LOLA Festival

Die Verleihung des Deutschen Filmpreises (27. April) wird von der Deutschen Filmakademie gut vorbereitet. So findet ab heute in Berlin an vier Tagen in der Astor Filmlounge das „LOLA Festival“ statt, bei dem alle nominierten Filme zu sehen sind und in vier Gesprächen nominierte Regisseure (heute), Schau-spielerinnen und Schauspieler (morgen), Editoren (Samstag) und Sounddesigner (Sonntag) ihre „Visionen“ von ihren Berufen und vielleicht auch vom deutschen Film vermitteln werden.

Konrad Wolf-Retrospektive

Im Toni in Weißensee und im Kino am Bundesplatz findet ab morgen eine Retro-spektive mit 13 Filmen des Regisseurs Konrad Wolf und einem Dokumentarfilm über ihn statt. Am 7. März war sein 30. Todestag. Aber es gibt, jenseits der Jahrestage, immer gute Gründe, an wichtige Filme und Regisseure zu erinnern. Wolf war einer der ganz Großen. Gezeigt werden u.a. GENESUNG, LISSY, SONNENSUCHER, STERNE, PROFESSOR MAMLOCK, DER GETEILTE HIMMEL, ICH WAR NEUNZEHN, GOYA, DER NACKTE MANN AUF DEM SPORTPLATZ und SOLO SUNNY. Die Vorführungen sind in beiden Kinos mit Gesprächen verbunden. Mehr zum Programm: KWolf-Filmtermine.PDF Im Tagesspiegel hat Silvia Hallensleben einen schönen Text über die Wolf -Retro geschrieben:  ein-deutscher-sozialist/6486858.html

Berliner Musik-Film-Marathon

Heute wird das zweite „Berliner Musik-Film-Marathon“ eröffnet. Es findet in diesem Jahr im Kino des Martin-Gropius-Baus statt, weil die „Kurbel“ inzwischen geschlossen wurde. Die Kuratorin Helma Schleif hat ein interessantes Programm zusammengestellt. Ihre Programmatik: „Im Begriff des Musikfilms – per se eine hybride Gattung – west mehr, als das Wort verrät. Filme, wie wir sie verstehen, wollen den Zuschauer weder überwältigen noch manipulieren. Sie sind authentisch, ehrlich, inkorrupt. Es sind daher Filme, die nicht altern. Und sie zeigen, dass es überall auf der Welt hochkarätige Künstlerinnen und Künstler gibt, RegisseurInnen, AutorInnen und KomponistInnen, die bemüht sind, musikalische Inhalte und Film kongenial miteinander zu verschmelzen, d.h. mitunter, sie zu kontrapunktieren.“ Zu den Gästen gehören: der Filmemacher Frank Behnke, der Musikologe Albrecht Dümling, der Komponist Fuzzy, der Filmemacher Theo Janssen, die Kamerafrau und Regisseurin Elfi Mikesch, der Regisseur Hugo Niebeling, der Komponist Dieter Schnebel und der Autor und Filmemacher Christian Braad Thomsen. Das Programm: www.musik-film-marathon.de/

Festival FilmPOLSKA

Morgen beginnt in Berlin das 7. Festival des polnischen Films. Gezeigt werden mehr als 100 Filme in Berlin und Potsdam: aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme, Kurzfilme, und es gibt auch eine Retrospektive, kuratiert von Angela Haardt; sie ist dem Regisseur Grzegorz Królikiewicz gewidmet. Spielorte sind das Kino in den Hackeschen Höfen, das Kant-Kino, das Kino Arsenal, das Zeughauskino, das Filmmuseum Potsdam, das FSK und der Filmclub K18. Mehr zum Programm: http://filmpolska.de/index.php?navi=002

Vive le Cinéma

Am heutigen Ostermontag findet auf 3sat wieder einer der berühmten Thementage statt. Diesmal geht es um das französische Kino: 15 Filme aus 50 Jahren in 24 Stunden. Es hat um 6.10 Uhr begonnen mit L’HOMME ORCHESTRE (1969) von Serge Korber und endet morgen früh zwischen halb vier und halb sechs mit Godards PIERROT LE FOU (1965). Zu den 15 Filmen gehören CARTOUCHE (1961) von Philippe de Broca (10.30 Uhr),  L’Équipier (2004) von Philippe Lioret (18.35, Foto: Sandrine Bonnaire), LA VIE EN ROSE (2007) von Olivier Dahan (20.15), LE DOULOS (1962) von Jean-Pierre Melville (0.10) und PLEIN SOLEIL (1959) von René Clément (1.45). Manchmal beweist 3sat wirklich, dass er ein mutiger Kulturkanal ist. Mehr zum Programm: ClnDaN09&cx=63

Märchen im Film

Frohe Ostern!

