Der Fotograf Hans Casparius

2014.Casparius 2Eigentlich wollte er Schauspieler werden. In Filmen von Johannes Guter, Ernö Metzner und G.W. Pabst spielte er ab 1928 auch kleine Rollen. Aber dann machte er als Fotograf Karriere. Seine Porträts und Reisebilder, seine Werkfotos von Dreharbeiten in den frühen 1930er Jahren haben einen eigenen Stil, sind ganz nah an den Menschen, wirken oft wie Schnappschüsse. Hans Casparius (1900-1986) hat ein großes fotografisches Werk hinterlassen. Es wird von der Deutschen Kinemathek betreut. 1978 war ihm eine Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Berlin gewidmet, mit einer inzwischen legendären Publikation, redaktionell betreut von Jürgen Berger und Hans-Michael Bock. Bei edition text + kritik ist jetzt, herausgegeben von Wolfgang Jacobsen, ein kleiner, aber sehr schöner Bildband erschienen, der noch einmal die großen Stärken der Casparius-Fotos in Erinnerung ruft. Mit Straßenszenen aus Berlin, New York, London und Tel Aviv, Reisebildern aus Afrika, USA und Kanada, mit wunderbaren Porträts von Louise Brooks, Sybille Schmitz, Peter Lorre, Theo Lingen und Asta Nielsen, Hans Feld,  Ernst und Paul Morgan, Hanns Sachs und Leo Baeck, mit Werkfotos von den Dreharbeiten zur 3-GROSCHEN-OPER von G.W. Pabst (die 22 Fotos sind in der Mitte der Publikation platziert), zur WEISSEN HÖLLE VOM PIZ PALÜ und ZIGEUNER DER NACHT. Textdokumente von Kenneth MacPherson, Arnold Höllriegel, Georg Herzberg, Arthur Rundt und ein sensibles Nachwort des Herausgebers Jacobsen geben den Bildern einen vertiefenden Hintergrund. Einer Kurzbiografie am Ende des Bandes entnahm ich, dass die „Photospezialhandlung“ von Casparius ab 1932 einen öffentlich zugänglichen Laden am Kurfürstendamm 156 besaß, also im WEGA-Komplex am Lehniner Platz, in dem wir heute wohnen. Casparius ist 1933 emigriert, hat zunächst in Wien, dann in London gelebt. Bei der Ausstellungseröffnung 1978 war er anwesend, ich erinnere mich an ihn als einen freundlichen älteren Herren. Titelfoto: Indianer, Banff (Alberta/Kanada, 1931). Mehr zum Buch: U2IXqhzdJgs

DEFA 1989 – 1992

2014.Last FeaturesReinhild Steingröver, Associate Professor of German and Film Studies an der Eastman School of Music der University of Rochester, leistet mit ihrem Buch „Last Features“ wichtige Erinnerungsarbeit. Es geht um DEFA-Filme der Wendezeit, speziell um die Arbeiten der damals jüngsten, auf die DEFA-Geschichte bezogen vierten Generation. In ihrem ersten Kapitel („On Fools and Clowns or Refusal as Engagement“) stellt die Autorin den Film STEIN von Egon Günther Jörg Foths LETZTES AUS DER DA DA ER gegenüber und gewinnt aus der Kontrastierung interessante Erkenntnisse. Kapitel 2 („DEFA’s Untimely Poets“) porträtiert die Regisseure Ulrich Weiß und Herwig Kipping. Auf den Film BANALE TAGE von Peter Welz, der die Situation von zwei Jugendlichen Ende der 1970er Jahre thematisiert, konzentriert sich das dritte Kapitel („Absurd Endgames“). Besonders differenziert und der Protagonistin zugeneigt ist das Kapitel über Helke Misselwitz („Flight into Reality“), in dem Helkes Filme von WINTER ADÉ über WER FÜRCHTET SICH VORM SCHWARZEN MANN und SPERRMÜLL bis zu HERZSPRUNG gewürdigt werden. Auch dem Dokumentaristen Andreas Voigt und seinen fünf Leipzig-Filmen ist ein lesenswertes Kapitel gewidmet („The Extraordinary in the Ordinary“). Im Schlusskapitel („Asynchronicity in DEFA’s Last Feature“) geht es um Peter Kahane und seinen Film DIE ARCHITEKTEN, der nur mit großer Verzögerung gedreht werden konnte und im Mai 1990 in die Kinos kam. Die Realität war den Menschen da gerade wichtiger als ein Film. Umso interessanter ist es, sich heute mit diesen Filmen als Dokumenten der Zeit zu beschäftigen. Titelfoto aus dem Film DIE ARCHITEKTEN von Peter Kahane (zweite Bildhälfte auf der Rückseite). Mehr zum Buch: viewItem.asp?idProduct=14412

