PIXAR – 25 Years of Animation

In der gerade etwas ins Gerede gekommenen Bundes-kunsthalle in Bonn beginnt heute eine Ausstellung über die Arbeit des PIXAR-Studios, das in den letzten 25 Jahren den Animationsfilm auf ein neues Niveau gebracht hat. Dafür stehen Titel wie TOY STORY, FINDET NEMO, CARS und RATATOUILLE. In der Ausstellung zu sehen sind Skizzen, Grafiken, Farbzeichnungen und Skulpturen.

Filmkomponisten

Im Juli-Heft von epd Film gibt es ein nützliches und kompetent zusammen-gestelltes Personen-spektrum zur Filmmusik. Lothar Derichs und Gerhard Midding porträtieren 19 Komponisten und eine Komponistin, die aus ihrer Sicht das zeitgenös-sische Kino prägen. Es sind „Die Schlachtrösser“ John Williams, Alexandre Desplat, James Horner, Howard Shore, Hans Zimmer, Danny Elfman und Gabriel Yared, „Die Verlässlichen“ Alberto Iglesias, Thomas Newman, Patrick Doyle und James Newton Howard, „Die Spaßmacher“ Michael Giacchino und John Powell, „Die Unterschätzten“ Carter Burwell, Bruno Coulais, Christopher Young und Annette Focks sowie „Die Grenzgänger“ Elliott Goldenthal, Joe Hisaishi und Philip Glass. Das ist zwar kein Ersatz für das kürzlich erschienene „Lexikon der Filmmusik“ (Laaber-Verlag), aber einige der in epd Film Genannten sucht man dort vergebens. Trotzdem ein Hinweis: php?ID_Liste=222&m=30

Film über Alexander Granach

Auf dem Münchner Filmfest wird heute der Film ALEXANDER GRANACH – DA GEHT EIN MENSCH von Angelika Wittlich uraufgeführt. Granach war ein hoch-begabter und populärer Theater- und Filmschauspieler in der Weimarer Republik, spielte u.a. den Häusermakler Knock in Murnaus NOSFERATU (Foto), musste 1933 emigrieren, gelangte nach vielen Umwegen 1938 nach Hollywood, spielte in NINOTCHKA von Ernst Lubitsch und vielen anderen Filmen und starb 1945 an einer Lungenembolie. 2008 hatte Angelika Wittlich zusammen mit Hilde Recher im Ölbaum-Verlag die Briefe von Alexander Granach aus dem Exil an die Schauspielerin Lotte Lieven herausgegeben. In der FAZ publizierte Alain Claude Sulzer damals eine lesenswerte Rezension des Buches: wenn-er-spielte-wackelte-der-kronleuchter-1731085.html

Rencontres Internationales

Im Haus der Kulturen der Welt in Berlin finden ab heute (bis zum 8. Juli) die fünften „Internationalen Begegnungen“ statt, bei denen „Neuer Film und zeitgenössische Kunst“ aufeinander treffen. Zu den Kuratoren gehören Pedro Costa und Mark Lewis. Christian Barani zeigt MY DUBAI LIFE, Natalia Comandari TORITO DENBOW, Juliette Bineau PLEURA, Luis Bezeta das Video NORMA JEANE ES MARILYN. Am 8. Juli wird diskutiert. Und eine Ausstellung gibt es auch.

Storyboards in München

Im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern in der Münchner Maximilianstraße wird heute die von der Deutschen Kinemathek und der Emdener Kunsthalle konzipierte Ausstellung über Storyboards eröffnet. Gezeigt werden – wie schon im vergangenen Jahr im Berliner Museum für Film und Fernsehen – Bildentwürfe zu zwanzig wichtigen Filmen aus den letzten achtzig Jahren. Sie werden ausgewählten Kunst-werken gegenübergestellt, um Beeinflussungen und Inspirationen nachzuweisen. Zu den Regisseuren der zwanzig Filme gehören Victor Fleming, Fritz Lang, Alfred Hitchcock, Stanley Kubrick, Martin Scorsese, Stephen Spielberg und Wim Wenders.

