KUHLE WAMPE im Freilichtkino

Seit vielen Jahren finden ein paar Berlinale-Tage im Sommer im Freien statt. Immer in der Hoffnung auf gutes Wetter. Schauplatz ist das Freilichtkino Friedrichs-hain. Heute Abend (21.30 Uhr) gibt es dort – als Reminiszenz an die diesjährige Retrospektive – den Film KUHLE WAMPE zu sehen, den Klassiker des proletarischen Kinos. Mehr zum Film: fa6f6f8c9b1 Und ein Buch zur Retrospektive gab es natürlich auch: rotetraumfabrik.html

Hands on Fassbinder (3)

Heute geht es bei den Fassbinder-Konferenzen um die Politik, also um die Frage, wie Filmemacher und Filme durch den Umgang mit politischen Themen selbst zum Politikum werden können. Im ersten Teil setzt sich Peter Nau mit den Künstlerpersönlichkeiten Fassbinder und Straub auseinander, die in den 1960er Jahren eine Nähe zueinander hatten und dann ganz unterschiedliche Wege gegangen sind. Im zweiten Teil wird die Verhinderung des Projekts SOLL UND HABEN thematisiert. Der Drehbuchautor Herbert Knopp berichtet über die Hintergründe. Ab 17 Uhr im Collegium Hungaricum in Berlin. Mehr: fassbinder.de/?page_id=272

Die Dramatisierung von Innenwelten

Felicitas Pommerening hat mit dieser Dissertation 2010 an der Mainzer Universität (Fachbereich Sozialwissen-schaften/Medien/Sport) promoviert. Ihre Ausgangsthese ist eine Mängeldiagnose. Die Autorin vermisst in den viel verbreiteten Theorien und Anleitungen zum Drehbuch-schreiben das Interesse am Innenleben der Figuren. Es dominiert aus ihrer Sicht ein forcierter Handlungshype. So macht sie sich, ausgehend von der Literatur, der Bildenden Kunst und der Kunstpsychologie, auf die Suche nach den Innenwelten im Film, rekapituliert die Grund-züge der Theory of Mind, konkretisiert in Mimik und Gestik kurz und knapp den Ausdruck von Trauer, Wut, Überraschung, Angst und Freude, reflektiert filmspezifisches Schauspielen und beschreibt in ihrem Hauptkapitel die filmischen Mittel für die Darstellung der Innenwelt: Montage, Kamera, Licht, Musik, Production Design. Ein eigenes kleines Kapitel ist den Innenwelten in den Filmen von Ang Lee gewidmet. Und am Ende geht es noch um das Verschmelzen von Außen- und Innenwelt. Es werden von der Autorin viele, klug ausgewählte Filme ins Spiel gebracht. Die Abbildungen (einige auch in Farbe) lassen technisch Wünsche offen. Etwas mehr zum Buch: Die-Dramatisierung-von-Innenwelten-im-Film.html

San Francisco Silent Film Festival

Im legendären Castro Theatre in San Francisco beginnt heute das viertägige Stummfilm-festival. Eröffnungs-film ist WINGS (1927) von William Wellman. Auch drei deutsche Filme stehen auf dem Programm: DAS WEIB DES PHARAO (1922) von Ernst Lubitsch, DIE WUNDERBARE LÜGE DER NINA PETROWNA (1929) von Hanns Schwarz und DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929, Foto mit Louise Brooks) von G. W. Pabst. Es werden 15 lange Filme und ein Felix the Cat-Cartoon-Programm gezeigt.

FilmSchauPlätze NRW

Eine Herausforderung für Location-Scouts: einen originellen Ort für die Aufführung spezieller Filme finden. Oder, einfacher: sich bei der Filmstiftung NRW bewerben, wenn Ort und Infrastruktur vorhanden sind. Zum 15. Mal findet in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen die Reihe „FilmSchauPlätze“ statt, sie beginnt morgen mit ST. JACQUES – PILGERN AUF FRANZÖSISCH auf dem Marktplatz in Monschau und endet am 25. August mit MOULIN ROUGE im Stadttheater in Hagen. In Dortmund gibt es DIE EISERNE LADY in der Kokerei Hansa, in Herne LE HAVRE in der Künstlerzeche „Unser Fritz“, in Gelsenkirchen UP IN THE AIR im Amphitheater im Nordsternpark, in Ramsdorf THE KING’S SPEECH auf der Schützenwiese und in Wuppertal ALICE IN DEN STÄDTEN am Elisenturm.

