Weltausstellung in Tempelhof

Weltausstellungen gibt es seit 1851. Sie sind verbunden mit Zukunftsvisionen, Leistungs-schauen und nationaler Repräsentation. Die aktuelle internationale Weltausstellung findet gerade in der südkorea-nischen Küstenstadt Yeosu statt.   Architektur, Technik und Medien dominieren inzwischen diese Veranstaltungen. Wie man mit ihren Elementen spielen kann, zeigt der Abschiedsevent von Matthias Lilienthal auf dem Berliner Tempelhofer Feld. Und wenn man genau hinschaut, hat auch das Kino dort seinen speziellen Platz.

Hands on Fassbinder (2)

Heute und morgen, am 30. Todestag, findet im Collegium Hungaricum die zweite Runde der Fassbinder-Konferenzen statt. Diesmal geht es um die Darstellung der deutschen Geschichte im Werk von RWF. Zu Gast sind Hanna Schygulla, Géza Bereményi, Thomas Heise und Sonja M. Schulz. Morgen Nachmittag referieren und diskutieren J. Hoberman, Manfred Hermes, Thomas Elsaesser und Verena Lueken über Fassbinders Rezeption in den USA, BERLIN ALEXANDERPLATZ und DIE DRITTE GENERATION. Mehr zum Programm: www.handsonfassbinder.de/?page_id=269.  Auf Arte sind zurzeit zahlreiche Fassbinder-Filme zu sehen. Mehr zum Programm, mit einem Text von Hans Günther Pflaum: 6650328.html

Kostümfilme

Im Zeughauskino beginnt morgen eine Retrospektive zum Thema Kostümfilm. 27 Filme aus der Zeit zwischen 1919 (MADAME DUBARRY von Ernst Lubitsch) und 2012 (DIE KÖNIGIN UND IHR LEIBARZT von Nikolaj Arcel) stehen auf dem Programm. Ein eigenes Genre ist der Kostüm-film nicht. Er changiert zwischen Historischem Drama, Melodram, Literaturverfilmung und Starrepräsentation. Es geht um Kleidung, Schönheit und Geschmack. Im Deutschen Historischen Museum sind noch bis zum 29. Juli die Ausstellungen „Fashioning“ und „Fokus Fashion“ zu sehen. Mehr über die Filmreihe: www.dhm.de/kino/kostuemfilme.html

Lecture & Film

Im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt ist heute in der Reihe „Lecture & Film“ Norbert Grob zu Gast. Er spricht über Stars und Ikonen, über die Magie als Resultat filmischer Inszenierung. Im Anschluss an seinen Vortrag, der um 20 Uhr beginnt, präsentiert er im schönen neuen roten Kino des Hauses den Film QUEEN CHRISTINA (1933) von Rouben Mamoulian mit Greta Garbo. Mehr zur Veranstaltung: lecture-film-schauspiel-juni/#1. Mehr zu Rouben Mamoulian: applaus-rouben-mamoulian/

City Symphonies

Das Thema der Magical History Tour im Berliner Kino Arsenal ist in diesem Monat die Großstadt. Zehn Filme stehen auf dem Programm, heute Abend DER SCHÖNE TAG (2001) von Thomas Arslan (Foto). Außerdem: MANHATTA (1921) von Paul Strand und Charles Sheeler, Ruttmanns BERLIN. DIE SINFONIE DER GROSSTADT (1927), A PROPOS DE NICE (1930) von Jean Vigo, MY WINNIPEG (2007) von Guy Maddin, THE NAKED CITY (1947) von Jules Dassin, THE LITTLE FUGITIVE (1953) von Ray Ashley, Morris Engel und Ruth Orkin, SUITE HABANA (2003) von Fernando Pérez und MOSKWA (1927) von Ilja Kopalin und Michail Kaufman. Mehr zum Programm: june/02/article/3454/2796.html

Ulrike Ottinger

Am Vorabend ihres 70. Geburtstages wird heute im Verborgenen Museum in Berlin (Schlüterstraße 70) eine Ausstellung zu Leben und Werk von Ulrike Ottinger eröffnet. Präsentiert wird eine Auswahl ihrer Schwarz-Weiß-Porträts in einem visuellen Dialog mit Porträtfotografien aus der gemeinsamen Sammlung Ottinger/Sykora. Es sprechen Elisabeth Mortgat und Wulf Herzogen-rath.  Auf 3sat und ZDFkultur wird Ulrikes 70. bereits mit Filmausstrahlungen gefeiert. Brigitte Kramer hat ein Filmportrait über sie gedreht: ULRIKE OTTINGER – DIE NOMADIN VOM SEE.

