Günter Rohrbach Filmpreis

In Neunkirchen wurde erstmals der „Günter Rohrbach Filmpreis“ verliehen, ausgelobt von der saarländischen Kreisstadt, in der Rohrbach 1928 geboren wurde. Erster Preis-träger ist der Film UNTER DIR DIE STADT von Christoph Hochhäus-ler. Auch die Hauptdarstellerin des Films, Nicolette Krebitz, wurde ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Regisseur Dominik Graf. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert. Er hat auch schon eine Website:  www.guenter-rohrbach-filmpreis.de/

Filmkritiken von Uwe Nettelbeck

Bei Philo Fine Arts in Hamburg sind ausgewählte Filmkritiken von Uwe Nettelbeck aus den sechziger Jahren als Anthologie erschienen (320 S., 16 €). Er war – als Filmkritiker der Zeit und Mitarbeiter der Filmkritik – ein Wegbereiter des Neuen (west)deutschen Kinos. Seine streitbaren Texte hatten höchstes Niveau. Es ist erfrischend, sie wiederzulesen. Die Süddeutsche Zeitung nimmt die Publikation zum Anlass für eine spezielle Hommage, mit zwei Texten von Iris Berben und Willi Winkler. Berbens Text steht im Netz: 1.1191726

cinefest in Hamburg

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler eröffnet heute im Kommunalen Kino Metropolis das VIII. cinefest in der Hansestadt, eine Veranstaltung von CineGraph und Bundesarchiv. Thema in diesem Jahr ist der europäische Western zwischen Sibirien und Atlantik. Im Rahmen der Eröffnung wird der „Reinhold Schünzel-Preis“ für langjährige Verdienste um die Pflege, Bewahrung und Verbreitung des deutschen Film-Erbes an den Gründer der DEFA Film Library Barton Byg (University of Massachussets Amherbst, USA) verliehen. Am 16. November beginnt der 24. Internationale Film-historische Kongress mit der Verleihung der „Willy-Haas-Preise“, der Auszeichnung von hervorragenden internationalen Publikationen zum Film in Deutschland. Als bestes Filmbuch wurde ausgezeichnet: „Maßlose Unterhaltung“ von Joseph Garncarz – mein Filmbuch des Monats Juli 2010:  www.hhprinzler.de/filmbuecher/maslose-unterhaltung-zur-etablierung-des-films-in-deutschland-1896–1914/

David Cronenberg: Film und Buch

Heute kommt David Cronenbergs neuer Film A DANGEROUS METHOD in die deutschen Kinos. Ein guter Zeitpunkt, um ein lange erwartetes Buch über den Regisseur zu publizieren, herausgegeben von Marcus Stiglegger im Verlag Bertz + Fischer in der Reihe ‚film’ (316 S., 19,90 €). Zu lesen sind neun Texte über den Regisseur und 24 Kom-mentare zu seinen einzelnen Filmen. 34 Autoren haben daran mitgearbeitet, darunter die besten, die es in Deutschland gibt. Viele Abbildungen, hervorragender Druck. Das Buch ist dem im Mai verstorbenen Filmkritiker Michael Althen gewidmet. Stefan Jung rezensiert das Buch auf critic.de:  www.critic.de/special/cronenberg-collected-3478/

Robert Mitchum-Filme im Arsenal

Im Berliner Arsenal sind zwischen dem 5. und 15. November zehn Filme mit Robert Mitchum zu sehen. Das ist eine gute Gelegenheit, sich wieder einmal in das Mitchum-Buch von Michael Althen zu vertiefen. Es liest sich – bei aller Notwendig-keit, auch Faktografisches zu vermitteln – wie in Stück eigenständiger Prosa. Man spürt, wie nah sich der Autor seinem Protagonisten fühlte, beginnend mit dem Prolog „Giant of cool“, der Mitchums Haltung zum Kino formuliert (und Michaels Haltung zu Mitchum). Das Buch erschien 1986 in der Heyne-Filmbibliothek. Und auf der Website kann man Michaels Nachruf auf Mitchum lesen:  http://michaelalthen.de/personen/mitchum-robert-2/