Summer of Rebels

Wie immer hat arte auch in diesem Sommer ein Schwer-punktthema. Bis Anfang September geht es in Spielfilmen, Dokumentationen und Konzertmitschnitten um Rebellen. Nennen wir ein paar Namen: Marlon Brando, James Dean, Elvis Presley, Udo Lindenberg, Jim Morrison, Johnny Cash, David Bowie, Iggy Popp – und damit auch eine Rebellin dabei ist: Nina Hagen. Die Höhepunkte des Programms finden sonntags statt. Als Moderator führt Ben Becker durch die Abende. Mehr zur Reihe: rebellisch–rau-und-rockig_21/6648132.html

Woody Allen: A Documentary

Natürlich erhofft man sich von einem abend-füllenden Dokumentar-film über Woody Allen auch ein paar vertiefende Gedanken und analysierende Kommentare. Daran mangelt es dem Film von Robert Weide. Dafür bietet er aber eine unterhaltsame Passage durch ein großes Werk mit vielen Filmaus-schnitten und Statements zahlreicher Weggefährten. Allen führt uns erstaunlich entspannt durch sein Leben, zeigt uns seine Grundschule, seine Schreibmaschine, die Herkunft seiner Brille und die volle Schreibtischschublade mit Notizzetteln. Ende August kommt sein neuester Film ins Kino. Christiane Peitz hat im Tagesspiegel eine schöne Kritik des Dokumentarfilms publiziert: 6833960.html

Marilyn im Münchner Filmmuseum

Das Münchner Filmfest ist zu Ende, und bevor im Münchner Filmmuseum die Sommer-pause beginnt, geht es dort nur noch um einen Star: um Marilyn Monroe. Am 5. August steht ihr 50. Todestag im Kalender. Das wird ab heute mit einer vollständigen Retrospektive gewürdigt. Zur Eröffnung präsentiert Eckhard Schmidt die beiden Filme MARILYN MONROE: MIT IHREN EIGENEN WORTEN (2007) und MARILYN MONROE: ICH MÖCHTE GELIEBT WERDEN (2011). Von Schmidt stammt auch ein sehr persönlicher Einführungstext im Programmheft.

100 Ideen verändern Film.

Vor vierzig Jahren erschien im Hanser Verlag das kleine gelbe Buch „Lexikon Film“ von Ulrich Kurowski: eine Einführung in Geschichte, Ästhetik und Technik des Films in 100 Artikeln. Für viele begriffliche Definitionen sind die kurzen Texte noch heute lesenswert. Auch das Buch des englischen Rundfunkjournalisten David Parkinson, kürzlich auf Deutsch bei DuMont erschienen, erklärt 100 Begriffe der Filmgeschichte, beginnend mit „Laterna magica“, endend mit „Computergenerierte Bilder“. Die Reihenfolge orientiert sich ein bisschen an der Chronologie. Die Auswahl ist stark auf das amerikanische Kino fixiert, lässt aber Raum für das Widerständige und Alternative. So gehören auch „Film d’art“, „Expressionismus“, „Surrealismus“, „Neorealismus“, „Cinéma vérité“ und „Feministische Filmtheorie“ zu den 100 Stichworten des Buches. Jedem Begriff steht eine Doppelseite zu, die Abbildungen dominieren, da bleibt für den Text nur begrenzter Raum. Die deutsche Übersetzung wirkt oft umständlich. Ihr fehlt die Filmaffinität eines Ulrich Kurowski. Mehr über das Buch: 100_Ideen_veraendern_Film/10733

PIXAR – 25 Years of Animation

In der gerade etwas ins Gerede gekommenen Bundes-kunsthalle in Bonn beginnt heute eine Ausstellung über die Arbeit des PIXAR-Studios, das in den letzten 25 Jahren den Animationsfilm auf ein neues Niveau gebracht hat. Dafür stehen Titel wie TOY STORY, FINDET NEMO, CARS und RATATOUILLE. In der Ausstellung zu sehen sind Skizzen, Grafiken, Farbzeichnungen und Skulpturen.