Steven Spielberg zum 70. Geburtstag

2016-spielberg-1Heute feiert der Regisseur und Produzent Steven Spiel-berg seinen 70. Geburtstag. Ich fühle mich mit ihm sehr verbunden, seit ich – vor 31 Jahren! – mit Antje Goldau das Spielberg-Buch in der Edition Filme publiziert habe. Rechtzeitig zum Geburtstag ist im Reclam Verlag eine Monografie von Thomas Koebner erschienen, die ich natürlich mit großem Interesse gelesen habe. Sie folgt nicht einer chronolo-gisch-biografischen Struktur, sondern ordnet die Filme nach Themen und Genres. Zunächst geht es „Mit dem Auto durch Amerika“ (Kurzfilm AMBLIN, Fernsehfilm DUEL, Roadmovie SUGARLAND EXPRESS). Dann kommen die „Tiermonster“ (JAWS, JURASSIC PARK, THE LOST WORLD), gefolgt von den „Fremden im Haus“ (CLOSE ENCOUNTERS, E.T., POLTERGEIST – Regie: Tobe Hooper – , ALWAYS). Ein eigenes Kapitel ist den vier INDIANA JONES-Filmen gewidmet, mit einem Exkurs zum Thema „Angst“. Dann: „Krieg“ (1941, EMPIRE OF THE SUN, SAVING PRIVATE RYAN – sehr genau analysiert – , MUNIC und WAR HORSE). Als „Phantasien über das künftige Amerika“ werden A.I., MINORITY REPORT und WAR OF THE WORLDS interpretiert. „Kinderspiele“ sind HOOK, ADVENTURES OF TINTIN und der jüngste Film, BFG. „Lebenskünstler“ sind in CATCH ME IF YOU CAN und TERMINAL zu entdecken. Das umfangreichste Kapitel richtet den Blick auf „Retter aus der Not“: THE COLOR PURPLE und SCHINDLER’S LIST (zwei herausragende Essays), AMISTAD, LINCOLN und BRIDGE OF SPIES. Es ist beeindruckend, wie der Autor zusammenhängende Motive im Werk entschlüsselt (zum Beispiel Perspektive der Kinder, Suche nach Vätern, Trennungen, Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft, Tiere), wie sensibel er dramaturgische Differenzierungen, Umgang mit Schauspielern, Kameraführung und Montage beschreibt und auch die Rezeption der Filme im Auge behält. Natürlich ist seine Bewertung der Filme unterschiedlich, aber das Gesamtwerk dieses Regisseurs hat für ihn große Bedeutung. Ein sehr lesenswertes Buch. Mehr zu Spielberg 1: Steven_Spielberg

2016-spielberg-2Georg Seeßlen hat sein erstes Spielberg-Buch 2001 ver-öffentlicht. Jetzt ist im Schüren Verlag eine überar-beitete Neufassung erschie-nen. Die Kapitel heißen: „Die Familie. Das Kino. Die Einsamkeit“, „Träumen und Erinnern“ (2 Teile), „Heldenreisen in Middle America“, „Zeichen und Wunder“, „Versöhnung & Erlösung und warum beides doch nicht so einfach zu haben ist“, „Das Märchen der Wahrheit, die Wahrheit des Märchens“, „Die Techniken des Spielbergianismus“, „Peter Pan & Moses“, „Amerika (und der Rest der Welt)“. Auch Seeßlen entschlüsselt viele Motive in Spielbergs Filmen, verhilft zu Entdeckungen und kritisiert, was ihm nicht gefällt. Es ist spannend, die beiden Bücher parallel zu lesen. Ein Vorteil des Seeßlen-Buches ist sein Bilderreichtum. Mehr zu Spielberg 2: steven-spielberg-und-seine-filme.html