Kino aus Spanien und Lateinamerika

2014.MuestraSeit 2005 gibt es in Passau das Iberoamerikanische Filmfestival ¡muestra! Es ist eng mit der Universität verbunden, für die Organisation wurde der Verein „cineforum“ gegründet, der inzwischen nach München abgewandert ist. Und damit die bisherigen Aktivitäten nicht in Vergessenheit geraten, entstand die Idee zu einem resümierenden Buch. Es enthält zehn Texte. Judith Riemer und Julia Schmitt, dem Festival eng verbunden, erzählen die Geschichte der jährlich stattfindenden Veranstaltung. Annette Scholz informiert über die Situation des spanischen Filmmarktes. Sonja Hoffmann gibt einen Überblick über das aktuelle lateinamerikanische Kino. Sonja Maria Steckbauer analysiert den historischen mexikanischen Revolutionsfilm mit den Protagonisten Pancho Villa und Emilio Zapata, während sich Sven Pötting auf den aktuellen mexikanischen Film konzentriert. Das kubanische Kino nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion steht im Mittelpunkt des Beitrags von Carola Heinrich. Um Tendenzen im zeitgenössischen Film Kolumbiens geht es bei Birgit Aka und Verena Schmöller, um das argentinische Kino heute im Beitrag von Laila Nissen und Johanna Süß. Peter Grüttner beschäftigt sich mit dem brasilianischen Film der vergangenen zehn Jahre. Victor Cubillo informiert über die Lage des chilenischen Films. Die Texte sind informativ und wirken sachkundig. 30 brillante Fotos. Titelbild aus dem Film CITY OF GOD (2002) von Fernando Meirelles. Mehr zum Buch: kino-aus-spanien-und-lateinamerika-in-deutschland.html

Der deutsche Weltkriegsfilm 1931 bis 1939

2014.Sieg! Heil?Eine Dissertation aus München (Ludwig-Maximilian-Univer-sität). Daniela Kalscheuer ana-lysiert 17 Weltkriegsfilme aus der Weimarer Republik (5) und dem ‚Dritten Reich’ (12), die alle einen national-konservativen Blick auf den Krieg haben und insofern ideologisch vergleich-bar sind. Die Autorin setzt sich zunächst mit den Deutungs-spektren des Weltkriegs in der Weimarer Republik auseinander und untersucht den Stellenwert des Kriegsfilms in der Filmwirt-schaft (100 Seiten). Den Haupt-teil (350 Seiten) nehmen die Filmanalysen in Anspruch. Sie trennt zwischen quantitativer und qualitativer Analyse. Quantitativ: das sind Informationen über die Handlung des Films, die Produktion, die Werbung und die Rezeption, also die Publikumsreaktionen und die Kritik in der Presse. Die entsprechenden Recherchen wirken sorgfältig und fügen sich zu einem detaillierten Bild. Unter den analysierten Filmen befinden sich BERGE IN FLAMMEN (1931) von Luis Trenker und Karl Hartl, MORGENROT (1933) von Gustav Ucicky, EIN MANN WILL NACH DEUTSCHLAND (1934) von Paul Wegener, PATRIOTEN (1937), UNTERNEHMEN MICHAEL (1937), URLAUB AUF EHRENWORT (1938) und POUR LE MÉRITE (1938) von Karl Ritter und AUFRUHR IN DAMASKUS (1939) von Gustav Ucicky. In der qualitativen Analyse geht es dann um die Darstellung der Kriegsschuldfrage und der „Dolchstoßlegende“, um Feindbilder, Frauenbilder, Rassismus und Antisemitismus, um Kampfdarstellungen, Opfertod und das Verhältnis zwischen Einzelschicksal und Massenschicksal. Während die quantitative Analyse eher wie eine Fleißarbeit wirkt, erweist sich die Autorin in der qualitativen Analyse als kompetente Interpretin vieler Details der Inszenierung und Bildauflösung. Der Text insgesamt ist flüssig zu lesen, auch wenn die insgesamt 2.642 Fußnoten kleine Stolpersteine sind. Keine Abbildungen. Dem Buch ist eine CD-ROM beigelegt, die Sequenz- und ausgewählte Einstellungsprotokolle der behandelten Filme sowie Erfolgsmeldungen aus dem Filmkurier enthält. Mehr zum Buch: 62669#.U0lVfxzdJgs

