San Francisco Silent Film Festival

Im legendären Castro Theatre in San Francisco beginnt heute das viertägige Stummfilm-festival. Eröffnungs-film ist WINGS (1927) von William Wellman. Auch drei deutsche Filme stehen auf dem Programm: DAS WEIB DES PHARAO (1922) von Ernst Lubitsch, DIE WUNDERBARE LÜGE DER NINA PETROWNA (1929) von Hanns Schwarz und DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929, Foto mit Louise Brooks) von G. W. Pabst. Es werden 15 lange Filme und ein Felix the Cat-Cartoon-Programm gezeigt.

FilmSchauPlätze NRW

Eine Herausforderung für Location-Scouts: einen originellen Ort für die Aufführung spezieller Filme finden. Oder, einfacher: sich bei der Filmstiftung NRW bewerben, wenn Ort und Infrastruktur vorhanden sind. Zum 15. Mal findet in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen die Reihe „FilmSchauPlätze“ statt, sie beginnt morgen mit ST. JACQUES – PILGERN AUF FRANZÖSISCH auf dem Marktplatz in Monschau und endet am 25. August mit MOULIN ROUGE im Stadttheater in Hagen. In Dortmund gibt es DIE EISERNE LADY in der Kokerei Hansa, in Herne LE HAVRE in der Künstlerzeche „Unser Fritz“, in Gelsenkirchen UP IN THE AIR im Amphitheater im Nordsternpark, in Ramsdorf THE KING’S SPEECH auf der Schützenwiese und in Wuppertal ALICE IN DEN STÄDTEN am Elisenturm.

Summer of Rebels

Wie immer hat arte auch in diesem Sommer ein Schwer-punktthema. Bis Anfang September geht es in Spielfilmen, Dokumentationen und Konzertmitschnitten um Rebellen. Nennen wir ein paar Namen: Marlon Brando, James Dean, Elvis Presley, Udo Lindenberg, Jim Morrison, Johnny Cash, David Bowie, Iggy Popp – und damit auch eine Rebellin dabei ist: Nina Hagen. Die Höhepunkte des Programms finden sonntags statt. Als Moderator führt Ben Becker durch die Abende. Mehr zur Reihe: rebellisch–rau-und-rockig_21/6648132.html

Woody Allen: A Documentary

Natürlich erhofft man sich von einem abend-füllenden Dokumentar-film über Woody Allen auch ein paar vertiefende Gedanken und analysierende Kommentare. Daran mangelt es dem Film von Robert Weide. Dafür bietet er aber eine unterhaltsame Passage durch ein großes Werk mit vielen Filmaus-schnitten und Statements zahlreicher Weggefährten. Allen führt uns erstaunlich entspannt durch sein Leben, zeigt uns seine Grundschule, seine Schreibmaschine, die Herkunft seiner Brille und die volle Schreibtischschublade mit Notizzetteln. Ende August kommt sein neuester Film ins Kino. Christiane Peitz hat im Tagesspiegel eine schöne Kritik des Dokumentarfilms publiziert: 6833960.html

Marilyn im Münchner Filmmuseum

Das Münchner Filmfest ist zu Ende, und bevor im Münchner Filmmuseum die Sommer-pause beginnt, geht es dort nur noch um einen Star: um Marilyn Monroe. Am 5. August steht ihr 50. Todestag im Kalender. Das wird ab heute mit einer vollständigen Retrospektive gewürdigt. Zur Eröffnung präsentiert Eckhard Schmidt die beiden Filme MARILYN MONROE: MIT IHREN EIGENEN WORTEN (2007) und MARILYN MONROE: ICH MÖCHTE GELIEBT WERDEN (2011). Von Schmidt stammt auch ein sehr persönlicher Einführungstext im Programmheft.

