NOSFERATU

Heute vor 90 Jahren fand im Marmorsaal des Zoologischen Gartens in Berlin die Uraufführung von Murnaus NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS statt. An die Filmvorführung schloss sich ein Kostümfest an. NOSFERATU, das wissen wir seit AUGE IN AUGE, ist einer der Lieblingsfilme von Tom Tykwer. Er fürchtete sich viele Jahre vor den Bildern des Vampirfilms. Über einige Hintergründe der Bram Stoker-Verfilmung gibt es einen Text von Ariane Stürmer auf spiegel-online: 24451/schreckgespenst_mit_hasenzaehnen.html   Über den Hauptdarsteller Max Schreck ist 2009 bei belleville eine Biografie erschienen: Stefan Eickhoff: Gespenstertheater. Mehr über das Buch: www.belleville-verlag.de/scripts/buch.php?ID=277

Walter Lassally

2005 erhielt der Engländer Walter Lassally (*1926) den Marburger Kamerapreis. Er war in den 1960er Jahren eine Schlüsselfigur des englischen Free Cinema, hat mit Lindsay Anderson und Tony Richardson zusammen-gearbeitet. Für ALEXIS SORBAS bekam er 1966 einen Oscar. Für Hans Noever foto-grafierte er DIE FRAU GEGENÜBER (1979) und DER PREIS FÜRS ÜBERLEBEN (1980), für Thomas Brasch ENGEL AUS EISEN (1981). Im Schüren Verlag ist jetzt ein Buch über ihn erschienen (192 S., 19,90 €). Mit Beiträgen von Axel Block, Andreas Kirchner, Angela Krewani, Gerhard Midding, Hans Noever, Karl Prümm und Lassally selbst. Mehr über das Buch: www.schueren-verlag.de/paymate/search.php?vid=2&aid=1839

Marburger Kamerapreis

Die Französin Agnès Godard wird heute mit dem Marburger Kamerapreis ausgezeichnet. Sie hat an der Pariser Filmhochschule IDHEC studiert, war in den 1980er Jahren Assistentin bei Henri Alekan, Sacha Vierny und Robby Müller, ist inzwischen Kamera-frau vor allem von Claire Denis und hat auch mit Agnès Varda, Erik Zonca, André Téchiné, Claude Berri und Ursula Meier zusammengearbeitet. Im neuen Film-Dienst gibt es einen schönen Text von Thomas Brandlmeier über Agnès Godard. Die Preisverleihung ist verbunden mit den 14. Marburger Kameragesprächen.

Ioseliani Im Arsenal

Mit einer integralen Retrospektive wird im Berliner Arsenal der georgische Regisseur Otar Iosseliani (*1934) gefeiert, der uns mit Filmen wie DIE WEINERNTE, ES WAR EINMAL EINE SINGDROSSEL und DIE GÜNSTLINGE DES MONDES  durch die 1970er und 80er Jahre begleitet hat. Seit 1982 lebt und arbeitet er vorwiegend in Frankreich. Iosseliani wird in den ersten Märztagen in Berlin sein und mit Ulrich Gregor Gespräche führen. Über eine persönlich Begegnung mit Iosseliani schreibt Jan Schulz-Ojala im Tagesspiegel:  6283832.html  Mehr zum Programm: article/3271/3006.html

Arabische Frauenfilme

„Kunst und Revolte“ ist der Titel einer Veranstaltungsreihe, die von der Akademie der Künste zusammen mit dem Instituto Cervantes, der Bundeszentrale für Politische Bildung und der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet wird. Einen Schwerpunkt bildet die Filmreihe „8 arabische Filmemacherinnen“, kuratiert von Chus Lopez Vidal und Paula Rodriguez, die vom Hauptstadtkulturfonds unterstützt wird. Mehr zur Filmreihe:  veranstaltungen/2012/Kunst_und_Revolte_2012_Kalender.pdf

 

50 Jahre Oberhausen

Heute vor fünfzig Jahren wurde in Ober-hausen im Rahmen der 8. Westdeutschen Kurzfilmtage ein Manifest verlesen, das den Aufbruch des Neuen Deutschen Films einleitete. Zu den 26 Unterzeichnern (es war keine Frau dabei) gehörten Christian Doermer, Bernhard Dörries, Rob Houwer, Alexander Kluge, Dieter Lemmel, Hans-Jürgen Pohland, Edgar Reitz, Haro Senft, Franz-Josef Spieker, Hans Rolf Strobel, Heinz Tichawsky, Wolfgang Urchs und Herbert Vesely. 1982 erhielt die „Oberhausener Gruppe“ den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises. 14 von ihnen sind inzwischen nicht mehr am Leben. Im Münchner Filmmuseum fand gestern ein Festakt statt, zu dem Bernhard Dörries, Rob Houwer, Alexander Kluge, Dieter Lemmel, Hansjürgen Pohland, Edgar Reitz und Wolfgang Urchs erwartet wurden. Heute gibt es eine Diskussionsveranstaltung in der Münchner HFF. Mehr zum Oberhausener Manifest und zum Festakt: www.stadtmuseum-online.de/aktuell/progheft22.pdf. Die Kurzfilmtage haben zum Jubiläum eine eigene Website eingerichtet:  www.oberhausener-manifest.com/