BACKLASH (1956)

2014.SturgesSein berühmtester Film ist THE MAGNIFICENT SEVEN (1960). Aber John Sturges (1910-1992) hat in den 1950er Jahren viele eindrucksvolle Western gedreht, ich erinnere nur an GUNFIGHT AT O.K. CORRAL (1957) oder LAST TRAIN FROM GUN HILL (1958). BACKLASH (dt.: DAS GEHEIMNIS DER FÜNF GRÄBER) ist ein Western und gleichzeitig ein Kriminalfilm, weil es um die Suche nach einem Täter geht, der erst am Ende entlarvt wird. Und da es der Vater des Helden ist, sprechen manche auch von einem „Ödipus-Western“. Die Geschichte von den fünf Männern, die Opfer eines Verräters werden, von Jim Slater (Richard Widmark), der auf der Suche nach seinem Vater (John McIntire) ist, und von Karyl Orton (Donna Reed), die ihren Mann verloren hat und seinen Mörder finden will, ist spannend erzählt, hat eine psychologische Tiefe und enthält viele traditionelle Westernelemente: Zweikämpfe, Verfolgungsjagden, geraubtes Gold, die Weite der texanischen Prärie und im Hintergrund die Apachen. Die DVD von „explosive media“ ist Resultat einer Restaurierung und Neuabtastung, enthält ein schmales Booklet mit einem Text von Markus Tschiedert und kann wahlweise in deutscher oder originaler Fassung gespielt werden. Mehr zur DVD: artikel&ArtikelNr=6414931

Kannibalen im Film

2013.KannibalenAnthropophagie – also der Verzehr von Menschenfleisch durch Menschen – ist tabuisiert. Also ein Filmthema, bei dem auch gern die Grenzen über-schritten werden. Es geht in diesem Buch von Paul Drogla – ursprünglich eine Staats-examensarbeit an der Universität Dresden – um die „filmische Rezeption und Re-Inszenierung des wilden Kannibalen“, aber andererseits werden auch aus der Zivilisation hervorgegangene Degenerationen behandelt (DOCTOR X, 1932, von Michael Curtiz). 137 Titel nennt die Filmliste im Anhang, auf 38 geht der Autor detaillierter ein. So gibt es eigene Kapitel über den Kannibalen in der Robinsonade, über den Zombie als kannibalische Metapher, über den dokumentarischen Blick auf die kannibalische Welt (beispielhaft: MONDO CANE, 1962) und über den erfolgreichsten Kannibalenfilm, CANNIBAL HOLOCAUST (1980) von Ruggero Deodato, dem die ausführlichste Analyse im Buch vorbehalten ist (Titelfoto). Auch der Kannibale im historischen Film wird thematisiert, zum Beispiel in 1492 : CONQUEST OF PARADISE (1992) von Ridley Scott und in HANS STADEN (1999) von Luis Alberto Pereira. Kleinere Kapitel handeln von Cartoon-Cannibals und Comedy-Cannibals. Keine Abbildungen, gut lesbarer Text. Mehr zum Buch: vom-fressen-und-gefressenwerden.html

