wird heute im Verborgenen Museum in Berlin (Schlüterstraße 70) eine Ausstellung zu Leben und Werk von Ulrike Ottinger eröffnet. Präsentiert wird eine Auswahl ihrer Schwarz-Weiß-Porträts in einem visuellen Dialog mit Porträtfotografien aus der gemeinsamen Sammlung Ottinger/Sykora. Es sprechen Elisabeth Mortgat und Wulf Herzogen-rath.  Auf 3sat und ZDFkultur wird Ulrikes 70. bereits mit Filmausstrahlungen gefeiert. Brigitte Kramer hat ein Filmportrait über sie gedreht: ULRIKE OTTINGER – DIE NOMADIN VOM SEE.

Cui bono, Fred Gehler?

Im Kino Arsenal in Berlin wird heute von der DEFA-Stiftung ein neuer Band ihrer Schriftenreihe präsentiert: „Cui bono, Fred Gehler? Texte und Kritiken aus fünf Jahrzehnten“, herausgegeben von Ralf Schenk. Fred Gehler (* 1937) war ab Ende der 1950er Jahre freischaffender Filmpublizist in der DDR, schrieb für den Sonntag, die Deutsche Filmkunst und Film und Fernsehen. Mitte der 60er hatte er Schwierigkeiten mit der Politik (darauf spielt der Titel der Publikation an). Als Autor, Herausgeber und Filmemacher hatte Gehler den internationalen Film im Blick. Er war von 1994-2003 Direktor des Leipziger Dokumentar- und Animationsfilm-Festivals. Mehr über das Buch: viewitem,00124