Karl May-Jubiläen

Vor 170 Jahren wurde Karl May geboren, vor hundert Jahren ist er gestorben und vor fünfzig Jahren spielte Pierre Brice erstmals den Winnetou. Wenn sich die Daten fügen, kann man daraus ein kleines Fest machen. Es findet an diesem Wochenende und in der kommenden Woche im Berliner Babylon-Kino statt. Gut, dass es inzwischen auch eine neue Karl May-Biografie gibt, die man unbedingt lesen sollte, wenn einen dieser Autor interessiert. Sie stammt vom Feuilleton-Chef des Tagesspiegel, Rüdiger Schaper, und ist im Siedler-Verlag erschienen: „Karl May – Untertan, Hochstapler, Übermensch“. Mehr über das Buch: Ruediger-Schaper/e355076.rhd . Und über die Babylon-Reihe: karlmay.htm

Grimme-Preis / Schlöndorff-Film

Heute erhält der Filmemacher Rosa von Praunheim seinen ersten Grimme-Preis und der Regisseur Dominik Graf seinen zehnten. Natürlich hätte Rosa vor zwei Jahren für MEINE MÜTTER einen Preis in Marl kriegen müssen. Aber da war offenbar jemand in der Jury auf einem Auge blind. Nun also für DIE JUNGS VOM BAHNHOF ZOO. Glück-wunsch. Und der Preis für DREILEBEN, er geht an Dominik Graf, Christian Petzold und Christoph Hochhäusler, ist auch hochver-dient. Die Besondere Ehrung erhält in diesem Jahr Hannelore Hoger. Die Veranstaltung wird von Michael Steinbrecher moderiert. Mehr zu den Preisen: www.grimme-institut.de/html/index.php?id=481 Ab 22.25 Uhr wird auf 3sat berichtet.

Und vorher (20.15 Uhr) unbedingt auf Arte den neuen Film von Volker Schlöndorff, DAS MEER AM MORGEN, ansehen. Mehr über den Film: kriegsdrama-guy-moquet-17-jahre-jung/6362318.html

 

Gespräch mit Mario Adorf

Im Rahmen der Mario Adorf-Ausstellung der Akademie der Künste am Pariser Platz spreche ich morgen Abend mit dem Schauspieler über seine Arbeit im deutschen Film, die 1954 begonnen hat und hoffentlich noch lange dauern wird. Er hat mit vielen Regisseuren zusammen-gearbeitet, darunter Paul May, Josef von Baky, Rolf Thiele, Georg Tressler, Gerd Oswald, Wolfgang Staudte, Roland Klick, Edgar Reitz, Peter Fleischmann, Michael Verhoeven, Reinhard Hauff, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder, Jean-Marie-Straub, Helmut Dietl, Egon Günther und Dieter Wedel. Und mit vielen berühmten Kolleginnen und Kollegen vor der Kamera. Es wird uns nicht an Gesprächsstoff mangeln. Mehr zur Mario Adorf-Ausstellung: www.adk.de/de/archiv/news/2012/adorf/index.htm

Jochen Kuhn

Er steht selten im Vordergrund. Seine Filme sind nicht sehr bekannt. Aber sie haben eine ganz eigene Handschrift. Jochen Kuhn (*1954) kommt von der Malerei, seine Filme entstehen vor allem durch Animation. Sie sind kleine, oft pointierte Kunstwerke. Es gibt auch zwei Spielfilme: KURZ VOR SCHLUSS (1986) und FISEMATENTEN (2000). Aber ich liebe vor allem seine Serie NEULICH (inzwischen fünf Folgen). Er hat auch eine eigene Website: www.jochenkuhn.de/ . Und er ist Professor an der Filmakademie in Ludwigsburg. Gut für die Studenten. Morgen Abend um 19.04 Uhr gibt es eine Sendung von Silke Hennig über Jochen Kuhn im Kulturradio des RBB.