100 Ideen verändern Film.

Vor vierzig Jahren erschien im Hanser Verlag das kleine gelbe Buch „Lexikon Film“ von Ulrich Kurowski: eine Einführung in Geschichte, Ästhetik und Technik des Films in 100 Artikeln. Für viele begriffliche Definitionen sind die kurzen Texte noch heute lesenswert. Auch das Buch des englischen Rundfunkjournalisten David Parkinson, kürzlich auf Deutsch bei DuMont erschienen, erklärt 100 Begriffe der Filmgeschichte, beginnend mit „Laterna magica“, endend mit „Computergenerierte Bilder“. Die Reihenfolge orientiert sich ein bisschen an der Chronologie. Die Auswahl ist stark auf das amerikanische Kino fixiert, lässt aber Raum für das Widerständige und Alternative. So gehören auch „Film d’art“, „Expressionismus“, „Surrealismus“, „Neorealismus“, „Cinéma vérité“ und „Feministische Filmtheorie“ zu den 100 Stichworten des Buches. Jedem Begriff steht eine Doppelseite zu, die Abbildungen dominieren, da bleibt für den Text nur begrenzter Raum. Die deutsche Übersetzung wirkt oft umständlich. Ihr fehlt die Filmaffinität eines Ulrich Kurowski. Mehr über das Buch: 100_Ideen_veraendern_Film/10733

PIXAR – 25 Years of Animation

In der gerade etwas ins Gerede gekommenen Bundes-kunsthalle in Bonn beginnt heute eine Ausstellung über die Arbeit des PIXAR-Studios, das in den letzten 25 Jahren den Animationsfilm auf ein neues Niveau gebracht hat. Dafür stehen Titel wie TOY STORY, FINDET NEMO, CARS und RATATOUILLE. In der Ausstellung zu sehen sind Skizzen, Grafiken, Farbzeichnungen und Skulpturen.

Filmkomponisten

Im Juli-Heft von epd Film gibt es ein nützliches und kompetent zusammen-gestelltes Personen-spektrum zur Filmmusik. Lothar Derichs und Gerhard Midding porträtieren 19 Komponisten und eine Komponistin, die aus ihrer Sicht das zeitgenös-sische Kino prägen. Es sind „Die Schlachtrösser“ John Williams, Alexandre Desplat, James Horner, Howard Shore, Hans Zimmer, Danny Elfman und Gabriel Yared, „Die Verlässlichen“ Alberto Iglesias, Thomas Newman, Patrick Doyle und James Newton Howard, „Die Spaßmacher“ Michael Giacchino und John Powell, „Die Unterschätzten“ Carter Burwell, Bruno Coulais, Christopher Young und Annette Focks sowie „Die Grenzgänger“ Elliott Goldenthal, Joe Hisaishi und Philip Glass. Das ist zwar kein Ersatz für das kürzlich erschienene „Lexikon der Filmmusik“ (Laaber-Verlag), aber einige der in epd Film Genannten sucht man dort vergebens. Trotzdem ein Hinweis: php?ID_Liste=222&m=30

Film über Alexander Granach

Auf dem Münchner Filmfest wird heute der Film ALEXANDER GRANACH – DA GEHT EIN MENSCH von Angelika Wittlich uraufgeführt. Granach war ein hoch-begabter und populärer Theater- und Filmschauspieler in der Weimarer Republik, spielte u.a. den Häusermakler Knock in Murnaus NOSFERATU (Foto), musste 1933 emigrieren, gelangte nach vielen Umwegen 1938 nach Hollywood, spielte in NINOTCHKA von Ernst Lubitsch und vielen anderen Filmen und starb 1945 an einer Lungenembolie. 2008 hatte Angelika Wittlich zusammen mit Hilde Recher im Ölbaum-Verlag die Briefe von Alexander Granach aus dem Exil an die Schauspielerin Lotte Lieven herausgegeben. In der FAZ publizierte Alain Claude Sulzer damals eine lesenswerte Rezension des Buches: wenn-er-spielte-wackelte-der-kronleuchter-1731085.html

Rencontres Internationales

Im Haus der Kulturen der Welt in Berlin finden ab heute (bis zum 8. Juli) die fünften „Internationalen Begegnungen“ statt, bei denen „Neuer Film und zeitgenössische Kunst“ aufeinander treffen. Zu den Kuratoren gehören Pedro Costa und Mark Lewis. Christian Barani zeigt MY DUBAI LIFE, Natalia Comandari TORITO DENBOW, Juliette Bineau PLEURA, Luis Bezeta das Video NORMA JEANE ES MARILYN. Am 8. Juli wird diskutiert. Und eine Ausstellung gibt es auch.