Weihnachtsgeschenk 10: Meine LAST PICTURE SHOW

2015-meine-last-picture-showRoland Gräf (*1934) war zunächst Kameramann und ab 1970 Regisseur bei der DEFA. Er hat in dieser Funktion zehn Filme reali-siert, die alle ihre eigenen Qualitäten haben. Ich persönlich mag besonders gern MEIN LIEBER ROBINSON, MÄRKISCHE FORSCHUNGEN und FALLADA – LETZTES KAPITEL. Das Buch „Meine LAST PICTURE SHOW“, ediert von der DEFA-Stiftung, mit einem Vorwort von Ralf Schenk, ist so etwas wie sein elfter Film. Das erste Kapitel des Fotobandes heißt „Stilles Land“, mit den Unterkapiteln Winter-Schlaf, Frühlings-Erwachen, Von Lehnsdorf nach Wüstemark, Verlassenschaften, Sommer-Reigen, Landschaft mit Kühen, Herbst-Licht, Himmel und Erde. Zu sehen sind Landschaften und Dörfer im Fläming, Menschen, Tiere, Straßen und Bäume, Stimmungen, vorwiegend fotografiert in Schwarzweiß. Das zweite Kapitel heißt „Miraculum“ und zeigt Oberflächenstrukturen von Gebäudeteilen, Bäumen, Silos, deren ursprüngliche Form nur noch zu ahnen ist. Die Konturen bilden sich auf den Flächen zu einer eigenständigen Kunst. Ein dokumentiertes Zwiegespräch zwischen Rudi Jürschik und Roland Gräf vertieft den Eindruck. Zwischen den beiden Kapiteln gibt es Fotos und Texte zu Roland Gräfs Leben und Werk von Helga Schütz, Erika Richter und Gräf selbst. Der Regisseur erinnert mit dem Titel des Buches natürlich an den Film von Peter Bogdanovich, den er sehr schätzt. Das Buch ist ein schönes Geschenk für alle, die sich noch auf Fotos mit mehreren Bedeutungsebenen einlassen. Für Selfie-Fans eher weniger geeignet. Mehr zum Buch: meinelastpictureshow.html

Weihnachtsgeschenk 9: Isabella Rossellini

Herbst 2015 Vorschau_A4–fini_Vorschau SMIhr Vater, Roberto Rossellini, war als Regisseur ein Prota-gonist des italienischen Neorealismus. Ihre Mutter, Ingrid Bergman, hat als Schauspielerin international Karriere gemacht. Isabella Rossellini (*1952) begann als Modedesignerin, wurde Schauspielerin, hat mit großen Regisseurin gearbeitet und 1997 ihre Autobiografie veröffent-licht, die jetzt bei Schirmer/ Mosel neu aufgelegt wurde. Ich habe Isabella Rossellini bei der Berlinale 2006 kennen gelernt, sie hat eine große Ausstrahlung. Sie kann sehr pointiert schreiben. In fünfzig kurzen Kapiteln skizziert sie ihr Leben, die Höhen und Tiefen, die Arbeit und das Private. Da gibt es keine Klatsch-geschichten, sondern Beobachtungen, Erfahrungen, Erinnerungen, die wunderbar erzählt werden und über die Welt des Films hinausführen. Ein schönes Geschenk für alle, die sich gern intelligent unterhalten. Mehr zum Buch: products_id=158