Plakate von Renato Casaro

Im Museum Folkwang in Essen ist noch bis zum 15. April eine Ausstellung mit Plakaten des italienischen Malers und Designers Renato Casaro zu sehen. Seit Mitte der 1960er Jahre gilt er als einer der Großen der Filmwerbung. In Essen sind 70 ausgewählte Plakate zu sehen. Ein Katalog ist im Steidl Verlag erschienen (126 S., 28 €). Mehr zur Ausstellung: ausblick/renato-casaro.html

15 Jahre DVD

Heute vor fünfzehn Jahren, am 19. März 1997, kamen die ersten vier DVDs (Digital Video Disc) in den Handel. Sie haben den Umgang mit neuen und alten Filmen sehr verändert. Auch wenn sich inzwischen die Technik weiterentwickelt hat: die Verfüg-barkeit der Filmgeschichte war nie so groß wie in den vergangenen Jahren, ein Film wie AUGE IN AUGE hätte ohne DVDs kaum entstehen können. Jan Distelmeyers Buch „Das flexible Kino“ erzählt sehr differenziert die Geschichte der DVD (inklusive der darauf folgenden Blue-ray Disc), die vor allem von Marktkämpfen beherrscht war und die Filmrezeption radikal verändert hat. Mehr zum Buch: flexiblekino.html

Kunstpreis Berlin

Heute wird in Berlin nicht nur der neue Bundespräsident gewählt. Am 18. März findet traditionell in der Akademie der Künste die Verleihung des Kunstpreises Berlin statt. Der Große Kunstpreis geht in diesem Jahr an die spanische Bildhauerin Cristina Iglesias. Den Kunstpreis in der Sparte Film- und Medienkunst teilen sich die Dokumentar-filmerin Astrid Schult und ihr Kameramann Sebastian Bäumler. Robert Kudielka moderiert die Verleihung am Pariser Platz, Jurymitglied Ebbo Demant hält die Laudatio auf Schult und Bäumler. Mehr zum Kunstpreis: veranstaltungen/index.htm?we_objectID=30726

Bud Spencer

Seine Autobiografie („Mein Leben, meine Filme“) erschien 2011 bei Schwarzkopf & Schwarzkopf. Sie wurde ein Bestseller. Und heute gibt es auf Arte ein Filmporträt von Friedemann Beyer und Irene Höfer über den 82jährigen italienischen Schauspieler zu sehen, der eigentlich Carlo Pedersoni heißt und zu einer Kultfigur wurde. Mir persönlich hat er nie sehr viel bedeutet. Aber seine Popularität hatte in den 1970er und 80er Jahren erstaunliche Dimensionen. Mehr über den Film day=1,week=12,year=2012.html

Zeitenwende(n) des Films

Seit Jahren gibt es interessante Filme, die ihre Handlung nicht linear, sondern in zeitlichen Sprüngen erzählen. Drei Beispiele aus jüngerer Zeit: BABEL von Alejandro Gonzélez Inárritu, PREMONITION von Mennan Yapo, INCEPTION von Christopher Nolan. Die Medienwissenschaftlerin Julia Eckel setzt sich in ihrem gerade erschiene-nen Buch mit „Temporaler Nonlinearilität im zeitgenössischen Erzählkino“ auseinander. Rund 30 Filme dienen ihr in einer manchmal etwas kompliziert formulierten Analyse als Material. Eine anregende Lektüre, hoffentlich nicht nur für potentielle Drehbuchautoren. Mehr über das Buch: paymate/search.php?vid=2&aid=3233

NS-Filmreihe in München

Noch immer gibt es viele Filme aus der Zeit des Nationalsozialismus, die nur mit einer kritischen Einführung im Kino gezeigt werden dürfen. Dazu gehören natürlich JUD SÜSS (Foto), STUKAS und ICH KLAGE AN, aber auch MEIN SOHN, DER HERR MINISTER und VENUS VOR GERICHT. Im Münchner Filmmuseum beginnt morgen eine Reihe mit 16 Filmen, die von Felix Moeller und Stefan Drössler analytisch begleitet wird. Am 16., 17. und 18. März finden außerdem verschiedene Vorträge und Diskussionen statt. Mehr zur Filmreihe: www.stadtmuseum-online.de/aktuell/progheft22.pdf  Auch das Berliner Zeughauskino hat eine längere Reihe mit NS-Filmen begonnen: „Unter Vorbehalt“.