Der Frankfurter Flughafen

Am 3. Juni wollte der rbb in seinem III. Fernseh-programm 24 Stunden lang vom Umzug des Berliner Flugbetriebs von Tegel nach Schönefeld berichten. Wie bekannt, wurde der Umzug kurzfristig abgesagt, und die 24-Stunden-Idee ist damit ad acta gelegt. So können wir mit Interesse beobachten, wie das Fliegen an anderen Orten funktioniert. Ab morgen früh 6 Uhr geht es beim Thementag auf 3sat 24 Stunden lang um den Flughafen in Frankfurt am Main. Den gibt es ja schon länger, und er hat – bis auf gelegentliche Wetter- oder Streikausfälle – einen guten Ruf. Da können wir Berliner vielleicht etwas lernen.

Buster Keaton

Heute beginnt im Berliner Babylon Kino am Rosa Luxemburg Platz das dritte „Berlin-Babylon Stummfilm-LIVEfestival“., das in diesem Jahr Buster Keaton gewidmet ist. Gezeigt wird das Gesamt-werk seiner Stummfilme. Begleitet werden die Filme von den bekannten Musikern Neil Brand, Javier Pérez de Azpeitia, Carsten Stephan von Bothmer, Hada Benedito Matea und Ekkehard Wölk. Mehr zum Programm: www.babylonberlin.de/keaton.htm

Film und Surrealismus

Im Haus der Sammlung Scharf-Gerstenberg in Berlin (Spandauer Damm) findet zurzeit eine Filmreihe zum Thema Film und Surrealismus statt. Heute steht G. W. Pabsts GEHEIMNISSE EINER SEELE auf dem Programm, am 16. August Hitchcocks SPELLBOUND (Foto) und am 20. September Robert Wienes CABINET DES DR. CALIGARI, musikalisch begleitet von der Gruppe „A Critical Mass“. Beginn jeweils 20 Uhr, mit Einführung.

Frankenheim Kino in Düsseldorf

Freilichtkino überall. Immer in der Hoff-nung auf gutes Wetter. Eine große Tradi-tion hat inzwischen das Frankenheim Kino an der Düsseldorfer Rheinterrasse. Seit vielen Jahren stellt die Kinoliebhaberin Rosemarie Schatter dort das Programm zusammen. Da kann man sich auf eine gute Mischung verlassen. Eröffnungstitel ist in diesem Jahr der neue Film von Stephen Frears LADY VEGAS. Als Vorpremieren gibt es außerdem TED mit Mark Wahlberg, MAGIC MIKE von Steven Soderbergh und STARBUCK von Ken Scott zu sehen.

Filmfestival in Weimar

Morgen beginnt ein neues Film-festival, es hat den Namen „Trekoulor“, findet in Weimar statt und stellt Filme aus Polen, Deutschland und Frankreich in den Mittelpunkt seines Programms. Es gibt eine spezielle Kinder- und Jugendfilmreihe und eine Retrospektive. Sie ist Andreas Dresen gewidmet. Er durfte sich auch einen persönlichen Lieblingsfilm wünschen, das ist LEUCHTE, MEIN STERN, LEUCHTE (1970) von Alexander Mitta.

Trauerfeier für Katrin Seybold

Im Münchner Filmmuseum findet heute die Trauerfeier für Katrin Seybold statt. Sie ist am 27. Juni 68jährig nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. In Gang gesetzt durch die Studentenbewegung hat Katrin ab Ende der 1970er Jahre Filme zur deutschen Geschichte realisiert und an Unrechtstaten erinnert, die an Juden, an Sinti, an Widerstandskämpfern begangen wurden. Sie hat individuelle Schicksale in den Mittelpunkt ihrer Filme gestellt, die ihr beispielhaft erschienen, beginnend mit SCHIMPFT UNS NICHT ZIGEUNER (1980). Es waren meist Opfergeschichten, die sie dokumentarisch recherchiert hat, weil sie Verantwortung übernehmen wollte für die Folgen einer gefühlten Schuld. DIE WIDERSTÄNDIGEN – ZEUGEN DER WEISSEN ROSE (2008) wurde zu ihrem letzten Film. Sie konnte herzhaft lachen, aber sie hat nie eine Komödie gedreht. In den frühen Siebzigern war sie meine Mitarbeiterin an der dffb. Der Abschied schmerzt.