Cui bono, Fred Gehler?

Im Kino Arsenal in Berlin wird heute von der DEFA-Stiftung ein neuer Band ihrer Schriftenreihe präsentiert: „Cui bono, Fred Gehler? Texte und Kritiken aus fünf Jahrzehnten“, herausgegeben von Ralf Schenk. Fred Gehler (* 1937) war ab Ende der 1950er Jahre freischaffender Filmpublizist in der DDR, schrieb für den Sonntag, die Deutsche Filmkunst und Film und Fernsehen. Mitte der 60er hatte er Schwierigkeiten mit der Politik (darauf spielt der Titel der Publikation an). Als Autor, Herausgeber und Filmemacher hatte Gehler den internationalen Film im Blick. Er war von 1994-2003 Direktor des Leipziger Dokumentar- und Animationsfilm-Festivals. Mehr über das Buch: viewitem,00124

Jüdisches Filmfestival

Morgen Abend wird in Potsdam das 18. Jüdische Filmfestival eröffnet, das bis zum 17. Juni im Kino Arsenal in Berlin und im Filmmuseum Potsdam stattfindet. Präsentiert werden rund 30 neue Filme. Eröffnet wird mit dem Dokumentarfilm MAX RAABE IN ISRAEL von Brigitte Bertele, Julia Willmann, Sabine Scharnagl und Bettina Hausler. Paten des Festivals sind Meret Becker und Richy Müller. Am letzten Festivaltag finden auch Vorführungen im Filmkunst 66, im Eiszeit Kino und im Kino Toni statt.

50 Jahre Cinegrafik

Im Hamburger Metropolis-Kino findet in diesem Monat eine Ausstellung zum 50jährigen Jubiläum der Firma „Cinegrafik“ von Helmut Herbst statt. Sie ist verbunden mit einer Veranstaltungsreihe: Filmen + Gesprächen. Unter dem Titel „Früher als wir noch postmodern waren“ geht es um die Aufbrüche in den 1960er und 70er Jahren, die mit den experimentellen Arbeiten von Helmut Herbst und Franz Winzentsen, Hellmuth Costard, Werner Nekes, Bernd Upnmoor und Klaus Wyborny verbunden sind. Ein spezieller Rückblick gilt dem Altmeister Guido Seeber. Zur Ausstellung und zum Film-programm erscheint eine Edition der Werkstattbücher von Helmut Herbst.

Amtsübergabe bei der DEFA-Stiftung

Die DEFA-Stiftung in Berlin kümmert sich um den Erhalt und die Nutzung des DDR-Films und fördert die Filmkultur durch die Vergabe von Projektmitteln, Stipendien und Preisen. Als Nachfolger des Gründungsvorstands Wolfgang Klaue war Helmut Morsbach seit 2003 Vorstand der Stiftung. Er geht jetzt in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der Filmpublizist Ralf Schenk (*1956), der sich als Autor der Berliner Zeitung und des Film-Dienstes und als Herausgeber verschiedener Publikationen zur DEFA-Geschichte die Erinnerung an das DDR-Kino zur Aufgabe gemacht hat. Als Mitglied verschiedener Gremien (BKM-Projekt-Kommission, Berlinale-Programm-Kommission) hat er auch seine Kompetenz für das Gegenwartskino bewiesen. Auf ihn warten in der neuen Funktion vielfältige Aufgaben, denen er mit Sicherheit gewachsen ist.  Mehr über die DEFA-Stiftung: www.defa.de/cms/defa-stiftung-home