Ich nutze den Feiertag für den Hinweis auf ein besonderes Buch, das im vergangenen Jahr bei Routledge in New York und London erschienen ist und auf das ich von einer Freundin aufmerksam gemacht wurde. Der Autor Jack Zipes ist emeritierter Professor für Germanistik und Vergleichende Literatur-wissenschaft in Minnesota. Er hat sich über Jahrzehnte mit dem Märchen als litera-rischer Gattung beschäftigt und nun so etwas wie ein definitives Buch über Märchenfilme geschrieben: „The Enchanted Screen. The Unknown History of Fairy-Tale Films“ (436 S., viele Abbildungen). Im ersten Teil wird im Überblick die Geschichte des Märchenfilms erzählt, beginnend mit dem Franzosen Georges Méliès. Im zweiten Teil geht es um die Verfilmungen einzelner Märchen: Schneewittchen, Rotkäppchen, Blaubart, Aschenputtel. Eigene Kapitel sind dem Tierbräutigam und den Märchen von Hans Christian Andersen gewidmet. Im dritten Teil werden die unterschiedlichen Verfilmungen von „Der Zauberer von Oz“, „Pinocchio“, „Alice im Wunderland“ und „Peter Pan“ analysiert; ein separater Text ist den Märchenfilmen der CSSR und der DDR vorbehalten; und am Ende rücken Filme der vergangenen zwanzig Jahre ins Zentrum. Mit 144 Verfilmungen steht übrigens „Aschenputtel“ an der Spitze aller Titel. Die Analysen von Zipes sind sehr konkret und nachvollziehbar, sie berücksichtigen psychologische und soziologische Aspekte. Natürlich spielt auch Walt Disney eine zentrale Rolle. Die Filmografie im Anhang, klug strukturiert, nennt 1.935 Titel. Eine Verbeugung nach Minnesota. Mehr zum Buch: www.routledge.com/books/details/9780415990615/

Rainer Werner Fassbinder

Der 30. Todestag von Rainer Werner Fassbinder wirft seine Schatten voraus. Im Münchner Filmmuseum ist in den nächsten Wochen eine Filmreihe zu sehen, die die Verbindung zwischen RWF und der Stadt München in Erinnerung ruft. Zwölf Filme stehen, jeweils dienstags, auf dem Programm.

Thomas Mauch

Seit über fünfzig Jahren steht er hinter der Kamera. Er hat den Neuen deutschen Film mitgeprägt und ist soeben 75 Jahre alt geworden. Das Filmmuseum Düsseldorf widmet Thomas Mauch deshalb im April eine kleine Retrospektive. Und am 14. moderiert der Museumsdirektor Bernd Desinger ein Gespräch zwischen Mauch und dem Regisseur Christian Wagner, mit dem er eng zusammengearbeitet hat.

100 Jahre für den Film

Auf der Leipziger Buchmesse habe ich kürz-lich die interessante Festschrift einer Firma entdeckt, die heute „CinePostproduction“ heißt und bis 1998 den Namen „Geyer-Werke“ trug. Geyer, gegründet 1911, war das traditionsreiche Kopierwerk in Berlin-Neukölln, über das Martin Koerber 1989 für die Ausstellung „Nahaufnahme Neukölln“ eine Firmengeschichte geschrieben hat. Die Autoren Matthias Georgi und Benjamin Geissert erzählen die Geschichte in dem Buch „100 Jahre für den Film“ ausführlicher und führen sie bis in die Gegenwart fort. Die Umstellung auf Digitalisierung spielt dabei eine große Rolle. Mit umfangreichen Quellenangaben und vielen Abbildungen. Die Lektüre ist nicht nur für Filmtechniker ein Gewinn.

Romy Schneider-Ausstellung in Bonn

In der Bundeskunsthalle in Bonn wird heute – mit Blick auf ihren 30. Todestag am 29. Mai – eine Romy Schneider-Ausstellung eröffnet. Bilder aus Filmen, Zeitschriften und Romys Privatleben werden mit Filmausschnitten kombiniert. Medieninstallationen zeigen das Wechselspiel zwischen Projektion und aktiver Selbstinszenierung. Zudem präsentiert die Ausstellung zahlreiche Plakate, Kostüme, Briefe, Fanartikel und Fotos von Romy Schneider, ihren Filmpartnern und ihrer Familie. Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek statt. Mehr zur Ausstellung: htm?ausstellungen/index.htm