Neue Dauerausstellung in Potsdam

„TRAUMFABRIK – 100 Jahre Film in Babelsberg“ heißt die neue Dauerausstellung im Filmmuseum Potsdam, die heute eröffnet wird. Sie thematisiert den Herstellungs-prozess eines Films von der Idee bis zur Kinopremiere. Filmbeispiele und Künstlerbiografien stammen von Bioscop, Ufa, DEFA und Studio Babelsberg. Die Direktorin Bärbel Dalichow und der Kurator Andy Räder haben die neue Konzeption auf der Basis von Ideen der Filmemacherin Jeanette Eggert und des Ausstellungsmachers Jasdan Jörges entwickelt. Mehr dazu auf der Website www.filmmuseum-potsdam.de.  Eine dezidierte Meinung zur neuen Ausstellung hat der Filmkritiker Ralf Schenk: 10809150,11124524.html

Christa Schahbaz (1944-2011)

Sie war über Jahrzehnte so etwas wie die Seele der Kinemathek. Sie hat dort mehr als 30 Jahre gearbeitet, zuerst als Fremd-sprachensekretärin, dann als Assistentin des Vorstands und die letzten zehn  Jahre bis zur ihrer Verabschiedung 2009 als Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Viele Jahre war sie meine engste Mitarbeiterin: über alles informiert, immer zu Vorschlägen bereit, nie mit dem Stand der Dinge zufrieden. Sprachgewandt, grafisch anspruchsvoll, täglich präsent. Jetzt hat sie uns sehr endgültig verlassen. Als sie vor zweieinhalb Jahren in den Ruhestand ging, habe ich versucht, ihr in einer kleinen Rede gerecht zu werden:  www.hhprinzler.de/2009/02/die-chefin-vom-dienst/

Die Filmkritikerin Pauline Kael

Pauline Kael, die legendäre amerikanische Filmkritikerin, ist vor zehn Jahren gestor-ben. Vor allem als Mitarbeiterin des New Yorker in den 1970er und 80er Jahren hatte sie internationale Bedeutung. Nun hat der Autor Brian Kellow eine sehr lesenswerte Biografie über sie publiziert: „A Life in the Dark“, erschienen bei Viking in New York (432 S., 27,95 $). Mehr über das Buch unter  http://artforum.com/words/id=29262

Bundesplatz-Kino

Peter Latta, ehemals Fotoarchivar der Kinemathek und über viele Jahre Kinobetreuer der Retrospektive der Berlinale, betreibt künftig zusammen mit Karlheinz Opitz und Martin Erlenmaier das frühere „Studio am Bundesplatz“ in Berlin. Es heißt jetzt  „Bundesplatz-Kino“ (auch wenn das noch nicht an der Fassade steht), wurde in den letzten Wochen technisch neu ausgestattet und innen renoviert. Es gibt ein Kiez-Café und im Foyer eine Filmbuch-Ecke. Gezeigt wird ein Arthouse-Programm, nachmittags gibt es Filme aus den fünfziger Jahren, am Sonntag in der Matinée sind Berlin-Filme zu sehen. Das Kino hat 90 Plätze und eine eigene Website:  www.bundesplatz-kino.de

Audrey Hepburn als Callgirl

Ein berühmter Film, eine populäre Schau-spielerin, eine unterhaltsame Publikation zur amerikanischen Filmgeschichte. Der Filmhistoriker Sam Wasson hat viele Informationen zu dem Film BREAKFAST AT TIFFANY’S von Blake Edwards zusammen-getragen und daraus ein höchst lesenswertes Buch gemacht: „Verlieben Sie sich nie in ein wildes Geschöpf“, erschienen im Verlag Lagerfeld/Steidl  (254 S. 22 €). Manuela Reichart hat es im Deutschlandradio besprochen: www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1583141/