Weihnachtsgeschenk 8: Liselotte Pulver

2016-liselotte-pulver-grossIn den 1950er Jahren gehörte sie durchaus zu meinen Lieblings-schauspielerinnen: natürlich als Piroschka, dann als Zaza im FELIX KRULL, als Juliane in der ZÜRCHER VERLOBUNG, als Franziska im WIRTSHAUS IM SPESSART, als Tony in den BUDDENBROOKS. Es gab auch einen Ausflug nach Hollywood: 1958 für den Film A TIME TO LOVE AND A TIME TO DIE von Douglas Sirk. 1966 war sie Partnerin von Anna Karina in Jacques Rivettes DIE NONNE und hat damals in einigen französischen Filmen mit-gespielt. Liselotte Pulver (*1929) lebt inzwischen in einem Seniorenheim in Bern. Sie hat bereits mehrere Bücher über ihr Leben publiziert (zuletzt, 2004, „Das Geheimnis meines Lachens“ bei LangenMüller), aber es ist immer wieder sehr unterhaltsam, ihr beim Erzählen zuzuhören. Für das Buch „Dem Leben ins Gesicht gelacht“ (Hoffmann & Campe) haben die beiden Journalisten Olaf Köhne und Peter Käfferlein die Schauspielerin befragt. Sie spricht freimütig über Erfahrungen im Alter, ihre Kindheit und Jugend, die Ausbildung zur Schauspielerin, den Wechsel vom Theater zum Film, ihre erste Hauptrolle (in dem Film FÖHN, 1950) an der Seite von Hans Albers, ihre Liebe zu Pferden und Autos, über ihre Kollegen Heinz Rühmann, Gustaf Gründgens, Curd Jürgens, Jean Gabin, über die Arbeit mit Billy Wilder an ONE TWO THREE, über die „Rollen ihres Lebens“, Begegnungen mit Politikern und die Ehe mit dem Schauspieler Helmut Schmid. Texte von Hans-Dietrich Genscher, Gunnar Möller, Veronica Ferres und Horst Janson ergänzen die Erinnerungen. Mit Abbildungen. Ein schönes Geschenk für Menschen, die sich gern an Lilo Pulver erinnern. Mehr zum Buch: dem-leben-ins-gesicht-gelacht-buch-8164/

Weihnachtsgeschenk 7: Roger Moore

2016-roger-mooreEr war der James Bond nach Sean Connery und hat ihn von 1973 bis 1985 siebenmal gespielt, so oft wie bisher keiner. Berühmt gemacht hat ihn in den 1960er Jahren die TV-Serie SIMON TEMPLAR. Er war ein Hollywood-Star, aber hat nie einen Oscar gewonnen. Roger Moore (*1927) hat 2009 seine Autobiografie veröffentlicht („Mein Name ist Bond … James Bond“), ist viel für UNICEF unterwegs und lebt vorwiegend in Monaco. Sein neues Buch „Last Man Standing“ ist jetzt bei LangenMüller erschienen und erzählt vorwiegend Anekdoten aus seinem Leben. Die acht Kapitel heißen „Leinwandschönheiten – voll Lebenslust und Temperament“ (über Filmschauspielerinnen), „Die Zeit in Pinewood“ (über die Arbeit in Großbritannien), „Die Bretter, die die Welt bedeuten“ (über das Theater), „Geschichten vom Set“ (über Dreharbeiten), „Von Helden und Halunken“ (über Schauspieler-kollegen), „Das Rat Pack“ (über seine Freunde Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr.), „Die kreativen Köpfe“ (über Regisseure) und „Die Produzenten“. Ein schönes Geschenk für alle, die gern Klatsch und Tratsch aus Hollywoods goldenen Jahren lesen wollen. Mehr zum Buch: Roger%20Moore.html

Weihnachtsgeschenk 6: Brigitte Bardot

2016-brigitte-bardotDies ist ein klassisches Coffee Table Book mit 189 Abbildungen in Schwarzweiß und Farbe, pointiert geschriebenen Texten, zeitlich fokussiert auf die Jahre 1952 bis 1975. Brigitte Bardot (*1934) war ein Filmidol, eine Mode-Ikone und ein Sexsymbol. Der Blick zurück macht eine Zeit lebendig, in der Frankreich im Film und in der Mode in Europa den Ton angab. In kurzen Statements äußern sich in dem Band Françoise Arnoul, Anne Vernon, Mylène Demongeot, Sylvie Vartan, Jean-Marie Périer, Marisa Berenson, Pamela Anderson, Chico und die Gypsies über BB. Die Modemacher Pierre Balmain, Christian Dior, Réal, Jean Barthet, Hubert de Givenchy, Chanel, Pierre Cardin (mit einer Erinnerung an die Arbeit zu VIVA MARIA!), Paco Rabanne und Jean Bouquin sind mit Texten und Kleidern präsent. Der Journalist Henry-Jean Servat hat ein Gespräch mit BB geführt und verknüpft mit kurzen Kommentaren die chronologisch geordneten Bildkapitel. Ein schönes Geschenk für alle, die an Mode und französischem Film interessiert sind. Erschienen bei Schirmer/Mosel. Mehr zum Buch: 39&products_id=844