Gender und Raum im Shakespeare-Film

2014.UnsexEine Dissertation aus Bremen aus dem Umfeld der „Textualität des Films“. Sie beginnt mit einem historischen Überblick über 100 Jahre Shakespeare-Film (das ist passend zur gerade stattfindenden Würdigung von Shakespeares 450. Geburtstag). Dann geht es um Filmwissenschaft und Geschlechterstudien, um die Interdependenz von Geschlecht und Raum in der Literatur und im Film und um ein synthetisches Konzept zum Gender-Raum. Das sind die notwendigen Präliminarien zur wissenschaftlichen Verortung auf rund 80 Seiten. Es folgt der Hauptteil (200 Seiten) mit beeindruckend genauen Analysen von neun zeitgenössischen Shakespeare-Filmen. Das sind drei Komödien (MUCH ADO ABOUT NOTHING, 1993, von Kenneth Branagh, 10 THINGS I HATE ABOUT YOU, 1999, von Gil Jungers und SHE’S A MAN, 2006, von Andy Fickman), drei Historien (HENRY V, 1989, von Kenneth Branagh, RICHARD III, 1995, von Richard Loncraine und LOOKING FOR RICHARD, 1996, von Al Pacino) und drei Tragödien (OTHELLO, 1995, von Oliver Parker, WILLIAM SHAKESPEARE’S ROMEO + JULIET, 1996, von Baz Luhrmann und MACBETH, 2006, von Geoffrey Wright). Jennifer Henke hat einen guten Blick für Aspekte der Inszenierung und filmischen Auflösung. Die daraus folgenden Interpretationen klingen überzeugend. Viele farbige Abbildungen in ausgezeichneter Qualität, die in den Bildunterschriften analytisch genutzt werden. Für Liebhaber von Shakespeare-Verfilmungen fast so etwas wie Pflichtlektüre. Der Titel des Buches „Unsex Me Here“ zitiert Lady Macbeth (Akt 1, Szene 5). Auch das Titelbild stammt aus MACBETH. Mehr zum Buch: http://www.wvttrier.de  (und dann das Buch suchen).

MAD MEN

2014.Mad MenEs ist eine der berühmtesten und erfolgreich-sten amerikanischen Fernsehserien. Die erste Staffel wurde 2007 von AMC ausge-strahlt, und gerade hat in den USA die siebte und letzte Staffel begonnen. Der MAD MEN-Erfinder Matthew Weiner hat schon an den SOPRANOS mitgearbeitet. Das kleine Buch von Daniela Sannwald ist mehr als eine Einführung in die Serie. Es ruft den zeitlichen Hintergrund, die 1960er Jahre, in Erinne-rung und porträtiert acht Hauptfiguren, vier Männer und vier Frauen, die in der Mehrzahl schon von der ersten Folge an dabei sind: Peter Campbell (Kapitelüberschrift: „Verlorene Jugend“), Roger Sterling („Der Veteran“), Don Draper („Männlichkeit in der Krise“), Peggy Olsen („Die Karrierefrau“), Joan Holloway, vormals Harris („Wehr-hafte Weiblichkeit“), Betty Draper-Francis („Elend in Suburbs“); dazu: Lane Pryce („Der Brite im Exil“, Staffel 4+5) und Dawn Chambers („Schwarz und weiß“, ab Staffel 5). In jedes Porträt ist eine zeitgenössische Anzeige mit inhaltlichem Bezug eingefügt. Danielas Text rekapituliert die Entwicklung der jeweiligen Person im Zusammenhang der Serie und hat große analytische Qualitäten. Mit Abbildungen, Anmerkungen und Kurzfilmografie. Band 1 der Bertz + Fischer-Reihe „Prime Time“. Mehr zum Buch: 42&products_id=383