KUHLE WAMPE im Freilichtkino

Seit vielen Jahren finden ein paar Berlinale-Tage im Sommer im Freien statt. Immer in der Hoffnung auf gutes Wetter. Schauplatz ist das Freilichtkino Friedrichs-hain. Heute Abend (21.30 Uhr) gibt es dort – als Reminiszenz an die diesjährige Retrospektive – den Film KUHLE WAMPE zu sehen, den Klassiker des proletarischen Kinos. Mehr zum Film: fa6f6f8c9b1 Und ein Buch zur Retrospektive gab es natürlich auch: rotetraumfabrik.html

Hands on Fassbinder (3)

Heute geht es bei den Fassbinder-Konferenzen um die Politik, also um die Frage, wie Filmemacher und Filme durch den Umgang mit politischen Themen selbst zum Politikum werden können. Im ersten Teil setzt sich Peter Nau mit den Künstlerpersönlichkeiten Fassbinder und Straub auseinander, die in den 1960er Jahren eine Nähe zueinander hatten und dann ganz unterschiedliche Wege gegangen sind. Im zweiten Teil wird die Verhinderung des Projekts SOLL UND HABEN thematisiert. Der Drehbuchautor Herbert Knopp berichtet über die Hintergründe. Ab 17 Uhr im Collegium Hungaricum in Berlin. Mehr: fassbinder.de/?page_id=272

Die Dramatisierung von Innenwelten

Felicitas Pommerening hat mit dieser Dissertation 2010 an der Mainzer Universität (Fachbereich Sozialwissen-schaften/Medien/Sport) promoviert. Ihre Ausgangsthese ist eine Mängeldiagnose. Die Autorin vermisst in den viel verbreiteten Theorien und Anleitungen zum Drehbuch-schreiben das Interesse am Innenleben der Figuren. Es dominiert aus ihrer Sicht ein forcierter Handlungshype. So macht sie sich, ausgehend von der Literatur, der Bildenden Kunst und der Kunstpsychologie, auf die Suche nach den Innenwelten im Film, rekapituliert die Grund-züge der Theory of Mind, konkretisiert in Mimik und Gestik kurz und knapp den Ausdruck von Trauer, Wut, Überraschung, Angst und Freude, reflektiert filmspezifisches Schauspielen und beschreibt in ihrem Hauptkapitel die filmischen Mittel für die Darstellung der Innenwelt: Montage, Kamera, Licht, Musik, Production Design. Ein eigenes kleines Kapitel ist den Innenwelten in den Filmen von Ang Lee gewidmet. Und am Ende geht es noch um das Verschmelzen von Außen- und Innenwelt. Es werden von der Autorin viele, klug ausgewählte Filme ins Spiel gebracht. Die Abbildungen (einige auch in Farbe) lassen technisch Wünsche offen. Etwas mehr zum Buch: Die-Dramatisierung-von-Innenwelten-im-Film.html

San Francisco Silent Film Festival

Im legendären Castro Theatre in San Francisco beginnt heute das viertägige Stummfilm-festival. Eröffnungs-film ist WINGS (1927) von William Wellman. Auch drei deutsche Filme stehen auf dem Programm: DAS WEIB DES PHARAO (1922) von Ernst Lubitsch, DIE WUNDERBARE LÜGE DER NINA PETROWNA (1929) von Hanns Schwarz und DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929, Foto mit Louise Brooks) von G. W. Pabst. Es werden 15 lange Filme und ein Felix the Cat-Cartoon-Programm gezeigt.