Medialer Aufbruch

„Die innovativen Jahre von Fernsehen und Film in Hamburg 1962 bis 1969“ werden im Rahmen einer Tagung der Universität Hamburg (Department Sprache Literatur Medien) unter Leitung von Joan Kristin Bleicher und Hans-Ulrich Wagner thematisiert. Es geht um Kurzfilm, Spielfilm, experimentellen Animationsfilm und Dokumentarfilm, um Helmut Herbst und Franz Winzentsen (beide sind zu Gast), um Egon Monk, Peter von Zahn, Klaus Wildenhahn und Eberhard Fechner – und natürlich auch um den NDR. Es referieren u.a. Dagmar Brunow, Kay Hoffmann, Knut Hicketier, Judith Keilbach, Julia Schumacher und Andreas Stuhlmann. Mehr zum Programm: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=18240

The Cinema of Transgression

YOU KILLED ME FIRST hieß 1985 ein 11-Minuten-Film von Richard Kern. Er gehörte zur Produktion einer Undergroundgruppe, die in den 1980er Jahren in der New Yorker Lower East Side auf Kollisionskurs mit der amerikanischen Gesellschaft ging und in Low Budget-Filmen Kriminalität, Brutalität, Drogenkonsum und Exzesse darstellte. Beispiele des „Cinema of Transgression“ werden ab 19. Februar erstmals in einer Ausstellung in den „KW Institute for Contemporary Art“ in der Berliner Auguststraße gezeigt. Zu den Filmemachern gehörten Karen Finley, Lydia Lunch, Casandra Stark, Mele, Tommy Turner, David Wojnarowicz, Nick Zedd. Bert Rebhandl über die Ausstellung im tip: www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-kunst-und-museen/you-killed-me-first-den-kunst-werken

Filme der 2000er

Dies ist der neunte Band der internationalen Filmgeschichte in Dekaden, beginnend mit den 1920ern. Herausgeber der Reihe ist der Dresdner Kunstwissenschafler Jürgen Müller. Jetzt geht es bereits um die ersten zehn  Jahre dieses Jahrhunderts. 139 Filme werden mit Fotos, Texten und Plakaten in Erinnerung gerufen. Darunter sind fünf deutsche Filme: GOOD BYE, LENIN, GEGEN DIE WAND, DAS LEBEN DER ANDEREN, DER BAADER-MEINHOF-KOMPLEX und DAS WEISSE BAND. Dass auf dem Cover noch einmal AVATAR in die Welt blickt, hat eine Logik. Die schwarze Seitengrundierung mit weißer Schrift gibt den Fotos eine spezielle Brillanz. Die Texte zu den Filmen, Personen und film-technischen Begriffen stammen u.a. von Philipp Bühler, Malte Hagener, Lars Penning und Burkhard Röwekamp. Mehr zum Buch: catalogue/film/all/04430/facts.filme_der_2000er.htm

Babelsberg-Storys

Ein alternatives Buch zum 100. Geburtstag von Babelsberg. Thomas Knauf (*1951) war in den 1980er Jahren festangestellter Szenarist bei der DEFA. Von ihm stammen die Drehbücher zu Michael Gwisdeks TREFFEN IN TRAVERS (1988), Peter Kahanes DIE ARCHITEKTEN (1990) und Roland Gräfs DIE SPUR DES BERNSTEIN-ZIMMERS (1992). Nach der deutschen Einigung verbrachte er fünf Jahre in New York, aber mit einer Hollywood-Karriere hat es nicht geklappt. Inzwischen lebt er wieder in Berlin. In diesem Buch erzählt er 32 Geschichten, die sich mit Babelsberg und mit dem Drehbuchschreiben verbinden: Erlebnisse, Reflexionen, Anekdoten. Im Sinne des von ihm verehrten F. Scott Fitzgerald und dessen Romanfigur Pat Hobby. Eingefügt sind 44 Regeln für junge Drehbuchautoren. erschienen&start=

Alexander Kluge 80

Heute wird Alexander Kluge 80 Jahre alt. Ich gratuliere ihm dazu mit größtem Respekt. ABSCHIED VON GESTERN ist noch immer einer meiner Lieblingsfilme. Er hat mich für seine Sendeplattform dctp zweimal inter-viewt: 1998 über die Siodmak-Brüder und den Umgang mit Filmgeschichte (gesendet unter dem Titel F.P.1 ANTWORTET WIEDER), 2003 über Friedrich Wilhelm Murnau. Mit ihm zu sprechen, ist nicht ungefährlich, weil er sich gern vom Thema entfernt und seine labyrinthischen Wege auch ins Risiko führen: plötzlich geht man über dünnes Eis. In 14 Tagen gibt es ein Jubiläum, das eng mit Alexander Kluge verknüpft ist: 50 Jahre Oberhausener Manifest. Seine „Geschichten vom Kino“ waren mein Filmbuch des Monats Februar 2007, sie erschienen zu seinem 75. Geburtstag: www.hhprinzler.de/filmbuecher/geschichten-vom-kino/