Mord in Metropolis

2014.Metropolis

Ein neuer Krimi, er spielt in den 1920er Jahren in Berlin. Fiktion und Realität mischen sich. Fiktive Hauptfigur ist der Ex-Kom-missar Robert Grenfeld, den sein ehemaliger Chef, Erich Gennat (er war später real Leiter der Zentralen Mord-inspektion), zur Klärung von Verdachtsmomen-ten bei der Filmproduktion METROPOLIS zu Hilfe ruft. Die Hauptdarstellerin Brigitte Helm erhält anonyme Dro-hungen. Die Handlung beginnt am 16. Juni 1925 um 8.30 Uhr in Berlin-Grunewald, Douglasstraße 63, und endet am 19. November 1925 um 17 Uhr in Neubabelsberg. Es wird chronologisch erzählt, Ortswechsel strukturieren die Handlung, unterschiedliche Perspektiven erhöhen die Spannung. Ziemlich zu Beginn werden zwei Statistinnen ermordet, die eine im Stahlkostüm der Maschinen-Maria. Bei den Ermittlungen stellt sich die Hauptfrage: wer hat ein Interesse daran, den Film von Fritz Lang in Verruf zu bringen? Seine Produktionskosten erhöhen sich ständig, weil der Regisseur mehr Geld als geplant in das Aufgebot an Statisten, in Bauten und Kostüme investiert, dadurch seinen Produzenten Erich Pommer in die Bredouille bringt und den UFA-Aufsichtsrat zum Handeln zwingt. Es ist erstaunlich, wie genau der Autor Robert Baur (von Beruf Personalentwickler) die historischen Fakten der METROPOLIS-Produktion recherchiert hat und mit der Story seines Kriminalromans verknüpft. Immer wieder werden Passagen aus der Perspektive realer Personen erzählt: zum Beispiel Brigitte Helm, Erich Pommer, Fritz Rasp. Im Hintergrund operieren die Nazis, die „Schwarze Reichswehr“, die Berliner Ringvereine, die politische Polizei. Auch viele Schauplätze – Filmstudios, Cafés und Restaurants, Hotels und kulturelle Treffpunkte – existierten im Berlin der 20er Jahre. Eine schöne Erfindung ist die weibliche Hauptfigur, Mascha, eine Exilrussin, die zwischen den Fronten laviert und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ein spannender „Roman aus dem Filmmilieu“ mit einem beeindruckenden, eigenwilligen Ermittler. Mehr zum Buch: mord-in-metropolis.html

Film und Kino in Italien

2014.ItalienIrmbert Schenk, Professor für Medienwissenschaft i.R. an der Universität Bremen, hat eine besonders intensive Beziehung zum italienischen Kino, die von großer Sachkompetenz getragen wird. In seinen Vorlesungen und Aufsätzen spürt man auch eine spezielle Liebe zum Land. Der vorliegende Band enthält acht längere Texte und einen Lexikoneintrag. Die ersten Beiträge handeln von der Frühzeit und reichen bis in die 1930er Jahre. Zweimal geht es um den italieni-schen Historienfilm, der ein spezielles Genre des Landes war, im ersten Text stehen die Jahre 1905 bis 1914 im Mittelpunkt, im zweiten wird ein Bogen von CABIRIA (1914) zu Mussolini geschlagen. Ein Essay über Walter Ruttmanns ACCIAIO (1930) verortet den Film zwischen Futurismus, Realismus und Faschismus. Dann wird das Motiv des Automobils als Subtext der Modernisierung in den Komödien der 1930er Jahre interpretiert. Ein Basistext ist Schenks Vorlesung über den italienischen Neorealismus, die bisher unveröffentlicht war (gefolgt vom Eintrag „Neorealismus“ im „Lexikon der Filmbegriffe“). Sehr informativ ist der Vergleich zwischen Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ und ihrer Verfilmung von Luchino Visconti: MORTE A VENEZIA (1971). Den schönen Text über Michelangelo Antonioni kennen wir aus dem Buch „Das goldene Zeitalter des italienischen Films“, das Thomas Koebner und Irmbert Schenk 2008 herausgegeben haben. Noch unveröffentlicht ist bisher der Text über Entstehung und Rezeption von Roberto Benignis LA VITA E BELLA (1998). Es lohnt sich, die Texte im Zusammenhang zu lesen. Viele Abbildungen in guter Qualität. Titelbild: Monica Vitti in L’AVVENTURA (1960). Mehr zum Buch: film-und-kino-in-italien.html