Weihnachtsgeschenk 5: Hardy Krüger

2016-hardy-kruegerEr hat sich als Schriftsteller mehrfach über sein Leben geäußert, in Erlebnis-berichten („Sibirienfahrt“, „Welten-bummler“) und in autobiografischen Erzählungen („Wanderjahre“, „Szenen eines Clowns“). Im Alter von 88 Jahren blickt der Schauspieler Hardy Krüger – unterstützt von den Journalisten Olaf Köhne und Peter Käfferlein – noch einmal auf seine Kindheit, seine Jugend und auf die frühen Jahre als Schauspieler zurück, speziell auf die Zeit im National-sozialismus, auf die Jahre im Internat der Ordensburg Sonthofen, auf das Mitwirken als 15jähriger an dem Film JUNGE ADLER, auf die damals entstandene Freundschaft zu den älteren Kollegen Albert Florath und Hans Söhnker, die ihm politische Hintergründe vermittelt haben, auf die Freundschaft zu Helmut Schmidt und die erste Begegnung mit dem Kanzler Konrad Adenauer. Krüger erzählt sehr direkt, aber nicht anekdotisch, sondern reflektiert und nachdenklich. Die beiden Journalisten haben politische Eckdaten hinzugefügt, die den Zeithorizont abbilden. Ich habe Hardy Krüger als Schauspieler sehr geschätzt und war von ihm beeindruckt, als wir im Filmmuseum 2003 zu seinem 75. Geburtstag eine Ausstellung realisiert haben. Sein neues Buch ist ein schönes Geschenk für alle, die etwas über persönlich erlebte deutsche Geschichte erfahren wollen. Mehr zum Buch: was-das-leben-sich-erlaubt-buch-8161/

Weihnachtsgeschenk 4: DEFA-Kinderfilme

2016-dvd-defa-kinderfilme-1Mit Kinder- und Märchenfilmen war die DEFA jahrzehntelang besonders erfolgreich, viele sind nachhaltig in Erinnerung geblie-ben. Bei Icestorm wurden jetzt zwei Boxen mit insgesamt acht Kinderfilmen veröffentlicht, die man sehr empfehlen kann. Vor allem vier Filme haben mir beim Wiedersehen besonders gefallen: INSEL DER SCHWÄNE (1982) von Herrmann Zschoche handelt von dem 14jährigen Jungen Stefan, der mit seinen Eltern aus der Idylle eines Dorfes in das Neubaugebiet von Berlin-Marzahn zieht und dort in Konflikte gerät. Speziell ein Raufbold namens „Windjacke“ macht ihm zu schaffen. Am Ende gibt es einen Kampf um Leben und Tod. Stefan gewinnt. Der Regisseur Herrmann Zschoche hat viele interessante DEFA-Filme realisiert und wurde gerade mit dem Ehrenpreis der DEFA-Stiftung ausgezeichnet. SABINE KLEIST, 7 JAHRE… (ebenfalls 1982) von Helmut Dziuba erzählt die Geschichte eines Mädchens, das seine Eltern verloren hat, in einem Heim aufwächst, von dort ausreißt und auf eigene Faust Berlin erkundschaftet. Während in der Stadt nach ihr gesucht wird, hat sie eine Reihe aufregender Erlebnisse. Am Ende kehrt sie in das Heim zurück. Vor allem die kleine Petra Lämmel als Sabine Kleist und Simone von Zglinicki als ihre Erzieherin Edith sind beeindruckend. Beide Filme wurden für die DVDs HD-Remastered. Mehr zur DVD-Box: die-grossen-defa-kinderfilme-box-1.html