Oscar-Verleihung (2)

Heute Nacht fand die Oscar-Verleihung statt, sie wurde zwischen halb drei und halb sechs auf PRO 7 live übertragen. Billy Crystal hat sie (zum neunten Mal) unterhaltsam moderiert. Der Zweikampf zwischen THE ARTIST (neun Nominierungen) und HUGO (elf) endete 5:5, aber THE ARTIST erhielt die höherwertigen Auszeichnungen wie Best Picture und Directing. Mit meinen Prognosen lag ich bei 16 Richtigen in 21 Kategorien im oberen Feld. Bei der traditionellen Oscar-Wette, die diesmal von Artur und Teresa Althen organisiert wurde, war das Platz 8 bei 40 Teilnehmern. Platz 1: Fritz Böhm, Platz 2: Milan Pavlovic. Schade, dass Wim Wenders mit PINA leer ausgegangen ist, für Meryl Streep habe ich mich sehr gefreut. Ein schöner medialer Augenzeugenbericht von Andreas Platthaus ist auf der Internetseite der FAZ zu lesen: 11663734.html

Oscar-Verleihung (1)

Auch vor der 84. Oscar-Verleihung wird heftig prognostiziert. Ich bin jetzt mal sehr mutig und stelle erstmals meine eigenen Prognosen für die 21 wichtigsten Kategorien ins Netz: THE ARTIST (Best Picture), A SEPARATION (Foreign Language Film), RANGO (Animated Feature Film), PINA (Documentary), Michael Hazanavicius/THE ARTIST (Directing), Jean Dujardin/THE ARTIST (Actor in a Leading Role), Christopher Plummer/BEGINNERS (Actor in a Supporting Role), Viola Davis/THE HELP (Actress in a Leading Role), Octavia Spencer/THE HELP (Actress in a Supporting Role), MIDNIGHT IN PARIS (Writing, Original Screenplay), THE DESCENDANTS (Writing, Adapted Screenplay), THE TREE OF LIFE (Cinematography), HUGO (Film Editing), HUGO (Art Direction), THE ARTIST (Costume Design), THE IRON LADY (Makeup), THE ARTIST (Music, Original Score), „Man or Muppet“ (Music, Original Score), HUGO (Sound Editing), HUGO (Sound Mixing), RISE OF THE PLANET OF THE APES (Visual Effects). Heute Nacht wissen wir mehr…

Emigranten-Lexikon

Der Hamburger Kunsthistoriker und  Filmexperte Kay Weniger (*1954) ist ein fleißiger Rechercheur. 2001 publizierte er das achtbändige „Große Personenlexikon des deutschen Films“, kürzlich ist sein Lexikon der 1933 bis 1945 aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden erschienen. Der Titel „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben…“ zitiert ein Lied des Sängers Joseph Schmidt. Wenigers Buch (ACABUS Verlag Hamburg, 683 S., 64,90 €) enthält 575 Biografien von Filmkünstlern und Mitarbeitern, die aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen vor den Nazis fliehen mussten. Darunter befinden sich auch viele Namen, über die man wenig weiß. Daten und Fakten wirken gut recherchiert, es werden Irrtümer korrigiert und biografische Lücken ergänzt. Neu war für mich, dass Fred Zinnemann nicht – wie von ihm behauptet – in Wien geboren wurde, sondern im heute polnischen Rzeszow. In einem umfangreichen Vorwort stellt der Autor seine Arbeit in den Zusammenhang der NS-Filmpolitik und der daraus folgenden Konsequenz für Einzelschicksale. Mehr über das Buch: 9783862820498.htm

Pasolini im Schwulen Museum

Als Hommage zum 90. Geburtstag versteht sich die Ausstellung über den italienischen Filmemacher, Schriftsteller und Maler Pier Paolo Pasolini (1922-1975) im Berliner Schwulen Museum. Der Kurator Wolfgang Theis verbindet anschaulich das Werk von PPP mit dessen Biografie. Plakate, Fotos, Bücher und Dokumente erinnern vor allem an die Filme, die ein bisschen in Vergessenheit geraten sind. Vor 35 Jahren habe ich für die „Blaue Reihe“ den Datenteil des Pasolini-Bandes zusammengestellt. Bei einer Führung gestern Abend ist mir die Komplexität des Pasolini-Werkes wieder bewusst geworden. Mehr zur Ausstellung, die noch bis zum 1. Mai zu sehen ist: www.schwulesmuseum.de/index_aktuelle_ausstellung_pasolini.htm