Helene Schwarz 85

Heute wird Helene Schwarz, die Seele der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, 85 Jahre alt. Sie ist seit 45 Jahren Mitarbeiterin der Studienleitung und inzwischen im Nebenamt auch Schatz-meisterin der Freunde und Förderer der dffb. Vor sieben Jahren erhielt sie von Dieter Kosslick die Berlinale-Kamera nach der Uraufführung des Films WER IST HELENE SCHWARZ? von Rosa von Praunheim. Vor einem Jahr wurde sie mit dem Ehrenpreis von Firsts Steps ausgezeich-net. Gestern Abend haben wir im Helene-Schwarz-Café im Filmhaus in ihren Geburtstag hineingefeiert. Und nach der Berlinale wird auch wieder donnerstags Skat gespielt. Meine Verbeugung vor Helene findet man unter www.hhprinzler.de/1996/09/helene-schwarz/

100 Jahre Babelsberg

Jubiläum in Babelsberg: 100 Jahre Film-studio. Mit einem Festakt wird das Ereignis heute gefeiert. Daniela Sannwald und Christina Tilmann hatten vor einem Jahr die schöne Idee zu einer sehr speziellen Publikation. Sie begaben sich auf eine Spurensuche nach all den Frauen, die in Babelsberg als Regisseurinnen, Schauspie-lerinnen oder in anderen Funktionen eine Rolle gespielt haben. Das Buch, unterstützt von der Berlinale, der DEFA-Stiftung und der Deutschen Kinemathek, ist soeben im Verlag Edition Ebersbach (128 S., 19,80 €) erschienen. Mit Beiträgen über Asta Nielsen, Thea von Harbou, Marlene Dietrich, Anny Ondra, Rosa und Henny Porten, Leni Riefenstahl, Renate Müller, Lilian Harvey, Zarah Leander, Sibylle Gerstner, Hildegard Knef, Evelyn Carow, Jutta Hoffmann, Angelica Domröse, Margarethe von Trotta, Helke Misselwitz und Silke Buhr, verfasst von Christina Tilmann, Anke Sterneborg, Fatih Özgüven, Frank Noack, Daniela Sannwald, Barbara Sichtermann, Günter Krenn, Christian Schröder, Claudia Lenssen, Andreas Ungerböck, Jürgen Trimborn, Silvia Hallensleben, Kerstin Decker (2 Texte), Thilo Wydra, Hans Helmut Prinzler und Kristina Jaspers. Mit einem Vorwort von Dieter Kosslick. Mehr über das Buch: www.edition-ebersbach.de/details.php?p_id=232  Mein Text über Helke Misselwitz:  www.hhprinzler.de/2012/02/helke-misselwitz/

Scenario 6

Nun schon zum sechsten Mal präsentiert der Herausgeber Jochen Brunow seinen Film- und Drehbuchalmanach am ersten Berlinale-Samstag. Die neue Ausgabe enthält u.a. ein Werkstattgespräch mit Bernd Lange, Essays von Anna Praßler, Keith Cunningham, André Georgi und Thomas Knauf, ein Journal von Monika Bauert über DAS BOOT, kommen-tiert von Michael Töteberg, Backstory-Splitter von Richard Brooks und Gerd Midding und – wie immer – das beste unverfilmte Drehbuch des Jahres. Senta Berger wird bei der Präsentation im Museum für Film und Fernsehen Passagen aus dem Buch vorlesen und kommentieren. Mehr über Scenario 6:  http://www.bertz-fischer.de/scenario6.html

Berlinale: Die Retrospektive

„Die rote Traumfabrik“ ist der Titel der Retrospektive der 62. Berlinale. Es geht um die Produktionen des großen russischen Studios Meschrabpom und die Zusammen-arbeit mit der deutschen Produktionsgesell-schaft Prometheus. Über 40 Stumm- und Tonfilme stehen auf dem Programm. Die Kinemathek kooperiert bei der Retrospektive in diesem Jahr erstmals mit dem Museum of Modern Art. Ein spezielles Ereignis ist die Aufführung einer rekonstruierten Fassung des Films OKTJABR von Sergej Eisenstein (1928) am 10. Februar im Friedrichstadtpalast. Zur Retrospektive erscheint eine Publikation im Verlag Bertz + Fischer, herausgegeben von Günter Agde und Alexander Schwarz; Redaktion: Karin Herbst-Meßlinger. Das Titelfoto wirkt ziemlich düster. Mehr zur Publikation: www.bertz-fischer.de/rotetraumfabrik.html

Motive des Films

40 Autorinnen und Autoren beteiligen sich in dieser Festschrift zum 60. Geburtstag des Filmwissenschaftlers Hans J. Wulff an einem „kasuistischen Fischzug“: es geht um Motive im Film. Eine Auswahl: Eisen-bahnen, Traktoren, Dampfer, Fahrräder, Automobil-Oldtimer, Straßenköter, böse Hunde, Aquarien, Insekten, animierte Bären, Raucher, Essstäbchen, Bier, die Unschuld vom Lande, Schlafende, Barfüßler, Türen, Treppen, Spiegel, Schaukeln, Mauern, Gefangene, Höllenstürze, Countdowns, Immobilienmakler, Lehrer, Schreibmaschinen, Regen, Licht und Schatten, Aufräumen. Den Texten vorangestellt ist ein Essay des Geehrten über Konzepte des Motivs und der Motivforschung in der Filmwissenschaft. Ein anregendes Buch, das viele weitere Assoziationen auslöst. (Schüren Verlag, 336 S., 29,90 €).