2016-dvd-defa-kinderfilme-2DAS EISMEER RUFT (1984) von Jörg Foth führt uns zurück ins Jahr 1934. Fünf Prager Kinder empfangen mit ihrem Detektor die Hilferufe eines sowjetischen Eisbrechers und organisieren eine Rettungsaktion. Sie müssen viele Schwierigkeiten überwin-den, es gibt ein Happyend, das nicht unbedingt mit ihnen zu tun hat. Dies war die erste Regie-Arbeit von Jörg Foth. WEISSE WOLKE CAROLIN (1985) von Rolf Losansky spielt am Greifswalder Bodden. Wir tauchen ein in die Erlebniswelt von vier zwölfjährigen Schülerinnen und Schülern, die geprägt ist von Eifersucht, Missver-ständnissen und abenteuerlichen Herausforderungen. Ob die beiden Hauptfiguren, Hannes und Carolin, ein Paar werden, bleibt am Ende offen. Höhepunkt ist eine Bootsfahrt auf dem Bodden während eines Unwetters. Rolf Losansky war ein sehr erfolgreicher Kinderfilm-regisseur der DEFA. Er ist im September 2016 gestorben. Die anderen Filme in den Boxen sind ABENTEUER MIT BLASIUS (1974) von Egon Schlegel, DER KATZENPRINZ (1979) von Ota Koval, FAMILIE WIRBELWIND (1981) und FAMILIE WIRBELWIND AUF URLAUB (1987), beide von György Palásthy. Ein schönes Weihnachtsgeschenk für Kinder, die sich auf Geschichten einlassen, die nicht in der Gegenwart spielen und keine Märchen sind. Mehr zur DVD-Box: die-grossen-defa-kinderfilme-box-2.html

Europäischer Filmpreis

2016-efaHeute werden in der Nationalen Konzerthalle in Breslau die Europäischen Filmpreise für das Jahr 2016 vergeben. Es ist die 29. Verlei-hung. Inzwischen sind es 22 Kategorien, in denen Preise vergeben werden. Die Abstim-mung unter den Mitgliedern der Europä-ischen Filmakademie ist abgeschlossen, auch ich habe votiert und hoffe natürlich, dass Maren Ade, deren Film TONI ERDMANN in fünf Kategorien nominiert ist (Bester Film, beste Regie, beste Hauptdarstellerin, bester Hauptdarsteller, bestes Drehbuch), gut abschneidet. Mit Ken Loachs I, DANIEL BLAKE, Paul Verhoevens ELLE, Pedro Almodóvars JULIETA und Lenny Abra-hamsons ROOM hat sie hoch gehandelte Konkurrenten. Ehrenpreise erhalten Pierre Brosnan und Jean-Claude Carrière. Natürlich sind Wim Wenders und Volker Schlöndorff bei der Verleihung auf der Bühne präsent. Die Verleihung wird ab 20.15 Uhr live übertragen: europeanfilmawards.eu

Weihnachtsgeschenk 3: 101 Kultfilme

2016-101-kultfilmeSo richtig definieren lässt sich offenbar nicht, was ein „Kult-film“ ist. Der Herausgeber Steven Jay Schneider nennt als Kriterien: „obskur“, „exzen-trisch“, „umstritten“, „absolut schräg“. Natürlich ist dann die ROCKY HORROR PICTURE SHOW ein Musterbeispiel, und auch EASY RIDER kann man als Kultfilm-Klassiker sehen. Aber warum BLOW UP von Michelangelo Antonioni und PERSONA von Ingmar Bergman dazu zählen sollen, leuchtet mir nicht unbedingt ein. David Lynch, Ed Wood, John Waters, Russ Meyer gehören schon eher in die Kultecke. Das Buch mit den 101 Kultfilmen, die man sehen soll, „bevor das Leben vorbei ist“, liegt jetzt in einer dritten Auflage vor. Jedem Film sind vier Seiten gewidmet, zwei Bild-, zwei Textseiten. Die Kommentare stammen von 16 Autorinnen und Autoren, sie sind durchaus informativ. Vier deutsche Filme wurden bei der Auswahl berücksichtigt: ANGST ESSEN SEELE AUF von Rainer Werner Fassbinder, FITZCARRALDO von Werner Herzog, DER HIMMEL ÜBER BERLIN von Wim Wenders und LOLA RENNT von Tom Tykwer. Auch da ließen sich noch andere Titel finden. Aber das Buch hat seine Qualitäten und ist ein schönes Geschenk für Filmfans, die sich über die Kriterien des „Kultfilms“ Gedanken machen möchten. Coverfoto: THE BIG LEBOWSKI. Mehr zum Buch: 101_kultfilme_3rd_edn