MÜNCHEN – GEHEIMNISSE EINER STADT

Vor zwölf Jahren, beim Münchner Filmfest 2000, wurde der Film MÜNCHEN – GEHEIMNISSE EINER STADT von Dominik Graf und Michael Althen uraufgeführt. Jetzt gibt es endlich bei Absolut Medien eine DVD. Ein Autor und ein Filmemacher haben hier ein Poem über ihre Geburtsstadt geschaffen. Auf der Bildebene fügen sich Stadtpläne, Modelle, Gemälde, Fotografien, private Filmaufnahmen und inszenierte Szenen zu einer München-Biografie. Auf der Textebene sind es subjektive Kommentare, persön-liche Erinnerungen, literarische Zitate und fiktive Kindergedanken. In den jetzt 31 Kapiteln (in der Urfassung waren es fünf) sehen wir das bewundernswerte Stadtmodell des Johann Baptist Seitz, erleben Kamerafahrten durch die Hohenzollernstraße, die wechselhaften Abenteuer eines Zehnmarkscheins, die Begegnungen eines pubertierenden Jungen mit dem Kindermädchen Vera, die Individualisierung einer Fahrkartenkontrolleurin, einen „Roman der Blicke“, der von potentiell verpassten Partnerschaften handelt, 1975 bei einem Konzert im Olympiastadion beginnt und über drei Generationen weitergedacht wird, einen Nachruf auf das Hotel Metropol am Hauptbahnhof, die Foto- und Filmmontage von zwei jungen Männern auf der Suche nach einer gemeinsamen Bekannten als Reminiszenz auf den Englischen Garten, einen langen Blick in die Verkehrsleitzentrale in der Ettstraße und eine historische Begegnung mit Fräulein Greno, dem Nacktmodell des Fotografen Josef Breitenbach 1933. Am Ende steht die Sonnenfinsternis im August 1999. Den Hauptkommentar spricht Dominik Graf. Und wenn ich etwas vermisse, dann ist es die Stimme von Michael. Das Booklet enthält zwei Texte: Erinnerungen von Dominik an die Zusammenarbeit mit Michael beim MÜNCHEN-Film und als Dokument Michaels „Tagebuch eines Kritikers“ vom Sommer 1997 bis Februar 2000 über die Filmarbeit mit Dominik (zuerst gedruckt in Steadycam Nr. 40). Mehr zur DVD: film&id=1460

Münchner Filmfest

Heute Abend wird das 30. Münchner Filmfest eröffnet. Als Nachfolgerin von Andreas Ströhl hat Diana Iljine die Leitung des Festivals übernommen und präsentiert ein viel-fältiges, gut strukturiertes Programm. Die Labels heißen International Independents (Underground und Arthouse), Spotlight (große internationale Premieren und Entdeckungen), CineVision (internationale Debütfilme), CineMasters (Filme von international arrivierten Regisseuren), Neues Deutsches Kino, Neues Deutsches Fernsehen, Kinderfilmfest, Special Screenings, Open Air. Hommagen sind Melanie Griffith, Todd Haynes, Julie Delpy, Rainer Werner Fassbinder, Nicolas Winding Refn und Loriot gewidmet. Es werden viele Preise vergeben, und gefeiert wird natürlich auch. Die Branche ist präsent.

The Art of the Real

Im Roten Salon der Volksbühne in Berlin findet ab heute eine dreitägige Konferenz über das Werk von David Lynch statt. Referiert wird über Themen wie „Meaning, Memory and Montage“ (Samuel Weber), „The Cinematographic Real and the Diegetic Real“ (Michael Chion), „Lynchs Animals“ (Christian Kassung), „Causality, Implication and Anticipation in David Lynch’s Los Angeles-Filmen“ (Thomas Elsaesser) und „Lynch’s Concept of Bodily Consciousness“ (Tanja Michalsky). Verhandelt wird in englischer Sprache, der Eintritt ist frei. Mehr über die Veranstaltung unter www.lynchconference.org

Film und Musik

Ein typischer Sammelband. 14 Beiträge zu einem Thema, vorgetragen bei verschie-denen Tagungen. In diesem Fall handeln alle vom Verhältnis zwischen Film und Musik. Die Zielrichtung ist Wissenschaft-lichkeit, und dementsprechend geht es um einen gewissen Erkenntnisgewinn. Als Leser haben mich speziell acht Texte interessiert: die Analyse des Films THE LAST WALTZ von Martin Scorsese (Autoren: Ingo Lehmann und Annika Krüger); die Thesen zur Gender-Konstruk-tion durch Filmmusik, konkretisiert am Beispiel der Vertonung von Frauenfiguren in Filmen von Alfred Hitchcock (REBECCA und VERTIGO) und im neueren Frauenfilm (THELMA & LOUISE), ein Text von Claudia Bullerjahn; die Reminiszenzen an Carl Froelichs Zarah Leander-Film HEIMAT von Christoph Henzel; die Anmerkungen zur Geschichte und Praxis der Stummfilmmusik von Werner Loll; die Hinweise zu Hollywoods Tonfilmsymphonik von Wolfgang Thiel; die Überlegungen zur Verflechtung von Biographie und musikalischer Diegese in Clint Eastwoods BIRD von Willem Strank; die strategischen Entdeckungen von musikalischer Poetologie  in den Filmen von Ken Russell (LISZTOMANIA, MAHLER) von James Wulff; und die Beobachtungen zur Musik im Dokumentarfilm (u.a. in RHYTHM IS IT) von Robert Rabenalt. Der Band, herausgegeben von Tarek Krohn und Willem Strank, würdigt das fünfjährige Bestehen der Kieler Gesellschaft für Musikforschung. Mehr über das Buch: 109–film-und-musik-als-multimedialer-raum.html

Fotografien von Chiara Samugheo

Im Turiner Filmmuseum, im beein-druckenden Bau der Mole Antonelliana, sind zurzeit (und noch bis zum 23. September) Bilder der italienischen Starfotografin Chiara Samugheo (*1935) zu sehen. Ihre große Zeit waren die 1950er und 60er Jahre, als sie mit Fotos von Monica Vitti, Claudia Cardinale, Sophia Loren und Gina Lollobrigida in internationalen Zeitschriften präsent war.